Blutentnahme bei Schwangeren nur mit neuen Systemen


blood needle photoDie Ergebnisse einer Blutabnahme werden oft nachhaltig durch die dabei verwendeten Materialien beeinflusst. Das spielt auch beim Blutzucker eine Rolle

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) weist darauf hin, dass manche bei der Schwangerschaftsvorsorge verwendeten Blutabnahmesysteme einen möglichen Schwangerschaftsdiabetes nicht oder zumindest nicht zuverlässig genug anzeigen.
Die kritisierten Blutentnahmeröhrchen enthalten nur Natriumfluorid; die DDG empfiehlt zur zuverlässigen Erkennung von Schwangerschaftsdiabetes Röhrchen, die auch Citrat enthalten.

Zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche wird im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge die Untersuchung auf Gestationsdiabetes durchgeführt. Dazu wird Blut abgenommen und untersucht. Die im Blut vorhandene Glukose wird aber auch noch im Blutabnahmeröhrchen abgebaut, was das Testergebnis verzerren würde. Um diesen Vorgang, die Glykolyse, zu stoppen, enthalten die Röhrchen Natriumfluorid.

Das reicht aber nicht aus, denn, so Prof. Dr. Lutz Heinemann, der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Diabetes und Technologie des DDG: „ Natriumfluorid hemmt die Glykolyse erst nach vier Stunden.“ Das kann zu einem falsch-negativen Befund führen, bei dem ein tatsächlich vorhandener Schwangerschaftsdiabetes also übersehen wird. Zuverlässiger seien die Ergebnisse, wenn Röhrchen mit einer Kombination aus Natriumfluorid und Citrat enthalten, die laut Heinemann die Glykolyse fast vollständig hemmt.

Dr. med. Helmut Kleinwechter, Autor der Leitlinie Gestationsdiabetes, hält die Verwendung der Blutentnahmesysteme ohne Citrat sogar für „grob fahrlässig“. Um die Forderung nach dem genaueren Test durchzusetzen, verlangt die DDG, dass die Krankenkassen die Kosten bei Verwendung der ungenaueren Systeme nicht übernehmen; zudem sollen diese Röhrchen am besten gar nicht mehr hergestellt und vertrieben werden.

Pressemitteilung des DDG

Foto von Thirteen Of Clubs


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