Unsere Foren

Die Kinderwunsch-Seite
 
News rund um den Kinderwunsch
amicella Network    Normale Schilddrüsenfunktion und Schilddrüsenantikörper: Sind Medikamente notwendig? neues Thema
   Endometritis: Entzündung der Gebärmutter verhindert Schwangerschaft
   Granulozyten-Kolonie-stimulierendem Faktor (Granozyte) zur besseren Einnistung bei IVF?

  Es wird Zeit für mich, eine Entscheidung zu treffen….Party
no avatar
   forumsnutzerin
schrieb am 30.05.2014 14:26
Liebe Leidensgenossinnen,

es gibt wohl nicht Neues was ich schreiben könnte, denn ich befinde mich in einer Situation, die hier viele kennen.

Seit der dritten gescheiterten ICSI und der Tatsache, dass mein Mann ein ausgesprochen schlechtes Spermiogramm hat
und ich eine sehr schwere Gerinnungsstörung habe, bin ich am Ende meiner Kräfte angekommen.

Mal abgesehen von den Schmerzen, die ich aufgrund der letzten Überstimulation hatte, merke ich, dass ich innerlich zerbreche.
Anzeichen gab es bereits während der letzten Behandlung, in dem Moment, als man mir die Bilder der Blastozysten zeigte, wollte ich
diese nicht wirklich sehen, innerlich verkrampfte sich alles, ich wurde wütend; der Grund: tiefe Angst davor, dass es wieder nicht klappen wird.

Aufgrund meiner schweren Gerinnungsstörung hatte ich nun in dieser Woche ein Beratungsgespräch in einem Spezialzentrum und musste
mir dort anhören, dass sie Frauen mit bis zu 23 (!?) Fehlgeburten behandelt haben, bis es geklappt hat. Hoffnungslos sei mein Fall nicht,
und ich sei doch noch jung (33J.)
Das hat mich in ein riesiges Loch geworfen. Es kommt mir so vor, als ob ich nicht alles für diesen Kinderwunsch geben wolle, andere Frauen
haben schließlich viel Schlimmeres hinter sich.
Und selbst diese Ärzte sagten schließlich, dass es bei den meisten Frauen dann doch irgendwie geklappt hätte, nachdem sie den Kinderwunsch
aufgegeben hätten, die Psyche sei hier doch nicht zu vernachlässigen, ….
Ich kann das alles nicht mehr hören. Warum traut sich eigentlich niemand mal zusagen:"Wissen Sie, vielleicht wird es nie klappen. Stellen Sie sich darauf ein."

Ich rede viel mit meinen Freundinnen, doch letztlich versteht mich keine, wie auch? Wer versteht schon, wie das ist, wenn er es nicht durchmacht/ durchgemacht hat?
Deshalb habe ich mich hier angemeldet. Ich hoffe darauf, mit euch darüber sprechen zu können….
Viele Grüße!


  Re: Es wird Zeit für mich, eine Entscheidung zu treffen….Party
no avatar
   Nicole1978_ICSI
schrieb am 01.06.2014 22:32
Hi!

Bei uns hat es zwar geklappt, aber es gingen viele schwere Jahre und 2 Fehlversuche voraus. Mein Gefühl zu den Versuchen stimmte aber immer. Trotz der verschiedenen Phasen mit Wut, Trauer, Unverständnis......

Dass eine Klinik Euch keine klarere Empfehlung gibt, finde ich auch etwas unglücklich. Wir haben privat immer auch über das Scheitern und das "was dann" gesprochen, aber es war für mich unvorstellbar.
Einmal hatte ich gar keine EZ, das war ein SCHOCK.

Was immer ihr macht, es muss für Euch stimmen. Sucht Euch doch mal einen Kinderwunschtherapeuten. Euch steht sogar eine psychologische Betreuung in der KiWu-Situation zu....

Klar ist es vielleicht leichter loszulassen, wenn einem ein Arzt sagt, es hat keinen Sinn. Ich hätte aber in jedem Fall die 3 Versuche gemacht, sonst hätte ich mich immer gefragt, was wäre gewesen wenn...

23 Versuche sind schon heftig.



Ich wünsche Euch auf Eurem Weg alles Gute!


