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  Hallo, ich bin neu hier...
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  Annie71
schrieb am 28.10.2014 17:32
Hallo Zusammen!

Darf ich Euch etwas von mir erzählen?

Ich bin inzwischen 43 Jahre alt.
Ich habe früher immer gesagt, dass ich unbedingt Kinder möchte und dass ein Leben ohne Kinder für mich keinen Sinn ergibt. Aber dazu gehören leider zwei...

Meine Periode war nie regelmäßig, und mit 19 begannen schon die ersten größeren Schwierigkeiten. Damals - als ich drei Wochen lang meine Tage hatte - warf mir meine Mutter mal an den Kopf, ich könne mal keine Kinder kriegen...
Es kommt mir im nachhinein immer so vor, als hätte sie mich verflucht, auch wenn das natürlich albern ist.

Ich hatte spät den ersten Freund (meine Mutter meinte, ich sei hässlich...) und hab mit 25 Jahren geheiratet. Damals (1998) hatte ich mal eine 9monatige Pillenpause, in der ich aber keine Blutung bekam und wir aufgrund von Schmerzen auch nur selten miteinander geschlafen hatten. Diese Ehe habe ich aus anderen Gründen beendet.

Von 1999 bis Anfang 2005 hatte ich eine feste Beziehung, aber es kam leider nie dazu, dass man geheiratet hätte und versucht hätte, ob ich schwanger werden kann. Seit Frühjahr 2003 (da war ich noch 31) nehme ich keine Pille mehr, doch eine Periode trat nie ein. Mein damaliger Frauenarzt meinte nur, ich solle mir keine Gedanken machen, wenn es mal so weit sei, werde es schon werden.

Auch die weiteren Frauenärzte haben sich nie groß Gedanken darüber gemacht, dass ich keine Periode hatte. Den AMH hat man damals noch nicht getestet, und meine sonstigen Werte kenne ich aus diesen Zeiten nicht. Es hieß immer nur, es sei alles normal.
Man sagte mir wohl, wenn ich mal schwanger werden wolle, müsse ich Medikamente nehmen, um den Eisprung zu erzwingen, aber sonst sagte man nichts.
Aber ich hatte in den ganzen Jahren sowieso leider keinen festen Freund... ich kann ja auch nichts dafür... traurig

Im Sommer 2010 muss mein AMH dann bei ungefähr 1,4 oder 1,1 gelegen haben.
Und seit Ende 2011 weiß ich, dass ich einen seltenen Gendefekt habe, der unter Umständen auch die Fruchtbarkeit betrifft. Aber eine 100prozentige Aussage hat nie einer getroffen.
Mitte 2012 war mein AMH bei 0,7. Damals hieß es noch, man müsse dann im Falle des Falles schauen, ob sich befruchtungsfähige Eier finden. Ausgeschlossen wurde nichts.
Aber ich war ja nun mal immer noch Single...

Seit einem knappen Jahr habe ich nun endlich wieder einen Freund, leider ist es eine Fernbeziehung über 600 km.
Ich hatte vor kurzem meine Gynäkologin gefragt, wie denn das Prozedere aussehen würde. Denn seit einigen Monaten drehen sich meine Gedanken nur noch im Kreis. Natürlich hab ich schon vor paar Jahren viel geweint, aber die Hoffnung stirbt nun mal zuletzt, und irgendwie macht mich der Gedanke verrückt, dass ich es doch noch nicht mal ernsthaft versuchen konnte... also so mit Eisprung herbeizwingen und dann Sex nach Plan...

Sie hatte mir dann gesagt, wie es ablaufen würde und dass sie auch ein Spermiogramm bräuchte, aber nachdem sie nun meine Blutwerte hat, meinte sie, kein seriöser Frauenarzt würde da eine Hormonbehandlung starten (FSH 22,4 / LH 14,5 / Östradiol 43,4 / Progesteron 0,3 / LH/FSH-Quotient 0,65 / Prolaktin 15,2 und AMH < 0,05(!?)).
Für mich bricht seitdem irgendwie eine Welt zusammen.
Allerdings war mein Freund zum jetzigen Zeitpunkt sowieso noch nicht bereit für sowas, auch wenn die Chancen ja so oder so quasi aussichtslos waren.

