Augenmedikamente kein Grund zur Sorge


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Eine Schwangerschaft kann zu vorübergehenden Einschränkungen der Sehkraft führen. Gegen eine medikamentöse Behandlung ist jedoch nichts einzuwenden

Schwangere brauchen meist keine Angst zu haben, gegen Augenprobleme und –erkrankungen Medikamente einzusetzen. Darauf weist die Deutsche Ophtalmologische Gesellschaft (DOG) im Vorfeld ihres 113. Kongresses hin, der Anfang Oktober in Berlin stattfindet.

Während der Schwangerschaft muss der Einsatz von Medikamenten, etwa von Antiepileptika (https://de.wikipedia.org/wiki/Antikonvulsivum#Nebenwirkungen), besonders sorgfältig abgewogen werden. Das gilt bei spontanen Erkrankungen der Schwangeren ebenso wie bei bestehenden Krankheiten. Auch bei frei erhältlichen Präparaten sollte Vorsicht walten, und vor der Einnahme bewährter Medikamente sollten schwangere Frauen ihre Ärztin konsultieren.

Entwarnung gibt es aber zumindest für ein paar verbreitete Probleme, bzw. für die dabei eingesetzten Medikamente. Laut Karl Ulrich Bartz-Schmidt von der DOG ist eine Behandlung mit Aciclovir-Salbe bei Herpesinfektion ebenso unbedenklich wie lokal angewendete Antihistaminika bei allergischen Bindehautentzündungen.
Bei bakteriellen Entzündungen werden Salben mit den Substanzklassen Fluoroquinolone und Aminoglykoside empfohlen; werden statt Salben Tabletten verschrieben, sollten aber Penicilline und Cephalosporine bevorzugt werden.

Sehschärfe und Kontaktlinsen

Bei rund 14 % der Schwangeren kommt es zu einer plötzlichen Kurzsichtigkeit, oder eine bestehende Kurzsichtigkeit verschlimmert sich. Das ist verständlicherweise beunruhigend, gibt sich nach der Geburt des Kindes aber meist von selbst, so Dr. med. Thomas Neß von der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg. Dasselbe gilt für eine eventuelle Kontaktlinsenunerträglichkeit; sie wird vermutlich von der zeitweilig veränderten Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit und einer Verdickung von Hornhaut und Linse verursacht.

Diabetische Retinopathie

Eine der häufigsten und auch schwerwiegendsten Augenerkrankungen während der Schwangerschaft ist die diabetische Retinopathie (diabetesbedingte Netzhauterkrankung) bei Schwangeren mit Typ-1-Diabetes. Bei dieser Krankheit werden die kleinen Blutgefäße der Netzhaut geschädigt, was bis zur Erblindung führen kann.
Besteht sie schon vor der Schwangerschaft, muss sie am besten schon vor, spätestens aber ab Beginn der Schwangerschaft konsequent behandelt und kontrolliert werden, damit sie sich nicht verschlimmert.

Informationen speziell zur Sicherheit von Medikamenten während der Schwangerschaft gibt es auf der Internetseite embryotox.de.

Foto von Karen Roe


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