Unsere Foren

Die Kinderwunsch-Seite
 

News rund um den Kinderwunsch
amicella Network   ICSI statt IVF: Gibt es Vorteile, wenn die Spermien in Ordnung sind?neues Thema
   IVF und ICSI: Wie hoch muss die Gebärmutterschleimhaut sein?
   Gelbkörperhormon bei IVF und ICSI: Was, wann und wie lange?

  Gedanken zum Abschiednehmen...
no avatar
  Raspberrygirl
schrieb am 16.09.2014 15:08
Ihr Lieben!

Ich hab schon öfters im Forum herumgestöbert, mich bis heute aber noch nie selbst zu Wort gemeldet.

Vor einigen Tagen hab ich aber wieder erlebt, dass ich gerade so richtig im Trauerprozess drin bin, und möchte meinen Gefühlen freien Lauf lassen, um vielleicht bald abzuschließen können.
Außerdem hab ich mich durch Gedanken von euch immer wieder ein Stück weit getragen gefühlt, vielleicht kann ich ja ein bisschen was zurück geben.

Ich bekam Ende März 2014 die Diagnose POF/Frühwechsel und damit war der Traum vom eigenen Kind vorbei. Der Verdacht bestand schon lange, da die Werte darauf hindeuteten, unser Arzt wollte es aber selber nicht so recht glauben und hat uns nach vielen gescheiterten alternativmedizinischen Behandlungen zu einem IVF-Versuch geraten. Es hat sich kein einziger Follikel gebildet, worauf uns abgeraten wurde, weitere Versuche zu unternehmen.

Was ich danach empfunden habe, war ein überwältigender Schmerz, Verzweiflung, Wut. Dazu kamen körperliche Symptome durch den Wechsel, die besonders mein Selbstbewusstsein schwer beeinträchtigt haben.
Eine meiner besten Freundinnen hatte davor ebenfalls damit umzugehen, dass sie nicht schwanger wurde, wenn auch aus anderen Gründen. Wir haben uns damals immer ausgetauscht, uns auch gegenseitig unterstützt und Daumen gedrückt, ich hatte das Gefühl, wir sitzen im selben Boot. Als sie dann Anfang des Jahres schwanger wurde, habe ich mich mit ihr gefreut und stark gehofft, dass es bei uns auch bald klappen wird, wir sozusagen immer noch gemeinsam rudern. Nach unserer Diagnose hat mich das zusätzlich getroffen, das Gefühl, dass wir plötzlich - auch wenn niemand was dafür kann - nicht mehr soviel teilen wie vorher. Und ich hab mich - und tu's zeitweise immer noch - sooooo einsam gefühlt. Obwohl ich mit meinem Mann und lieben Freundinnen reden kann. Trotzdem wusste ich, dass mir diesen alles überwältigenden Schmerz und den damit verbundenen Trauerprozess niemand abnehmen kann.

Ein Buch, das mir immer wieder ein unterstützender Begleiter war, ist das von Millay Hyatt: "Ungestillte Sehnsucht. Wenn der Kinderwunsch uns umtreibt." Sie hat ein ganz ähnliches Schicksal ereilt wie mich. Ich kann es nur wärmstens empfehlen!

Mittlerweile sind einige Monate vergangen. Mein Mann und ich haben uns mit dem Thema Adoption auseinander gesetzt und glauben, dass es ein guter Weg für uns sein könnte. Allerdings merke ich, dass bei näherer Auseinandersetzung mit dem Thema immer noch der alte Schmerz hochkommt. Der Trauerprozess ist also noch nicht abgeschlossen. Ich beschäftige mich im Moment viel mit Trauer und glaube, dass es wichtig ist, auch von etwas abstrakt scheinenden Dingen wie dem Kinderwunsch bewusst Abschied zu nehmen, die Tränen zu weinen, uns selbst ernst zu nehmen in unserem Schmerz. Ich hoffe, dass wir letztendlich wachsen können dadurch und frei werden für Neues.

