Wie dünn darf man in der Schwangerschaft sein?


Und wieviel darf man nach der Geburt wiegen? Das Gewicht vor und insbesondere nach der Schwangerschaft ist immer wieder ein Thema. Vor allem bei Promis ist es eine Meldung wert, wie schnell sie nach der Geburt wieder „superschlank“ sind und einen „Wahnsinnskörper“, „perfekten Body“ etc. haben. Normale Schwangere können sich da nur in Minderwertigkeitskomplexen ergehen, wenn Heidi Klum kurz nach der Geburt wieder mit Pfauenfedern AM Hintern für Victorias Secret läuft. Man möge mich bitte nicht falsch verstehen: Es ist nicht unbedingt zwingend notwendig, nach der Geburt 20 kg Übergewicht zu haben. Aber diese Hype um die ganzen „Schlank-nach-der-Geburt-Models“ hat mich schon immer ziemlich genervt. Schlank zu sein gehört zu deren Arbeitsplatzbeschreibung. Aber das kann und muss kein Vorbild für Normalsterbliche sein.

Darf man nach der Geburt schlank sein?

Bisher konnten sich die Promis der ungeteilten Bewunderung der Boulevardpresse sicher sein. Erfreulicherweise schlägt die Stimmung nun aber offenbar ein wenig um, wie Caroline Berg Eriksen, eine Fußballspielerfrau und Gesundheitsbloggerin nun erfahren musste. Unter der für Boulevardblättchen recht typischen schlecht lektorierten Überschrift „4 Tage nach Geburt: Spielerfrau postet superdünnes Foto“ (Sind Fotos nicht immer dünn? Egal.) berichtet der Express über diesen Vorfall. Frau Eriksen machte also ein Spiegel-Selfie 4 Tage nach der Geburt und präsentierte sich per Instagramm in einem Zustand, der – bis auf die Brüste – nur als ausgemergelt bezeichnet werden kann. Ganz traurig.

Nein, darf man nicht

Dieser Beitrag führte im Netz zu einem Sturm der Entrüstung, heutzutage auch gerne „Shitstorm“ genannt. Allen voran die Bloggerin Suzanne Aabel. Sie fragte ihre Landsfrau in einem Blogbeitrag: „Wer bist du, so ein Foto zu posten? Was willst du damit sagen? Was ist der Zweck?“ Und weiter: „Ich fühle mich fett, weil eine Spielerfrau ein Kind bekommen hat.“ Und so ging es offenbar vielen anderen auch. Begleitet wurde diese Debatte selbstverständlich auch von der Müttermafia, die Frau Eriksen die Fähigkeit zum Muttersein absprach. Weil sie nach der Geburt zu dünn war. Und selbstverliebt und ein wenig dusselig dazu. Nun ja, wir werden hier keinen Frieden stiften oder auf einen gemeinsamen Nenner kommen können, wenden wir uns also dem Thema Gewicht In der Schwangerschaft zu.

Wie schlank darf man während der Schwangerschaft sein?

Mit einem weiteren schönen Bgriff („Kilo-Sorge“) übertitelt Promiflash seine Sorgen, die sich die Redaktion machen muss, weil Rhea Harder zu dünn für eine Schwangerschaft ist (Nein, kannte ich vorher auch nicht). Es ist durchaus erwiesen, dass Untergewicht zu Zyklusstörungen führen und somit den Eintritt einer Schwangerschaft verhindern kann. „Sie sollte sich wie jede andere Schwangere verhalten. Sich nicht verrückt machen (lassen), gesund leben. Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit, auch nicht, wenn man sehr schlank ist.“ war meine dort zitierte zusammenfassende Antwort auf die vielen besorgten Fragen.

Eine Unterversorgung des Kindes ist nur dann zu erwarten, wenn bei der Mutter eine ausgeprägte Essstörung vorliegt. Ist es aber so, dass die betroffene Frau trotz normaler und ausgewogener Ernährung sehr schlank ist, muss man nicht daran zweifeln, dass eine Schwangerschaft problemlos ausgetragen werden kann.


Das könnte Sie auch interessieren