Schwanger – darauf ein Gläschen Sekt?


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Null Promille. Oder kann man nicht doch mal ausnahmsweise? Nein, sagen die Experten.

Anlässlich des „Tages des Alkoholgeschädigten Kindes“ am 9. September weist Marlene Mortler, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, darauf hin, dass Alkohol ungeborene Kinder schwer beeinträchtigen kann.
Jedes Jahr werden rund 10.000 Kinder mit FAS geboren, das heißt mit dem Fetalen Alkoholsyndrom in unterschiedlich starken Ausprägungen. (https://de.wikipedia.org/wiki/Fetales_Alkoholsyndrom) Das bedeutet körperliche und geistige Einschränkungen und Behinderungen, aber auch Störungen im Sozialverhalten.
Obwohl die Gefahren des Alkoholkonsums während der Schwangerschaft seit langem bekannt sind, halten 18 % der Deutschen laut einer Umfrage der Privaten Krankenversicherung einen gelegentlichen Alkoholkonsum Schwangerer für unbedenklich.

Vorbereitete Eltern, gesünderes Kind

Der Wechsel vom Paar zur Familie ist zweifellos eine anstrengende Herausforderung, geistig wie auch körperlich. Für Eltern gibt es deswegen Kurse, die nicht nur auf die Geburt des Kindes vorbereiten, sondern auch auf das Leben danach, auf die Veränderungen, die das Kind mit sich bringt.

Mark Feinberg, Professor an der Pennsylvania State University, hat vor 10 Jahren ein Programm entwickelt, in dessen Rahmen Kurse für werdende Eltern angeboten werden. In einer Studie konnte er nun feststellen, dass diese Kurse negative Geburtserlebnisse vermeiden helfen können. Die Vorbereitungskurse verbessern die „mentale Gesundheit“ der Mutter so sehr, nehmen ihr also Stress und Angst zumindest soweit, dass sie der Entbindung entspannter entgegensehen kann. Das kann zu kürzeren Krankenhausaufenthalten für Mutter und Kind führen sowie zu niedriges Geburtsgewicht vermeiden.

Schwangere Seepferdchen

Seepferdchen sind vor allem dafür bekannt, dass bei ihnen die Männchen den Nachwuchs „austragen“. Die Seepferdchenmütter legen Eier in die Bruttasche des Männchens, wo sie befruchtet werden. Die Väter machen aber viel mehr als die Eier nur herumzutragen, bis sich ihre Jungen daraus entwickeln. Zwar ist den Eiern mit dem Dotter die wichtigste Nahrungsquelle bereits eingebaut, die Väter sind aber trotzdem dafür zuständig, zusätzliche Nahrung heranzuschaffen und für Gasaustausch und Abfallbeseitigung zu sorgen.

Dr. Camilla Whittington von der University of Sydney und ihre Kollegen fanden heraus, dass die Seepferdchenväter in der Lage sind, ihren Kindern zusätzliche Nährstoffe bereitzustellen; vor allem das Calcium, dass für den Aufbau des Skeletts benötigt wird, bekommen die heranreifenden Seepferdchen von ihrem Vater. Whittington und ihre Kollegen vermuten, dass die Nährstoffe in der Bauchtasche abgesondert und von den Seepferdchenembryos absorbiert werden.

Whittington vermutet, dass sich das Konzept „Schwangerschaft“ bei allen Spezies viel ähnlicher entwickelt haben könnte als bisher angenommen.

Foto von Chris Murtagh