Handys – Gefahr fürs Ungeborene?


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Wie gefährlich sind die Strahlen eines Handys und anderer drahtloser Kommunikationsmittel für das ungeborene Leben? Die Panikmache scheint zu überwiegen.

Wenn uns die moderne Wissenschaft eines lehrt, dann das: Alles ist eine potenzielle Todesfalle, irgendwie. Gut, komplett neu ist diese Erkenntnis nicht, denn schon im 16. Jahrhundert sagte der Arzt Paracelsus „Die Dosis macht das Gift“ – zumindest wird er so häufig zitiert. Paracelsus war übrigens auch Theologe, Alchemist und Mystiker, und generell sollten wir seine Lehren nicht allzu wörtlich nehmen, speziell in Hinblick auf neuere Technologien.

Die männliche Fruchtbarkeit steht ja schon lange in dem Ruf, durch Handy“strahlen“ Schaden zu nehmen, obwohl dies in umfangreichen Studien widerlegt werden konnte. Aber auch für die Zeit der Schwangerschaft besteht die Sorge, dass die schnurlose Datenübetragung eine Gefahr für das ungeborene Leben darstellt

BabySafe Projekt: Schwache Argumente

In den USA jedenfalls läuft gerade eine Kampagne namens BabySafe Project, die Eltern vor den Gefahren der Handystrahlung für ungeborene Kinder warnt. Handy/Smartphone, Laptop, Tablet, WLAN-Router, alle diese Geräte verwenden bzw. erzeugen auf irgendeine Art Strahlung. Klar, irgendwie müssen die Daten ja übertragen werden, ob beim Telefonieren mit dem Handy oder beim Video-Streaming auf dem Tablet. Das BabySafe Project warnt nun vor den (wohl schlimmen, aber nicht genauer bezeichneten) Auswirkungen dieser Strahlung.

Das Problem: Die Initiatoren des Projekt stützen sich auf eine von ihnen als „aktuell“ bezeichnete Studie der Universität Yale. Diese „aktuelle“ Studie gibt es zwar tatsächlich, wurde aber schon im Jahr 2012 veröffentlicht. Bereits damals nannte die Zeit die Studie „zweifelhaft“ und zitierte mehrere Wissenschaftler, die die ungenauen Versuchsmethoden kritisierten.

Bei der Studie wurden trächtige Mäuse ständig von laufenden Handys bestrahlt. Die unter diesen Bedingungen ausgetragenen Jungmäuse waren hyperaktiv und hatten ein schlechteres Gedächtnis als Vergleichmäuse, will der Studienautor, Gynäkologe Dr. Hugh Taylor, festgestellt haben.

Unnötige Panikmache

Zwar weisen die Anti-Strahlungs-Aktivisten selbst darauf hin, dass gar nicht feststeht, ob die Strahlung überhaupt irgendeine Wirkung auf ungeborene Kinder haben kann, warnen für alle Fälle trotzdem davor und raten dazu, jegliche Strahlung aus Bauchnähe zu verbannen.

Wir meinen: Es ist durchaus vorteilhaft, während der Schwangerschaft die Nutzung von Laptops und Tablets einzuschränken – vor allem, wenn man dadurch vermeiden kann, im Internet Seiten mit unfundierter Panikmache anzusurfen. Denn was Ungeborene noch weniger brauchen können als Handystrahlung: verängstigte Mütter.

Informationen zu Mobilfunk und WLAN vom Bundesamt für Strahlenschutz gibt es hier.

Foto von dullhunk


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