Eisprung auslösen

Eisprungauslösung mit humanem Choriongonadotropin (hCG)

Wird eine hormonelle Stimulation der Eierstöcke durchgeführt, dann sind irgendwann nach einigen Tagen die gewünschte Follikelzahl, -größe und Hormonwerte erreicht. Meist wird dann der Eisprung (Ovulation) mit humanem Choriongonadotropin (hCG) ausgelöst (Choragon und Predalon). Dieses Hormon hat große Ähnlichkeit mit dem Schwangerschaftshormon sowie auch mit dem eisprungauslösenden Hormon (LH) der Hirnanhangsdrüse und bindet daher an die LH-Rezeptoren des Eierstocks und wirkt dort stärker und länger als das natürliche LH. Ein weiteres Präparat zur Auslösung des Eisprungs ist das „Ovitrelle“ der Firma Serono, welches 285 µg CG alfa (Chorion Gonadotropin alfa) enthält. Dieses ist ähnlich dem HCG und wird gentechnisch hergestellt. Von der Wirkung her entspricht es ca. 6500 IE des normalen HCG

Die medikamentöse Ovulationsauslösung kann auch ohne eine vorherige Stimulation der Eierstöcke durchgeführt werden (zum Beispiel zur Optimierung des Timings beim Geschlechtsverkehr).

Besseres Timing der Ovulation möglich

Natürlich würde ein Eisprung auch ohne dieses Medikament stattfinden, da die Hirnanhangsdrüse den erhöhten Östrogenspiegel erkennt und darauf mit einer verstärkten Ausschüttung von LH reagiert. Der Nachteil eines natürlichen Eisprungs besteht jedoch darin, dass der Zeitpunkt, an dem er stattfindet, nicht eng genug eingegrenzt werden kann. Man gibt daher hCG als Spritze (Choragon und Predalon werden subkutan gegeben, wie man das selber machen kann wird hier beschrieben), um den Zeitpunkt des Eisprungs möglichst exakt festlegen zu können. Ca. 36 – 42 Stunden nach der Gabe des Medikaments findet der Eisprung statt.

Wirksame Methode zur Unterstützung der Gelbkörperphase

Ein weiteres Einsatzgebiet des hCG ist die Unterstützung der Gelbkörperphase bei Gelbkörperschwäche oder prophylaktisch. Der Gelbkörper entsteht nach der Ovulation aus dem „geplatzen“ Eibläschen und produziert das für die Einnistung des Embryos wichtige Gelbkörperhormon. Diese Hormonproduktion wird im natürlichen Zyklus vom LH angeregt, kann aber auch durch die Gabe von hCG verstärkt werden. Meist geschieht dies in der Mitte der zweiten Zyklushälfte.

hCG kann den Schwangerschaftstest verfälschen

Die Halbwertszeit des hCG beträgt ca. 24-36 Stunden. Wird die Gelbkörperphase durch hCG unterstützt, dann kann aufgrund der Tatsache, dass dieses Hormon dem Schwangerschaftshormon praktisch identisch ist, ein zu früh durchgeführter Schwangerschaftstest fälschlicherweise positiv anzeigen. Je nach Dosis sollte man mindestens eine Woche abwarten, bevor ein Test aus dem Urin oder dem Blut durchgeführt wird.

Dosierung

Zu Ovulationsauslösung im natürlichen Zyklus oder für Inseminationen werden meist 5.000 IE (Internationale Einheiten) gegeben, bei einer IVF oder ICSI ist die Gabe von 10.000 IE der Standard. Wichtig ist es, das Medikament zu geben, bevor der natürliche LH-Anstieg beginnt. Ist eine Insemination für den Morgen geplant, dann erfolgt die Gabe meist am Nachmittag oder Abend und die Insemination am nächsten bzw. übernächsten Tag. Da bei einer Vorbereitung für eine Follikelpunktion bei einer Reagenzglasbefruchtung der Eisprung nicht zu früh erfolgen darf, wird die Punktion meist 34 Stunden nach der hCG-Gabe durchgeführt, dadurch ergeben sich oft Termine spät am Abend für diese Spritze.

Nebenwirkungen

HCG ist das Hormon, welches ein Überstimulationssyndrom letztlich auslöst. Bei sehr starker Reaktion der Eierstöcke auf die hormonelle Stimulation sind viele Follikel vorhanden und durch hCG-Gabe kann dann ein Überstimulationssyndrom auftreten. Wenn die Zahl der Follikel sehr groß ist und die Hormonwerte (Östradiol) sehr hoch, verzichtet man aus diesem Grunde gelegentlich auf eine medikamentöse Auslösung des Eisprungs und bricht die Therapie zum Schutze der Patientin vorher ab.

Zuletzt bearbeitet am: 18. Sep 2010 @ 19:48