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  Ein versöhnlicher Abschied vom Geschwisterwunsch
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  blackmoon
Status:
schrieb am 03.01.2019 16:26
Hallo,

mir ist bewußt, dass ich mit der Geburt meines gesunden Sohnes das Ziel vieler erreicht habe. Auch ich empfinde es absolut so. Ich muss nun aber für mich einmal niederschreiben, wie es mir mit meinem Leben und meinen Entscheidungen jetzt geht, denn darüber reden ist unverändert schwierig. Meine Situation zu verstehen, ist für meine Freunde, Familie und selbst für meinen Mann sehr schwierig.
Schon als Jugendliche stand für mich fest: ich heirate, wir kaufen oder bauen ein Haus und bekommen 2, lieber noch 3 Kinder. Diese Vorstellung hielt sich solange ich denken kann. Es kam auch wirklich so, bis zum absoluten Wendepunkt. Wir heirateten, wir kauften ein Haus und ich hielt direkt im 1. ÜZ einen positiven SST in der Hand. Leider entwickelte sich dies ganz anders als gedacht und endete in einer OP - es war eine Eileiterschwangerschaft. Sie wurde erst sehr spät erkannt, aber mein Eileiter konnte erhalten werden. Natürlich war das sehr niederschmetternd, aber ich blickte noch zuversichtlich in die Zukunft, hatte es doch eigentlich sofort geklappt. Um das Ganze abzukürzen: Es klappte nie wieder. Immer wieder war ich voller Hoffnung, doch bekam ich jedes Mal wieder die Faust ins Gesicht. Nach 3 Jahren und unendlich vielen negativen Versuchen trotz Unterstützung, zerbrach daran unsere Ehe. Auf einmal war alles für mich verloren. Ich zog aus dem gemeinsamen Haus aus, Scheidung war unausweichlich und ich war dann auch schon 30 Jahre alt.
Ich hatte dann zum Glück recht schnell eine neue Beziehung, doch auch diese scheiterte wieder nach Jahren, weil es mit dem Schwangerwerden nicht klappte. Und dann kam ER: mein jetziger Mann... wohnte zu diesem Zeitpunkt 600 km entfernt von mir, wollte niemals heiraten und schon gar keine Kinder. Innerhalb von nur 2 Jahren änderte sich alles. Ich zog zu ihm, wir redeten viel und ihm war klar, dass es für mich unmöglich war, meinen unglaublich großen Kinderwunsch aufzugeben. Er war der erste Mann in meinem Leben, der bereit war für MEINEN Kinderwunsch zu kämpfen. Mit inzwischen fast 37,5 Jahren hatte ich dann endlich eine Bauchspiegelung, bei der nur festgestellt werden konnte, dass mein rechter Eileiter durch Vernarbung verschlossen ist. Nichts weiter konnte gefunden werden. Mit fast 39 wurde ich dann in der 2. IVF nach dem insgesamt 4. TF tatsächlich schwanger. Alles entwickelte sich super, die schrecklichen Negativs über die Jahre waren fast vergessen. Ich hatte eine wunderschöne Schwangerschaft. Mein Baby entwickelte sich immer perfekt und ich konnte es wirklich genießen. Zwei Tage vor ET bekam ich leichte Blutungen, war aber laut KH alles bestens. Da ich bei 39+6, also am Tag darauf, sowieso aufgrund eines sehr fragwürdigen Schwangerschaftsdiabetes´ eingeleitet werden sollte, blieb ich im KH und bekam dann am nächsten Tag eine Gaze eingelegt. Den ganzen Tag über passierte nicht viel, Wehen hatte ich niemals wirklich. Am Abend blutete ich plötzlich richtig stark und als ich im Kreißsaal kurz auf Toilette war, begann es aus mir rauszulaufen. Ich bekam eine Notsectio, zum Glück in spinaler, da ich in diesem KH in der Anästhesie arbeite und meine befreundete Ärztin mir in rekordverdächtigen 1,5 Minuten eine Spinale setzte. Diese