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  Beziehungsprobleme nun beim Abschied!?
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  Elisha
schrieb am 27.01.2014 11:22
Ein liebes hallo an alle,

nach über 3 jahren Kinderwunschzeit und insgesamt 4 Fg haben wir nun im Dezember 2013 beschlossen aufzuhören.
Anfangs war da eine große Erleichterung.
Mein Mann und ich haben in all den Höhen und Tiefen in der Kinderwunschzeit gut zusammengehalten und alles durchgestanden. Wir hatten dass Gefühl und die Gewissheit, dass unsere Ehe auch Tiefschläge und Krisen standhält. Wir sind seit kanpp 6 Jahren zusammen und seit knapp drei Jahren verheiratet. Auch ein altes Haus haben wir gekauft und ausgebaut, was wir auch als gute Prüfung für unsere Ehe gesehen haben.
Doch nun wo wir versuchen über unsere nun neu zu definierte Zukunft nachzudenken, kommen die ersten echten Probleme in unserer Beziehung auf.
Klar, als wir geheiratet haben waren unsere Zukunftspläne stimmig...ein gemeinsames Haus, jeder hat sine Arbeit und dann natürlich Familienplanung...eigene Kinder.....aber redet man schon vor der Hochzeit davon, was der andere für Vorstellung hat, fals irgendwas davon nicht klappt?!?!
Ich würde trotz des abgeschlossenen leiblichen Kinderwunsch dennoch gerne Familie leben...z.Bsp. eben mit einer Adoption oder Pflegschaft.Wir haben uns beide darüber schon sehr viel Gedanken gemacht.
Mein Mann aber scheint auch mit einem Leben ohne Kinder sehr zufrieden zu sein. Er hat angst vor einem "fremden" Kind.
Dass muss ich wohl akzeptieren...aber ich kann mir ein Leben so ganz ohne Kinder einfach nicht vorstellen...und mir geht es emotional seitdem sehr schlecht....ich weiss, dass wohl da der Traum vom Familienleben einfach dazwischen steht...und ich weiss, dass diesen Traum keine Karriere, kein Tier oder sonstiges Hobby erfüllen kann. Erst wenn ich mich davon verbaschieden kann, werde ich ein erfülltes Leben in all den anderen Dingen sehen können, was das Leben so bereithält....

Wir haben Angst um unsere Ehe, da wir uns nun schon deswegen öfters streiten und ich einfach fühle, dass er den Abscheid vom leiblichen Kinderwunsch wohl schon sehr gut verdaut hat und Zufriedenheit in seinem jetztigen Leben bereits spürt...wobei ich noch so arg kämpfe und meine Gefühle mich so arg in ein tiefes Loch ziehen, dass ich angst habe, mich ohne Kinder nie wieder so zufrieden fühlen zu können, wie er es jetzt schon kann.
Aber kann man denn als Mann zufrieden sein, wenn man sieht, wie die Frau in dieser Lebenssituation leidet? Zumal ich ja meinen Wunsch nach Familie, wegen seiner Angst vor einem fremden Kind versuche zurückzustellen. Für unsere unterschiedliche Zukunftsplanung scheint es auch keine Alternative...einen dritten Weg zu geben....deshalb haben wir echt angst, dass wir jetzt nachdem eingentlich alles vorbei ist, daran kaputt gehen....


Wer kennt sowas oder hat ähnliches erlebt....ich bin dankbar für jede Antwort!

LG, elisha


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 27.01.14 11:30 von Elisha.


  Re: Beziehungsprobleme nun beim Abschied!?
avatar  Isving
Status:
schrieb am 28.01.2014 11:37
Liebe Elisha,

Erstmal: Warst du schon bei einer Abortsprechstunde? Ist schon klar, weswegen du deine Sternchen verloren hast? Häufig lassen sich Ursachen dafür behandeln.

