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  ich weiß ich sollte aufhören ....
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  Vero228
schrieb am 03.06.2015 14:10
Nach Jahres des Kinderwunsches und einigen Endometriose-Ops wurde ich bei der 3. ICSI nach einer Sanierung mit Bauchschnitt bei Prof. Keckstein endlich schwanger und wir bekamen 2009 unseren wunderbaren Sohn.

Zunächst wollten wir kein Zweites. Nochmal alles durchmachen und die Angst wieder ständig operiert werden zu müssen ...
Mit der Zeit wurde der Wunsch nach einem Geschwisterchen immer größer. Da ich nach dem stillen die Pille durchgenommen hatte und sich auch das SG meines Mannes ein wenig verbessert hatte wagten wir es auf normalen Wege. Mein Endometriosearzt machte mir keine große Hoffnungen meinte aber solang ich nicht wieder Beschwerden (Blut im Stuhl, starke Schmerzen .... wie damals) habe könnte ich es versuchen. Und ich hatte einen Bilderbuchzyklus von 28 Tage und kaum Schmerzen bei der Periode. Nachdem gut 2 Jahre später immer noch keine Schwangerschaft eingetreten war gingen wir wieder in die KIWU.
Letztendlich hatte ich mehere negative ICSIs und Kryos trotzdem wir jedes mal gute Blastozysten hatten.
Da der KIWU Dok immer wieder Flüssigkeit (beim absaugen stellte sich heraus es war Endoflüssigkeit) in der Gebärmutter sah empfahl er eine Gebärmutterspiegelung. Im Dezember ließ ich diese dann zusammen mit einer Ausschabung (soll wohl die Einnistung verbessern) machen, hierbei wurde festgestellt, dass die Endometriose überall in der Gebärmutter sitzt. Tief im Muskel an vielen Stellen. Wären es wenige gewesen hätte man diese veröden ... können, aber da es praktisch überall war gab es keine Lösung. Ansonsten verhielt die Endo sich bis auf einige Endozysten die immer wieder mal kamen und bei den Punktionen abgesaugt wurden, sehr ruhig und vorallem schmerzfrei. Im März diesen Jahres dann beschlossen wir noch einen Versuch zu machen, dann wollten wir es gut sein lassen. Wir waren emotional und finanziell am Ende.
Es verlief alles soweit gut und ich bekam 3 Blastozysten zurück.

An Ostern (mitten in der WS) bekam ich auf einmal fürchterliche Bauchkrämpfe, ich hatte kalten Schweiß auf der Stirn und bin zweimal umgefallen. Mein Mann hat dann den Notarzt geholt. Ich dachte erst an eine Gallenkolik (hatte ich schon mal) IM KH wurde dann Blut abgenommen und mein Entzündungswert lag bei über 60 (CRP normal so 0,5) und ich hatte eine Blutvergiftung. Ich hatte dann gleich gesagt, dass ich evtl schwanger sein könnte.
Es wurde dann Ultraschall und ein MRT (weil das keine Strahlen hat) gemacht und ich bekam nur MEdikamente die man auch in der Frühschwahngerschaft nehmen kann. Nachdem der Bauch immer härter wurde und ich kurz vorm Nierenversagen stand wurde operiert. Geplant war per Bauchspiegelung. Während der OP durch Chirugen und Gyn wurde dann ein Bauchschnitt gemacht (von überm Bauchnabel bis ganz nach unten). Es stelle sich heraus, dass mein gesamter Bauchraum voller Eiter war - nennt sich diffuse Bauchfellentzündung. In der Regel sind wohl nur einzelne Bereiche betroffen, bei mir war es überall - am Darm, Blase, Eierstöcken im gesamten Bauchraum. Dies wurde dann entfernt und mehrmals gespült. Die Chefärtztin der Gyn schaute auch nach meiner Gebärmutter und die fühlte sich sehr gut an meinte sie.
Ich kam dann auch die intensiv und erfuhr, dass mein HCG Wert am Dienstag (ES + 11) bei 11 lag
Am Donnerstag lag er dann bei 25 hatte sich also zeitgerecht entwickelt / verdoppelt - ich konnte zu dem Zeitpunkt gar nicht realisieren dass ich schwanger war. Auch für meinen Mann war es unwirklich, er war glaub ich einfach nur froh, dass es gut ausgegangen war.
Langsam ging es bergauf und ich kam nach einer Woche endlich auf die Normalstation und konnte nun endlich meinen kl Spatz sehen. Ich wollte nicht, dass er mich auf der intensiv mit den vielen Schläuchen und beatmung sieht
Leider kam dann auch die Nachricht, der hcg Wert stagniert und dann viel er ab, ich hatte den Krümmel also verloren.