wirkte leider noch nicht, als sie schnitten, aber wie ich im Nachhinein erfahren habe, lief als sie mich wieder hinlegten, das Blut im Riesen Schwall aus mir raus. Die Plazenta hatte sich komplett gelöst und hätten sie nicht sofort reagiert, so wäre mein Sohn heute wohl nicht mehr am Leben. Ich bin unendlich dankbar, dass alles so gut gelaufen ist, dass ich heute einen gesunden 5 Monate alten, bildhübschen, kleinen Jungen in meinen Armen halten darf. Immer hatte ich mir einen Sohn gewünscht, ich wusste auch schon mein Leben lang, wie er einmal heißen soll - so ist es nun auch. Zum Zeitpunkt seiner Geburt war ich fast 39,5 Jahre alt. Ich beschloss schon vorab nicht zu stillen. Ich wollte doch unbedingt die Chance haben vor meinem 40. Geburtstag eine weitere Stimu + PU zu machen, denn anschließend zahlt ja die Kasse nicht mehr. Unsere 1. IVF + 2 Kryos haben wir komplett selbst bezahlt, daher war unser Erspartes quasi weg, wir haben ja zuvor auch noch unser Traumhäuschen gebaut. Und nun ?!? Nun verabschiede ich mich völlig bewusst vom Kinderwunsch. Es wird keine weitere Behandlung mehr geben. Mir wird immer mehr bewußt, wieviel Glück ich hatte. Das Leben hat mir mehr als 1x gezeigt, dass für mich kein Kind vorgesehen war. Die Eileiterschwangerschaft wäre noch vor 100 Jahren wohl mit meinem Tod geendet. So viel hab ich getan und gegeben für eine weitere Schwangerschaft und in 11 Jahren hat es nie wieder geklappt. Bei der IVF brauchte es 4 TFs und diverse Medikamente bis zum ersten Positiv. Meine Schwangerschaft war wunderschön und völlig komplikationslos, bis auf das Ende. Hätte sich die Plazenta in dieser Geschwindigkeit zuhause gelöst, wäre mein Sohn verblutet... Mehr Zeichen brauche ich nicht, ich habe es verstanden liebe Natur !
Ich verabschiede mich nun von meinem zweiten und meinem möglichen dritten Wunschkind und genieße meinen kleinen Sohn und meinen wundervollen Ehemann (der in meinen Augen der perfekte Papa ist) in vollen Zügen. Ich will das Glück nicht weiter herausfordern, will nicht nochmal in diesen schrecklichen Strudel von Hormonen, negativen Tests, usw. geraten, nicht nochmal psychisch so am Ende sein, dass ich alles nur noch negativ sehe. Ich möchte meine kleine Familie genießen. Ich werde oft auf ein Geschwisterchen für den Kleinen angesprochen und bin dem bisher oft ausgewichen. Ich wusste nicht, was ich sagen soll. Nun weiß ich es: Er ist und bleibt ein Einzelkind. Ich bin dankbar dafür ihn zu haben, das ist so unendlich viel mehr, als ich noch vor 2-3 Jahren hatte... Ich bin dankbar dafür, dass er lebt und wir beide die sehr schwierige Geburt so gut überstanden haben. Ich möchte niemals wieder auf einer Säuglingsintensiv sitzen und mein Baby dort zurücklassen, wenn ich in mein Zimmer gehen muss... Nie wieder möchte ich, dass mein Mann nochmal solche Ängste um unser Kind und auch um mich durchstehen muss.
Natürlich ist es dennoch nicht einfach meinen fast 30 Jahre alten Traum von 2 oder 3 Kindern aufzugeben, aber ich habe so vieles bekommen, von dem ich dachte, dass es mir verwehrt bleiben würde. Ich liebe mein Leben und habe dies auch niedergeschrieben, um mich von meinem schlechten Gewissen ein wenig zu befreien. Mein Mann hat so viel für mich getan, mein Sohn musste so viel schon durchmachen, obwohl er noch so winzig war und ist und all das, weil ich meinen Kinderwunsch nicht aufgeben konnte. Nun muss Schluss sein. Wir schaffen das !!!

