Weitere Risiken

Autor: Dr. Elmar Breitbach - Zuletzt bearbeitet am: 19. Sep 2010 @ 00:51

Die erfolgreiche Behandlung der festgestellten Ursachen für wiederholte Aborte werden gefolgt von vier weiteren grundlegenden Problemen:

1. Sterilität

Paare, die wiederholte Aborte in der Vorgeschichte angeben, weisen nach erfolgreicher Beseitigung der Ursachen oft eine neue Problematik auf: die Sterilität. Nachdem vorher meist problemlos mehrmals eine Schwangerschaft auftrat, kommt es bei einem Drittel der Paare innerhalb eines Jahres nicht mehr zu einer weiteren Schwangerschaft. Die Behandlung und Ursachenabklärung muß dann wie bei anderen Sterilitätspatienten durchgeführt werden, wobei man die gravierenden psychischen Folgen wiederholter Fehlgeburten und die daraus resultierende Angst vor erneuten Schwangerschaften in das Therapiekonzept einbeziehen muß.

2. Frühgeburten

Nach Behandlung der Gründe für Frühaborte, tritt überzufällig häufig im weiteren Verlauf der Schwangerschaft das Risiko einer Frühgeburt auf. Diese äußern sich oft in einer erhöhten Infektanfälligkeit im Bereich der Scheide mit daraus resultierender Eröffnung des Muttermundes. Auch andere Gründe für eine vorzeitige Wehentätigkeit treten häufiger auf, als bei Schwangeren ohne Abort in der Vorgeschichte.

3. Gestose

Eine Gestose (volkstümlich auch Schwangerschaftsvergiftung) ist das Resultat einer veränderten Blutgefäßbeschaffenheit, deren Gründe zum Teil noch unklar sind. Man vermutet, daß zum Teil dieselben Faktoren, die zu einer Fehlgeburt führen können, auch die Gestose auslösen. Klinisch im Vordergrund stehen dabei eine erhöhter Blutdruck, Wassereinlagerungen im Gewebe (über das für eine Schwangerschaft normale Maß hinaus) und Nierenschädigungen. Diese Symptome sind zunächst nur belastend für die werdende Mutter, können aber bei längerem Bestehen auch zu einer Minderversorgung des Kindes führen.

4. Thrombosen Minderversorgung des Kindes

Bei den Frauen, die wiederholt Fehlgeburten aufgrund eines gestörten Gerinnungssystems hatten, kann dieses Problem während der Schwangerschaft weiterbestehen. Das Risiko für eine Thrombose ist in diesen Fällen erhöht, ebenso kann es durch Mikrothromben im Mutterkuchen zu einer Minderversorgung des Kindes kommen.

Je nach Ursache und Ausmaß der Gerinnungsstörung ist daher eine spezifische gerinnungshemmende Behandlung notwendig, oft sogar auch für mehrere Wochen nach der Entbindung.

Zusammenfassend ist also zu sagen, daß das Fortbestehen einer Schwangerschaft über den kritischen Zeitraum hinaus weder den Arzt noch die Patientin von einer über das normale Maß hinausgehenden Sorgfalt befreit

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