WHO empfiehlt besseres Screening auf Schwangerschaftsdiabetes


sugar lumps photoDie Weltgesundheitsbehörde WHO hat für den Kampf gegen den Schwangerschaftsdiabetes neue Empfehlungen für die Screenings herausgegeben. Damit soll Gestationsdiabetes noch zuverlässiger erkannt werden können.

Bei Schwangerschaftsdiabetes handelt es sich um eine Form der Blutzuckerkrankheit, die erst in der Schwangerschaft auftritt (bei Frauen, die vorher noch nicht an Diabetes litten) und nach der Entbindung in den meisten Fällen von selbst wieder verschwindet. Problematisch ist die Stoffwechselstörung deswegen, weil es für die Schwangeren das Risiko erhöht, später an Diabetes (Typ 2) zu erkranken, sie leiden oft an Bluthochdruck, und wegen des überdurchschnittlichen Wachstums der ungeborenen Kindern kann es zu Problemen in der Schwangerschaft und bei der Geburt kommen kann. Außerdem steigt für die Kinder die Wahrscheinlichkeit, später übergewichtig und zuckerkrank zu werden.

In Deutschland entwickeln knapp 5 Prozent aller Schwangeren Gestationsdiabetes; nur bei 20 Prozent davon ist die Behandlung mit Insulin notwendig, in den anderen Fällen reichen eine Ernährungsumstellung und mehr Bewegung, um den Blutzuckerspiegel in den Griff zu bekommen.

Im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge wurde in Deutschland bisher üblicherweise ein Test durchgeführt, bei dem der Blutzucker der Schwangeren einmalig gemessen wurde, nachdem sie eine Stunde vorher 200 ml Wasser mit 50 g Traubenzucker getrunken hatte. Erst wenn das Ergebnis Anlass zur Sorge gab, wurde ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) durchgeführt. Manche Krankenkassen allerdings bezahlen Schwangeren schon länger über die gesetzlichen Mindestvorschriften hinausgehend den oGTT.

Die WHO empfiehlt nun weltweit ausschließlich den Glukosetoleranztest. Dabei wird der Nüchternblutzucker der Schwangeren gemessen, danach trinkt sie ein Glas Wasser mit 75 g Glukose. Der Blutzuckerspiegel wird eine und zwei Stunden später erneut festgestellt. Dieser Test soll zwischen der 24. und der 28. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden.

Wie Dr. med. Helmut Kleinwechter, Koordinator der „Leitlinie Gestationsdiabetes“ der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) betont, gibt es für diesen Test, den auch die DDG schon länger empfiehlt, wissenschaftlich fundierte Grenzwerte. Deswegen sind die Ergebnisse aus dem oralen Glukosetoleranztest aussagekräftiger und für die Diagnose von Schwangerschaftsdiabetes bzw. das Screening besser geeignet als der einfachere Test, mit dem möglicherweise viele Erkrankungen schlicht übersehen wurden.

Außer der (DDG befürwortet auch die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) die neuen Empfehlungen der WHO.

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