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  Wen es interessiert: So ist die Fahrerflucht-Falschanschuldigungs-Geschichte meiner Mutter ausgegangen
avatar    Wildfang
schrieb am 09.02.2011 11:23
Ich hatte hier berichtet, dass meine Mutter wegen einer angeblichen Fahrerflucht beschuldigt wurde (die sie nicht begangen hat):

[www.wunschkinder.net]

Am Montag war der Hauptverhandlungs-Termin, bei dem meine Mutter aussagen musste und 4 Zeugen geladen waren: die Geschädigte, der Polizist der die Anzeige aufgenommen hat und zwei Augenzeugen, von denen nur einer erschien.

Ich war als Zuschauerin dabei und fand das Ganze ziemlich spannend (obwohl ich nicht Salesch gucke LOL). Meine Mutter hat ihre Seite geschildert, danach war die Geschädigte an der Reihe. Sie hat den Tathergang allerdings nicht selbst beobachtet, sondern ihr Auto erst 2 Tage später mit dem Schaden vorgefunden. Sie hätte an ihrem Auto einen Zettel gefunden: "Zeugen gibt's im Tango&Cash".

Das ist eine Eckkneipe (total üble Spelunke), aus der der Augenzeuge meine Mutter beobachtet haben will. Er wurde dann reingerufen und ihr hättet ihn sehen müssen - wirklich der allerallerletzte Penner, komplett dreckige Klamotten, Hose hing in den Kniekehlen, ungewaschene fettige lange Haare. Tut natürlich nix zur Sache. Aber er wiederholte dann seine Aussage, in der er allerdings meine Mutter als dick und dunkelhaarig beschrieb (sie ist schlank und blond).

Der Anwalt meiner Mutter hatte vor der Tür mitbekommen, dass der Zeuge sich mit der Geschädigten geduzt und ganz vertraulich unterhalten hat, und hielt ihm das auch vor. Der Typ wurde dann auch ziemlich nervös und irgendwie war in dem Moment total klar, wem der Richter glaubt.

Eine weitere Augenzeugin (die Wirtin der Kneipe) wurde immer wieder aufgerufen, erschien aber einfach nicht.

Tja und jetzt kommt's: Der Richter sagte, einen Freispruch könne es leider nicht geben, weil die Beweise für eine Unschuld meiner Mutter nicht ausreichen. Sie hatte leider keine Zeugen, aber sie hat ihr Auto einer Polizeidienststelle vorgeführt und der Polizist dort hat ihr schriftlich bescheinigt, dass ihr Auto nicht an dem Unfall beteiligt gewesen sein kann (keine Kratzer, keine Instandsetzung, Höhe der Stoßstange passt nicht zum Schaden etc.) Das genügte dem Richter jedoch nicht, weil so etwas nicht vom Augenschein beweiskräftig beurteilt werden kann, sondern nur durch einen richtigen Gutachter.

Meine Mutter wurde dann vor die Wahl gestellt: Entweder die allerallerniedrigste Strafe (250€ an eine gemeinnützige Vereinigung) und Schließung der Akte ohne weitere Folgen für sie. Oder weitermachen - aber dann hätte sie den Anwalt weiter bezahlen müssen, einen Gutachter beauftragen und bezahlen müssen und nochmals vor Gericht erscheinen müssen. Das wollte sie nicht und hat das Angebot dann zähneknirschend akzeptiert traurig Die 250€ sind ja nicht so schlimm, aber sie bleibt auf 1600€ Anwaltskosten sitzen, die sie schon bezahlt hat und die sie ohne Freispruch von ihrer Rechtsschutzversicherung nicht zurückbekommt.

Sie ist jetzt einfach froh, dass sie den Mist von der Backe hat, und wenigstens ist die Gegenseite leer ausgegangen. Trotzdem bleibt das Gefühl, dass dieses "Im Zweifel für den Angeklagten" nicht wirklich viel Bedeutung hat, und dass Recht haben und Recht bekommen einfach zwei verschiedene Dinge sind...


