Unsere Foren

Die Kinderwunsch-Seite
 

Wir wünschen allen Forumsteilnehmern einen schönen Nikolaustag und prall gefüllte Stiefel :-)
News rund um den Kinderwunsch
amicella Network   ICSI statt IVF: Gibt es Vorteile, wenn die Spermien in Ordnung sind?neues Thema
   IVF und ICSI: Wie hoch muss die Gebärmutterschleimhaut sein?
   Gelbkörperhormon bei IVF und ICSI: Was, wann und wie lange?

  Ich fühle mich gerade vom Schicksal verar…
no avatar
  gelöschter User
schrieb am 24.06.2014 17:52
Hallo Ihr Lieben,

ich muss das jetzt raus schreiben. Ich habe mich die letzten zwei Wochen wacker geschlagen (mit Hilfe eines Antidepressivums und einem heißen Internetflirt; ja, ich lasse gerade die Sau raus). Wir mussten nur einmal einen Zoo verlassen, weil ich wegen dem Stress unfassbar starke Bauchschmerzen bekommen habe (extrem viele Schwangere plus Kinderwagen). Letzteres hat mir gezeigt, wie instabil ich bin, obwohl ich äußerlich ständig lache und gut funktioniere. Tief unter der Decke sieht es miserabel aus.

Eben begegnete mir unsere neue Nachbarin: hochschwanger, erzählte mir (klar, zu recht) stolz, dass nächste Woche das Kind kommt und sie deshalb hier einziehen wird. Ich fühle mich gerade von Schicksal verarscht. Es gibt so viele Möglichkeiten, nein es muss eine Hochschwangere sein, die hier einzieht.

Jetzt ist auch noch mein letzter Rückzugsort futsch! Vielleicht wäre das in einem Jahr nicht mehr so schlimm, aber gerade jetzt?

Mir geht´s gerade echt nicht gut…

Liebe Grüße sendet die Lady


  Re: Ich fühle mich gerade vom Schicksal verar…
avatar  Majoni
Status:
schrieb am 24.06.2014 21:48
Liebe Lady,

kann nichts konkretes dazu sagen. nurstreichel.

Weiss garnicht wie ich dir helfen kann. Gibt wohl im Moment nichts schlimmeres als wie es dir jetzt passiert ist.

Keine Ahnung wie ich es machen würde.Mehr helfende Worte kann ich dir nicht senden, nur das deine Nachbarin es ja nicht weiss und mit Sicherheit nicht absichtlich macht.

Aber dennoch sch.....eiße. Ich drück dich und das du diese Zeit überstehst ??!!

VLG Majoni


  Re: Ich fühle mich gerade vom Schicksal verar…
no avatar
  gelöschter User
schrieb am 24.06.2014 22:32
Liebe Majoni,

vielen Dank für Deine lieben Worte. knuddel

Die Nachbarin war auch echt nett, aber mich hat das irgendwie umgehauen. Ich suche im Moment den Abstand und finde ihn so nicht. Jetzt werde ich wieder jeden Tag daran erinnert, was ich mir so sehr gewünscht habe. Jetzt, wo alles noch so frisch ist, hätte ich das nicht gebraucht.

Wir überlegen schon umzuziehen...Aber eigentlich habe ich dafür gar nicht die Kraft...

Liebe Grüße sendet die Lady


  Re: Ich fühle mich gerade vom Schicksal verar…
no avatar
  Dori665
schrieb am 26.06.2014 00:24
Hallo liebe Lady Ahoi,

das hat es jetzt wirklich nicht auch noch gebraucht traurig

Was kann man dir jetzt am Besten sagen?
Umziehen wäre ne Möglichkeit, klar.
Nur kann dir sowas natürlich theoretisch überall passieren.

Hast du denn schon mal ausgekundschaftet, ob es in deiner Gegend andere Frauen in ähnlicher Situation gibt?
Oder hast du im Bekanntenkreis kinderlose Freundinnen? Notfalls auch freiwillig kinderlos gebliebene oder Singles, die sich den Kinderwunsch mangels passendem Partner nicht erfüllen konnten?
Wenn ich an deiner Stelle wäre, würde ich mich zumindest fürs Erste an diesen Teil des Bekanntenkreises dranhängen. Unternehmt viel zusammen. Meistens wählen solche Frauen Locations, wo Kinder eher nicht anzutreffen sind. Der Zoo war natürlich nicht gerade die beste Idee, wenn man beim Verarbeiten des unerfüllten KIWUS noch ganz am Anfang steht. Museen, Ausstellungen, sportliche Aktivitäten, abendliche Restaurantbesuche usw. würde ich persönlich präferieren. Zumindest fürs Erste. Zoobesuche würde ich lieber auf die Schulzeiten legen, am besten Vormittags. Nicht in die Schulferien.

