Musik fördert die Intelligenz Ungeborener


Sagt man. Liest man. Erzählen einem alle. Macht Musik Babys aber wirklich schlau? Es wird ja gelegentlich empfohlen, ungeborenen Kindern Musik, vorzugsweise Mozart, vorzuspielen, um ihre Intelligenz schon möglichst früh zu fördern.

Lassen wir mal außen vor, ob Kinder wirklich schlauer dadurch werden, oder ob die Gehirnentwicklung dadurch positiv oder überhaupt irgendwie zielführend und steuerbar beeinflusst wird. Lassen wir genauso draußen vor, warum das, wenn überhaupt, durch klassische Musik erreicht werden soll, und nicht durch Schlager oder Blues oder Zwölftonmusik. Einigen wir uns einfach darauf, dass Musik ganz genre-unabhängig dem ungeborenen Kind nicht schadet, wenn die Musik der Mutter gefällt und ihr gute Laune macht.

Nehmen ungeborene Kinder Musik aber tatsächlich wahr?

Minna Huotilainen, Tijy Kujala, Mari Tervaniemi und Eino Partanen von der Universität Helsinki haben untersucht, ob Kinder auf Musik reagieren, die sie als Ungeborene gehört haben. (Die Studie in PLOS One, engl.)

Die finnischen Wissenschaftler baten zehn Schwangere, während des letzten Schwangerschaftsdrittels ihren ungeborenen Kindern bzw. sich selbst mehrmals wöchentlich ein bestimmtes Kinderlied vorzuspielen. Mehrere Tage nach der Geburt wurde den Kindern dasselbe Lied vorgespielt, und dabei wurden die Gehirnströme mittels EEG untersucht.

Die Gehirne der Kinder reagierten deutlich stärker auf die Melodie als die Gehirne von Kindern, deren Mütter das Lied nicht während der Schwangerschaft abgespielt hatten. Der Test wurde mit ähnlichen Ergebnissen nach vier Monaten überholt. Interessant dabei ist auch, dass die Kinder die Melodie so gut kannten, dass ihre Gehirnströme auch darauf reagieren, wenn einzelne Noten falsch gespielt wurden.

Lernen ist bereits in der Gebärmutter möglich

Huotilainen schließt aus ihrem Versuch, dass das Gehirn der Kinder auf die Melodie so stark reagiert, weil es mit ihr vertraut ist. Eine bewusste Erinnerung schließt sie aber aus – die Kinder denken also nicht „Oh, das ist doch das Lied von damals, als ich noch in der Gebärmutter gewohnt habe!“ Partanen schlägt vor, ungeborenen Kindern regelmäßig ein Lied vorzusingen. Wenn sie dann später unruhig sind oder weinen, kann dieses vertraute Lied sie trösten und beruhigen.

Ob die Intelligenz der Kinder damit positiv beeinflusst wurde, war nicht Bestandteil der Untersuchung. Sie hat aber bewiesen, dass Kinder schon im Mutterleib etwas „lernen“ können. Ob das hilfreich oder in irgendeiner Form notwendig ist, ist eine ganz andere Diskussion.

Bild: Micah Taylor


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