  Re: Wen es interessiert: So ist die Fahrerflucht-Falschanschuldigungs-Geschichte meiner Mutter ausgegangen
no avatar
   Charlotta-Marlene
Status:
schrieb am 09.02.2011 11:47
1.600 € Anwaltskosten Ohnmacht mal ganz ehrlich, ne normale Strafverteidigung kostet die Hälfte schweigen jedenfalls bei mir Da hat der Kollege aber ordentlich oben angesetzt im Gebührenrahmen.

Der Ausgang ist mehr als ärgerlich. Und der Grund, warum der Richter auf die Einstellung gedrängt hat, waren natürlich die Kosten. Die Anwaltskosten hätte nämlich der Staat zahlen müssen bei Freispruch.

Naja, jetzt leider nicht mehr zu ändern, aber deine Mutter wirds bis an ihr Lebensende ärgern streichel


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.02.11 11:48 von Charlotta-Marlene.


  Re: Wen es interessiert: So ist die Fahrerflucht-Falschanschuldigungs-Geschichte meiner Mutter ausgegangen
no avatar
   Tina1967
schrieb am 09.02.2011 11:54
Das gibt es ja wohl nicht!!!
Da frage ich mich, wieso die Leute dann noch zu uns kommen müssen und wir die Schäden in Augenschein nehmen sollen, wenn das gleich ein Gutachter machen müsste. Und nur, um dem Staat die Kosten zu ersparen jemanden zu verurteilen, der es nicht gewesen ist, d.h. unschuldig ist???? Ich habe gerade eine Glaubenskrise.....ich glaube, Recht haben ist nicht immer Recht bekommen.
Wie sollen da die Leute Vertrauen in Recht und Gesetz bekommen (Gerichte und Polizei).
Ich kann nur mit dem Kopf schütteln....Exitus


  Re: Wen es interessiert: So ist die Fahrerflucht-Falschanschuldigungs-Geschichte meiner Mutter ausgegangen
avatar    felicidad
Status:
schrieb am 09.02.2011 11:57
Herrje, also nach deiner Schilderung frage ich mich, wieviele "Beweise" der Richter denn noch gebraucht hätte, um die Unschuld zu beweisen.
Die Polizei bestätigte, dass das Auto, mangels Unfallspuren und nicht passender Stossstangenhöhe, nicht in den Vorfall verwickelt sein konnte. Warum wurde denn dann kein Gutachter von der Versicherung oder von euch auf Anraten des Anwaltes zur Absicherung eingeschaltet?
Und dann macht der angebliche Zeuge eine Zeugenaussage, die mehr als zweifelhaft ist. Mal ganz davon abgesehen, dass er sehr vertraut mit der Geschädigten war. Also ich weiss ja nicht, da soll ein fragwürdiger Zeuge, glaubwürdiger sein als Fakten an einem unfallfreien Auto?
Hätte denn dem Richter ein Gutachten zu euren Gunsten als Beweis gereicht?? Oder was hättet ihr da noch auffahren müssen?
Ich kann zwar verstehen, dass deine Mutter endlich Ruhe haben will, aber ich glaube diese Ungerechtigkeit und dann noch diese enormen Kosten, hätten mich wohl dazu bewogen, bei Aussicht auf Erfolg noch weiterzumachen.


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  Re: Wen es interessiert: So ist die Fahrerflucht-Falschanschuldigungs-Geschichte meiner Mutter ausgegangen
avatar    saba71
schrieb am 09.02.2011 12:06
Unfassbar Ich bin sehr sauer
Aber irgendwie wundert mich bald gar nix mehr schweigen


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.02.11 12:07 von saba71.


  Re: Wen es interessiert: So ist die Fahrerflucht-Falschanschuldigungs-Geschichte meiner Mutter ausgegangen
avatar    Wildfang
schrieb am 09.02.2011 12:06
Ach menno, eure Beiträge bringen mich jetzt auch wieder in Rage traurig Ich hab mich auch total geärgert, aber das Problem war auch noch, dass meine Mutter nur ein kleines Zeitfenster für ihre Entscheidung bekommen hat. Sie durfte sich nur kurz draußen mit dem Anwalt beraten, und der war sehr dafür, das Angebot anzunehmen.