Interessant finde ich auch die Gespräche mit gewollt kinderlos gebliebenen Frauen.
Diese Frauen haben ja Gründe, auf denen ihre Entscheidung basiert.
Warum möchten manche Frauen keine Kinder? Warum möchten Frauen wie wir unbedingt welche?
Was steckt hinter dem Kinderwunsch? Halten die Hoffnungen, Erwartungen, Wünsche, die wir mit der Elternschaft verknüpfen, überhaupt der Realität stand? Welchen Blickwinkel haben gewollt kinderlose Frauen auf sich selbst, auf ihr Leben, auf ihre Rolle in der Gesellschaft?
Ich finde es spannend, mich mit solchen Frauen zu unterhalten. Darüber zu philosophieren, ob Kinder zu einem erfüllten Leben dazugehören oder nicht? Leider kenne ich in der Realität kaum solche Frauen. Aber virtuell kann man sich gut mit ihnen austauschen. Ich möchte hier jetzt keine Schleichwerbung machen, falls es verboten ist, also bitte löschen. Beispielhaft sei mal das Brigitte-Forum erwähnt, wo sich ein guter Querschnitt der Gesellschaft tummelt und wo über ein erfülltes Leben mit oder auch ohne Kinder philosophiert wird. Es ist wirklich spannend, mal einen anderen Blickwinkel zu lesen, mal zu versuchen, die Welt aus diesem Blickwinkel zu betrachten. Zu versuchen, sich selbst bzw. die eigene Situation aus diesem Blickwinkel zu betrachten.

Auch interessant: Gespräche mit älteren Leuten führen, die die rosarote Brille der Anfangszeit mit Baby längst abgelegt haben und wo die Kinder bereits volljährig sind. Haben sich die Erwartungen, die man damals hatte, erfüllt? Wie ist das Verhältnis zu den Kindern heute?

Liebe Ladyahoi, die schwangere Nachbarin ist ein Schlag in die Magengrube.
Ein Patentrezept, damit fertig zu werden, habe ich auch nicht.
Fest steht: im Leben wird dir das noch öfter passieren. Wahrscheinlich wird es je leichter, je weiter die Zeit voranschreitet. Der Mensch verarbeitet ja bewusst und un(ter)bewusst. Es wird immer wieder weh tun, fürchte ich. Aber aus dem Wundschmerz wird irgendwann "nur" noch ein Narbenschmerz. Das wünsche ich dir von Herzen!

Alles Gute und viel Kraft.

Dori665


  Werbung
  Re: Ich fühle mich gerade vom Schicksal verar…
no avatar
  hoffnung74
schrieb am 28.06.2014 16:40
hallo ladyahoi,
ich mach gerade das gleiche durch. unser nachbarhäuschen wurde verkauft-eigentlich viel zu klein für eine familie. aber wer zieht ein? mama, papa, 2 süße kleinkinder. zaun an zaun bekomme ich das nun zu jeder schönen stunde hautnah mit... ich finde das schicksal ist echt ein mieser verräter. ist es denn nie und nie genug? testet es wie weit man es aushält und wann man zusammenkracht? ich hab keine ahnung was das soll, aber ich hab es einfach satt zu leiden. echt. ich will nicht mein ganzes leben lang eien lücke fühlen. ich will mit meinem mann glücklich sein. ich hab nur ihn.


  Re: Ich fühle mich gerade vom Schicksal verar…
no avatar
  gelöschter User
schrieb am 01.07.2014 21:05
Liebe Dori,

ich danke Dir für Deine wundervollen Worte und Tipps. Ich habe mir einiges davon zu Herzen genommen...Es sind wirklich wertvolle Anregungen. Ich habe das "Glück" (das klingt in diesem Zusammenhang echt blöde, ich weiß), dass meine engsten Freunde kinderlos sind, weil sie keine Partner haben. Da schlucke ich dann auch immer, da deren Situation natürlich noch viel schwieriger ist. Aber trotzdem können wir uns gegenseitig stützen, da bin ich wahnsinnig, wahnsinnig dankbar für. Ich würde alles für sie tun...

Und Dir, Euch allen, bin ich unfassbar dankbar...