Die Angst deines Partners kann ich gut nachvollziehen. Ich habe auch schon ein bisschen quergelesen, ob ein Pflegekind eine Option für unsere Familie wäre. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich mir das auch schlecht vorstellen könnte. ZUgegeben, wir haben unterschiedliche Ausgangssituationen - bei uns wird es mit dem Geschwisterchen "nur" nicht klappen - dennoch kann ich deinen Mann wirklich verstehen. Eine Adoption ist in Deutschland eher unwahrscheinlich. Auf ein Kind kommen viele potentielle Elternpaare (genaue Zahl weiß ich gerade nicht). Selbst wenn man also das Anerkennungsverfahren hinter sich hat, ist kein Kind garantiert. Bei Pflegschaften ist wohl die Chance höher, dass man tatsächlich ein Kind "bekommt", dennoch haben solche Kinder unter Umständen schon eine sehr heftige Vergangenheit, die aufgearbeitet werden muss. Und dann sind da noch die Leiblichen Eltern mit Besuchsrechten und die Tatsache, dass auch Dauerpflege durchaus zeitlich begrenzt sein kann.

Ich denke, die einzige Möglichkeit herauszufinden, ob ein fremdes Kind für euch eine Option ist, wäre Kontakt zu Familien mit Pflegekindern/-adoptivkindern zu suchen. So weit ich weiß, gibt es da Angebote. Informiert euch zusammen. Wichtig wäre mMn, dass du deinem Mann klar machst, dass auch ein Nein danach in Ordnung ist. Viele Männer glauben, dass sie schon Ja zu etwas sagen, wenn es erst um die Entscheidungsfindung geht. Nimm ihn ersnt und gib ihm die Möglichkeit, sein Nein zu begründen. Vielleicht ist es ja doch eher Angst vor Unbekanntem.

Unerfüllter Kinderwunsch macht unglücklich. Auf er anderen Seite machen Kinder nicht automatisch glücklich.
Viele liebe Grüße,
Isving


  Re: Beziehungsprobleme nun beim Abschied!?
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  pmami
schrieb am 28.01.2014 20:21
Hallo Elisha,

ja, ich kann Dich auch verstehen, obwohl es bei mir damals auch "nur" um den Wunsch nach einem Geschwisterkind ging. Ich hatte schon einen Sohn aus einer früheren Beziehung. mein Mann hatte noch kein eigenes Kind. Trotzdem konnte er mit dem unerfüllten Kinderwunsch schneller, leichter und ohne das Gefühl eines Verlust abschließen. Das ist vielleicht bei Männern einfach manchmal so (auch wenn es hier im Abschiedsforum durchaus schon sehr traurige Männer gab).

Ich habe meinen Mann damals gebeten, mir wenigstens einen Schritt entgegenzukommen. Ich habe ihn gebeten mit mir auf eine der Informationsveranstaltungen zu gehen, die unser Jugendamt vierteljährlich veranstaltet. ich bin mir sicher, dass es solche offenen Infoveranstaltungen auch bei Euch gibt. Mein Mann ist mitgekommen und dort ist ihm plötzlich klar geworden, dass der Weg zu einem Pflegekind doch ein gangbarer Weg für ihn ist.

Du musst natürlich damit rechnen, dass Dein Mann danach anders reagiert und sich in seiner ablehnenden Haltung sogar noch bestärkt fühlt. Das müsstest Du ihm zugestehen und akzeptieren, denn die Entscheidung für ein gemeinsames leibliches Kind kann schon nur gemeinsam getroffen werden. Für ein gemeinsames Pflegekind gilt das umso mehr.

Du kannst Dich gerne auch mal in unserem Unterforum Adoption und Pflegschaft umsehen smile.

Viele Grüße pmami


  Re: Beziehungsprobleme nun beim Abschied!?
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  lütte79
schrieb am 29.01.2014 09:25
Hallo Elisha!

Ich kann dich auch sehr gut verstehen. Lief bei uns ähnlich ab : Heirat, Haus, KiWu…der dann unerfüllt blieb.

