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Weibliche Hormone: Wie sie funktionieren und reguliert werden

weibliche Hormone Funktion und Regulation
Der normal weibliche Hormonhaushalt ist die Voraussetzung für einen regelmäßigen EIsprung © clipdealer.com
Autor: Dr. Elmar Breitbach - Zuletzt bearbeitet am: 17. Apr 2019 @ 12:09 Literatur und Quellennachweise

Das Zusammenspiel muss funktionieren wie bei einem Orchester: Weibliche Hormone regulieren sich gegenseitig und steuern den Ablauf von Eizellreifung, Eisprung und Zyklus.

Es gibt drei Orte, an denen weibliche Hormone produziert werden, die den weiblichen Zyklus steuern. Für die Produktion von Hormonen sind vor allem die Eierstöcke, die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und das Sexualzentrum im Gehirn (Hypothalamus) zuständig.

Funktion der Hirnanhangsdrüse

Das Zwischenhirn (Hypothalamus) ist das übergeordnete Zentrum, welches die anderen Organe steuert. Es schüttet in regelmäßigen Pulsen das sogenannte Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) aus. Über die Abstände der Hormonfreisetzung (Pulsfrequenz) und ihre Stärke (Pulsamplitude) steuert der Hypothalamus den Hormonhaushalt der darunterliegenden Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Die Hirnanhangsdrüse produziert eine Vielzahl von Hormonen, die andere Organe (Nebennieren, Schilddrüse) in ihrer Funktion beeinflussen und steuern.

Regulierung der Eizellreifung und des Eisprungs

Für den weiblichen Zyklus sind jedoch zwei weibliche Hormone von wesentlicher Bedeutung: Das Follikelstimulierende Hormon (FSH) und das eisprungauslösende Hormon (LH= luteinisierendes Hormon).

Das FSH stimuliert, wie der Name schon sagt, vor allem das Wachstum des Eibläschens (Follikel) am Eierstock und folglich die Ausreifung der Eizelle. Mit zunehmender Größe werden von dem Follikel als drittem Ort der Hormonproduktion Östrogene gebildet. Diese erreichen ihren höchsten Spiegel im Blut zur Zyklusmitte hin, also zu dem Zeitpunkt, an dem das Eibläschen seine maximale Größe erreicht hat. Die Hirnanhangsdrüse „bemerkt“  den hohen  Östrogenspiegel („Feedback“) und schüttet folglich das LH zur Auslösung des Eisprungs aus.

Wirkung Gelbkörperhormons auf die Gebärmutterschleimhaut

weiblicher Zyklus Eisprung Follikelreifung OvulationNach dem Eisprung kommt es schließlich zur Umbildung des gesprungenen Eibläschens. Es bildet jetzt in der zweiten Zyklushälfte sowohl das sogenannte Gelbkörperhormon (Progesteron) als auch Östrogene. Östrogen und Progesteron sind weibliche Hormone, welche für die zyklusgerechte Beschaffenheit der Gebärmutterschleimhaut verantwortlich sind. Mit steigenden Östrogenkonzentrationen gewinnt die Schleimhaut der Gebärmutter an Höhe.

Nach dem Eisprung bereitet das Gelbkörperhormon die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) auf die Einnistung eines Embryos vor. Der Embryo ist zu diesem Zeitpunkt ja noch im Eileiter unterwegs.

Einnistung des Embryos

Wenn der Embryo sich einnistet, dann bildet er das Schwangerschaftshormon (hCG), welches wiederum den Gelbkörper stimuliert. Der eingenistete Embryo stimuliert durch das hCG den Gelbkörper und bewahrt dadurch die Gebärmutterschleimhaut vor der Blutung. Er schafft sich also auf hormonellem Wege seine optimale Umgebung.

Kommt es nicht zu einer Einnistung , bildet sich der Gelbkörper zurück und die Produktion seines Gelbkörperhormons fällt demzufolge steil ab. Dadurch fehlt der Gebärmutterschleimhaut ihre hormonelle Unterstützung und folglich tritt die Menstruationsblutung ein. Hier finden Sie eine Übersichtstabelle über Produktionsort und Wirkungsweise der genannten Hormone.

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1)Ludwig Bispink, Elmar Breitbach, und Norbert Schlote Praktische Fertilitätsdiagnostik - Uni-Med, Bremen (2011) 2)Freimut A. Leidenberger (Herausgeber), Thomas Strowitzki (Herausgeber), Olaf Ortmann (Herausgeber) Klinische Endokrinologie für Frauenärzte - Springer; Auflage: 5. Aufl. 2014 3)Michael Ludwig, Frank Nawroth, Christoph Keck Kinderwunschsprechstunde - Springer; Auflage: 3. Aufl. 2015 (13. April 2015) 4)Ludwig, M. (Hg.) (2010): Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin. Aktuelle Themen aus der frauenärztlichen Praxis. München.

Literatur - Quellen   [ + ]

1.Ludwig Bispink, Elmar Breitbach, und Norbert Schlote Praktische Fertilitätsdiagnostik - Uni-Med, Bremen (2011)
2.Freimut A. Leidenberger (Herausgeber), Thomas Strowitzki (Herausgeber), Olaf Ortmann (Herausgeber) Klinische Endokrinologie für Frauenärzte - Springer; Auflage: 5. Aufl. 2014
3.Michael Ludwig, Frank Nawroth, Christoph Keck Kinderwunschsprechstunde - Springer; Auflage: 3. Aufl. 2015 (13. April 2015)
4.Ludwig, M. (Hg.) (2010): Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin. Aktuelle Themen aus der frauenärztlichen Praxis. München.