Vielen Dank allen, die bis hierhin gelesen haben zwinker Es hat mir sehr geholfen, dies einfach mal zu schreiben. Im März werde ich 40 und nehme es an, wie es ist. Ohne weitere Behandlungen und mit meinem größten Glück auf Erden, meiner Familie.

Ich wünsche jedem von Herzen sein Wunschkind und dass man auch akzeptieren kann, wenn es keine Geschwister geben wird. Ich habe sehr lange gekämpft und am Ende den größten Sieg erlangt !

Ganz liebe Grüße bm winken


  Re: Ein versöhnlicher Abschied vom Geschwisterwunsch
avatar  Majoni
Status:
schrieb am 04.01.2019 21:14
Hi, bin zufällig heute hier rein gestolpert.

Ja du hörst dich so an, als ob es jetzt gut ist und der Gedanke langsam aber reichlich gereift ist.

Ich habe mal irgendwann deinen Geburtsbericht gelesen und es lief mir eiskalt den Rücken hinunter.

Wärst du nicht in der Klinik gewesen und es so schnell gegangen wär, mit dem Ks ,hättest du jetzt eine lange Kinderwunschzeit hinter dir und wohl ohne Kind mit vielleicht Problemen in der Ehe.

Von daher ist alles gut und ich denke es ist die richtige Entscheidung. Ich weiß, ich habe gut reden bei 2 Kindern, aber als Mama hat man ja nicht nur Verantwortung für das entstehende Leben, sondern auch für deinen Sohn und Mann.

Blackmoon ich wünsche dir alles erdenklich gute für die nächsten Jahre. Es wird mit Sicherheit immer noch mal Zeiten geben in dem der Wunsch nach eine Geschwisterchen aufkommt, aber ich denke ,du kannst mit gestärktem Rücken zu deiner Entscheidung stehen.

Lg Majoni


  Re: Ein versöhnlicher Abschied vom Geschwisterwunsch
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  sturmfängerin
schrieb am 05.01.2019 12:15
Du hast aber auch einiges durchgemacht! Ich finde du hörst dich sehr klar an, deine Entscheidung ist bewusst gefallen.
Ich wünsche dir und deiner Familie alles erdenklich Gute!
Lg Sturmfängerin


  Re: Ein versöhnlicher Abschied vom Geschwisterwunsch
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  Kala1005
schrieb am 06.01.2019 13:44
Liebe Blackmoon,

Der Text könnte in manchen Teilen von mir sein. Nämlich, dass man das grösste Glück im Arm hält, man niemals wieder in diesen Strudel geraten möchte und das man jede Minute mit seinem Wunder in vollen Zügen geniesst.
Ich war 40, als mein Sohn geboren wurde. Voraus ging ein fast 11 Jahre langer KiWu-Weg. Wir brauchten 7 ICSIs... aber oft kamen wir gar nicht zum TF. Meine Werte waren unterirdisch. Auch beim letzten Mal. Trotzdem haben wir aber nun ein gesundes Kind. Unseren 6er mit Zusatzzahl. Das er bei uns ist, ist wirklich ein Wunder. Ich hatte eine tolle Schwangerschaft und Geburt, aber auch wir haben beschlossen, dass er ein Einzelkind bleibt. Nicht nur wegen meinem Alter, auch, weil ich nicht nochmal das alles auf mich nehmen möchte. Ich will für mein Kind da sein, mit allem was ich habe. Und ich habe Angst, dass es vielleicht beim nächsten Mal nicht so gut ausgeht, aber ich muss ja als Mama für meinen Sohn da sein..

Daher der bewusste Abschied. Ich bin mit mir im Reinen. Alles ist gut so, wie es ist. Wir haben mehr, als wir je zu träumen gewagt haben..

