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  bin so traurig nach Negativ....
   telia
schrieb am 07.12.2004 18:03
Hallo,

heute ist mal wieder einer dieser Tage, die durch und durch grau und leer sind. Ihr kennt sie wahrscheinlich selbst, und es gibt ja andererseits auch soviel Hoffnung, grade, wenn es bei einer von uns geklappt hat und wieder Schwangerschaft Viren durchs Forum schwirren. Im Moment kämpfe ich aber grade ziemlich mit meiner Enttäuschung.

Ich bin grade 36 geworden und habe vor kurzem erfahren, dass auch der 6. ICSI Versuch negativ war. Mir wird zwischen den kurzen besseren Phasen immer wieder schrecklich klar - wie in einem Alptraum - , dass wir wahrscheinlich nie den Kreis des Lebens erleben werden. Nie die ersten Schritte sehen, nie die ersten Worte hören, nie das Aufwachsen eines Menschen erleben werden. Es geht mir eigentlich nicht um soetwas wie die Weitervererbung der eigenen Gene, das ist so abstrakt. Es tut mir viel mehr so weh, dass all die Erlebnisse, die aus einem kleinen Kind einen Menschen machen, all die kleinen alltäglichen Sorgen und Glücksmomente für immer fehlen werden.
Wie so viele habe ich einfach nie damit gerechnet, dass uns "soetwas" passieren würde. Ich habe weder mein Leben aufs Muttersein reduzieren wollen (wobei ich das absolut okay finde, wenn man das will) noch kann ich darauf verzichten.

Natürlich haben mich zum Geburtstag viele (sehr liebe) Freundinnen angerufen, und natürlich haben sie mir entweder glücklich (z.T. auch gestresst) von ihren Schwangerschaften oder Babys erzählt. Während der letzten Tage konnte ich das Unglücklichsein etwas beseite schieben, wir waren grade toll essen, aber dann war es (nach dem 3. Anruf) mit einem Paukenschlag wieder da.

Die sicher gut gemeinten Sprüche der FÄ habe ich auch noch im Kopf: " Solange man noch Blutungen hat, fällt es schwer, sich damit abzufinden. Aber das sind ja nur noch 4,5 Jahre, dann ist das auch vorbei. Dann geht es Ihnen wieder besser". Schrei! ich will mich aber nicht abfinden!! Das hat mir nicht nur das Gefühl der Endgültigkeit bestätigt, sondern auch noch mal mein Alter. Toll. Klingt schon fast nach Menopause, Rente, alles aus. "Finden Sie andere Lebensziele". Tja, muss man wohl auch, trotzdem: hilft es einem Todkranken, wenn man zu ihm sagt "sterben müssen wir ja doch alle, mach Dir bis dahin noch ein paar schöne Tage"?? ...bin wohl etwas ungerecht, aber das Leben ist es ja auch, motz!

Ich fühle mich (trotz wunderbarem Mann und lieber Familie) so einsam, da ich merke, dass meine Freundinnen, die ich z.T. schon seit jahrzehnten kenne, inzwischen alle in ihrer Kinder/Mutterwelt leben und ich dorthin nicht passe. Und wohl nie passen werde (auch wenn es mir immer noch schwer fällt, die Hoffnung ganz aufzugeben).

Jetzt habe ich genug gejammert, all der Schmerz wollte einfach raus. Es wäre schön, irgendeine Reaktion von Euch zu bekommen.

Traurige Grüße, Telia


  Re: bin so traurig nach Negativ....
   xochitl
schrieb am 07.12.2004 18:13
Telia,
lass dich knuddeln, ich weiss, wie dir zumunte ist. Ich bin auch gerade 37 geworden und hab ein negativ kassiert. Ich weiß, wie weh das tut (übe seit zweieinhalb Jahren), aber versuche, mich nicht unterkriegen zu lassen. Unmöglich finde ich den Spruch von deiner Frauenärztin, die würde ich sofort auf den Mond schießen. Außerdem sind hier so viele Frauen, die mit 40 oder sogar noch darüber schwanger geworden sind.
Wenn du dir absolut kein Leben ohne Kind vorstellen kannst, wollt ihr dann nicht mal über eine Adoption nachdenken? Neulich schrieb mir hier jemand im Forum über seinen "Plan B". Ich überlege mir das auch jetzt gerade, was ich wohl alternativ tun werde, und das hilft mir.
Xochitl


  danke fürs knuddeln.
   telia
schrieb am 07.12.2004 18:27
Hallo Xochitl,

Plan B klingt gut, klingt so als ob man die Hoffnung nicht aufgibt ;)!
Aber wir mussten das letzte Negativ erst mal verdauen. Bei den ersten Versuchen hab ich acuh immer versucht mir eine "Hintertür" offen zu halten. Eben auch, um mich nicht so unter Druck zu setzen ("wenn es nicht klappt, kann man ja noch dies und das versuchen...").

