Kaffee in der Schwangerschaft: Geht das?


Wie schädlich ist Kaffee bei Kinderwunsch und Schwangerschaft? Es gibt viele Leute, die morgens nicht ohne eine Tasse Kaffee in Schwung kommen. Darunter natürlich auch Schwangere oder Frauen mit Kinderwunsch. Für beide Gruppen wird vom Genuss der Wachmacher abgeraten. Die Frage ist natürlich: Warum eigentlich? Bei Frauen mit Kinderwunsch ist der vollständige Verzicht auf Kaffee nicht notwendig, wie wir in unseren Kinderwunsch-News bereits vor geraumer Zeit darlegen konnten.

Ich bin mir sicher, dass wir mit diesem Artikel damals so einige Beziehungen von Paaren mit Kinderwunsch retten konnten. Denn natürlich ist es ein Scheidungsgrund, wenn einer morgens Kaffee trinken kann und der/undvorallemdie andere nicht. Und nun wollen wir uns um die Paare verdient machen, bei denen die Schwangerschaft eingetreten ist. Denn siehen wir ehrlich: Wenn man alle Vorschläge beachtet, die einer Schwangeren zur Ernährung gemacht werden, dann bleibt nur Luft. Liebe und Folsäure übrig. Das kann’s nicht sein.

Also: Was ist jetzt mit Kaffee in der Schwangerschaft?

Wie immer ist es ja sehr hilfreich, wenn man mal die wohlfeilen Ratschläge mal wissenschaftlich durchleuchtet. Man wird dann oft feststellen, dass Wissenschaft kein demokratisches Geschäft ist und sich erfreulicherweise nicht selten der Mehrheitsmeinung nicht fügt. Trotzdem arbeitet auch die Wissenschaft vermeintlich an der Verunsicherung der Kaffeefans. So wussten die Salzburger Nachrichten zu berichten „Hoher Kaffeekonsum könnte Babys schaden„.

Die Probanden dieser Studie waren jedoch Mäuse, den extrem hohe Dosen von Koffeein zugeführt wurden. Der Nachwuchs hatte anschließend offenbar häufiger Schwierigkeiten mit der räumlichen Orientierung. Aber auch die Autoren der Studie selbst haben Zweifel an der Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Menschen. Forschungsleiter Christophe Bernard kommt zu dem in jeder Hinsicht erfreulichen Schluss, es gebe „Unterschiede bei der Entwicklung“ von Maus und Mensch.

Die Internetseite „medizin-transparent.at“ bewertet diese Studie daher auch als schwach und ohne Aussagekraft für den Menschen. Erfreulich gründlich (wie immer) widmet sich der Autor des Beitrags der weiteren Literaturrecherche und verweist auf einige Studien, die sich mit Kaffeekonsum in der Schwangerschaft beschäftigen. Deren Ergebnisse lassen den Schluss der Schädlichkeit von Kaffee bei Schwangeren nicht zu:

Zum Thema Gehirnentwicklung und Koffein kann diese Untersuchung keine Aussage machen, da diese Thematik nicht untersucht wurde. Die Studie zeigt jedoch, dass eine Reduktion der täglichen Kaffeemenge von drei und mehr Tassen um ein bis zwei Tassen keinen signifikanten Einfluss auf das Geburtsgewicht der Säuglinge zu haben scheint.

Kaffee hat auf den Verlauf einer Schwangerschaft offenbar keinen negativen Einfluss und von der einen oder anderen Tasse muss nicht abgeraten werden. Sicherlich ist es in der Schwangerschaft jedoch immer ratsam, die Dosis zu beschränken.

Bild: Flickr via Baynado


Das könnte Sie auch interessieren