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  Anonym_2013
schrieb am 02.12.2013 21:42
Hallo zusammen,

ich schreibe heute mal anonym. da ich gerade versuche meine Gedanken und Gefühle zu sortieren.

Ich befinde mich gerade in einer Phase, wo ich nicht weiß wie es weiter gehen soll. Einige von Euch werden das sicherlich kennen.

Aber erstmal zu mir:
Wir versuchen seit ca 5 Jahren ein Kind zu bekommen. Das erste Jahr auf "natrülichem" Wege, nachdem sich überhaupts nichts tat bin ich zum Frauenarzt. Als alles organische in Ordnung war, sind wir in die KiWu Klinik.
Es folgten 6 stimmulierte Zyklen GVnP. Im zweiten Zyklus wurde ich auch gleich schwanger! Die Schwangerschaft endete leider in der 10 Woche in einer FG.
Bei allen anderen Zyklen war das Ergebnis leider immer negativ.
Nach den stimmulierten Zyklen haben wir eine IVF gemacht, wieder negativ. Dann hatten wir noch 2 Kryotransfers, bei einem wurde ich wieder schwanger aber FG in der 5 SSW.
Die letzte Kryo war leider auch negativ!

Diese ganzen Jahre des KiWu haben mich ziemlich mitgenommen und verändert. Und leider auch meine Ehe.traurig
Nun weiß ich momentan nicht was ich machen soll. Weitermachen und noch eine IVF wagen oder den Kinderwunsch aufgeben und versuchen mich mit dem Gedanken kinderlos zu bleiben abzufinden??

Wenn ich an eine Zukunft ohne Kinder denke, fühle ich mich gar nicht gut. Ich fühle mich schuldig, dass ich meinem Mann keine Kinder schenken kann und ich fühle mich total nutzlos und als Versager! Diese Gedanken tun so unendlich weh.
Aber ich möchte auch einfach mal wieder leben. Ohne dass ich von Ultraschall zu Ultraschall denke, unbeschwert sein, Spaß haben, einfach Pläne schmieden für mein restliches Leben.

Und immer wenn ich den Punkt ankomme, dann frage ich mich, ob ich nicht zu früh das Handtuch geschmissen habe und nicht doch noch einen Versuch machen sollte. Ich habe noch immer Hoffnung, dass es klappen könnte. Leider habe ich auch eine Heidenangst davor, dass ich wieder eine FG erleide. Und ich glaube, dass würde mir den Boden unter den Füßen wegziehen und ich weiß nicht, ob ich damit umgehen könnte.
Mein Mann möchte am liebsten aufhören, weil er auch sieht wie schlecht es mir immer nach einem erneuten negativ geht. Aber leider geht es mir so auch schlecht.

Ich habe das Gefühl, dass der Kinderwunsch bei mir einfach stärker ist als bei ihm! Verdammte Evolution!
Tja, es wird mir leider keiner von Euch eine Antwort auf meine Frage geben können. Aber ich musste mir das mal von der Seele schreiben. Vielleicht geht es ja jemanden hier genauso?

Meine scheiß Schuldgefühle und das Gefühl nichts wert zu sein, machen mich einfach jeden Tag fertig!

Danke fürs Lesen und sorry, ist länger geworden!
Mein Mann


  Re: Verzweifelt, aufhören und weiterhoffen?
avatar  Isving
Status:
schrieb am 03.12.2013 09:24
hallo,

Ich weiß nicht wie alt du bist - aber es hört sich an, als brauchst du zumindest eine ernstgemeinte längere Pause vom Kunderwunsch. Entweder um für einen weiteren Versuch Kraft zu sammeln oder um dich an den Gedanken an eine Zukunft ohne Kind anzunähern. Oder um auszuloten, welche Möglichkeiten (Adoption, Pflegschaft...) evtl. noch in Frage kommen. Aber so wie du es schreibst, brauchen du und dein Mann ganz dringend eine Erholung. Nimm es deinem Mann nicht übel, dass er sich schneller als du abfindet mit der Option "Dann halt nicht...", Männer sind da häufig wesentlich pragmatischer als man selbst.