Ich wünsche eurer kleinen Familie alles Liebe und Gute.
Kala


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  Re: Ein versöhnlicher Abschied vom Geschwisterwunsch
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  blackmoon
Status:
schrieb am 07.01.2019 15:06
Ihr lieben Mädels,

ich danke Euch von Herzen, für Eure schönen Worte. Ja, ich fürchte auch, dass der Geschwisterwunsch niemals ganz weg sein wird, aber so rufe ich mir in Erinnerung, was wir alles durchmachen mussten und bin wieder versöhnt damit. Ich bin froh, dieses Glück überhaupt erfahren zu dürfen und werde mir das immer vor Augen halten. Und natürlich habt Ihr völlig recht, das Wichtigste sind nun mein Sohn und mein Mann (und mein Hund zwinker ) Sie in irgendeiner Weise leiden zu sehen, wäre der Horror und ich weiß, dass da auch meine psychische Verfassung eine große Rolle spielt.
Nochmal vielen Dank, es tut sehr gut zu lesen, dass ich verstanden werde Liebe

Ganz liebe Grüße bm winken


  Re: Ein versöhnlicher Abschied vom Geschwisterwunsch
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  lilimarleen
Status:
schrieb am 07.01.2019 16:38
Liebe blackmoon,

Danke für diesen Beitrag - er kommt für mich genau zur richtigen Zeit!
Auch mir brennt es manchmal in der Seele wenn ich daran denke, dass mein Sohn ein Einzelkind bleiben wird. Aber mit meiner Vorgeschichte wäre eine weitere Schwangerschaft Wahnsinn und die Angst, die vielleicht nötigen Krankenhausaufenthalte und alles, was da so dran hängt möchte ich meinem Kind und auch meinem Mann und dem Rest der Familie nicht zumuten. Und eigentlich auch mir selbst nicht. Ich möchte dem Kleinen nicht erklären müssen, warum die Mama ihn nicht mehr hochheben darf. Warum sie manchmal weint, Angst hat, schlecht gelaunt ist. Und vor allem - ich möchte auf keinen Fall, dass er uns in der Trauer und der Hilflosigkeit erleben muss, die wir schon 2x durchgestanden haben als unsere beiden ersten Kinder viel zu früh in der Schwangerschaft auf die Welt kamen und starben. Aber das können wir nicht ganz ausschließen - die Statistik ist mit 42 klar gegen uns - also wird er keine Geschwister bekommen. Es macht mich traurig und doch bin ich auch erleichtert.
Ich bin jeden Tag froh, ihn zu haben und aufwachsen sehen zu dürfen. Aber ich bin auch sehr glücklich mit meinem jetzt Zweijährigen, der robust und wild durch die Gegend tobt, sagt was er will und was nicht, quasselt wie ein Buch und so super kommuniziert und spielt und Spaß hat. Als Baby schien er mir immer sehr zerbrechlich, sehr rätselhaft, ich war unsicher, ob ich die Zeichen richtig deute, wollte alles perfekt machen, usw. Ich kann also nicht behaupten, die Säuglingszeit in einer Wolke aus Glückseligkeit und Rosenduft verbracht zu haben. Ich hatte massive Probleme beim Stillen, er hat fast ein Jahr lang gespuckt wie irre (jetzt kotzt er nur noch im Auto) und ich hatte wirklich lange das Gefühl, meinem Kind keine gute Mutter zu sein (wegen der Stillerei und der belasteten Vergangenheit). Was Quatsch ist, aber es war wohl eine ziemlich klassische Wochenbettdepression, die weder meine Hebamme noch meine Ärztin so richtig interessiert hat. Wenn er heute rummeckert und seine Lieblingsnudeln plötzlich nicht mehr mag bin ich froh, zu wissen was er will und mit ihm reden zu können. (Auch wenn es natürlich trotzdem manchmal ein Kampf ist "Neiiiiin, die schmecken garnicht gut, ich will den Schokokuuuuchen Nein Ohnmacht). Kein Rätselraten mehr, kein Rumprobieren oder sich hilflos fühlen, das ist wirklich toll.
Als weiteres Gegenargument muss ich meine körperliche Verfassung - den ruinierten Beckenboden, die Gelenkschmerzen, die ausgeleierte Figur - im Hinterkopf behalten. Nein, eine weitere Schwangerschaft wäre alles andere als ein Spaziergang und das will ich nicht noch mal.
Ich weiß nicht, wie schlimm er das Einzelkinddasein einmal finden wird. Ein Freund von mir meinte neulich, er bevorzuge den Begriff "Alleinerbe" und andere Kinder hätten ihn immer nur genervt. LOL. Eine Freundin hingegen sagt, für sie sei ihre Kindheit ohne Geschwister total schlimm gewesen. Das kann man wohl weder vorhersehen noch steuern. Um uns herum bekommen alle gerade das dritte. Scheint unter Akademikern auch wieder schick zu sein. Ich sehe aber vor allem viel Streit, viel Hektik, Gebrüll, Organisiererei. Und neidische Blicke, wenn wir mal wieder im Urlaub waren. Ich freue mich auf die Zeit ohne Windeln. Auf die Zeit, in der wir Brettspiele spielen, gemeinsam wandern gehen und Harry Potter lesen können. Weitere und längere Reisen machen können. Im Sommer waren wir 4 Wochen in Kanada, im Herbst in den Alpen. Mit mehreren Kindern ist das alles schwieriger bis nicht drin, nicht nur wegen des Geldes, sondern auch wegen der Organisation. Der Altersunterschied zwischen Geschwistern ist oft ein Hemmnis, weil die Bedürfnisse so unterschiedlich sind. Mein kleiner Bruder - ich liebe ihn sehr und würde ihn schrecklich vermissen - war mir als Kind mindestens 15 Jahre lang eher ein nerviges Anhängsel als ein Spielkamerad oder Freund. Das kam erst später. Ich denke, das wird erst im Erwachsenenalter relevant. Vorher genießen die Kinder eher die Tatsache, dass sich das Familienleben nicht auf so vielen verschiedenen Ebenen abspielen muss.