Dieses Mal hat mich die Aussage meiner FÄ aus dieser Illusion "aufgeweckt": max. 10 % Chancen beim nächsten Versuch, wir sollen lieber aufhören.

Deshalb bin ich jetzt hier im Forum. Weil es hier eben auch viele gibt, die die Hoffnung nicht aufgegeben haben und damit erfolgreich waren.

So, dass ich mir nicht mehr so unmöglich vorkomme, weil ich nicht bereit bin, dieses "geht nicht" zu akzeptieren. Ich weiß allerdings nicht, wie es konkret bei uns weitergehen soll. Noch ein Versuch, Akupunktur, Immunisierung...?! Bin auch im Moment zu tief unten.

Es ist toll, dass es dieses Forum gibt.

Telia

Dein Name ist ja nett, hat er eine Bedeutung??


  Re: bin so traurig nach Negativ....
   Antonia124
schrieb am 07.12.2004 19:09
Liebe Telia,
ich kann Dich sehr gut verstehen. Bin seit 4 Jahren in KIWU Behandlung (mit langen Pausen zwischen den Zyklen), insgesamt habe ich 6x ivf gemacht, alle negativ. Inzwischen bin ich 40 (übrigens zur beruhigung: noch weit von der Menopause entfernt, beginnt erst so ab Mitte 40).
Am Anfang konnte ich es auch nicht fassen, wahrscheinlich niemals ein Kind zu bekommen, ich bin nachts immer mit dem gleichen Alptraum aufgewacht, dass ich am Tod eines anderen Menschen schuld wäre.
Inzwischen bin ich ruhiger geworden, ich versuche mit dem Schicksal zu leben, was mir auch nicht immer gelingt. In den letzten Jahren habe ich viele Freunde verloren, weil sie Kinder haben und ich es nicht ertragen konnte, mich dauernd über dieses Thema austaschen zu müssen.
Aber Telia, Du hast noch ein paar Jahre Zeit, lass Dich doch nochmal durchchecken (Immu, Schilddrüse, etc.) und vielleicht gibt es einen ganz einfachen "Fehler", warum es nicht klappt. Ich wünsche Dir alles Gute
LG
Antonia


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  Re: bin so traurig nach Negativ....
   telia
schrieb am 07.12.2004 19:20
Vielen Dank für die lieben Worte!

Ich kann die Hoffnung auch noch nicht aufgeben. Diese Nächte sind schlimm, obwohl meine Apträume anders aussehen.

Eigentlich will ich meine Freunde nicht aufgeben, aber ich fürchte auch, dass es immer schwerer wird. Selbstverständlich kreisen die Themen immer um Kinder - und selbst wenn es mir gut geht, habe ich darauf nicht immer Lust :)

Versuchst Du es weiter?

liebe Grüße, telia


  Re: bin so traurig nach Negativ....
   tiniS.
schrieb am 07.12.2004 20:15
Liebe Telia,
bitte gib die Hoffnung nicht auf, laß Dich von der FÄ nicht aus der Fassung bringen.
Woran liegt es bei Euch? Kann man vielleicht noch irgendwas abklären, warum es nicht klappt?
Man kann hier so viel lesen von Frauen, bei denen es wirklich sehr viele Versuche gebraucht hat um ss zu werden, und das gibt doch Mut, es weiter zu versuchen, oder?
Ich habe auch immer einen "Plan B" gebraucht, wir haben uns bislang noch nicht auf eine mögliche Adoption einigen können. Für mich ist es aber in und zwischen den Behandlungen wichtig zu wissen, welche Alternativen offenstehen.
Vor kurzem war bei uns noch die Frage offen, ob ein Gendefekt vorhanden ist, und während wir noch auf das Ergebnis warteten, haben wir schon die möglichen Konsequenzen überlegt, zB. HI oder eine Spende im Ausland. Wären das auch Überlegungen für Euch?
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und alles Gute!
Liebe Grüße
Tini