Versagen ist ein sehr hässliches Wort. Und es trifft auch nicht zu - versagen kann man nur bei Dingen, die man schaffen könnte, wenn man sich nur bemühte. Ihr habt alles machbare unternommen und wahrscheinlich sogar darüber hinaus. Ja, ihr seid (vorerst) gescheitert. Versagt habt ihr nicht.

Vorschlag: Nimm 1 Jahr die Pille. In der Zeit erholt ihr euch, verliebt euch neu, spart ein bisschen Geld, redet so wenig wie nötig über Kinder und bekommt beim Leben wieder einen Fuß in die Tür. Und dann, wenn ihr wieder die Kraft habt und emotional wieder auf der Höhe seid, überlegt ihr zusammen, ob es noch einen Versuch gibt oder ob euer Kinderwunschweg schon ein Jahr zuvor geendet hat. Vielleicht holt ihr euch für dieses Gespräch sogar jemanden von außen dazu (Mediator, Paarberatung, ...)
Zum Thema Selbstwertgefühl: Schaffe dir etwas, auf das du stolz sein kannst. Tu was für deinen Körper, renoviere die Wohnung, übernimm ein Ehrenamt, lerne eine Fremdsprache/tanzen/reiten/Trompete spielen oder organisiere tolle Parties. oder oder oder.

Los, raus aus dem Loch!
Isving


  Re: Verzweifelt, aufhören und weiterhoffen?
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  Anonym_2013
schrieb am 03.12.2013 16:40
Hi Isving,

Danke für deine aufbauenden Worte.

Leider ist das Alter mein Problem traurig
Eine Pause ist für mich nicht mehr drin. Ich bin bald 40 und somit drängt die Zeit etwas. Da ich ein paar chronische Erkrankungen haben, die die gesamte Sache nicht einfacher machen, und daher habe ich für mich vor längerer Zeit schon ausgeschlossen, über die 40 hinaus zu basteln. Mir ist das Risiko für meine eigene Gesundheit etwas zu gross. Ich lege mich hier sicherlich nicht auf ein paar Monate fest, aber somit ist eine Pause von einem Jahr für mich nicht drin.

Die Frage nach Adoption scheidet aufgrund unseres Alters aus und eine Pflegschaft kommt für uns beide auch nicht in Frage. Somit bleibt nur noch die Frage weitermachen oder aufhören.
Du hast Recht (und irgendwo tief in mir drin, weiß ich das auch), dass ich nciht versagt habe. Leider sag ich mir das ständig, aber es kommt nicht so richtig an traurig
Für mich fühlt es sich leider nach wie vor so an, als hätte ich versagt.

Ich werde mal sehen, womit ich mich ablenken kann und vielleicht gelingt es mir ja tatsächlich mich wieder besser zu fühlen. Wahrscheinlich heilt die Zeit doch alle Wunden...


  Re: Verzweifelt, aufhören und weiterhoffen?
avatar  Isving
Status:
schrieb am 08.12.2013 12:23
Hallo du,

Ich glaube nicht, dass die Zeit alle Wunden heilt. Aber man lernt, mit den Schmerzen zu leben. Ganz ehrlich: Wenn du es irgendwie nervlich, körperlich und finanziell schaffst, mach noch einen letzten Versuch. In dem Bewusstsein, dass es das letzte mal sein wird und am besten mit psychologischer Unterstützung.

Ich drücke dir und deinem Mann die Daumen, melde dich mal, wenn du dich entschieden hast!
Isving


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  Re: Verzweifelt, aufhören und weiterhoffen?
no avatar
  anonym_2
schrieb am 17.12.2013 09:58
Hallo liebe Anonym_2013,

erst mal herzlichen Dank für Deinen Beitrag! Du schreibst mir aus der Seele.... auch wenn ich auf all diese Fragen, die einem das Hirn zermartern, keinen Antwort weiß, tröstet es mich ein wenig, dass ich mich Dank Deines Beitrags nicht so total allein auf dieser West fühle!