Liebe Grüße sendet die Lady


  Re: Ich fühle mich gerade vom Schicksal verar…
no avatar
  gelöschter User
schrieb am 01.07.2014 21:17
Liebe Hoffnung,

es geht mir sehr nahe, Deinen Beitrag zu lesen und ich möchte Dich virtuell mal drücken!

Das ist wirklich hart, zumal man ja eigentlich gar nicht neidisch und griesgrämig sein möchte. Aber dieser Schmerz, wenn man das alles vor Augen hat, ist unbeschreiblich. Besonders schlimm finde ich, dass man nicht flüchten kann. Das Thema ist einfach überall. Und wenn dann das eigene Heim betroffen ist, der Ort, an welchen man sich doch zuerst zum Schutz zurückzieht, dann ist das schrecklich.

Ich weiß auch noch nicht, wie ich das schaffen soll, bald der strahlenden Mutter mit dem Baby zu begegnen und dann auch noch mit Fassung zu gratulieren und das Baby zu bestaunen...Normalerweise würde ich sagen, das ist ja selbstverständlich. Aber ich habe mich verändert. Der Schmerz hat mich verändert.
Im Treppenhaus steht schon der Kinderwagen für seinen ersten Einsatz bereit...da laufe ich jeden Tag dran vorbei und kneife die Augen zu.

Liebe Hoffnung, ich wünsche Dir von Herzen, dass Du -wie auch immer- Glück erfahren darfst!

Liebe Grüße von der Lady


  Re: Ich fühle mich gerade vom Schicksal verar…
no avatar
  Herzfelde
schrieb am 03.07.2014 12:26
Liebe Lady,

einer strahlenden Mutter zu begegnen und das Babyglück zu bewundern ist in Deiner Situation tatsächlich eine Quälerei. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, offen mit Deinem unerfüllten Kinderwunsch umzugehen? Da Deine Nachbarn und Du wahrscheinlich noch die nächsten Jahre miteinander kommuniziert, wäre es für Dich vielleicht eine Erleichterung, sie aufzuklären, dass es Dir schwer fällt, Dich am jungen Mutterglück mitzufreuen? Du musst ja nicht Deine ganze KiWu-Karriere offenlegen - aber ein klares: Ich kann keine Kinder bekommen und gerade schmerzt es mich sehr, Sie und ihr Baby zu sehen - ich denke, diese persönliche Preisgabe kann viel Empathie auslösen und Dir viele unangenehme Situationen ersparen.

Wenn Deine Nachbarn vernünftige und intelligente Leute sind, dann werden sie auch nicht über Dich "lästern", sondern versuchen, die Schwierigkeit der Situation mitzutragen. Verständnis zeigen, dass Du nicht gleich mit selbstgestrickten Babysökckchen gratulierend vor der Tür stehst - Deine gewünschte Distanz Dir nicht als "komisches" Verhalten auslegen, ihrerseits etwas Diskretion und Respekt walten lassen.

Alles Gute, Herzfelde!


  Re: Ich fühle mich gerade vom Schicksal verar…
no avatar
  charlotte12345
schrieb am 03.07.2014 22:10
Hallo Lady,

ich war auch an dem Punkt gewesen, an dem es klar war, dass unser ursprünglicher Plan nicht funktioniert und ich versucht habe, Abschied vom Kinderwunsch zu nehmen.
Gegen den Neid auf Schwangere/Mütter mit Babys hat mir persönlich geholfen, wenn ich versucht hab, die Situation nicht von der Mutter sondern vom Kind/Baby aus zu sehen. Da ist bald ein Baby, so wie Du selbst auch eins warst. Babys/Kinder haben keinen Kinderwunsch, leben im Augenblick und erfreuen sich am Selbstverständlichen, ohne überhaupt daran zu denken, dass sie kein Kind haben und es steht in den Sternen, ob sie jemals eines haben wollen. Auf ein Baby musst Du auch nicht neidisch sein, Du warst selbst eines. Und der Kinderwagen ist für diesen neugeborenen kinderlosen Menschen, den Du bald kennenlernen wirst, und der einfach so auch ohne Kind zufrieden lebt. - Ich hoffe, das ist jetzt nicht zu gesponnen...