Also Alternative Adoption / Pflegschaft. Mein Entschluss stand fest – ich wollte diesen Weg gehen. Mein Mann zögerte. Ich habe ihn gebeten mit mir wenigstens auf eine Infoveranstaltung des Jugendamtes zu gehen.

Nach dem Info Abend sind wir diesen Weg weitergegangen. Bewerbung, Gesundheitsamt und ein mehrtägiges Seminar. Ausserdem der Austausch mit anderen Pflegeeltern.
Nach dem Seminar stand für uns BEIDE fest, dass wir das nicht wollen. Die Alternative ist von Aussenstehenden schnell genannt, aber was es wirklich bedeutet ein Pflegekind zu haben, ist ein verdammt hartes Stück Arbeit.

Wir haben und gemeinsam dagegen entschieden und sind sehr zufrieden damit.

Ich wünsche euch auch, dass ihr eine gemeinsame Entscheidung findet und trefft und ganz wichtig, dass ihr im Gespräch bleibt, wo jeder seine Ängste und Wünsche ausspricht!

Liebe Grüße!


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  Re: Beziehungsprobleme nun beim Abschied!?
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  Elisha
schrieb am 29.01.2014 13:05
Vielen Dank für all die Antworten....

ich bin jetzt wenigstens schon erstmal beruhigt, dass es nicht so unnormal zu sein scheint, was wir grad durchmachen...

Wir waren schon beim Jugendat zum Infogespräch und haben auch die Bewerbungsunterlagen vor uns liegen. Anfangs dachte ich, mein Mann habe "nur" Angst vor den Rucksäcken die die Kinder mitbringen und den daraus resultierenden Beeinträchtigungen oder gar behinderungen....doch in den letzten Gesprächen stellte sich ahlt heraus...dass er es MIR zu Liebe mitmachen würde und dass nicht nur mit der Angst der Rucksäcke im nacken, sondern auch, dass er sich nicht vorstellen kann, wie das so mit einem "fremden" Kind im haus wird...auch gefühlsmäßig... er hat nicht nein gesagt, aber ich weiss, er würde es nur MIR zu liebe tun.....und deswegen glaube ich, dass der Weg Pflegekind nicht unser Weg ist....so hart es ist, aber ich muss es lernen zu akzeptieren.

Am 4.2. haben wir Pflegeelternstammtisch wo wir eigentlich hin wollten, aber eben alles nun abgeblasen haben...da ich nicht weiss, obs gut ist, wenn wir weiter gehen, obwohl unser bauchgefühl jetzt schon was anderes sagt....

Auf jeden Fall nähern wir uns jetzt mit dieser Tatsache wieder an...und wir spüren auf jeden Fall, dass wir UNS nicht verlieren wollen...das ist ja wenigstesn was spürbar POSITIVES an dem ganzen Dilemma grad...


  Re: Beziehungsprobleme nun beim Abschied!?
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  Arianchen
Status:
schrieb am 30.01.2014 17:10
Hallo,
habe leider gerade nicht so viel Zeit. Nur so viel...wo ich das lese mit dem "fremden" Kind: Also, ich habe ein leibliches Kind und ein adoptiertes.

Mein leibliches Kind war mir in dem Sinne auch erst einmal "fremd". Als es zur Welt kam dachte ich mir "Ach, das ist jetzt mein Kind", wir mussten uns auch erst mal aneinander gewöhnen. Er sieht uns beiden noch nicht mal besonders ähnlich. Da kommt ein völlig neues und einzigartiges Lebewesen zur Welt, bei dem man nicht sagen kann "50 % Mutter, 50 % Vater".

Mein adoptieres Kind liebe ich genauso wie mein "eigenes" leibliches, er übernimmt extrem viele Eigenarten und Redewendungen von mir und ist und war mir in keinster Weise "fremd".

Ich muss allerdings zugeben, dass ich mir Pflege auch nur sehr schwer hätte vorstellen können.

