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  Wo sind die Männer?
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   basti75
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schrieb am 17.08.2012 02:32
Hallo zusammen,

ich bin neu hier ... und muss gleich zu Anfang mal eine Frage los werden: Wo sind meine Geschlechtsgenossen?

Kaum ein Beitrag eines Mannes. Keine Meinungen, keine Fragen, keine Gefühle. Ist Kinder (nicht)kriegen - aller Emanzipation zum Trotz - reine Frauensache?
Traut sich das vermeintlich starke Geschlecht nicht hier auch seinen Beitrag zu hinterlassen? Binden Frauen ihre Männer nicht mit ein? Ich verstehe es nicht ...

Ich kann es nachvollziehen, dass es ein großer Schritt ist, sich in der Internetgemeinde als "zeugungsunfähig" zu "outen" ... klar ist da schnell das Ende des männlichen Stolzes erreicht ... das interessiert hier aber keinen! ... und außerdem ist man ja als Paar nicht in der Lage ein Kind zu bekommen ....

Und die andere Hälfte - wenn es an der Frau liegt? Häufig habe ich hier gelesen, dass eine Trennung in diesem Fall für den Mann das Mittel der Wahl ist ... Ist es das wirklich oder täuscht der Eindruck? Ich hoffe letzteres, weil dieses Verhalten fände ich doch sehr zweifelhaft!

Zu uns: Wir sind Anfang/Mitte 30 und sind nach unserer Heirat voller Elan in das Projekt Kinderwunsch gestartet. Nach dem Absetzten der Pille bliebt dann auch spontan die Periode aus, so dass wir voller Hoffnung auch direrkt zum Schwangerschaftstest gegriffen haben ... negativ ... einen Monat später hatten wir dann schon die Hormonwerte meiner Frau (hier sind hoffentlich alle Profi, so dass ich diese nicht mehr erläutern muss) FSH > 90, AMH < 0,16 ... die in der Kinderwunschpraxis haben zwar noch etwas probiert, haben aber auch dirket gesagt, dass es bei der Vorgeschichte meiner Frau (9 Chemotherapien - 2x Hochdosis und Strahlentherapie) wenig Hoffnung gibt .... so mussten wir wenigstens nicht lange "leiden" - vom Kinderwunsch über einen Schwangerschaftstest zur Psychotherapie in 4 Monaten ... Die verbleibenen Alternativen mit Eizellspende und Adoption stellen für uns zur Zeit keine Option dar. Wir haben uns intensiv damit auseinander gesetzt und müssen/wollen nun versuchen unser Leben ohne Kinder neu zu ordnen.

Es wäre schön, hier mit netten Menschen, die einen verstehen, weil sie in einer ähnlichen Situation sind, ins Gespräch zu kommen. Wie denken andere - unabhängig vom Geschlecht - darüber? Wie kann man seinem Leben eine neue Perspektive geben? Wo findet ihr Halt, Trost und Mitgefühl?

ich würde es gerne verstehen ....


  Re: Wo sind die Männer?
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   hallihallo
schrieb am 17.08.2012 15:34
Hi Basti
ja wo sind sie denn die Männer. Am besten fragst du sie mal, deine Geschlechtsgenossen. Aber nicht hier, denn da sind sie ja nicht. Bei einem Bier oder so.
Ja es ist schwierig über dieses Thema zu sprechen. Warum nicht mehr Männer dann das i-net nutzen versteh ich auch nicht.
Ich hatte vor einigen Wochen eine spezielle Begegnung. Ich hatte mich mit einem Mann in meinem Alter zum Business-Lunch verabredet. Der sitzt im Vorstand der Organisation für die ich arbeite. Ich hatte ein Problem damit welche Meinungen er z.T. äussert bzw. verstehe die auch nicht wirklich, und dachte lieber erst mal bei einem Mittagessen auf den Zahn fühlen.
Als ich fragte "wie geht's" sprudelte er drauf los... schlecht, von der Frau getrennt, das 2jährige Kind ist bei ihr, ausgezogen daheim, Schuldgefühle weil er sich in eine andere verliebt hatte, Lebenskrise, Sinnfrage usw....
So gings mir vor einem Jahr auch noch und ich überraschte mich dabei dass ich ihm erzählte der Grund dafür war, dass ich nicht schwanger wurde und mein Ex mich dann verliess. Das würde ich in dem Detailliertheitsgrad eigentlich keinem beruflichen Kontakt erzählen. Dann überraschte er mich damit, dass er erzählte, er und seine (Ex-)frau hätten lange unter unerklärter Kinderlosigkeit gelitten. Das Kind kam dann zwar, aber er denkt das war es was die Ehe damals gleich schon zerstört hat.
Na gut wir redeten dann über unsere private Sicht der Dinge, die beruflichen habe ich jetzt immer noch nicht geklärt.
Das vielleicht als kleiner Mutmacher, wenn man sich traut über die Situation zu sprechen, kann man auch im direkten Umfeld Menschen finden die wissen was wir durchmachen und sich austauschen.


