Depressionen während der Schwangerschaft


trauer
Depressionen sind eine häufige Erkrankung der Psyche. Auch in der Schwangerschaft treten sie oft auf.

Depressionen während und nach der Schwangerschaft gehören nicht gerade zu den Themen, die den glücklichen Eltern ans Herz gelegt werden. Das sollte sich aber ändern, denn immerhin leiden etwa 20 Prozent der Schwangeren an Depressionen.
Anders als Spiegel Online schreibt, bleibt das keineswegs „unbemerkt“ – die Frauen selbst bemerken durchaus, dass es ihnen nicht gut geht, und auch ihrem Umfeld bleibt es nicht verborgen. Das Problem ist vielmehr, dass die Krankheit nicht als Depression erkannt wird, sondern als schlechte Laune, Erschöpfung, hormonelle Stimmungsschwankungen, Angst vor dem Unbekannten, oder einfach Zickigkeit gedeutet wird. Dazu kommt, dass auch eine diagnostizierte Depression oft von Nicht-Betroffenen nicht als „richtige“ Krankheit betrachtet wird. (Unser Tipp übrigens: Nicht die Kommentare bei SpiegelOnline lesen, die sind genau so, wie man sie bei so einem Thema erwarten würde.)

Schwangerschaft: Natürlicher Ausnahmezustand

Natürlich ist die Schwangerschaft für den weiblichen Körper sozusagen eine Selbstverständlichkeit, aber es ist eben auch ein absoluter Ausnahmezustand. Eigentlich sind es 40 Wochen Hochleistungssport. Da spielt es keine Rolle, ob die Depressionen ihren Ursprung in den körperlichen Veränderungen (reaktive Depression) haben oder rein seelischer Natur sind. Sie müssen behandelt werden, und können auch behandelt werden, gegebenenfalls sogar mit Medikamenten.

Wie das Fachportal SpringerMedizin berichtet, kommt es laut Angela Klein von der Abteilung Gynäkologische Psychosomatik am Zentrum für Geburtshilfe und Frauenheilkunde des Universitätsklinikums Bonn bei sechs bis acht Prozent der Schwangeren zu einer Angststörung und bei einer bedeutenden, aber unbekannten Anzahl von Schwangeren sogar zu einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).

Psychische Störungen in der Schwangerschaft steigern nicht nur das Risiko von postpartalen Depressionen (auch als Wochenbettdepression bekannt), sondern es kommt auch häufiger zu Frühgeburten. Psychische Störungen in der Schwangerschaft behandeln zu lassen, liegt also im unmittelbaren Interesse von Mutter und Kind und kann dem Verlauf einer Schwangerschaft unnötige Komplikationen nehmen.

Foto von mark sebastian


Das könnte Sie auch interessieren