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  Wie geht das mit dem Abschied
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  gelöschter User
schrieb am 06.06.2014 14:19
Hallo Ihr Lieben,

ich beschäftige mich ja zwangsweise schon eine ganze Weile mit der bleibenden Kinderlosigkeit. Nun ist es wohl Gewissheit und ich muss damit irgendwie klar kommen.

Wie um alles in der Welt soll das gehen? Ich heule nur noch. Klar habe ich noch andere Ziele im Leben, aber die erscheinen so sinnlos und klein. Ich bin gerade überschwemmt von Schmerz und weiß gar nicht, wohin mit mir.

Habe nur noch Angst…

Wie geht Ihr damit um?

Liebe Grüße sendet die Lady


  Re: Wie geht das mit dem Abschied
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  Michamaria
schrieb am 06.06.2014 15:05
Hallo,

Ich stehe zwar grade an einem anderen Punkt als du (1. icsi) aber finde diese schon so belastend dass ich nicht weis ob noch weitere folgen werden. So dass ich auch jetzt schon über das große ganze nachdenke.

Ich hab dein Profil nicht verfolgt ob du auch noch einen Plan b hast oder ob das jetzt der Abschied von Plan a, b und c ist.

Es tut mir total leid zu hören dass du beruflich ständig erinnert wirst, das ist sicher sehr schmerzhaft. Evtl kannst du in einen anderen Bereich gehen und Weiterbildungen machen die dich ablenken.
Vielleicht kannst du mit etwas das dir früher Spaß gemacht hat wieder anfangen. Vielleicht was mit Bewegung/Sport.
Oder du lenkst dich erstmal mit spannenden Büchern/ Filmen aus der Grübelei ab und verdrängst erstmal. Hilft bei mir in den schlimmsten Phasen sofort.
Ersetzt natürlich nicht die Verarbeitung. Ich denke dass dir professionelle Hilfe gut täte sofern nicht schon geschehen.

Ich wünsch dir alles gute, ich bin sicher und hoffe das für uns alle dass wir mit dem Schicksal irgendwie und mit der zeit gut zurecht kommen.
Lg


  Re: Wie geht das mit dem Abschied
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  gelöschter User
schrieb am 06.06.2014 17:52
Hallo,

vielen Dank für Deine Antwort! Es gibt keinen Plan B. Leider.

Leider sind meine Eierstöcke noch vergrößert, aber ab nächster Woche werde ich wieder mit dem Tanzen anfangen. Ich brauche Bewegung, muss Frust ablassen.

Die Therapie, die mich in der KiWu-Zeit begleitet hat, ist gerade ausgelaufen (super Zeitpunkt!), aber ich glaube, dass in diesem Fall eine Therapie nix mehr bringt. Das einzige was vielleicht helfen kann ist die Zeit. Und ein SSRI, dieses Mal werde ich nämlich eines nehmen. Ich habe jetzt soviele Medis zu mir genommen, da kann ich jetzt auch Psychopharmaka schlucken.

So ein Mist. Fühle mich unter Schock.

Ich drücke Dir die Daumen!

Liebe Grüße sendet die Lady


  Re: Wie geht das mit dem Abschied
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  Kinderlose
schrieb am 06.06.2014 20:24
Hallo liebe Lady,

ich lese hier regelmäßig und habe deine Geschichte verfolgt, deshalb möchte ich dir unbekannter Weise schreiben....

Ein Patentrezept wie der Abschied funktioniert habe ich leider auch nicht.....ich probiere mich darin noch aus sozusagen. Aber ich bin über die große Verzweiflung darüber vielleicht niemals ein Kind zu haben schon etwas heraus...diese Verzweiflung darüber überrennt mich nicht mehr Tag täglich....ich habe zwar beruflich nicht mit Kindern zu tun, bin aber in meinem privaten Umfeld sehr viel von Kindern und Schwangeren umgeben.
Ich habe eine Therapeutin gefunden die mit mir EMDR gemacht hat... ich war erst skeptisch, aber es hat mir geholfen diese pure, endlose überwältigende Verzweiflung zu überwinden....das ganze besser zu Verarbeiten was da mit mir passiert ist.....es verstehen eben nicht viele, dass uns tatsächlich etwas schlimmes passiert ist....ungewollt kinderlos zu sein hat Auswirkung auch auf das ganze nachfolgende Leben ...ein Lebenstraum eine Lebensvorstellung zerbricht einfach und ich wollte und will einen Weg finden das es nun zu meinem Leben gehört.
Wie gesagt ich probiere mich noch aus...im Moment bin ich in einer Phase der Trauer Bewältigung so zu sagen....denn ja ich trauere um ein Kind/Kinder die ich niemals haben werde und da gehören traurige Tage dazu...ich habe mir das nicht ausgesucht, aber irgendwie muss ich das bewältigen um wieder ein schönes Leben leben zu können.