  Danke Dir!
no avatar
   forumsnutzerin
schrieb am 03.06.2014 08:28
Liebe Nicole,

vielen Dank für deine Antwort. Eine Therapeuten haben wir vor einem Jahr bereits aufgesucht, inzwischen wissen wir, dass wir
uns entscheiden müssen, wie es weitergehen soll.
Ich frage mich momentan, wie man sich - vor allem als Frau - vom Kinderwunsch loslösen soll, wenn man doch theoretisch jeden Moment eine winzige Chance hat, schwanger zu werden. Das ergibt alles keinen Sinn für mich.
Viele Grüße


  Re: Danke Dir!
no avatar
   Jolena
schrieb am 05.06.2014 07:50
Liebe forumsnutzerin,

Deine Situation ist mir nicht ganz unbekannt. Mit 34 J. bin ich auch noch nicht sooo alt und wir hätten sogar noch einen 3. komplett bezahlten Versuch. Trotzdem frage ich mich auch, ist es es wert? Wenn es klappt, bestimmt. Wenn nicht, kommt es mir vor, wie ein "geplantes Trauma". Möchte ich es unserer Beziehung und uns antun?

Beruflich habe ich viel mit Einzelschicksalen zu tun und bin damit bisher gut umgegangen. Oft höre ich, "glücklicherweise habe ich meine Kinder", "Kinder zu haben, ist eine wunderbare Erfahrung, trotz...". Das macht mich oft traurig, weil mir wieder bewusst wird, was uns vielleicht verwehrt bleibt. Selbstverständlich ist ein unerfüllter Kinderwunsch keine tödliche Krankheit, aber auch nicht nur ein Beinbruch. Leider wird es wohl eine Lebenserfahrung sein, welche uns lebenslang begleitet. Das ist für mich eine furchtbare Vorstellung!

Und ich für meinen Teil glaube, dass wir nur mit unserer Fruchtbarkeit abschließen können, wenn wir wirklich in den Wechseljahren sind. Vielleicht gerade, wenn das Spermiogramm schlecht ist... Auch für Männer eine schreckliche Erfahrung und bei jeder ICSI mit erheblichem Druck verbunden. Und dann noch dieses Tabu: Als Frauen wachsen wir oft auf mit dem Gedanken, Mutter zu werden. Gleichzeitig wir von Männern aber auch in unserer aufgeklärten Gesellschaft erwartet, dass sie Kinder zeugen.

Nur so meine Gedanken...


  Werbung
  Re: Es wird Zeit für mich, eine Entscheidung zu treffen….Party
no avatar
   schneckete
schrieb am 05.06.2014 14:29
Liebe Forumsnutzerin,

ich habe für mich noch nicht ganz die Hoffnung aufgegeben, erwische mich aber immer wieder mal dabei, dass ich denke: was ist nach der Behandlung und wie soll ich dann mit allem abschließen...
Ich stehe gerade kurz vor meiner ersten PU - mit nur einem Follikel..... - darauf war ich nicht vorbereitet...
Wir haben zwei MA und 4 IUIs hinter uns und ob eine weitere ICSI bei einem Follikel die Lösung ist - keine Ahnung.
Ich denke, ich werde, wenn wir keine weiteren Versuche mehr machen wollen, wieder verhüten, weil sonst guckt man doch immer wieder nur auf den Kalender, wann gute Tage sind, hört ständig in seinen Körper rein und die Angst eine weitere Fehlgeburt zu riskieren ist bei mir riesengroß - daran würde ich sicher zerbrechen.....
Und auch den Satz "pass auf, wenn ihr damit abgeschlossen habt, dann passiert es...." - wie soll ich denn mit dem Kinderwunsch abschließen, wenn ich glaube, dass ich dann ja vielleicht schwanger werde...
Ich weiß auch nicht wirklich, wie man sich da wann entscheiden soll und hoffe einfach, dass mir mein Körper ganz klar ein Signal gibt, wenn wir es einfach beenden sollten.
Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft!
Liebe Grüße
Melanie


  Re: Es wird Zeit für mich, eine Entscheidung zu treffen….Party
no avatar
   Nicole1978_ICSI
schrieb am 06.06.2014 22:03
Hallo,

das mit dem "plötzlich schwanger, nur weil man nicht dran gedacht hat..." trifft 5% der Paare, ich vermute aber, dass durch die Stimulationen ohne direkten Erfolg dennoch etwas in Bewegung gerät.


Natürlich muss man sich an einem Punkt entscheiden. Ob das ein Versuch ist oder 23. Meine Psyche hat auch sehr gelitten, aber ich hätte eben nicht damit leben können, (mindestens) den 3. Versuch nicht zu machen. Und ja, wahrscheinlich lässt einen die Kinderfrage erst mit den Wechseljahren los.


Sucht Euch Euren Weg!