  Re: bin so traurig nach Negativ....
   Suse30
schrieb am 07.12.2004 21:47
Liebe Telia,

ich kann Dich so gut verstehen. Auch mir geht es genau so wie Dir. Gerade bzgl. der Freundschaften habe ich genau die gleiche Meinung wie Du. Es ist so schade. Nach und nach entgleiten alle Freundinnen in die "kinderwelt". Ich meine das nicht negativ. Mir würde es genauso gehen, wenn ich eines bekäme. Aber auf ein Mal hat man keine gemeinsamen Interessen mehr. Man hat sich nicht mehr viel zu sagen. klar, echte Freunde bleiben immer. Aber nach der Geburt eines Kindes wird die Freundschaft, so scheint es mir, erst mal für ein paar Jahre auf Eis gelegt! viele versuchen mich mit einzubinden. Aber ich passe dann einfach nicht dahin. Und dieses nicht dorthin passen macht mich dann immer so traurig. Ich hatte mir das alles anders gedacht.

Vielleicht ist das mit der alternativen Aufgabe nicht die schlechteste Idee. Aber irgendwie kann man sich wirklich nicht so recht ganz und gar von dem Traum lösen, oder?

Ich wünsche Dir alles alles Gute. Und viel Kraft für die doofe Zeit. Mein negativ ist nun fast 4 Wochen her. Und langsam wird es wieder. Ist vielleicht kein besonderer Trost für Dich. Aber ich wünsche dir, dass bald wieder eine bessere Zeit kommt, in der du nicht mehr so traurig bist.

Lieben Gruß
Suse


  Re: bin so traurig nach Negativ....
   nirako
schrieb am 07.12.2004 21:55
Liebe Telia,

Das kann ich nur zu gut nachempfinden :-(. Leider bin ich noch ein paar Jährchen älter, und wohl in den "Vorwechseljahren", so dass meine Chancen auch denkbar schlecht sind. Das Dumme an den Wechseljahren ist, man merkt es erst, wenn es soweit ist, der Zeitzünder läuft lautlos. Frauen ohne Kinder neigen wohl , das kommt erschwerend hinzu, dazu, noch früher in die Wechseljahre zu kommen. Und dennoch, ich bin im Moment noch nicht bereit, aufzugeben...so schwer das Ganze auch ist.
Für mich sind die Stimuabbrüche schwerer zu verkraften als ein Negativ mittlerweile, jetzt schon zum dritten Mal *heul*

*streichel* *troest*




  Ihr seid so lieb!
   telia
schrieb am 08.12.2004 09:57
Vielen Dank für Eure Antworten!

Seit drei Tagen bin ich wieder mal absoluter Forums-Junkie...sitze stundenlang am PC, lese viel und bin mal wieder richtig froh, dass es dieses Forum gibt. Außer den vielen praktischen Tipss, die einem einfach auch die Angst nimmt vor den anfangs ziemlich beunruhigenden Eingriffen (und ANgriffen) auf den eigenen Körper, finde ich die Wärme so toll, die hier hin und her geschickt wird.

:-) :-) :-)
@tini, wir überlegen tatsächlich jetzt auch Alternativen. Eine kleine Pause will ich meinem Körper aber gönnen. Innerhalb von knapp 2 Jahren habe ich 6 ICSIs und 1 Kryo durchgemacht. Das Gleichgewicht für meinen Körper (Kilos rauf und runter, Sport gut, dann wieder Pause, Urlaub für die Behandlung genutzt...) muss ich grade erst mal wieder finden. Von der Seele mal ganz abgesehen.

@suse, anfangs hab ich oft überlegt, ob es "Neid" ist, wenn ich bei einigen Müttern im Freundeskreis ungern war. Aber jetzt glaube ich so wie Du, dass es einfach weniger Themen gibt. Ich will nicht auf den KIWU reduziert werden, aber ich mag mir auch nicht das Gejammer über jeden Pups von den Kleinen anhören. Wenn ich über die schönen Dinge rede (für die man mit Kindern keine Zeit hat ), bleibt das Gespräch auch oft hängen...Klingt vielleicht hart, aber nach ner Stunde hab ich dann meistens genug.

@nirako,nicht aufgeben und trotzdem GUT weiterleben, das ist die Kunst. Das wünsch ich uns - und natürlich endlich plärrenden Erfolg.

Die guten Wünsche schicke Euch natürlich doppelt zurück :)

Telia


  Re: bin so traurig nach Negativ....
   xochitl
schrieb am 08.12.2004 13:16
Telia,
schön, dass wir uns gegenseitig immer aufbauen können. Dein letztes Posting hört sich doch schon viel heller an. Mir hilft das Forum auch immer. Mein "Name" bedeutet auf aztekisch (altmexikanisch) übrigens Blume.
Xochitl




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