Ich weiß nicht ob dir das jetzt irgendwie weiterhilft, aber ich wollte dich in deiner Verzweiflung ( ich auch auch deinen Post im KiWu Forum gelesen) irgendwie nicht alleine lassen...auch wenn wir uns nicht kennen fühle dich von mir umarmt .

Liebe Grüße
Andrea


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  Re: Wie geht das mit dem Abschied
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  Rotsah
schrieb am 06.06.2014 22:20
Hallo Lady,
Ich weiß nicht, wo du wohnst, ich bin aus ba-wü. Tanzen hab ich früher auch gemacht. Wenn du magst könnten wir uns vielleicht wirklich mal treffen? Es täte mir gut. Dir vielleicht auch? Wir sind auch relativ ähnlich im Alter (38). Meld dich hier einfach. Ich hab mich vor paar Monaten ausgeloggt, lese aber noch viel. Denke immer wieder über Adoption nach, aber naja... Der Wunsch war eben das eigene...
Muss mich auch umorientieren, bin mir aber in einem sicher: ich will wieder leben. Und die Kiwu zeit war definitiv Leben mit sehr geringer Qualität... So mag ich nicht mehr. Vielleicht könnten wir uns ein bisschen begleiten?
Gruß Rosa


  Re: Wie geht das mit dem Abschied
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  gelöschter User
schrieb am 07.06.2014 10:19
Habt Tausend Dank für Eure Antworten! Ich fühle mich heute wie erschlagen, habe wieder kaum geschlafen. Mein Kopf dröhnt. Der Schock sitzt irgendwie in den Gliedern, auch wenn ich es ja schon während des Versuchs geahnt hatte.

Aber es tut gut, von Euch zu hören! knuddel


Zitat
Rotsah
Hallo Lady,
Ich weiß nicht, wo du wohnst, ich bin aus ba-wü. Tanzen hab ich früher auch gemacht. Wenn du magst könnten wir uns vielleicht wirklich mal treffen? Es täte mir gut. Dir vielleicht auch? Wir sind auch relativ ähnlich im Alter (38). Meld dich hier einfach. Ich hab mich vor paar Monaten ausgeloggt, lese aber noch viel. Denke immer wieder über Adoption nach, aber naja... Der Wunsch war eben das eigene...
Muss mich auch umorientieren, bin mir aber in einem sicher: ich will wieder leben. Und die Kiwu zeit war definitiv Leben mit sehr geringer Qualität... So mag ich nicht mehr. Vielleicht könnten wir uns ein bisschen begleiten?
Gruß Rosa

@Rosa:

Das ist eine schöne Idee! Ich komme allerdings aus Hessen... Würde Dir gerne meine private E-Mail-Adresse geben, aber wie??

Liebe Grüße sendet die Lady


  Re: Wie geht das mit dem Abschied
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  Rosah
schrieb am 08.06.2014 07:10
  Re: Wie geht das mit dem Abschied
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  Pealotte
Status:
schrieb am 08.06.2014 12:32
Liebe Lady,

es tut mir sehr leid zu lesen, wie es Dir gerade geht!!!

Die Frage danach, wie der Abschied funktioniert ist wahrscheinlich eine dieser großen Lebensfragen - für uns und wahrscheinlich auch für andere in anderer Form.

Auf jeden Fall kann ich Dich in Deinem Plan, Antidepressiva zu nehmen, bestärken. Mache ich auch und ich fühle mich soooo viel besser! Also nicht ständig euphorisch, gar nicht, aber ich falle einfach nicht mehr so tief, kann Trigger besser wegstecken, was mir mehr Sicherheit gibt.