Kennt ihr vielleicht Paare mit Adoptiv- oder Pflegekindern ? Oder ihr besucht mal Veranstaltungen, wo das thematisiert wird und sich vielleicht auch Ado-Pflegeeltern vorstellen. Dann ist das Ganze nicht mehr so abstrakt.

Alles gute für Euch und Euren weiteren Weg,
Arianchen


  Re: Beziehungsprobleme nun beim Abschied!?
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  chocolat
Status:
schrieb am 31.01.2014 18:02
Liebe Elisha,

das, was du hier schreibst kommt mir ziemlich "bekannt" vor. Unser Entschluss mit den Behandlungen aufzuhören, ist jetzt über ein halbes Jahr her. Das heißt, ich hatte schon mehr Zeit , mich zu verabschieden und die Phase so kurz nach diesem Entschluss, in der Du gerade steckst, habe ich schon durch.
Kurz nachdem ich wusste, dass ich nie ein leibliches Kind haben würde, bin ich auch in so eine Art "Aktionismus" verfallen. Ich habe mich über Adoption erkundigt, meinen Mann mit zum Jugendamt geschleppt und viel darüber nachgedacht, ob das unser Weg sein könnte. Mein Mann ging mir zuliebe mit, aber auch bei ihm ist es so, dass er kein "fremdes" Kind will.
Aufgrund unseres Alters kommt die Adoption eines Babys leider nicht in Frage - Auslandsado oder Pflegeelternschaft wäre sicher möglich. Aber je länger ich darüber nachdenke und nicht nur aus meiner Trauer heraus krampfhaft einen "Plan B" suche, merke ich, dass das wohl wirklich nicht unser Weg ist. Ein älteres und damit höchstwahrscheinlich traumatisiertes Kind zu erziehen, ich glaube, damit wären wir beide überfordert. Ich bewundere alle Eltern, die sich dazu entschließen, aber für uns wäre es nichts.
Ich will damit sagen, dass du noch sehr frisch deinen Entschluss, Abschied zu nehmen, gefasst hast. Vielleicht ist es noch zu früh, über "Plan B" nachzudenken. Ich weiß nicht, wie alt ihr seid, aber wenn ihr Zeit habt, würde ich dir raten: Lass sie dir. Traure erstmal um eure Sternenkinder und das Zerbrechen eurer Träume und sammle neue Kraft. Du hast so viel durchgemacht!. Ist doch klar, dass das auch eure Beziehung belastet. Und dann versucht, gemeinsam eine Entscheidung zu finden, die richtig für euch ist.
Und auch das kann ich nachvollziehen: Ich hatte auch immer das Gefühl, mein Mann kommt viel schneller darüber hinweg und trauert gar nicht "richtig". Ein Psychologenehepaar hat uns erklärt, dass das nicht stimmt. Männer trauern nur anders. Und mein Mann hat schon auch darunter gelitten, mich so leiden zu sehen und nicht helfen zu können. Er konnte es nur nicht ausdrücken (erst mit "Hilfe"). Wie du siehst, eure Situation ist gar nicht so außergewöhnlich.

So viel vielleicht mal von mir. Wenn du mehr wissen willst, frag gerne nach.

Liebe Grüße und alles Gute für euch wünscht
choco

P.S. Ich habe in einem anderen posting gelesen, dass dich der "Alaska-Vergleich" aus diesem Forum so angesprochen hat. Das geht mir genauso, ich finde ihn soo passend. Auch ich bin in Alaska gelandet und es ist immer noch kalt und ich sehne mich oft nach Strand und Wärme. Aber ich habe inzwischen einige dicke Pullis und Daunenjacken und auch in Alsaka gibt es Tolles zu erleben. Wer weiß, vielleicht werde ich ja hier mindestens genauso glücklich wie in der Karibik. Ich glaube zumindest felsenfest, dass das möglich ist und will mir's in Alaska kuschelig machen.




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