Sex in der Schwangerschaft – Kommunikation ist das A und O


Es ist in Filmen und Büchern ein beliebter und deswegen auch abgedroschener Witz: Der Partner der Schwangeren (seltener die schwangere Frau selbst) schreckt vor Sex zurück, weil er ein bisschen Angst hat, das Baby könnte entweder Schaden nehmen oder „zusehen“.

Ärzte sprechen nicht darüber

Obwohl das Baby natürlich nicht beim Sex „zusieht“, und bei den meisten Sexpraktiken dem Kind keine Verletzungen drohen, kann das Thema Sex für Schwangere problematisch sein. Der Gesprächsbedarf ist groß, findet der Münchner Frauenarzt und Sexualmediziner Dr. Gerhard Haselbacher. In einem Interview mit springermedizin.de betont Haselbacher, wie wichtig die Kommunikation ist – zwischen den Partnern, aber auch mit den betreuenden Ärzten bzw. der Hebamme. Sex findet in den Gesprächen zwischen Patientinnen und Ärzten bei weitem nicht genug Beachtung, so Haselbacher. Die Patientinnen trauen sich oft nicht, ihre Fragen zum Sex zu stellen, die Ärzte allerdings gehen auch nur selten von sich aus darauf ein.

Haselbacher rät Frauenärzten, gleich am Anfang der Schwangerschaft den Sex zu thematisieren. Das klingt vernünftig, denn dann kann die Schwangere sofort mit dem notwendigen Wissen rüsten, um ihre eigenen Befürchtungen oder die des Partners zu entkräften; zudem ist es dann später einfacher, gegebenenfalls noch einmal „nachzuhaken“, falls noch Fragen auftauchen.

Das Paar spricht nicht darüber

Hier war ein Bild einer Wandmalerei aus Pompeji. Dies wurde von Google als Explicit bewertet und beanstandet. Dem Kulturverständnis der Amis muss dieses Bild nun geopfert werden, da wir auf deren Werbeanzeigen angewiesen sind

Idealerweise ist der Partner natürlich bei den Arztterminen mit anwesend und kann so gleich in das Gespräch mit einbezogen werden. Vor allem zwischen den Partnern ist nämlich Offenheit und Kommunikation wichtig. Missverständnisse und Schweigen sind auch in dieser Situation der beste Nährboden für Probleme in der Partnerschaft.

Klassisch ist beispielsweise die folgende Situation: Der Mann denkt, seine sexuellen Wünsche wären für die schwangere Frau belastend oder zu anstrengend, also nimmt er sich selbst zurück. Sie wiederum merkt, dass er sich zurückhält und fürchtet, die Schwangerschaft mache sie unattraktiv. Ein aufrichtiges Gespräch kann dieses Problem lösen.

Es ist verständlich, dass es uns schwerfällt, etwas so Intimes wie Sex zu besprechen, sogar mit dem Partner. Wir finden: Wer sich in Internetforen und Schwangerschaftsgymnastik offen über Sachen wie Eisprung, Häufigkeit des Beischlafs, Zervixschleim und Dammmassage austauschen kann, der schafft es auch, mit dem Partner über die eigene Sexualität zu sprechen. Nur Mut!


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