Schwangerschaftshormon: Wirksam gegen Multiple Sklerose?


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Schützt die Schwangerschaft vor Multipler Sklerose?

Ein in der Schwangerschaft auftretendes Hormon könnte Grundlage für ein Medikament zur Behandlung von Multipler Sklerose (MS) sein.

MS ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems. Die Krankheit ist zwar nicht tödlich, aber auch nicht heilbar, schon weil die genaue Ursache noch nicht bekannt ist. Bei Betroffenen entstehen zahlreiche Entzündungsherde in Gehirn und Rückenmark. Durch eine Reaktion des Abwehrsystems wird das Nervensystem angegriffen, so dass Symptome wie beispielsweise Sehstörungen, sensorische Störungen (Schmerzen, Missempfindungen, Taubheitsgefühle) und schnelle Ermüdung entstehen. Die MS-Beschwerden treten schubweise auf.

Bei schwangeren MS-Patientinnen kommt es oft zu einem Rückgang der Beschwerden, die aber nach der Entbindung wieder auftreten. Dies wird auf das Hormon Estriol zurückgeführt, das während der Schwangerschaft gebildet wird und dafür sorgt, dass das Immunsystem der Schwangeren den Fötus nicht angreift.

Wissenschaftler der University of California in Los Angeles verabreichten nicht-schwangeren MS-Patientinnen zusätzlich zum üblichen Medikament auch Estriol. Nach einem Jahr hatten die Patientinnen 47 Prozent weniger Krankheitsschübe als die Vergleichsgruppe; nach zwei Jahren 32 Prozent weniger Krankheitsschübe, berichtet die Internetseite New Scientist.

Die Versuchsleiterin Rhonda Vuskuhl berichtet auch von besseren Ergebnissen bei Tests der kognitiven Fähigkeiten, was bedeuten könnte, dass geschädigte Hirnzellen repariert wurden. Vuskuhl weist aber darauf hin, dass die Ergebnisse in einer weiteren, größeren Studie genauer geprüft werden müssen.

Bei Männern könnte Testosteron einen ähnlichen Effekt haben wie Estriol bei Frauen.
Foto von photosavvy


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