Messung der Basaltemperatur zur Bestimmung der fruchtbaren Tage

basaltemperaturkurve natürliche Familienplanung
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Autor: Dr. Elmar Breitbach - Zuletzt bearbeitet am: 25. Apr 2019 @ 10:35 Literatur und Quellennachweise

Mit Hilfe der Messung der Basaltemperatur lässt sich der optimal fruchtbare Zeitpunkt im  Zyklus der Frau meistens gut erkennen.

Hormonbedingt weist die Körpertemperatur jeder Frau im Zyklus typische Schwankungen auf. Die morgendliche Messung der Körpertemperatur vor dem Aufstehen (Basaltemperatur = ohne körperliche Belastung) lässt unter idealen Umständen einen Eisprung erkennen und auch Störungen des Zyklus. Da die Körpertemperatur unter dem Einfluss des Gelbkörperhormons um ca. 0,5 °C (+/- 0,1 °C) ansteigt, lässt sich dieser Temperaturanstieg gut festhalten. Kurz vor dem Eisprung kommt es häufig zu einem vorübergehenden Absinken der Körpertemperatur. Man muss dazu aber 4 wichtige Punkte beachten, wie die Weltgesundheitsorganisation in einer großen Studie zur Natürlichen Familienplanung zusammenfasste1)World Health Organization:

A prospective multicenter trial of the ovulation method of natural family planning. II. The effectiveness phase. Fertil Steril 1981; 36: 591-598

World Health Organization
A prospective multicentre trial of the ovulation method of natural family planning. III. Characteristics of the menstrual cycle and of the fertile phase.
Fertil Steril. 1983 Dec;40(6):773-8.:

Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation zur Messung der Basaltemperatur

Basaltemperaturkurve
Basaltemperaturkurve mit Temperaturanstieg in der Zyklusmitte

1.: Auch ohne eine solche (perfekte) Kurve, wie die hier abgebildete, kann eine Frau durchaus trotzdem Eisprünge haben. Die morgendliche Temperatur unterliegt zu vielen anderen Einflussfaktoren (siehe „richtig messen„), als dass sie nur die hormonelle Situation einer Frau wiedergeben könnte.

2.: Zum Feststellen der fruchtbaren Phase und Timing des optimalen Zeitpunkts für den Geschlechtsverkehr für den aktuellen Zyklus ist diese Methode eigentlich nicht geeignet, denn der Temperaturanstieg findet ja nach dem Eisprung statt und der Temperaturabfall vor der Ovulation ist meist zu dezent, um erkannt zu werden. Letztlich kann die Temperaturkurve bei regelmäßigen Zyklen dazu dienen, den Zeitraum des Eisprungs im Nachhinein einzuengen und die fruchtbaren Tage festzulegen. Dazu müssen mehrere Zyklen beobachtet werden (jedoch nicht über Jahre, wie es oft vorkommt!!) und die dadurch gewonnenen Erfahrungen können für die Zukunft umgesetzt werden (durchaus auch ohne weitere Messungen).

3.: Mit zunehmender Messdauer lässt sich der Zeitraum besser eingrenzen, in dem die fruchtbare Phase sein wird, die Vorhersage wird genauer.

4.: Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) gibt zwei Faktoren vor, die erfüllt sein müssen, um auf einen Eisprung im jeweiligen Zyklus schließen zu können:

– Für den Fall, dass ein Eisprung stattfindet, sollte der entsprechende Temperaturanstieg innerhalb von 48 Stunden oder weniger eintreten.

– Um auf einen Eisprung schließen zu können, muss die Temperatur an drei aufeinanderfolgenden Tagen um mindestens 0,2 °C höher liegen als in den 6 vorhergehenden Tagen.

 

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2)Forschungsprojekt NFP - Universität Heidelberg
Rötzer, E., & Rötzer, J. (2018). Natürliche Empfängnisregelung: Die symptho-thermale Methode–Der partnerschafltiche Weg. Verlag Herder GmbH.

Raith-Paula, E., Frank-Herrmann, P., Freundl, G., & Strowitzki, T. (2008). Natürliche Familienplanung heute (pp. 9-15). Springer Medizin Verlag Heidelberg.

Frank-Herrmann, P., Baur, S., Freundl, G., Gnoth, C., Rabe, T., & Strowitzki, T. (2015). Natürliche Familienplanung–aktueller Stand. Der Gynäkologe, 48(9), 657-666.

Ludwig, M. (2005). Natürliche Familienplanung. Kinderwunschsprechstunde, 15-21.

Sottong, U., Baur, S., & Klann, N. (2013). Natürliche Familienplanung heute: Mit ausführlicher Darstellung der Zykluscomputer. Springer-Verlag.

Weschler, T. (2016). Familienplanung: Das Standardwerk zur natürlichen Empfängnisverhütung, Kontrolle der Fruchtbarkeit sowie Erfüllung des Kinderwunsches. mvg Verlag.

Gnoth, C., & Noll, A. (2009). Kinderwunsch: Natürliche Wege zum Wunschkind. Gräfe und Unzer.

Literatur - Quellen   [ + ]

1.World Health Organization:

A prospective multicenter trial of the ovulation method of natural family planning. II. The effectiveness phase. Fertil Steril 1981; 36: 591-598

World Health Organization
A prospective multicentre trial of the ovulation method of natural family planning. III. Characteristics of the menstrual cycle and of the fertile phase.
Fertil Steril. 1983 Dec;40(6):773-8.

2.Forschungsprojekt NFP - Universität Heidelberg
Rötzer, E., & Rötzer, J. (2018). Natürliche Empfängnisregelung: Die symptho-thermale Methode–Der partnerschafltiche Weg. Verlag Herder GmbH.

Raith-Paula, E., Frank-Herrmann, P., Freundl, G., & Strowitzki, T. (2008). Natürliche Familienplanung heute (pp. 9-15). Springer Medizin Verlag Heidelberg.

Frank-Herrmann, P., Baur, S., Freundl, G., Gnoth, C., Rabe, T., & Strowitzki, T. (2015). Natürliche Familienplanung–aktueller Stand. Der Gynäkologe, 48(9), 657-666.

Ludwig, M. (2005). Natürliche Familienplanung. Kinderwunschsprechstunde, 15-21.

Sottong, U., Baur, S., & Klann, N. (2013). Natürliche Familienplanung heute: Mit ausführlicher Darstellung der Zykluscomputer. Springer-Verlag.

Weschler, T. (2016). Familienplanung: Das Standardwerk zur natürlichen Empfängnisverhütung, Kontrolle der Fruchtbarkeit sowie Erfüllung des Kinderwunsches. mvg Verlag.

Gnoth, C., & Noll, A. (2009). Kinderwunsch: Natürliche Wege zum Wunschkind. Gräfe und Unzer.