  Re: Ich fühle mich gerade vom Schicksal verar…
avatar  Friesin
Status:
schrieb am 05.07.2014 15:47
Hallo LadyAhoi,

Ich kann dich gut verstehen. Unsere im letzten Herbst neu eingezogenen Nachbarn waren auch schwanger im letzten Drittel plus 2-jährigem Sohn. Ich bin zu ihr hin und hab ihr von uns erzählt. Eben um mir den Druck zu nehmen mit dem Gratulieren etc.... Nun ist das Baby bald 1/2 Jahr alt und ja, es ist manchmal schwer, es so dicht mitzuerleben. Mir macht es manchmal zu schaffen mit anzusehen, wie sie das Leben führen welches wir gerne wollten. Und am schwersten ist es, das eben mein letzter Rückzugsort kein Rückzugsort mehr ist. Es ist zu dicht, ich kann nicht mehr nach Hause in meine kinderfreie Zone, wenn es mir zu viel wird. Das ist nicht immer einfach.

Und trotzdem versuche ich auch bewusst hinzuschauen und sehe, das lange nicht alles so rosarot ist wie ich mir vorstellte, wie es sein würde. Und das hilft mir beim Abschied nehmen. Es ist auch schön, nicht jeden Abend diese Kämpfe ums z.B. Zähne putzen zu führen und was es sonst noch so gibt. Dann leg ich mich entspannt zurück und denke, ich möchte doch nicht tauschen...

Wie geht es dir denn jetzt damit? Ist sie schon mit Baby zu Hause?


Zitat
charlotte12345
Babys/Kinder haben keinen Kinderwunsch, leben im Augenblick und erfreuen sich am Selbstverständlichen, ohne überhaupt daran zu denken, dass sie kein Kind haben und es steht in den Sternen, ob sie jemals eines haben wollen.

Hallo Charlotte, das ist ja der Unterschied. Für mich war irgendwann klar, das ich Kinder haben möchte. Mit Anfang 30 fingen wir dann an, diesen Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen (vergeblich). Ich kann ja nur von mir sprechen, aber solange der Kinderwunsch nicht da war konnte er mir natürlich auch nicht weh tun. Wie auch... Es tut doch erst weh, wenn er unerfüllt ist/bleibt.
Ich bin bei dir in der Aussage, das Kinder im Augenblick leben, da kann man viel von ihnen lernen. Das tue ich auch und bin dankbar für mein Patenkind, der mir in anderer Hinsicht einiges beibringt.


  Re: Ich fühle mich gerade vom Schicksal verar…
no avatar
  charlotte12345
schrieb am 05.07.2014 21:32
Hallo Friesin,

mir ist dieser Unterschied völlig klar, ich weiß zu gut, wie verzweifelt weh ein unerfüllter Kinderwunsch tun kann. Das war nichts weiter als meine ganz persönliche Strategie gegen diesen Neid, die bei mir ganz ordentlich funktioniert hat (meistens...). Wobei natürlich jeder anders tickt. Dieser Neid ist fies, weil er so weh tut und weil ja eigentlich auch "fremde" Kinder eine Bereicherung sein können, einem viel geben können. Wie Du ja auch schreibst.


  Re: Ich fühle mich gerade vom Schicksal verar…
no avatar
  lionfish
schrieb am 21.07.2014 21:56
Hallo Lady,

ich kann dich wirklich sehr gut verstehen.
Ich fürchte nur das Problem wird durch Umziehen nicht gelöst werden.
Du wirst immer wieder damit konfrontiert werden. Du kannst nur bei dir ansetzen. Es ist nicht leicht aber nur dann wird es besser.

Vor ca. 7-8 Jahren war auch unser Plan Kinder zu bekommen, vor ca. 1-2 Jahren habe ich damit abgeschlossen.
Ich kenne wie ihr die Höhen und die Tiefen, die Hoffnung die jedes Monat neu entsteht und die Traurigkeit wenn es wieder einmal nicht funktionier hat.
Freundinnen die Schwanger werden und einem natürlicherweise von ihrem Glück vorschwärmen. Nachbarn die Schwanger oder mit Kinderwagen vorbeifahren, auf einmal sieht man überall Babybäuche - manchmal steckt man das gut weg und manchmal tut es einfach nur weh...

