Gesunder Lebensstil führt zu gesunder Schwangerschaft


Obst hilft durch die Schwangerschaft. Dieses Ergebnis ist nicht wirklich überraschend: Wer vor der Empfängnis und in der Schwangerschaft einen gesunden Lebensstil pflegt, der hat auch gute Chancen, eine problemlose Schwangerschaft zu erleben. Zu diesem recht banalen Ergebnis führte die Untersuchung, die das Kings’s College in London im „British Medical Journal“ veröffentlichte. Vorzeitige Wehen, Frühgeburtlichkeit und Eklampsie sind wohl auch vom Lebensstil der Frau abhängig, wie die Autorin der Studie Dr Lucy Chappell mitteilte.

„Wir haben natürlich schon immer gewusst, dass die generelle Gesundheit der Mutter für den Verlauf einer Schwangerschaft von großer Bedeutung ist, aber die spezifischen Faktoren, welche die Wahrscheinlichkeit für einen normale Schwangerschaft erhöht, waren bisher nicht bekannt. Obwohl dies früher Studienergebnisse sind, lassen die Ergebnisse unserer Untersuchung erkennen, dass ein gesunder Lebensstil vor und in der Schwangerschaft – inklusive dem Verzehr von viel Obst und Beibehaltung eines normalen Körpergewichts – die Chancen auf eine unkomplizierte Schwangerschaft erhöht“ teilt Lucy Chappell mit. „Wir benötigen sicherlich noch weitere Studien, um die Einsicht in die Beziehung zwischen Lebensstil und Schwangerschaftsverlauf zu vertiefen, ich hoffe aber, dass die Ergebnisse unserer Studie die medizinische Beratung von Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch vereinfacht.“

Für die Studie wurden 5.000 Erstgebärende befragt. Die medizinischen Vorgeschichte und die Ernährungsgewohnheiten wurden in einer Befragung erhoben. Eine ausführliche Ultraschalluntersuchung zwischen der 19. und 21. Schwangerschaftswoche ergänzte die Daten ebenso wie Ausgang und Zweitpunkt der Geburt.

Als Faktoren, die den Verlauf der Schwangerschaft positiv beeinflussten fanden sich:

  • Ausreichend Obst in der Ernährung (mind. 3x tägl.) und das bereits VOR der Schwangerschaft
  • Ein möglichst normaler BMI, also kein wesentliches Übergewicht
  • Normaler Blutdruck
  • Drogenabstinentes Leben

Diese Faktoren sind abhängig vom Lebensstil und lassen sich daher durchaus selbst beeinflussen. Wenn man z. B. den erhöhten Blutdruck bekämpft, dann ließe sich der Anteil der Risikoschwangerschaften um gut 3% senken, so die Studienautoren.

Auch einige bekannte Risikofaktoren konnten durch die Studie bestätigt werden. Dazu gehören neben dem Rauchen (Vor allem in der Frühschwangerschaft) vor allem erhöhter Blutdruck in der eigenen Vorgeschichte oder in der Familie, sowie Komplikationen bei früheren Schwangerschaften. Vaginale Blutungen oder eine auffällige Untersuchung mit dem Doppler-Ultrschall deuten ebenfalls auf bevorstehende Komplikationen hin.

Aus den Ergebnissen dieser Studie ergibt sich der simple Rat, sich gesund und nicht zu kalorienreich zu ernähren, legale und illegale Drogen nicht zu verwenden und auf seinen Bluitdruck zu achten. Und das – ganz wichtig – bereits vor Eintritt der geplanten Schwangerschaft.

Chappell LC, Seed PT, Myers J, Taylor RS, Kenny LC, Dekker GA, Walker JJ, McCowan LME, North RA, Poston L
Exploration and confirmation of factors associated with uncomplicated pregnancy in nulliparous women: prospective cohort study
BMJ 2013;347:f6398


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