Das Du auch noch beruflich ständig mit dem Thema Kinder zu tun hast, stelle ich mir sehr hart vor. Vielleicht ist es aber auch gerade schön, zumindest auf diese Weise Kinder in das eigene Leben zu integrieren? Ich hatte ja mal kurzfristig die verzweifelte Idee, zur Erzieherin umzuschulen. Bin ich aber wieder von abgekommen...

Ich kenne Deine Verzweiflung sehr sehr gut. Mir geht es momentan deutlich besser mit dem Abschieds-Thema. Vielleicht, weil ich mich einfach schon ein paar Monate länger damit beschäftigt habe.

Wie viele Versuche hattet ihr denn?

Bei mir waren es 3 PUs und 7 TFs - und so langsam überwiegt die Erleichterung, das alles nicht mehr machen zu müssen. Aus der Mühle raus zu sein. Meine Energie anders nutzen zu können. Meine Gesundheit wieder zu bekommen. Einfach erstmal meine Ruhe zu haben.

Kennst Du diesen Blog: ? Das sind 2 Mädels "von uns", die über das Abschied-nemen schreiben. Mir haben ihre Gedanken sehr gut getan. Und das damit verbundene Gefühl: Ich bin nicht allein.

Und dann nimm die Antidepressiva. Gib ihnen ein paar Wochen Zeit, zu wirken. Und gib Dir selbst noch mehr Zeit.

Lg Pealotte

Ich denke unbekannter Weise an Dich!


  Re: Wie geht das mit dem Abschied
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  lonely
Status:
schrieb am 13.06.2014 10:39
Liebe Ladyahoi,

ich kann deinen Schmerz sehr gut fühlen, denn ich habe genau das auch durchgemacht, wie vermutlich alle, bei denen es trotz aller Mühen, all den Hoffnungen und Enttäuschungen, den Spritzen und Ultraschalls und Narkosen und was weiß ich alles ... am Ende nicht geklappt hat. Man fällt tief, sehr tief und man fragt sich, wie soll das gehen, so ohne Kind, obwohl es doch die ganze Zeit ging, nur eben mit Hoffnung.
Bei mir ist es jetzt über 1,5 Jahre her und es hat eine ganze Weile gedauert, aber es wird besser bis gut erträglich, auch wenn man das in der Situation nicht glauben will.
Nimm dir Zeit zum Trauern, heul, sei wütend, sei verzweifelt. Das ist wichtig. Aber mach es nicht allein. Such dir Gleichgesinnte (ich habe sie hier gefunden, aber das war so gut), Freunde, die deinen Schmerz aushalten, auch wenn sie es wohl nie nachempfinden können oder einen Therapeuten, was auch immer. Ob du Medikamente nimmst, musst du selbst entscheiden mit einem Arzt. Ich persönlich möchte heute diesen Schmerz nicht missen, denn ich denke, wenn man da durchgegangen ist, durch die Trauer, wird es irgendwann besser. Deshalb ist die Trauer wichtig. Aber bevor du völlig in Depressionen versinkst, kann es erst einmal hilfreich sein. Ich persönlich glaube, man kommt nicht drumrum, den Schmerz durchzuleben, wenn man neu durchstarten will.
Tanzen ist bestimmt eine gute Idee. Alles, was einem gut tut, ist hilfreich. Aber gib dir Zeit. So ein Einschnitt in die eigenen Lebensvorstellungen wischt man nicht einfach weg. Ich glaube oft, wir sind die unverstandendsten Frauen (und natürlich auch die Männer) auf dem Planeten. Krankheit kann jeder nachempfinden, Tod auch, auch den Verlust eines Menschen. Das kann jeden auch treffen. Aber wir haben etwas verloren, was wir nie gehabt haben. Wenn man einmal ein Kind hatte, kann man in viele Situationen kommen, aber nie mehr in die unsere. Das macht es vermutlich schwer für andere, uns zu verstehen.
Was ich dir sagen will, es wird auch wieder gute Tage geben, aber es wird ein bisschen dauern. Aber dann wird es immer besser. Keine Ahnung, ob dich das jetzt tröstet, aber ich habs versucht.

Liebe Grüße
Lonely




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