Schwangerschaft und chronische Krankheiten


Eine chronische Erkrankung wie Epilepsie oder auch eine rheumatische Erkrankung bedeutet nicht automatisch, dass eine Frau auf eigene Kinder verzichten muss, dass eine bestehende Schwangerschaft beeinträchtigt ist.
Allerdings müssen die gesundheitlichen Bedürfnisse von Mutter und Kind gut abgewogen und beobachtet werden.

Epilepsie

Zwar ist das Ziel der Therapie bei Epilepsie immer, Anfälle komplett zu vermeiden, jedoch können die Medikamente beim Kind zu Fehlbildungen führen. Professor Dr. Bettina Schmitz von EURAP („Europäisches Register für Schwangerschaften unter Antiepileptika“) rät deshalb dazu, während der Schwangerschaft gegebenenfalls das Antiepileptikum zu wechseln. Möglicherweise kann dann zwar nicht jeder Anfall vermieden werden, aber das Risiko von Fehlbildungen werde damit „überschaubar“, so Professor Schmitz.
Auf der Internetseite von Eurap können Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch weitere Informationen herunterladen, darunter auch Erfahrungsberichte anderer schwangerer Frauen mit Epilepsie.

Entzündliche rheumatische Erkrankungen

tabletten bei chronischen Erkrakungen
Geht das? Schwangerschaft und Medikamente bei chronischen Erkrankungen.
Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

Ähnlich ist die Situation bei entzündlichen rheumatischen Erkrankungen, wie etwa rheumatoider Arthritis (RA) oder ankylosierender Spondylitis (AS): Die Therapie muss für Kinderwunsch und Schwangerschaft angepasst werden, die Krankheit ist aber nicht zwangsläufig ein unüberwindbares Hindernis.

Je nach Krankheit kann es sein, dass die Fruchtbarkeit vermindert ist, bei bestehendem Kinderwunsch kann es also länger dauern, bis die Frau schwanger wird. Die Gründe dafür sind noch unklar, es kann also sein, dass es an der Krankheit selbst liegt, oder an der Behandlung – für eine endgültige Aussage gibt es einfach zu wenige Daten.

Wenn es jedoch zu einer Schwangerschaft kommt, habe einige (wenige) betroffene Frauen besonderes Glück: die Symptome der rheumatoiden Arthritis werden bei ihnen für die Dauer der Schwangerschaft schwächer. Etwa 35 % der Schwangeren mit RA brauchen laut einer Studie des Medizinischen Zentrums der Universität Rotterdam im letzten Trimester der Schwangerschaft sogar gar keine Therapie. Leider meldet sich nach der Entbindung die Krankheit meist mit einem Schub wieder zurück. Bei ankylosierender Spondylitis sind die Probleme ähnlich, allerdings kommt es nur bei sehr wenigen Frauen zu einer Verbesserung des Krankheitszustandes während der Schwangerschaft.

Vererbung ist ein Thema

Mehr Sorgen machen sich die Frauen hier laut einem Bericht von springermedizin.de über die Vererbbarkeit der Krankheit. Das Risiko, AS von der Mutter zu erben, ist mit nur 12 % zum Glück ziemlich niedrig
Chronische Krankheiten stehen heute in den allermeisten Fällen einer Schwangerschaft nicht mehr entgegen. Wichtig sind gute Planung, individuelle Beratung und Behandlung, und eine sorgfältige Überwachung des Gesundheitszustandes während der Schwangerschaft.


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