Aber wie gesagt, ich drehe mich nur noch im Kreis und verzweifel an dem Mantra, dass ich es doch einfach wenigstens versucht haben möchte... sehr treurig

Erst jetzt lese ich dann mehr zu den ganzen Dingen und stelle fest, dass solche Dinge schnell Tausende von Euro hätten kosten können und ich mir das eh nicht hätte leisten können (auch wenn ich Privatpatientin bin).
Und auch erst jetzt hätte ich mir sowas wie IVF oder ICSI überhaupt vorstellen können. Eigentlich hab ich sowas immer ausgeschlossen (bin eigentlich katholisch...).
Doch die Verzweiflung ist mittlerweile so groß, dass ich diese Erfahrungen niemals haben werde... ich frage mich verzweifelt, was mein Leben denn überhaupt für einen Sinn hat.

Ich habe immer geplant, mit 27 verheiratet und Mutter zu sein, nur mein Leben lief halt anders. Hätte ich das alles im Vorfeld gewusst, hätte ich wenigstens studiert... *seufz*

Ich denke, gerade weil ich jetzt einen Freund habe, macht es mich verrückt, dass ich trotzdem keine Chance haben soll, es noch auf den letzten Drücker auszuprobieren... dabei hätte ich so gerne ein Kind gehabt (dem ich dann all die Liebe und all das Selbstvertrauen geschenkt hätte, das ich in meinem Elternhaus leider vermisste... der Gendefekt, der sich wahrscheinlich vererbt hätte, sorgt halt dafür, dass man etwas "anders" aussieht, wobei das eine reine Äußerlichkeit ist)...

Ich weiß grad wirklich nicht mehr, wie ich nochmal zur Ruhe kommen soll, und ich kann meinen Freund auch nicht weiter damit nerven. Er ist halt ein Mann, 44, und versteht mich wohl nicht. Er hat keinen ausgeprägten Kinderwunsch.

Sind hier auch Frauen mitte 40, die sich von ihrem Kinderwunsch verabschiedet haben? Oder die es vielleicht trotz schlechter Hormonkonstellationen und schlechtem AMH (ist man sich über dessen Aussagekraft nicht eh uneins?) irgendwann doch noch geschafft haben???

Wir schlafen immer ohne Verhütung miteinander, weil es ja eh ein 6er im Lotto wäre. Daher kann ich wohl auch nicht aufhören, auf ein Wunder zu hoffen. Aber einen Zyklus hab ich halt nicht. traurig


  Re: Hallo, ich bin neu hier...
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  Michamaria
schrieb am 29.10.2014 10:56
Hallo,

Ich würde dir raten dringend in eine Kinderwunschklinik zu gehen um dort eine Beurteilung über die aktuellen Chancen und mögliches Vorgehen zu bekommen.
Die normalen Gyns werden dir hier vermutlich eher nicht weiterhelfen können.
Viel Erfolg


  Re: Hallo, ich bin neu hier...
avatar  Maelle**
Status:
schrieb am 02.11.2014 09:07
Ich schließe mich an, ab in die Kiwu. Dort kann man dich individuell beraten.
Klar ist 43 alt, da muss man nix schönreden aber evtl. besteht noch eine Chance. Ich denke wenn ich in deiner Situation wäre würde ich es zumindest versuchen. Aber da muss dein Partner mitmachen. Red mit ihm, es ist quasi kurz nach 12. dessen sollte er sich bewusst sein. Vielleicht macht er sich einfach kein Bild davon wie sehr du leidest.
Eigentlich bezahlt die PKV nach dem Verursacherprinzip, allerdings sollte da eine gewisse erfolgswahrscheinlichkeit vorliegen. Dazu können dir die Ärzte in der Kiwu auch was sagen.

Ich wünsche dir alles Gute!!




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