Naja, Du siehst, ich rede mir das ein bisschen schön Blume Und ich bin auch noch nicht ganz so klar und versöhnlich und weit auf meinem Weg, wie Du es zu sein scheinst. Auch ich wollte immer zwei oder drei Kinder und es ist seltsam, diese Pläne nun zu verwerfen. Aber ich tue es dem kleinen Familienglück zuliebe, das ich jetzt habe. Ich möchte nicht mehr die Angst in den Augen meines Mannes sehen, wenn wieder Blutungen oder andere Komplikationen auftreten. Ich möchte nicht wieder um das Leben eines Kindes bangen müssen.

Und wenn jemand besonders drängend fragt oder herablassend auf Einzelkinder reagiert, dann sage ich auch klipp und klar, dass ich drei Kinder HABE. Und dass zwei davon nicht leben durften. Dann ist meistens Ruhe an der "Eins ist Keins - Front"...

Alles Liebe für Dich und Deine Familie!
Lili


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 07.01.19 16:42 von lilimarleen.


  Re: Ein versöhnlicher Abschied vom Geschwisterwunsch
avatar  Juna30
Status:
schrieb am 09.01.2019 13:20
Hallo blackmoon,
deine Worte haben mich sehr berührt. Mein Mann und ich haben uns auch in den Prozess des Kinderwunschabschiedes begeben und merken beide, wie sehr wir das wünschen und brauchen, aber auch, wie emotional es nach nun 10 Jahren ist und noch wird.
Egal, ob es um das erste, zweite, dritte Erdenkind geht, wenn man dem Abschied trotz Sehnsucht nahe ist, hilft vielleicht nur, sich Zeit zu geben und nachsichtig mit sich selbst zu sein.
Deine Worte strahlen aber auch sehr viel Entschlusskraft und Stärke aus. Für euren Weg als glückliche Kleinfamilie wünsche ich dir nur das Beste.
Juna