  Re: Es wird Zeit für mich, eine Entscheidung zu treffen….Party
no avatar
   hallihallo
schrieb am 20.08.2014 18:35
Das mit dem "pass auf wenn du es nicht versucht klappt es" hört man ja auch wenn man einen Partner sucht, eine neue Stelle usw.... es gibt eben immer einige Leute, bei denen so ein verrückter Zufall passiert. Das ist aussergewöhnlich und es macht irgendwie Hoffnung, und darum merkt man sich das. Aber auf eine Geschichte von "Als sie schon aufgegeben hatten wurde sie schwanger" kommen 100 oder 200 oder 500 Geschichten von "Als sie schon aufgegeben hatten, mussten sie sich damit abfinden, keine Kinder zu haben. Sie sind dann doch noch ziemlich glücklich geworden (oder auch nicht)". Aber diese Geschichten leben im Schatten. Es ist eben NICHTS passiert, was sich zu berichten oder sich zu merken lohnt. Nur eine Ahnung von dem ganzen Schmerz und der Trauer. DAs möchten wir ja eh nicht an uns heranlassen. Darum verdrängen wir diese Geschichten.
Menschen die uns zuhören sind überfordert damit unsere Trauer und Verzweiflung zu spüren. Sie wollen möglichst schnell diese negativen Gefühle aus der Welt schaffen statt sie zu zulassen. Wenn ihnen dann eine solche Geschichte einfällt erzählen sie sie sogleich, damit das Traurige und das Schwierige schnell weggehen. So ist das.


  Re: Es wird Zeit für mich, eine Entscheidung zu treffen….Party
no avatar
   Magma
schrieb am 23.08.2014 14:21
Ja, diese Erfahrung teile ich absolut.
Letzte Woche erst, habe ich wieder so eine Geschichte gehört: Jahrelange erfolglose Versuche mit verschiedensten Therapien, zur Zeit in Verhandlung mit der (privaten) KK, weitere Behandlungen bezahlt zu bekommen. Dann Urlaub - schwanger. Ich hätte kotzten mögen (ich kenne die Frau nicht, ist eine Kollegin einer Freundin).
Nach meinen Gedanken, dass ich, wie man ja immer hört, viel zu verkrampft war, selber schuld also, etc. kam mir ein Gedanke (neben dem Wissen, genau, dass man von den anderen traurigen Menschen eben nichts hört.)
Vielleicht hatte diese Frau von 30 Eizellen eine gute. Bei den letzten IVFs sind jeweils die schlechten gewachsen (Zufall). In diesem Urlaub war dann (zufällig) die gute am Start....
Ja, und das darüber sprechen, dass die Menschen immer so lösungsorientiert sind und alles positiv rücken wollen. Auf der anderen Seite: bemitleidet will ich auch nicht werden. Diese Betroffenheit in den Gesichtern und diese Hilflosigkeit und dieses oh, was soll ich dazu sagen...
Gestern erfuhr ich, dass die Tochter meiner Nachbarin schwanger geworden ist, mitten in der Ausbildung. Was soll ich dazu sagen:"Schön, aber bitte stellt den Kinderwagen nicht vor unsere Tür, aufgrund meiner Situation kann ich das nicht ertragen."
Gestern ist auch die Mutter meiner Freundin ist gestorben. An Krebs und zu jung. Scheiße. Da geht mir Vieles zum Sinn des Lebens durch den Kopf, aber auch, dass sie eine Tochter hat. Und dass meine Freundin 2 Töchter hat, die sie ablenken und ihr eine Aufgabe geben und dass diese Töchter als Enkelkinder der Mutter in den letzten Wochen Hoffnung und Freude gegeben haben...so soll es sein, oder?
Und auch: mit dieser Freundin verstehe ich mich eigentlich seit sie Kinder hat nicht mehr so gut. sie versteht mich gar nicht. Darüber konnte und kann ich mit ihr kaum reden. Über Tod reden geht, das ist viel besser nachvollziehbar, nachfühlbar.
Aber wie schon geschrieben wurde: Die Trauer der Kinderlosen ist schwer zu verstehen: Der Verlust von Etwas, dass man nicht hatte. Und es ist definitiv schlimmer als ein Beinbruch.




Zum Antworten klicken Sie bitte auf" "Beitrag antworten" oder "Beitrag zitieren" unter dem gewünschten Beitrag auf den Sie antworten möchten.



Bitte beachten Sie: In unseren Foren können nur allgemeine Informationen zum Inhalt der Fragen gegeben werden. Ferndiagnosen sind nicht möglich. Die Antworten sind unverbindlich und können aufgrund der räumlichen Distanz keine Beratung für den Einzelfall darstellen. Bitte wenden Sie sich dazu an die Ärztin oder den Arzt Ihres Vertrauens.

Starflower
Home | Theorie | Zentren| Bücher| Links | Forum | News | Impressum | Datenschutz

© wunschkinder.de 1998-2020