Hätte sie eine Nacht drüber schlafen können, hätte sie vielleicht nochmal Erkundigungen einziehen können, wie ihre Chancen beim Weitermachen gewesen wären. Aber der Anwalt meinte, es käme bei sowas in den seltensten Fällen wirklich zügig zu einem Freispruch und beim Weitermachen hätte sie einfach immer noch ein Risiko, dass es gegen sie ausgeht und sie noch mehr Kosten hat (wieso eigentlich Ich hab ne Frage)

Ich hatte auch den Eindruck, der Richter wollte schnell die Akte schließen und dem Staat Kosten sparen etc.

Die Staatsanwältin hat meine Mutter auch noch bedrängt, indem sie mit ganz strengem Blick sagte, meine Mutter könne sehr froh sein über dieses sehr milde Angebot. Das bestätigte auch der Anwalt, er sagte drunter hätte der Richter schon gar nicht mehr gehen können.

Es macht einen trotzdem wütend, mein Mann ist auch gleich ausgeflippt, als ich ihm alles zuhause erzählt habe. Er meinte, er hätte es weiter durchgezogen... Aber es ist echt blöd, wenn man so unter Zeitdruck gesetzt wird und ja einfach auch froh ist, aus der Nummer raus zu sein. Das Problem ist, dass meine Mutter in Berlin wohnt und das Gericht in Itzehoe ist. Schon der Termin am Montag hat sie mitten im Umzug erwischt und sie hat einfach keine Lust, nochmal extra anzureisen.

Die Anwaltskosten waren übrigens auch deswegen so hoch, weil der Anwalt auch extra aus Berlin anreisen musste. Trotzdem kam es mir sehr extrem vor und ich hatte nicht den Eindruck, dass der sich sehr eingesetzt hat (obwohl er diesen Augenzeugen in die Mangel genommen hat, ziemlich polemisch sogar: "Waren Sie vielleicht schon so besoffen, dass sie sich verguckt haben" LOL)


  Re: Wen es interessiert: So ist die Fahrerflucht-Falschanschuldigungs-Geschichte meiner Mutter ausgegangen
avatar    saba71
schrieb am 09.02.2011 12:10
Wildfang, Recht haben und Recht bekommen sind eben doch zwei Paar Schuhe.
Ist mir gerade auch so gegangen. Mich ärgert das auch maßlos, weil ich auch falsch beschuldigt wurde, leider -außer J.- keinen Zeugen hatte, und nun kein Geld für mein eingesautes Auto bekomme (Straßenmarkierung).


  Re: Wen es interessiert: So ist die Fahrerflucht-Falschanschuldigungs-Geschichte meiner Mutter ausgegangen
avatar    newzealand
Status:
schrieb am 09.02.2011 13:49
Soviel zu : Im Zweifel für den Angeklagten.
Und da werden zwei menschen genau aus solchem grund freigesprochen, obwohl sie ein
Kind getötet haben. Da soll man noch den deutschen Rechtsstaat verstehen...
Tut mir leid für deine Mutter.
Lg newzi


  Re: Wen es interessiert: So ist die Fahrerflucht-Falschanschuldigungs-Geschichte meiner Mutter ausgegangen
avatar    RocknRoll
schrieb am 09.02.2011 14:19
Solche Urteile machen mir ja totale Hoffnung für Freitagsehr treurig


  Re: Wen es interessiert: So ist die Fahrerflucht-Falschanschuldigungs-Geschichte meiner Mutter ausgegangen
avatar    Wildfang
schrieb am 09.02.2011 14:23
Zitat
RocknRoll
Solche Urteile machen mir ja totale Hoffnung für Freitagsehr treurig

Hey Maus, nein das ist doch was total anderes, hier ging es doch um einen Strafprozess. Bei euch liegen die Dinge doch ganz anders und du hast wirklich alle Gesetze und das Recht komplett auf deiner Seite, da gibts gar keine Diskussion! Mach dich nicht verrückt, sorry das wollte ich jetzt nicht, dass du dir noch mehr Sorgen machst! Bei dir wird alles gut, wirst sehen! knuddel


