Schwanger? Dann mehr Vorsicht im Verkehr!


Das Risiko, einen Verkehrsunfall zu verursachen, ist einer Studie zufolge in der frühen Schwangerschaft erhöht.

Schwangerschaftsdiabetes, morgendliche Übelkeit, zu viel oder zu wenig an Gewicht zugelegt, die Lieblingsschuhe sind zu hoch und/oder zu eng, kein Alkohol, kein Nikotin, die richtige Ernährung, Rückenschmerzen, Schwangerschaftsklamotten, ausreichend Bewegung – aber nicht die falsche Art von Bewegung!-, dicke Knöchel, Hämorrhoiden, die bange Frage um die Karriere– Schwangere haben es ganz bestimmt nicht leicht.

Jetzt haben kanadische Wissenschaftler der Universität Toronto ein neues Minenfeld aufgedeckt: Autofahren. Schwangere haben im Straßenverkehr demnach ein größeres Unfallrisiko als nicht-schwangere Frauen. Unter der Leitung von Professor Donald Redelmeier sahen sich die Forscher die Unfallhäufigkeit vor, während und nach der Schwangerschaft an und verglichen dabei die Daten von über 500.000 Frauen. Es stellte sich heraus, dass das Unfallrisiko bei Schwangeren um 43 Prozent höher war als bei anderen Frauen; vor allem zu Anfang des zweiten Schwangerschaftsdrittels war die Gefahr höher, in einen schweren Unfall zu geraten, bei dem ärztliche Behandlung und Wiederbelebungsmaßnahmen notwendig waren.

Kein erhöhtes Risiko in späten Schwangerschaftswochen

Die Häufigkeit von Unfällen sinkt im Verlauf der Schwangerschaft wieder und bleibt sogar im ersten Jahr nach der Geburt des Kindes niedriger als in den drei Jahren vor der Schwangerschaft.
Das erhöhte Risiko betraf nur Frauen, die selbst am Steuer saßen; bei Fußgängerinnen oder Beifahrerinnen war das Risiko nicht höher als sonst auch. Professor Redelmeier macht die „üblichen Begleiterscheinungen“ der Schwangerschaft für das erhöhe Risiko verantwortlich: Schlaflosigkeit, Erschöpfung, Übelkeit und Unwohlsein. Zudem liege der Anstieg daran, dass bei schwangeren Unfallopfern die Verletzungen oft schwerwiegender sind.

Er sieht keinen Hinweis darauf, dass Schwangere riskanter fahren als andere Verkehrsteilnehmer, und betont, dass Schwangere immer noch weniger Unfälle verursachen als Männer im vergleichbaren Alter. „Es gibt keinen Anlass dazu, auf Schwangerschaft oder auf das Autofahren zu verzichten“, wird Redelmeier in der Pressemitteilung seiner Universität zitiert.

Die Gefahren lassen sich durch mehr Vorsicht im Straßenverkehr vermeiden, sagt Redelmeier – und das gilt für Schwangere wie auch für alle anderen, die ebenfalls auf den Straßen unterwegs sind. Er wünscht sich, dass Schwangere in Zukunft auch Hinweise auf sicheres Verhalten im Verkehr bekommen, so wie sie auch über Ernährung, Bewegung usw. beraten werden.

Studie (auf Englisch; pdf): http://www.cmaj.ca/content/early/2014/05/12/cmaj.131650.full.pdf

Foto via clipdealer.de


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