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  Kiwu-Coaching - Hat es euch geholfen?
no avatar
   mi..ma..
Status:
schrieb am 06.06.2021 18:53
Wer von euch hat sich Hilfe/ Unterstützung bei einer sog. „Kinderwunsch-Coachin“ gesucht, um besser mit der Kinderlosigkeit klarzukommen oder im ersten Schritt mit den Behandlungen abzuschließen (der Wunsch selbst wird ja immer bleiben)?
Es gibt ja verschiedene Angebote von Frauen, die selbst kinderlos geblieben sind (weiß nicht, ob ich sie hier namentlich nennen oder verlinken darf). Hat jemand so ein Angebot genutzt und war es hilfreich? Über welchen Zeitraum habt ihr dieses Angebot genutzt?
Ich wäre dankbar für Erfahrungen.
mima


  Re: Kiwu-Coaching - Hat es euch geholfen?
no avatar
   JennyK.
schrieb am 11.06.2021 16:31
Hallo mima,
ich (fast 37) bin auch gerade an so einem Punkt wo ich überlege aufzuhören. Seit fast 5 Jahren versuche ich schwanger zu werden, 3 ICSIs und 2 Kryos brachten lediglich eine biochemische Schwangerschaft zustande. Gründe für die Kinderlosigkeit gibt's nicht wirklich, wir haben mittlerweile auch fast alle Untersuchungen durch die es gibt.
Langsam kann ich nicht mehr, und ich will auch nicht mehr. Wir haben noch 3 Embryos auf Eis, also ne Kryo steht noch an. Aber danach? Ich weiß es nicht, ich will dass das alles aufhört und ich einfach wieder leben kann ohne permanent an den Kiwu zu denken. Ich hab Termine für eine Partnerimmunisierung, überlege aber sie abzusagen. Es tut mir sehr weh über das aufgeben nachzudenken, aber die Hoffnung auf ein happy End schwindet täglich.
Gerne suche ich dafür auch Unterstützung, ich komme aber aus einer Kleinstadt und spezialisierte Couches gibt es hier nicht. Ein Austausch im Forum fände ich daher auch gut.
Liebe Grüße


  Re: Kiwu-Coaching - Hat es euch geholfen?
no avatar
   mi..ma..
Status:
schrieb am 12.06.2021 17:50
Hallo Jenny,

es tut mir leid, dass auch ihr einen langen Leidensweg hinter euch habt. Keine Ursache zu kennen macht es vielleicht noch mal schwieriger, ich weiß es nicht. Wenn die theoretische Möglichkeit auf eine natürliche gezeugte Schwangerschaft besteht, stelle ich mir das Abschiednehmen noch mal schwieriger vor. Man könnte ja doch Monat für Monat hoffen und nicht richtig abschalten. Bei uns ist es völlig ausgeschlossen durch eine Azoospermie. Das hat es zeitweilig erleichtert, aber es gab auch viele Monate, in denen ich es verflucht habe.

Ich bin fast 40 und wir stehen nach über 7 Behandlungsjahren bei über 10 ICSI, nicht alle führten zum Transfer. Eine Kryo hatten wir leider nie. Eine Schwangerschaft durften wir erleben. Doch leider verstarb unsere Tochter kurz vor dem Termin durch ärztliches Versagen. Warum es danach nicht wieder klappte, ich weiß es nicht.

Wäre bei euch ein Klinikwechsel eine Idee? Für neue Ideen, einen neuen Blick? Ich verstehe aber, wenn du dich aus dem Kiwu-Mühlrad befreien willst. Aktiv aufzugeben (statt wie bei uns, die vorhandenen Proben quasi auslaufen zu lassen) ist ein mutiger und starker Schritt!; aber auch eine Entscheidung fürs Leben und deshalb so unfassbar schwer.