Lächelnd zu antworten wenn diese Fragen kommen - Wie schaute denn bei euch aus - Na deine Uhr tickt doch schon usw.
Bei der Frage "möchtest du Kinder" zu antworten - "nein im Moment nicht" weil man sich diesbezüglich nicht mitteilen möchte. Aber diese Frage kann Wunden aufreißen je nachdem wie stark man im Moment ist. Manchmal würde man gerne nur rausschreien „Nein wir können keine bekommen“
Ich möchte kein Mitleid dafür bekommen keine Kinder haben zu können - nein - da ich der festen Überzeugung bin, dass ein Leben ohne Kinder auch vom Plan B zum Plan A werden kann.
Es ist sicher nicht einfach da es ja ein Lebensmodell ein Traum und Vorstellungen sind von denen man sich verabschiedet.
Man lernt neue Möglichkeiten sich zu entwickeln, neue Hobbys und neue Interessen.
Ich weiß das es nicht immer einfach ist und manchmal wenn man ein Baby oder Schwangere sieht eine große Wehmut spürt. Es ist ein Verzicht mit dem man lernt (lernen muss) umzugehen. Aber es ist auch ein Gewinn an Freiheit.

Und dumme Fragen wie zum Beispiel: Was machst du dann im Alter? Tja was soll ich machen - Ich werde Freunde haben werde mit meinem Mann viel Reisen und hoffentlich viel Spass und Freude am Leben haben.
Kinder geben keine Garantie im Alter. Ich habe Freunde die ins Ausland gegangen sind oder manche Kinder haben keinen guten Kontakt zu Ihren Eltern. Manche Kinder werden krank haben Unfälle es gibt auch hier die andere Seite. Viele Beziehungen halten den Druck und die Verantwortung von Kindern nicht aus. Wie viele Beziehungen mit Kinder kennst du die glücklich sind? Verstehe mich bitte nicht falsch aber es gibt auf jeder Seite gute und schlechte Dinge.

Vor 2 Wochen wurde mir das seit langem wieder bewusst, dass es einen immer wieder einholen kann.
Ich war bei einer Feier eingeladen und tja da war es das Schicksal mit seinem breiten Grinsen zwinker
Und von diesen ca. 13 Frauen waren 3 Schwanger, eine mit Baby dabei und ca. 7 Mütter.
Die Gespräche gingen um Gelüste in der Schwangerschaft bis Stillen und Erziehung.
Es war seit langem wieder ein Schlag der mir kurzfristig aus der Bahn geworfen hat.
Tja und das war wieder einmal ein Tief. Ich bin heulend ins Bett und mein Mann war damit leider etwas überfordert da er (genauso wie ich) nicht damit gerechnet hat, dass mich wieder aus der Bahn werfen kann.
An diesem Abend wurde mir das Abschließen nochmals als Aufgabe gestellt.
Ich wollte mich außer meinem Mann niemanden großartig anvertrauen aber jetzt war es soweit eine Freundin ohne Kinder (freiwillig) musste herhalten ☺ Es hat sooo gut getan. Nach einer Tafel Schokolade und aussprechen ist es mir wieder besser gegangen.

Also ich denke, das kann immer wieder passieren und es kann jedes mal weh tun.
Es gibt hier kein Patentrezept...
Ich denke es ist eine Art Annehmen zu Wissen ein Teil ist nicht vorhanden aber das ist OK. Ich versuche Frieden damit zu schließen.
Ich bin jetzt 39 habe einen wundervollen Mann und bin in meinem Leben sehr glücklich.
Ein Kind wäre schön gewesen hat aber nicht sein sollen. Plan B ist jetzt mein Plan A und ich freue mich darauf mich auf dieses Abenteuer einzulassen und ihn auszubauen.
Was ist die Altenative?
Das Leben in Traurigkeit zu verbringen mit der Frage was wäre gewesen wenn...? Das Leben ist zu kurz um unglücklich zu sein. Die einzige Zeit die wir haben ist die Gegenwart, nicht die Vergangenheit und nicht die Zukunft.
Ich sage nicht dass es leicht wird aber du kannst auch viel Gewinnen.

Es gibt einen sehr schönen Spruch:
Das Leben ist das was passiert während dessen man es plant.

Ich denke, dass manche Dinge im Leben bestimmt sind und ich glaube wenn ein Kind vorgesehen ist wird es kommen. Man kann es nicht erzwingen. Man entscheidet es nicht.
Vielleicht hat man andere Aufgaben im Leben die mit Kinder nicht möglich wären oder man hat das im letzten Leben schon super gemeistert zwinker
Kinderlosigkeit kann auch dir auch die Möglichkeit geben dich selbst neu zu entdecken, neue Hobbys anzugehen, neuer Job, neue Ausbildung, Zeit für Freunde und Familie, Reisen, harmonische Beziehung und die Gemütlichkeit am Abend in Ruhe zur verbringen. Diese Liste lässt sich sicher noch lange fortsetzen.

