Schwangere: Keine Raubfische auf den Teller


Schwertfisch gegrillt oder gebraten ist eine Delikatesse, birgt aber Gefahren für die Gesundheit ungeborener Kinder.
Die Internetseite Discovery News, sozusagen das Nachrichtenportal des Fernsehsenders Discovery Channel, warnt in einem aktuellen Artikel Schwangere vor dem Verzehr bestimmter Fische. Die Fische enthalten Chemikalien, die die Kinder der Frauen beeinträchtigen können.

Bisher war schon bekannt, dass das in Seefisch enthaltene Quecksilber ungeborene Kinder gefährden kann, es beeinträchtigt den Aufbau des Nervensystems. Allerdings wird Quecksilber innerhalb eines Jahres vom Körper selbst abgebaut und ausgeschieden, eine längere Seefisch-Abstinenz bei Kinderwunsch beugt dieser Gefahr also vor.

Langlebige Chemikalien

Ganz anders ist das bei der neuen „Bedrohung“, die „persistent organic pollutants“, dt.: langlebige organische Schadstoffe, kurz POP. Zu diesen Stoffen gehören auch Insektizide wie DDT und die Abfallprodukte von Verbrennungsvorgängen (wie etwa Dioxin).

Die im Artikel speziell erwähnte Fische sind Hai, Schwertfisch und eine Makrelenart, also Raubfische, die ziemlich am Ende der Nahrungskette stehen. In ihren Körpern, genauer gesagt in ihrem Fett, sammeln sich die Schadstoffe aller ihrer Beutetiere. Wer sie verzehrt, nimmt natürlich auch die Schadstoffe auf. Wie bei den Fischen, so lagern sich die fettlöslichen POP auch bei Menschen im Körperfett ab.

Bei schwangeren Frauen geraten die POP über die Plazenta zum Kind. Vorgeburtlicher Kontakt mit den Schadstoffen kann dazu führen, dass die Kinder sich nicht normal entwickeln und zu klein auf die Welt kommen, Verhaltens- und neurologische Probleme und ein schwaches Immunsystem haben. POP werden auch in Verbindung gebracht mit Krebs, Übergewicht, Diabetes, Herz- und Kreislaufkrankheiten.

Leider wirklich seeeehr langlebig

Das Problem: Die speziellen Schadstoffe sind so langlebig, dass nicht nur werdende Mütter, sondern sogar potenzielle Mütter, sprich: Frauen, die vielleicht irgendwann einmal Kinder bekommen möchten, auf Fisch verzichten sollten. Der Begriff „langlebig“ ist hier nämlich noch fast untertrieben: Eine Frau müsste gut 30 Jahre lang die belasteten Fischarten vermeiden, um den vorgeburtlichen Kontakt ihres Kindes mit den POP um 85 Prozent zu senken.

Da sich rückwirkend nichts mehr daran ändern lässt, wenn man belastete Fische gegessen hat, sollte man nicht in Panik verfallen, aber vielleicht wenigstens während der Schwangerschaft statt der hochkarätigen Raubfische die etwas weniger mächtigen Jäger vom unteren Ende der Nahrungskette in die Pfanne hauen – bei denen haben sich nämlich weniger Schadstoffe angereichert.

Ganz verzichten müssen und sollten Schwangere nicht auf Seefisch, denn er ist eine Quelle sehr hochwertigen Proteins und liefert auch Omega-3-Fettsäuren, die für die Entwicklung des Kindes wichtig sind. Aber nicht vergessen: Fisch nur vollständig gegart verzehren!

Foto: megan.chromik


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