Die Bauchfellentzündung kam wohl von der Punktion, wobei wahrscheinlich der Darm punktiert wurde und sich dadurch die Entzündung ergeben hat die sich immer weiter ausgedehnt hat bis letztendlich zur Sepsis (steht sogar als mögliche Komplikation im Aufklärungsbogen der KIWU, aber man geht ja imemr davon aus da steht alles drin auch wenns ganz unwahrscheinlcih ist)

Die Ärzte im KH sind der Meinung, dass aufgrund der starken Endo in der Gebärmutter die Versorgung des Krümmels nicht gewährleistet ist und er daher gegangen ist. Die Empfehlung der Chefärztin war eine Leihmutterschaft, da ich ja immer sehr gute Embryonen hatte aber ich wohl kein Kind mehr austragen werde.

Bei der Kontrolle bei meinem Endo Dok meinte dieser auch, dass eine Einnistung in meiner endoverseuchten Gebärmutter wohl einfach nicht klappt und wenn doch dann nicht hält. 8 Versuche mit guten Blastozysten sprechen da leider ne deutliche Sprache
Ich nehm jetzt wieder die Pille durchgehend um die Endo in Schach zu halten. Das Thema Leihmutter ist aufgrund der enormen Kosten nicht wirklich eins.

Mein Kleiner ist gerade der Grund weiterzumachen und ins Leben zurückzufinden und doch sticht es mir jedes Mal ins Herz, weil ich genau dieses Glück nicht nochmal erfahren werden darf. Ich weiß im Kopf eigentlich das ich es jeztzt mal gut sein lassen sollte, mich vom Geschwisterwunsch verabschieden und dankbar sein, dsas ich überhaupt ein Kind habe und die Geschichte überlebt habe. Eigentlich sollte ich genug haben. Alle sehen das so, Familie, Freunde und der Dok aber irgendwie kann ich es nicht. Heute hat mir eine liebe Freundin eröffnet, dass sie schwanger ist (ihr vET ist 2 Tage vor meinem wenn ich es nicht verloren hätte) Ich freu mich sehr für sie, aber es reißt die Wunde wieder auf. Bringt alles wieder hoch.
Ich versuch mich abzulenken und nicht dran zu denken, aber es lässt sich nicht vermeiden Schwangere oder Mütter mit Babys zu sehen und dann wein ich wieder.
Hört das irgendwann auf, wird schwächer .... ??????


  Re: ich weiß ich sollte aufhören ....
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  Hamamelis71*
schrieb am 04.06.2015 22:25
Ja, es wird irgendwann besser /schwächer und je älter Du wirst , um so weniger Schwangerschaften gibt es in deinem Umfeld. Es wird leichter, dann damit umzugehen.

Es tut mir sehr leid, was Du erlebt und durchgemacht hast, das ist ja furchtbar und schrecklich!

Wir haben auch nur ein Kind (in 2008 geboren), er hat aber noch nie nach Geschwistern gefragt oder sie vermisst. Wir machen uns zu Dritt das Leben schön und wir genießen es, es bleibt einem ja nichts anderes über.
Neulich waren wir ein Wochenende im Hotel, in einem Zimmer. Meine Freundin mit 3 Kindern, meinte, das sie nicht zu fünft in einem Hotelzimmer übernachten könnten, da 3 Beistellbetten nicht Standard ist. Sie kennt unsere Kiwu Geschichte mit den icsis, darüber haben wir uns kennengelernt. Sie und ihr Mann sind leichte Kiwu Fälle gewesen. Mit ihr tausche ich mich offen aus über das Thema. Und sie teilt mir immer mal die Vorteile eines Einzelkindes mit.

Mit derZeit wird es leichter, den Istzustand zu akzeptieren, ich werde 44 und bin mittlerweile mehr als froh,, dass die 2. Icsi so erfolgreich war. Die Misserfolge / Sternchen (unser Sohn wäre eigentlich Zwilling ), das blende ich einfach aus, das haben die Jahre gebracht.

Wenn man einige Einzelkind Mütter näher kennen lernt, erfährt man oft, das es nicht freiwillig ist. Eine Bekannte ist 15 Jahre jünger als ich, die wird aufgrund ihres jungen Alters seit Jahren immer nach einem Geschwisterchen gefragt. Leider mussten ihr bei der Geburt die Gebärmutter oder die Eierstöcke entfernt werden, neulich meinte sie mal, dass sie lieber endlich Mitte 40 wäre, damit keiner mehr fragt und in ihrem Umfeld das Kinder kriegen nachlässt...

ich wünsche dir alles Gute, du hast wirklich Schreckliches erlebt und überlebt!

LG Hamamelis




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