Alles Liebe!


  Re: Gedanken zum Abschiednehmen...
no avatar
  Magma
schrieb am 16.09.2014 19:23
Hallo,

Gerade heute habe ich mir mal wieder Gedanken darüber gemacht, dass ich damals keine Totschlagdiagnose bekam, bevor die ganze Hormon-und Sonstwasforschungsnummer mit letztendlich 4 gescheiterten Ivfs losging.
Ich hatte mit 36 eine Fehlgeburt und ab da klappte nichts mehr. Keine wirkliche Diagnose, nur letztendlich jetzt, nach 6 Jahren: das Alter. Jetzt noch eine Adoption ist zu spät, tja, leider komplett verloren...
Ich möchte Dir damit sagen:Sei froh, dass Du Dir zermürbende Versuche sparst und auch die "bleib doch einfach locker und fahr in Urlaub"-Nummer, denn da fängt man an, sich selbst die Schuld zu geben, weil man zu Psycho ist und irgendwie ist das dann fast schon eine Diagnose, dass es nicht klappt.
Adoption ist bestimmt auch ganz toll, weil man einem Kind, dass nun schon einmal auf der Welt ist, ein gutes und besseres Leben bieten kann. Eine sehr erfüllende Sache, wie ich meine. Natürlich erfasst einen sicherlich hin und wieder einmal die Trauer, dass man selbst keine Schwangerschaft erlebt und die eigenen Gene nicht fortleben werden.
Für mich ist der Zug leider abgefahren, aber Dir viel Stärke und einen guten Weg...


  Re: Gedanken zum Abschiednehmen...
no avatar
  Nora Winter
schrieb am 17.09.2014 21:51
Hallo und guten Tag,
ich kann euch alle sehr gut verstehen, ich wünsche euch, dass ihr euren Weg findet!.
Viele Grüße
Nora Winter


  Re: Gedanken zum Abschiednehmen...
no avatar
  Raspberrygirl
schrieb am 18.09.2014 21:57
Liebe Magma!

Danke für deine lieben Wünsche.
Kommt für dich Auslandsadoption auch infrage?
Ich weiß nicht, wo du zuhause bist, aber in Österreich sind da die Altersgrenzen höher, mind. bis 45.
Ich wünsche dir alles Gute, vor allem, dass du deinen Weg findest, der dich glücklich macht.

Ganz liebe Grüße!


  Werbung
  Re: Gedanken zum Abschiednehmen...
no avatar
  Magma
schrieb am 29.12.2014 10:49
Lange nicht hier gewesen...
Ja, über Auslandsadoption haben wir auch nachgedacht , aber: Ewig viel Behördenkram, im Zweifel 7 Jahre Wartezeit und um die 8.000 Euro, Da sind Energien und Geld nun aufgebraucht, auch das wäre vor 10 Jahren noch eine Option gewesen.
Eine Freundin kennt mehrere Paare, die sich mit Adoption beschäftigt haben, Und die sich für Äthiopien entschieden habe, wegen der guten und sicheren Abläufe und Bedingungen.
Viel Glück Raspberrygirl!




Zum Antworten klicken Sie bitte auf" "Beitrag antworten" oder "Beitrag zitieren" unter dem gewünschten Beitrag auf den Sie antworten möchten.



Bitte beachten Sie: In unseren Foren können nur allgemeine Informationen zum Inhalt der Fragen gegeben werden. Ferndiagnosen sind nicht möglich. Die Antworten sind unverbindlich und können aufgrund der räumlichen Distanz keine Beratung für den Einzelfall darstellen. Bitte wenden Sie sich dazu an die Ärztin oder den Arzt Ihres Vertrauens.

Starflower
Home | Theorie | Zentren| Bücher| Links | Forum | News | Impressum | Datenschutz

© wunschkinder.de 1998-2019