Mehr Kinder: Geburtenanstieg in Deutschland

Durchschnittliche 1,59 Kinder pro Frau - so hoch wie seit 1993 nicht mehr.


Gute Nachrichten: Deutschland wird wohl doch nicht in absehbarer Zukunft zu einem menschenleeren Brachland werden. Schon im fünften Jahr in Folge sind die Geburtenzahlen in Deutschland angestiegen. Nach Angaben von destatis sind 2016 792.131 Kinder zur Welt gekommen.

Im Vergleich zu 2015 konnte 2016 eine Zunahme von sieben Prozent verzeichnet werden, in dem Jahr kamen nämlich „nur“ 737.575 Kinder zur Welt. Zwar kamen in allen Bundesländern mehr Kinder zur Welt als in den Vorjahren, allerdings war die Zunahme nicht gleich verteilt: Laut destatis stieg in den Stadtstaaten und den westlichen Flächenländern die Zahl der Neugeborenen um rund acht Prozent an, in den ostdeutschen Flächenländern nur um etwa vier Prozent.

Mehr Kinder pro Frau als in Spanien oder Italien

Zudem lag der Durchschnitt von 1,59 Kindern pro Frau so hoch wie seit 1973 nicht mehr. Damit liegen die deutschen Frauen deutlich vor den klassischerweise als geburtenfreudiger wahrgenommenen Italienerinnen und Spanierinnen mit jeweils durchschnittlich 1,34 Kindern.

Der Geburtenanstieg wird von den destatis-Statistikern hauptsächlich auf Migrantinnen zurückgeführt. Mütter mit ausländischer Staatsangehörigkeit haben nämlich 184.660 Kinder zum Geburtensegen beigetragen, das entspricht einem Anstieg von 25 % im Vergleich zu 2015.

Aber auch Frauen deutscher Nationalität bekamen mehr Kinder als in den Vorjahren, bei ihnen sind die Geburten um drei Prozent angestiegen. Das wiederum geht auf Mütter im Alter zwischen 30 und 37 Jahren zurück, die in jüngeren Jahren weniger Kinder bekommen haben und jetzt „aufholen“.

Absolute Geburtenspitzenreiter waren 2016 Nordrhein-Westfalen (173.300 Lebendgeburten), Bayern (125.700 Lebendgeburten) und Baden-Württemberg (107.500 Lebendgeburten).

EU-weit kamen 2016 übrigens über fünf Millionen Kinder zur Welt. Die Gesamtfruchtbarkeitsrate lag laut eurostat bei 1,60 Kindern pro Frau; drei Prozent der erstgebärenden Frauen waren 40 Jahre alt oder älter.