  Re: Ein versöhnlicher Abschied vom Geschwisterwunsch
no avatar
  blackmoon
Status:
schrieb am 17.01.2019 11:04
Liebe lili, liebe Juna,

auch Euch noch vielen lieben Dank für Eure wundervollen Antworten.
Auch für mich kam Deine Antwort genau recht, lili. Nach 11 Jahren KiWu sollte man meinen, dass man nach der Geburt nur noch auf Wolke 7 schwebt, dem war aber ganz und gar nicht so. Ich fühlte mich ständig überfordert, v.a. auch weil ich nicht aufhören konnte, mich unter Druck zu setzen. Ich wollte alles können und alles wissen und gleichzeitig entscheiden, wie es mit dem KiWu weitergeht. Nun ist mein Sohn 5 Monate alt, es ist noch lange nicht alles einfach, aber ich bin gefestigter in allem. V.a. was das Ende meiner KiWu-Geschichte angeht. Ich habe mich schuldig gefühlt, weil ich dachte, ich werde meinem Wunschkind schon am Anfang nicht gerecht. All das bessert sich von Tag zu Tag und ich genieße es, endlich eine Mama zu sein. Das bestätigt mich in meiner Entscheidung, denn ich kann meinem Sohn so viel mehr geben, als wenn ich mich wieder in diesen KiWu-Strudel stürze, der mich einfach viel zu weit runtergezogen hat. Die Stärke, die sicher auch einige in meinem Alter noch haben, bringe ich nicht mehr auf. Das habe ich nun akzeptiert und es fühlt sich absolut richtig an.

Vielen, vielen Dank für all Eure Worte Mädels ! Das hat unglaublich gut getan !!!
Ich verfolge hier dennoch viele Geschichten weiter und wünsche Euch von ganzem Herzen, dass Ihr all Eure Ziele erreicht und/oder mit Eurem Kinderwunsch irgendwann im Reinen seid !!!

Gaaaaanz liebe Grüße bm winken


  Re: Ein versöhnlicher Abschied vom Geschwisterwunsch
no avatar
  Paulanew
schrieb am 19.01.2019 22:58
Hey,

du hast mir sehr mit deinem Beitrag geholfen!!!!

Ich bin gerade 40 geworden- unser Wunschzwerg ist jetzt 2 😊

Seid ich 40 geworden bin - hadere ich damit es nicht nochmal versucht zu haben.
Mein Verstand weiß das es nicht der richtige Weg ist - aber es nagt trotzdem- interessanter Weise besonders seid ich 40 bin.

Dein Beitrag hat mir geholfen wieder das ganze realistischer und positiver zu sehen. Das Glück genießen und nicht weiter grübeln.

Meine ersten Monaten waren von rosa Wolke auch weit entfernt!!!
Jetzt ist es Mega!!!!

Danke für deinen Beitrag!

Gruß
Paula
..... konnte meine Signatur nicht aktualisieren


  Re: Ein versöhnlicher Abschied vom Geschwisterwunsch
no avatar
  blackmoon
Status:
schrieb am 24.01.2019 11:13
Liebe Paula,

auch Dir vielen Dank für Deine Antwort. Ich denke auch, dass der Geschwisterwunsch immer mal aufkeimen wird, das ist auch mit ein Grund, warum ich dies hier im Forum schreiben musste. So kann ich mir wieder vor Augen halten, was ich/wir durchgemacht haben.
Wir sind dankbar dafür, was wir nach langem, hartem Kampf bekommen haben und ich denke, auch wenn mir die Stärke für einen weiteren Kampf um ein Geschwisterchen fehlt, so habe ich die Stärke zu sagen: mein Wunschkind soll glücklich sein und über alles geliebt werden. Ohne Abstriche. Immer wieder muss ich daran denken, wie schlecht es mir in all den Jahren gegangen ist und wie viele Beziehungen (also auch enge Freundschaften) dabei auf der Strecke geblieben sind, weil ich so sehr fixiert auf MEINEN Traum war... niemals möchte ich meine kleine Familie darunter leiden sehen.

Es tut sehr gut zu lesen, dass es auch anderen so geht. Auch wir sind stark, auch wenn wir nicht nochmal kämpfen. Wir sind stark, weil wir es so annehmen.
Nun haben schon zwei Mädels geschrieben, dass es ein Traum ist mit einem Kind, warum sollte es nicht „genug“ sein. Ich genieße mein Baby und freue mich wahnsinnig auf alles, was uns noch bevorsteht.

