Der Clearblue Fertilitätsmonitor zur Bestimmung der fruchtbaren Tage

Autor: Dr. Elmar Breitbach - Zuletzt bearbeitet am: 26. Apr 2019 @ 16:26 Literatur und Quellennachweise

Ein System, welches speziell für Kinderwunsch-Paare entwickelt wurde und dessen Zuverlässigkeit in Studien auch bei Zyklen bis zu 42 Tagen nachgewiesen wurde, ist der Clearplan-Fertilitätsmonitor der Firma Unipath.

Das Prinzip

clearblue monitor
Clearblue Monitor

Mit Hilfe spezieller Teststäbchen wird aus dem Morgenurin das eisprungauslösende Hormon (LH) und ein Abbauprodukt des Estradiols (Estron-3-Glucoronid) bestimmt. Das LH und das Estradiol sind auch die Hormone, mit denen in Kinderwunsch-Zentren der fruchtbare Zeitraum festgestellt wird. Die Auswertung erfolgt direkt mit dem Monitor, ein Ablesen schlecht interpretierbarer Teststreifen entfällt.

Das Ergebnis wird einfach verständlich ausgegeben. Bei hohen E3G-Werten und ansteigendem LH-Spiegel wird der fruchtbarste Tag angegeben.

Es werden 3 verschiedene Stufen angegeben:

Gering: z. B. am Beginn und Ende des Zyklus.
Hoch: ca. 1-5 Tage vor dem Eisprung. Dies ist die Phase, die durch die lange Überlebenszeit der Spermien noch genutzt werden kann.
Maximal: Am Tag vor dem Eisprung und am Tag der Ovulation.
Die Daten können problemlos in den eigenen PC oder den des Frauenarztes überspielt werden.

Wie wertet der Computer die Daten aus?

monatszyklus.jpgWie anhand der Graphik zu erkennen, steigt zunächst der Östrogenspiegel im Blut, gebildet von dem wachsenden Follikel, an. Durch diesen hohen Östrogenspiegel erkennt die Hirnanhangsdrüse, daß ein reifer Follikel vorhanden ist und schüttet das eisprungauslösende Hormon (LH) aus. Diesem folgt der Eisprung in einem Abstand von ca. 24 Stunden.

Der Computer zeigt daher mit ansteigenden Östrogenwerten eine hohe Fruchtbarkeit an und bei zusätzlich ansteigendem LH-Spiegel eine maximale Fruchtbarkeit. Somit ist gewährleistet, daß der optimale Zeitpunkt zuverlässig bestimmt werden kann.

Studien

In einer Studie, bei welcher 53 Frauen in 150 Zyklen den Clearplan Fertilitätsmonitor verwendeten und gleichzeitig in einem Kinderwunsch-Zentrum durch Ultraschall und Hormonüberprüfungen aus dem Blut überwacht wurden, konnte festgestellt werden, daß in 97% der Fälle der Eisprung innerhalb von 2 Tagen nach Anzeige der maximalen Fruchtbarkeit erfolgte.

Da man weiß, dass die größte Fruchtbarkeit am Tage vor dem Eisprung besteht und der Zeitraum am Tag der Ovulation und zwei Tage zuvor ebenfalls eine große Schwangerschaftswahrscheinlichkeit aufweist, lässt sich daraus schließen, dass mit einem solchen System fast ausnahmslos das Fruchtbarkeitsoptimum getroffen werden kann (H. M. Behre et al.).

Genau so wichtig wie die Bestimmung des richtigen Zeitpunkts ist jedoch der sichere Nachweis eines ausbleibenden Eisprungs, denn abgesehen von der unnötigen Enttäuschung bei einer ausbleibenden Schwangerschaft durch eine falsche Anzeige eines Eisprungs ergibt sich daraus auch medizinischer Handlungsbedarf. Bei sogenannten anovulatorischen Zyklen wurde unter Verwendung des Clearplan Fertilitätsmonitors in keinem Fall ein fruchtbarer Zeitraum angegeben.

Weitere Infos zur natürlichen Familienplanung

1)Robinson, J. E., Wakelin, M., & Ellis, J. E. (2007). Increased pregnancy rate with use of the Clearblue Easy Fertility Monitor. Fertility and sterility87(2), 329-334.2)May, K. (1991). Home tests to monitor fertility. American Journal of Obstetrics & Gynecology165(6), 2000-2002.3)Fehring, R. J., Schneider, M., Raviele, K., & Barron, M. L. (2007). Efficacy of cervical mucus observations plus electronic hormonal fertility monitoring as a method of natural family planning. Journal of Obstetric, Gynecologic & Neonatal Nursing36(2), 152-160.4)Wilcox, A. J., Dunson, D., & Baird, D. D. (2000). The timing of the “fertile window” in the menstrual cycle: day specific estimates from a prospective study. Bmj321(7271), 1259-1262.

 

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Literatur - Quellen   [ + ]

1. Robinson, J. E., Wakelin, M., & Ellis, J. E. (2007). Increased pregnancy rate with use of the Clearblue Easy Fertility Monitor. Fertility and sterility87(2), 329-334.
2. May, K. (1991). Home tests to monitor fertility. American Journal of Obstetrics & Gynecology165(6), 2000-2002.
3. Fehring, R. J., Schneider, M., Raviele, K., & Barron, M. L. (2007). Efficacy of cervical mucus observations plus electronic hormonal fertility monitoring as a method of natural family planning. Journal of Obstetric, Gynecologic & Neonatal Nursing36(2), 152-160.
4. Wilcox, A. J., Dunson, D., & Baird, D. D. (2000). The timing of the “fertile window” in the menstrual cycle: day specific estimates from a prospective study. Bmj321(7271), 1259-1262.