Alles Liebe
Lionfish


  Re: Ich fühle mich gerade vom Schicksal verar…
no avatar
  Kielersprotte2005
schrieb am 22.07.2014 08:58
@ Lionfish: Vielen Dank für deine Worte, die mich sehr berührt haben. Jeder von uns ungewollt Kinderlosen, in welcher Situation oder Behandlungsphase man auch grad ist, kennt diese Momente, die einen ins Wanken geraten lassen. Deine Einstellung macht Mut, dass es immer einen Weg gibt, mit dem Leben zurecht zu kommen, auch wenn es nicht den geplanten Weg geht. Und die Zufriedenheit wieder zu lernen, das kann man, auch wenn es nach dem schweren Weg eventuell nicht mehr mit dieser Leichtigkeit klappt, die man früher einmal hatte, bevor man sich mit seinem Schicksal auseinander setzen musste.

Ich wünsch dir weiterhin alles Gute...
Liebe Grüße
Kielersprotte


  Re: Ich fühle mich gerade vom Schicksal verar…
no avatar
  gelöschter User
schrieb am 22.07.2014 18:26
Hallo Lionfish,

vielen Dank für Deine lieben Worte. Es tut mir sehr leid, dass Du diesen Rückschlag verkraften musst.streichel

Leider habe ich den Beitrag heute gelesen, ich wünschte, ich wäre erst morgen ins Forum gegangen. Mir geht es heute ziemlich schlecht und ich kann solche lieben Beiträge besser verinnerlichen, wenn es ein bisschen besser geht.

Du hast sicherlich recht, es nutzt alles nichts. In diesem Schmerz ist man letztendlich allein und man muss sich da selbst raus kämpfen. Bzw. ihn akzeptieren. Sich mit ihm anfreunden. Er kommt eben immer wieder mal zu Besuch.

Nur bei einem stimme ich (auf mich bezogen) nicht zu: dass das Elternsein nicht immer leicht ist, ist klar. Dass es große Sorgen geben kann auch. Aber das hilft mir nicht. Ich habe ja beruflich mit nix anderem zu tun als kranken Kindern, kranken Eltern und großen Sorgen. Aber es schreckt mich weder ab, noch denke ich mir: „Gut, dass ich das nicht habe!“. Aber das ist eine persönliche Einstellung. Vielleicht habe ich dadurch das Gefühl, dass jedes diesbezügliche Problem irgendwie lösbar ist. Nur hätte ich gerne erstmal das Problem…oder besser die Möglichkeit, ein solches zu haben.

Wenn mich das alles nur in meinem Job nicht so beeinträchtigen würde…

Ein Vater (privat) teilte mir heute mit, um dass er nach der Arbeit zu einem Entwicklungsgespräch in den Kindergarten müsse und ihn das annerve. Daraufhin konnte ich nicht anders als auszupacken. Darüber zu erzählen, was ich alles gemacht habe, nur um einmal zu einem solchen Gespräch gerufen zu werden. Ja, er war betroffen.

Minuten später die Nachricht, dass ein anderer nachher mit seinem Ältesten auf dessen Geburtstag (Ende 20) anstossen geht. Natürlich ist das alles normal, natürlich sollen sie auch alle darüber erzählen und sich freuen. Aber mir wurde eben wieder bewusst, was ich nicht erleben werde. Und das trieb mir automatisch die Tränen in die Augen.

Ich bin noch nicht soweit. Habe noch lange nicht abgeschlossen…

Sorry, ich höre jetzt auf zu schreiben und heule ein bisschen weiter…

Alles Liebe,

Lady


  Re: Ich fühle mich gerade vom Schicksal verar…
no avatar
  lionfish
schrieb am 22.07.2014 19:08
Liebe Kielersprotte2005,

danke für deine lieben und offenen Worte.

Auch dir alles Liebe und Gute!




Zum Antworten klicken Sie bitte auf" "Beitrag antworten" oder "Beitrag zitieren" unter dem gewünschten Beitrag auf den Sie antworten möchten.



Bitte beachten Sie: In unseren Foren können nur allgemeine Informationen zum Inhalt der Fragen gegeben werden. Ferndiagnosen sind nicht möglich. Die Antworten sind unverbindlich und können aufgrund der räumlichen Distanz keine Beratung für den Einzelfall darstellen. Bitte wenden Sie sich dazu an die Ärztin oder den Arzt Ihres Vertrauens.

Starflower
Home | Theorie | Zentren| Bücher| Links | Forum | News | Impressum | Datenschutz

© wunschkinder.de 1998-2019