DANKE !!!!!

Ganz liebe Grüße bm winken


  Re: Ein versöhnlicher Abschied vom Geschwisterwunsch
avatar  Aquarium1983
Status:
schrieb am 30.01.2019 15:16
Liebe Blackmoon,

bei uns ist es ähnlich...ich wollte immer mind. 2 Kinder, besser 3. Es hat dann ewig nicht geklappt und fast hätten wir schon aufgegeben, als unser Winder eingezogen ist. Auch ich habe per Notsectio entbunden und wir können froh sein, dass wir es beide geschafft haben. Nur ein paar Wochen nach der Entbindung musste mir in einer Not-OP die GM entfernt werden. Für uns wird es also auch kein Geschwisterchen geben. Die Kryos, die wir noch eingefroren haben, werden wir schweren Herzens vernichten lassen. Das trifft einen schon sehr und ich hadere immer mal wieder mit meinen zwiespältigen Gefühlen: absolute Freude über unseren Sohn, absolute Traurigkeit über den Verlust. Aber ich will auch dankbar sein dafür, dass es meinem Kleinen und mir gut geht und dass wir ihn überhaupt haben. Ich will ihm nie das Gefühl geben, dass er mir nicht genug ist. Er ist so viel mehr, als wir es uns erträumt haben.

Du hast auch so viel durchgemacht bis hierhin, jetzt ist Zeit für Freude!

Alles Gute dir und deiner kleinen Familie!

Aqua


  Re: Ein versöhnlicher Abschied vom Geschwisterwunsch
no avatar
  floete79
schrieb am 21.02.2019 19:45
Liebe bm,

ich kann Dich gut verstehen! Ich werde im Sommer auch vierzig, meine Tochter ist 2 und das Geschwisterchen will sich einfach nicht auf den Weg machen. Jetzt versuchen wir es noch bis zum Sommer auf natürlichem Weg und ich hoffe, dass ich genauso versöhnlich Abschied nehmen kann, wenn es nicht mehr klappt, wie Du. Im Moment fällt es mir noch schwer, obwohl ich glücklich und dankbar für unseren gesunden Sonnenschein bin, der sich nach Fehlgeburt und längerem Warten zu uns auf den Weg gemacht hat.
Schöne Grüße,
floete


  Re: Ein versöhnlicher Abschied vom Geschwisterwunsch
no avatar
  Tinali80
schrieb am vor elf Stunden
Hallo,

Ich verstehe das alles nur zu gut. Ich bin gerade 39 geworden, habe einen fast 3 Jahre alten Sohn den ich über alles liebe. Wie ihr, wollte ich auch immer 2 oder 3 Kinder. Leider habe ich meinen Mann erst spät kennengelernt und somit habe ich meinen Sohn erst mit 36 bekommen. Auch ich habe per Kaiserschnitt entbunden. Mein damaliger FA meinte, wenn noch ein Kinderwunsch besteht sollen wir gleich weiter üben. Tja, und das tun wir jetzt seit 2,5 Jahren. 2 ICSIs und 3 Kryotransfers haben wir hinter uns. Dazwischen haben wir so geübt. Mein Mann hat ein schlechtes SG. Für den ersten Sohn hat es anscheinend trotzdem gereicht.
Meine Schwester, 4 Cousinen und 4 Freundinnen bekamen alle gerade ihr zweites Kind oder sind derzeit schwanger. Das ist für meine Psyche auch nicht besonders hilfreich. Ixh hab nicht mal große Lust die neuen Babys zu halten 😣
Nachdem der letzte Kryotransfer nun negativ war haben mein Mann und ich beschlossen unseren Kinderwunsch aufzugeben. Für meinen Mann scheint dies viel einfacher zu sein. Ich weiß leider noch nicht wie ich das angehen soll.

Eure Geschichten haben mir sehr viel weiter geholfen. Es ist doch angenehm zu wissen, dass es andere mit demselben Problem gibt.

Viele liebe Grüße,

Tina




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