Wie weit geht man? Wieviel Versuche sind sinnvoll? Wieviel kann man überhaupt verkraften? Ein Leben ohne Kinder? Worin soll da der Sinn liegen? Und das, was Du schreibst: einfach nichts wert zu sein. Das schmerzt unendlich!

Es tut mir unsagbar leid, aber vielleicht tröstet es auch Dich ein wenig, zu lesen, dass Du mit all Deinen Gedanken und Emotionen nicht alleine bist!

Sein ganz lieb gegrüßt!

anonym_2


  Re: Verzweifelt, aufhören und weiterhoffen?
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  Bärli123
schrieb am 17.12.2013 19:36
Hallo Anonym 2013,

ich kann sehr gut nachvollziehen wie du dich fühlst und welche Gedanken ständig um dich kreisen.
Ich bin selber 40+ und muss mich selber erst damit zurechtfinden keine Kinder bekommen zu können.
Wir hatten auch zuerst über ein Jahr es auf den natürlichen Weg versucht und dann ist es mit den ganzen Untersuchungen angegangen und dann kam endlich die erste ICSI - bei uns ist leider mein Mann derjenige woran es vorrangig scheitert - wir hatten dann nach endlos langen Zittern doch Glück und es ließen sich Eizellen befruchten - womit keiner von gerechnet hatte war, dass sie sich nicht bei mir eingenistet haben - da ging für uns und vor allem für mich eine Welt unter. Wir nahmen dann über das Institut der KiWu psychologische Beratung in Anspruch wobei wir auch andere Pärchen mit ähnlichen Problemen kennenlernen konnten, wo wir nach Jahren noch heute regen Kontakt haben. Leider wurde bei meinen Mann das Klinefeltersyndrom festgestellt, obwohl der Diagnose und unserem Alter hielten wir uns trotz allem an einem Strohhalm fest und versuchten es erneut - leider ohne Erfolg. Da mein Mann hierzu sich auch immer wieder unters Messer legen musste, war dies noch einmal eine extra Portion an Paararbeit ob oder ob nicht.
Ich denke es ist sehr schwierig hier einen perfekten Ratschlag geben zu können - eines ist aber meiner Ansicht nach sehr wichtig, es müssen bei einem Versuch beide Partnerteile voll dahinterstehen, auch wenn jetzt meistens die Frau die treibende Kraft ist und ich weiß, weil ich es aus eigener Erfahrung kenne - dass man ab Beginn einer Hormonbehandlung "schwanger" ist - sollte man so gut es geht versuchen sich auch auf andere Themen und schöne Dinge im Leben zu konzentrieren - damit die Partnerschaft nicht komplett vom Thema Baby beherrscht wird.
Wir haben für uns beschlossen keinen weiteren Versuch zu starten und dies ist jetzt schon über 1 1/2 Jahre her, ABER wir verhüten nicht und mein Leitfaden ist: wenn es wirklich sein soll, wird es auch passieren. Ich weiß natürlich, dass dies zu fast 1000% nicht möglich ist, aber wie heißt es so schön: die Hoffnung stirbt zuletzt.
Wie es mir allgemein damit geht? Einmal so und einmal so. Ich habe zum Glück ein sehr harmonisches Eheleben, wir sind erst in eine schöne Doppelhaushälfte gezogen, der Job passt UND wir haben uns vor 2 Jahren zwei Babykatzen genommen - die unser ein und alles sind - ja klar, mit eigenen Kindern nicht gleich zu setzen, aber wir könnten uns ein Leben ohne die zwei Racker nicht mehr vorstellen.
Vielleicht konnten dir meine Worte etwas in deinem Gefühlschaos helfen.

GLG
Bärli123




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