Ich wohne auch in einer Kleinstadt. Habe zwar eine Therapeutin (bzw. hatte ich sie, und direkt nach der stillen Geburt unserer Tochter waren mir die Gespräche auch eine Hilfe), aber was Kinderlosigkeit angeht, ist sie absolut die falsche.
Was die Coaches betrifft, müsste das wohl online laufen, da auch hier niemand in der Nähe ist. Allerdings habe ich mich auch noch nicht um eine andere Therapeutin bemüht, die sich ggf. besser im Thema „auskennt“, im besten Fall ähnliche Erfahrungen gemacht hat – ich glaube, ich bräuchte eben eine ebenfalls kinderlose Therapeutin oder eine mit sehr viel mehr Empathie auf diesem Gebiet.

Mir sind als Coachinnen bisher bekannt: Bianca Krause vom kinderwunschpfad; Franziska Ferber (kindersehnsucht); Katharina Appia; Annette Förg; vermutlich gibt es noch mehr ...
So ein „professioneller“ Blick (bei eigener Betroffenheit) wäre vermutlich hilfreich... von Frauen, die heute sagen, dass sie trotzdem glücklich und erfüllt leben – auch wenn ich mir das im Moment auch schon ansatzweise vorstellen kann bzw. mich manchmal frage, ob ich noch die Kraft für ein Kind hätte.

LG, Mima


  Re: Kiwu-Coaching - Hat es euch geholfen?
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   Chorus
Status:
schrieb am 10.08.2021 11:09
Hallo Mima,

mich hat dein Posting angesprochen, obwohl ich keine wirkliche Antwort habe. War jahrelang hier im Forum Stammgast und du kannst diverse Postings hier lesen. Durch Zufall (freier Vormittag, schlechtes Wetter...) bin ich wieder mal hier gelandet.

Hab selber mal ein Online- Coaching noch während meiner aktiven Kinderwunschzeit gemacht, dass mir aber irgendwie nichts gebracht hat.

Es hat mich mehrmals in den Fingern gejuckt, ein Coaching zum Abschied in Anspruch zu nehmen, aber da hätte ich lieber persönlichen Kontakt gehabt. Leider waren nicht gerade viel Kinderwunschtherapeutinnen in meiner Region, eine kannte ich zufällig als Kind und hat mich deshalb eher nicht angesprochen (sie ist die Nichte eines angeheirateten Onkels und war immer eher unnahbar für mich als Kind, schwer zu beschreiben, sie war so alt wie ich und gar nicht wirklich Kind, keine Ahnung, war später dann magersüchtig, hat dann angefangen Psychologie zu studieren, eine komplizierte Geschichte).

Ein anderer Therapeut wäre ein Mann gewesen, und das wäre mir auch etwas seltsam vorgekommen, mit einem Mann darüber zu sprechen, vielleicht fehlt mir da die Vorstellungskraft, dss sie verstehen können, wie es ist, wenn man z.B. wieder mal die Regel bekommt und so sehr gehofft hat, selbst mein Mann war da manchmal überfordert, und er ist - für einen Mann - sehr einfühlsam. Schlussendlich wäre dann noch eine Therapeutin gewesen, die weiter weg gewohnt hätte, aber die hat auch unfreiwillig Schwangere betreut, und selber sagte dass es halt sein kann, dass eine Schwangere im Wartesaal sitzt. Damit hätte ich damals schwer umgehen können.

Letztlich habe ich es dann irgendwie mit mir selber ausgemacht, aber hätte es eine einfache Therapeutin in der Nähe gegeben, die mich angesprochen hätte, hätte ich es schon gemacht, denn es ist mir damals alles andere als gut gegangen. Dabei war ich vorher nicht mal der Typ Frau, der sich nur und ständig dafür interessiert hat, möglichst schnell Kinder zu bekommen.

Was mir am allermeisten beim Abschied geholfen hat waren letztendlich meine zwei Katzen, die wir quasi als Babys adoptiert haben. Auch diverse Hobbys (hab Gitarrenstunden genommen) und andere Aktivitäten (Fitnesscenter, Zumba, bin viel Spazieren gegangen usw.)