  Re: Wen es interessiert: So ist die Fahrerflucht-Falschanschuldigungs-Geschichte meiner Mutter ausgegangen
avatar    RocknRoll
schrieb am 09.02.2011 14:26
Weiß ich doch Maus..Aber du kennst mich ja..Ich und mein Kopf sind sich nicht immer einig


  Re: Wen es interessiert: So ist die Fahrerflucht-Falschanschuldigungs-Geschichte meiner Mutter ausgegangen
no avatar
   - Ilka -
schrieb am 09.02.2011 17:13
Das gibts ja wohl nichtIch bin sehr sauer. Wenn der Unfallhergang nicht eindeutig nachzuweisen ist, dann wird normalerweise der Unfall an genau der Stelle, wo er passiert ist, nachgestellt. Dann könnte man ja feststellen, ob der Anstoßbereich zusammen passt. Vorausgesetzt, man WILL die Sache klären. Wir hatten das hier auch mal so ähnlich ( provozierter Auffahrunfall mit angeblich hohem Schaden am vorderen Fahrzeug, am hinteren nicht ein einziger Kratzer.) Der Unfall wurde nachgestellt, außerdem wurde per Gutachten festgestellt, dass der "Geschädigte" schon mehrerer Vorschäden an der gleichen Stelle des Autos hatte. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Kann deine Mutter nicht widersprechen ? So eine Entscheidung kann man doch nicht in ein paar Minuten treffen. Sie wurde doch total unter Druck gesetzt, ich reg mich hier auch gerade voll auf, dass man als ehrlicher, unschuldiger Bürger in dem Lande wohl meistens der Ar... ist.Ich bin sehr sauer Man hat wohl hier einen sogenannten "Vergleich" geschlossen, und das ist Anwalts Lieblinggrmpf


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.02.11 17:16 von - Ilka -.


  Re: Wen es interessiert: So ist die Fahrerflucht-Falschanschuldigungs-Geschichte meiner Mutter ausgegangen
avatar    nummer_7
schrieb am 09.02.2011 19:10
Ich hätte nicht zugestimmt, sondern bis zum bitteren Ende weiter gemacht.... Dem Anwalt ist es sch***egal, wer ihn bezahlt, und/oder wollte einfach nur Feierabend haben.

Eine Strafe wurde verhängt?? Ist schon blöd, oder?? Ich glaube, wäre ich deine Mutter, würde ich wenigstens nun meinen Spaß im Wert von 1850,- Tacken haben wollen... und würde der Kuh das Auto nun tatsächlich richtig schrotten. Dafür hat deine Mutter schließlich bezahlt! zwinker


  Re: Wen es interessiert: So ist die Fahrerflucht-Falschanschuldigungs-Geschichte meiner Mutter ausgegangen
no avatar
   Liljana
schrieb am 09.02.2011 20:06
Vor Gericht und auf hoher See.......

Aber das ist nicht in Ordnung! Ob das Gutachten den Richter wirklich überzeugt hätte? Wenn ihm das von der Polizei in Berlin und der "tolle" Zeuge schon nicht ausgereicht haben.

Liljana


  Re: Wen es interessiert: So ist die Fahrerflucht-Falschanschuldigungs-Geschichte meiner Mutter ausgegangen
no avatar
   dora011
schrieb am 14.02.2011 22:53
Ohnmacht
Sie hat eine Rechtsschutzversicherung und RECHT. Da gäbe es nur eine Wahl für mich.
Bin ja (leider) auch schon Verkehrsrechtsschutz erfahren und da hat der Anwalt vor jeweiliger Instanz immer bei der RV angefragt, wir mussten nix vorschießen oder so.
Und selbst wenn, 1850 Euro für lau?! Da macht so´n Gutachten den Braten auch nicht mehr fett - zumal am Ende dann ja alles erstattet werden muss.

Aber überhaupt...wie dreißt manche Menschen sind, unglaublich!

LG




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