Hebammen: Die besten Fachleute für Schwangere


Die Aufgaben einer Hebamme sind umfangreich und vielseitig. Dass Hebammen wirklich die besten Partner bei Schwangerschaft und Entbindung sind, legt jetzt eine Cochrane-Analyse nahe.

Die Cochrane Database prüft Wirksamkeit von Behandlungen

Die Cochrane Collaboration ist ein weltweites Netz von Medizinern und Wissenschaftlern. Die Kernaufgabe des Netzes ist es, die evidenzbasierte Medizin zu fördern und zu unterstützen. Einfach gesagt bedeutet es, dass die Mitglieder Studien darüber anstellen, welche Behandlungen und Medikamente wirklich belegbar helfen. So soll es Medizinern ermöglicht werden, zusammen mit ihren Patienten eine nachweislich wirksame Therapie auszuwählen.

Die Studien setzen an verschiedenen Punkten an, entweder „problembezogen“, also in Hinblick auf eine bestimmte Krankheit oder therapiebezogen, also wird beispielsweise der Erfolg bestimmter Medikamente, von Physiotherapie oder einer Ernährungsumstellung bewertet.

Bei den Cochrane-Analysen geht es aber nicht nur um Therapien und Medikamente für Krankheiten, sondern um alle Leistungen im Gesundheitsbereich, wie eben auch um die Betreuung von Schwangeren und Gebärenden.

Hebammen beeinflussen den Verlauf einer Schwangerschaft positiv

Hebamme bei der Untersuchung Bild: Jason Lander
Hebamme bei der Untersuchung
Bild: Jason Lander
Eine solche Cochrane-Analyse haben Professor Jane Sandall und ihr Team vom Londoner King’s College durchgeführt. Sie haben sich 13 Studien aus Australien, Kanada, Großbritannien und Irland angesehen, in denen 16.242 Schwangere begleitet wurden. Hausgeburten wurden dabei nicht erfasst.
Das Ergebnis der Analyse: Gesunde Frauen sind dann am besten versorgt, wenn sie während der Schwangerschaft, bei und nach der Entbindung kontinuierlich von Hebammen betreut werden. Es zeigte sich, dass die Betreuung durch eine Hebamme oder ein Team von Hebammen deutliche Vorteile für die Schwangere bzw. für Mutter und Kind bietet, und im Vergleich mit einer ärztlichen Betreuung (bei der Haus- oder Frauenärzte die Hauptverantwortlichen für die Schwangerenbegleitung sind) keine Nachteile hat.

Die Begleitung von Schwangeren und Gebärenden durch qualifizierte Hebammen führt nachweislich dazu, dass Periduralanästhesie, Dammschnitt und Instrumenteneinsatz während der Entbindung seltener notwendig sind bzw. eingesetzt werden.
Die Chance auf eine „normale“ vaginale Geburt ist größer, die Gefahr einer Frühgeburt oder des Tod des Fötus (vor der 24. Schwangerschaftswoche) ist geringer. Keinen Unterschied gab es bei Kaiserschnitt und Totgeburt.

Der Schluss liegt nahe, dass zumindest gesunde Frauen von einer kontinuierlichen Betreuung durch eine Hebamme profitieren; bei Schwangeren mit Gesundheitsproblemen oder bei Risikoschwangerschaften wird aber nicht zu einer alleinigen Versorgung durch Hebammen geraten.


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