Untersuchung des Zervixsekrets zur Bestimmung der fruchtbaren Tage

Das Gebärmutterhalssekret hat vor dem Eisprung eine ähnliche Konsistenz wie Eiweiß – Foto von stevendepolo
Autor: Dr. Elmar Breitbach - Zuletzt bearbeitet am: 15. Apr 2019 @ 10:51 Literatur und Quellennachweise

Die Beurteilung des Zervixsekrets ermöglicht eine recht genaue Bestimmung des fruchtbarsten Zeitpunkts im Zyklus der Frau

Untersuchung des Zervixssekrets

Der Frauenarzt untersucht das Sekret direkt am äußeren Muttermund. Er kann daher das Sekret und die Öffnung des Gebärmutterhalses sehr zuverlässig beurteilen. Die Veränderungen werden durch Hormone hervorgerufen, wie es schon in einem anderen Kapitel beschrieben wurde. Aber auch in der Selbstuntersuchung ist die Frau genauso in der Lage, diese Veränderungen nach einer gewissen Selbstbeobachtungszeit eindeutig zu erkennen und den nahenden Eisprung festzustellen. Verschiedene Phänomene sollten dabei berücksichtigt werden:

Feuchtigkeitsgefühl

Dieses ist zwar sehr wichtig, aber sehr schwierig zu interpretieren. Diese Empfindungen sind schwierig zu objektivieren, wiederholen sich während des Zyklus jedoch zuverlässig. So wie bei Beginn der Periode die Blutung bemerkt werden kann, entwickelt sich mit zunehmender Nähe zu Eisprung ein zunehmendes Gefühl der Feuchtigkeit. Zum Eisprung hin ist dies oft bereits an den äußeren Schamlippen erkennbar.

Aussehen

Nach dem Abwischen mit Toilettenpapier erkennt frau bereits verschiedene Zustände des Zervixsekrets. Diese reichen von trocken über zäh-klumpig bis hin zu starker Feuchtigkeit, die nur als nasser Fleck erkennbar ist

Fingertest (Spinnbarkeit)

Fingerprobe des ZervixsekretsDurch die direkte Überprüfung des Sekrets aus der Scheide ist in den meisten Fällen eine zuverlässige Erkennung des Zykluszeitpunkts möglich, also auch des bevorstehenden Eisprungs. Unmittelbar nach der Periode ist meist wenig oder gar kein Sekret nachweisbar, später nimmt die Sekretion zu, das Sekret ist jedoch zähflüssig bis “pappig” und beim Auseinanderziehen zwischen den Fingern behält es seine ursprüngliche Form. Auch nach dem Eisprung wird diese Konsistenz wieder erreicht.
Fingerprobe des ZervixsekretsUnter dem Einfluss steigender Östrogenspiegel nimmt die Menge des Schleims zu und es kommt zu einer beginnenden Verflüssigung. Beim Fingertest zeigt sich dies an einer zunehmenden Spinnbarkeit. Beim Auseinanderziehen der mit dem Sekret benetzten Finger lässt sich der Schleim um einige Zentimeter ausziehen, der Faden reißt aber noch recht früh ab, das Sekret ist von der Konsistenz her noch klebrig.
Optimale Spinnbarkeit des Zervixsekrets vor dem EisprungEinige Tage vor dem Eisprung ist die Menge des Sekrets zunehmend und es kommt zu einer weiteren Verflüssigung. Aussehen und Konsistenz entsprechen jetzt dem von frischem Eiweiß. Beim Fingertest lassen sich jetzt lange Fäden ziehen, die über 10 cm lang sind.

Wenn sich im äußeren Intimbereich nicht genügend Schleim zur Untersuchung gewinnen lässt, dann ist es empfehlenswert, etwas tiefer in die Scheide einzudringen, am besten gelingt dies in Hockstellung oder auf der Toilette. Diese Stellung ist auch für die Untersuchung des Muttermundes die günstigste.

Beurteilung

Der fruchtbarste Tag ist der vor dem Eisprung und dieser wiederum geht mit der größten Spinnbarkeit und Menge des Schleims einher. Da die Spermien sich jedoch mehrere Tage befruchtungsfähig im weiblichen Genitaltrakt aufhalten können, ist auch Verkehr in einem Abstand von 2-3 Tagen vor dem Eisprung noch ausreichend. Die unfruchtbare Phase beginnt einen Tag nachdem das Sekret wieder zäh und „pappig“ ist.

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