Dazu kommt, dass der Kinderwunsch tatsächlich etwas weniger stark wird, je älter man wird, anscheinend hormonell bedingt (bin mittlerweile 46). Ich hätte nie geglaubt, dass ich tatsächlich mal eines Tages nur noch selten an den Kinderwunsch denke (so 3,4x pro Monat ist es aber immer noch so, aber nicht mehr so emotional wie früher, muss nie mehr heulen deswegen oder ähnliches). Ja, es ist tatsächlich hin und wieder so, dass ich in dem Ganzen etwas Gutes sehen kann, man hat natürlich auch Vorteile, dafür war ich in der aktiven Kinderwunschzeit irgendwie blind....Heute darf ich übrigens am Nachmittag Babysitten, vermutlich bin ich daher wieder mal hier gelandet....


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.08.21 11:09 von Chorus.


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  Re: Kiwu-Coaching - Hat es euch geholfen?
avatar    Juna30
Status:
schrieb am 16.08.2021 19:18
Ihr Lieben,
sich Unterstützung zu holen ist immer eine gute Idee, wenn das Gefühl einem sagt, dass das hilfreich wäre.
In meiner Weiterbildung zur systemischen Beraterin ist mir eines sehr deutlich geworden: "Peercounseling" in allen Formen kann sehr hilfreich sein. Oft fühlt man sich tatsächlich besonders von Menschen verstanden, die gleiches oder ähnliches erlebt haben. Aber auch eine professionelle Distanz zum Thema und berufliche Kompetenz können eine sehr gute Kombination sein. In vielen Bereichen wäre es geradezu absurd, sich von jemandem mit gleichem Problem Hilfe zu erhoffen.
Auch eine eigene Erfahrung kann ich beisteuern. Vor Jahren war ich bei einer Trauerbegleiterin/ Heilpraktikerin für Psychotherapie. Trotz guter Ausbildung war sie als selbst Betroffene für mich keine gute Wahl.
Solltet ihr also keine Kinderwunschcoachin in direkter Nähe haben, könntet ihr auch nach einer anderen, einfühlsamen Person in der Umgebung suchen, wenn ein persönlicher Kontakt euch wichtig ist.

Alles Liebe
Juna


  Re: Kiwu-Coaching - Hat es euch geholfen?
avatar    Juna30
Status:
schrieb am 17.08.2021 10:25
[youtu.be]

Es gibt mittlerweile viele Dokus über ungewollte Kinderlosigkeit = Reproduktionsmedizin aller Art. Aber ungewollt Kinderlosigkeit = Alternative Konzepte gibts doch noch recht wenige. Diese lief mir gestern Abend über den Weg. 3 Paare berichten, davon eins tatsächlich ungewollt kinderlos.


  Re: Kiwu-Coaching - Hat es euch geholfen?
no avatar
   mi..ma..
Status:
schrieb am 26.08.2021 17:09
Hallo Chorus,
vielen Dank für deine Antwort. Ich weiß gar nicht, ob mir persönlicher Kontakt wichtiger wäre. Wenn es die richtige Person ist, ginge es womöglich auch online ganz gut?!
Ich hatte in den letzten Jahren (nach der stillen Geburt unserer Tochter) eine Psychologin, aber sie ist absolut die falsche für das, was mich jetzt beschäftigt.
Schön, dass du dich gut auf andere Dinge, auf andere Wege konzentrieren konntest. Noch vergleiche ich einiges, was ich mit unserem Hund erlebe oder was ich bei den Nachbarn mit Kleinkind mitbekomme, mit dem, was wir mit unserer Tochter verpasst haben. Aber ich habe auch schon viele schmerzfreie Momente, wenn es um das Thema Kinder geht. Babysitten könnte ich aber nicht – mein Respekt – vielleicht schaffe ich auch das irgendwann mit nur wenig Wehmut (im Moment noch schwer vorstellbar).
VG, Mima


  Re: Kiwu-Coaching - Hat es euch geholfen?
no avatar
   mi..ma..
Status:
schrieb am 26.08.2021 17:11


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