Ja, und ist die Trennung für den Mann das Mittel der Wahl? Meine Erfahrung mit dem Ex und auch mit ganz vielen GEschichten die ich in Kinderwunschforen gelesen habe: Leider scheint es so zu sein, dass viele Männer beim Thema Kinder immer noch herzlich wenig Verantwortung übernehmen. Das fängt ja schon bei der Verhütung an (in meiner heutigen Lage bin ich auch auf singleforen unterwegs. Da gibt es ernsthafte Diskussionmeinungen eine Frau auf Partnersuche müsse die Pille nehmen. Weil es ja zum Sex kommen könne. Das sei Sache der Frau. Also noch bevor eine Beziehung ernsthaft entstanden ist. HALLOOO?)
Die Frauen sind es oft, die den Kinderwunsch planen. Die Männer bedürfen der Überzeugung. Klappt es nicht (gleich), stellen viele Männer auf stumm, auf aussitzen des Problems, können nicht darüber reden, die Beziehungen gehen kaputt. Obs an ihm oder ihr liegt scheint nicht so relevant (in meinem Fall war der Ex derjenige mit den schlechten Spermien).
Früher haben Männer Frauen geschwängert und sie dann mit dem Kind sitzen gelassen. Heute scheint es dass sie sie auf dem KinderWUNSCH sitzen lassen.
Du merkst ich bin da sehr verbittert. Ein Beitrag wie der von dir, oder Freunde wo es der Mann ist der gern Kinder hat und sogar noch ein Drittes möchte, sind Hinweise, dass es nicht alle Männer sind die so denken.
Viel Hoffnung gibt mir das für mich persönlich nicht, denn ich bin jetzt 40 Jahre und der Zug ist abgefahren. FAlls ich einen Mann treffen wollte, der Kinder will, bin ich die falsche Partnerin für ihn traurig.
Ja, ich glaube daher, dass deine Einschätzung stimmt: Viele Männer, auch wenn sie sich grundsätzlich Kinder wünschen, wollen mit dem Thema dann doch bitte möglichst wenig zu tun haben bzw. wenns schwierig wird, ergreifen sie die Flucht . Leider.


  Re: Wo sind die Männer?
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   Tomke74
schrieb am 18.08.2012 08:47
Hallo Basti,
da ich in Foren wie diesem wirklich sehr sehr selten Männer angetroffen habe, freue ich mich sehr, dass Du Dich traust.

Auch ich bin eine der "Verlassenen". Mein Mann wollte zwar auch Kinder und ist den Weg auch mit mir gegangen, aber "Arbeit" lag bei mir. Ich bin zu den meisten Terminen allein gefahren und mußte mir daher auch allein merken, was man wann tun muss. Er hat mir allerdings immer das Gefühl gegeben hinter mir zu stehen. Wenn dann aber der nächste Versuch anstand, war es das größte Drama, dass er in den Raum muss und sein Sperma abgeben.
Ich möchte hier nicht lästern, aber ich glaube die meisten Männer haben wirklich eine andere Art damit umzugehen. Das macht es dann auch für das Zusammenleben schwer und scheint ja häufiger zu Trennungen zu führen.

Darf ich fragen warum Adoption für Euch kein Thema ist? Kurz unsere Geschichte dazu: Zu Beginn des KiWu war es das für und/ mich auch nicht. Ich war ja überzeugt, dass das alles klappt. Selbst nach den ersten erfolglosen Versuchen, konnte ich es mir überhaupt nicht vorstellen. Wir haben dann nach dem letzten Versuch ein Jahr "Bedenkpause" eingeschoben. Danach habe ich einfach mal Kontakt zum örtlichen Adoptionsverein aufgenommen. Wir haben uns dann Abends mit einer Familie getroffen, die 2 Kinder adoptiert haben und die haben uns erzählt, wie das Ganze war. Es ist sicher kein einfacher Weg und man steht vor vielen Herausforderungen, die man mit leiblichen Kinder nicht hat, aber beide machten den Eindruck, als hätten sie genau die richtige Entscheidung für sich getroffen.
Das heißt natürlich nicht, dass das ein sinnvoller Weg für jeden sein kann. Bei uns wird ein so genannter Adoptionsvorbereitungskurs angeboten. Dabei werden Paare von einem Profi darauf vorbereitet, was auf sie zukommt. Ich hab lange mit der "Trainerin" telefoniert und sie hat mir auch erzählt, dass einige den Kurs machen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob Adoption wirklich etwas für sie ist. Daher finde ich die Möglichkeit super.
Wir waren auch für so einen Kurs angemeldet, aber mein Mann hat sich dann vor 2 Monaten getrennt.

Ich wünsche Euch von ganzem Herzen viel Glück weiterhin und das Ihr einen Weg für Euch findet!


  Re: Wo sind die Männer?
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   basti75
Status:
schrieb am 19.08.2012 03:05
Hallihallo hallihallo,

ja - da schwingt schon ein klein wenig "Verbitterung" zwischen Deinen Zeilen mit ... und das zu recht! Nur solltest Du versuchen, das Kapitel hinter Dir zu lassen, denn damit ist letztlich keinem geholfen (ein sehr weiser Ratschlag, den Dir sichlich noch niemand gegeben hat) - aber immerhin bist Du ja in SIngle-Foren unterwegs - Du hast also die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben zwinker ...

so etwas kann eine Beziehung doch extrem belasten - Flucht ist da eine bequeme Möglchkeit, sich nicht den Problemen und der Verantwortung stellen zu müssen ... viele Beziehungen beruhen heute auf den "falschen" Grundsätzen - und so können schon leichte Spannungen eine Krise auslösen ... die Statistken sprechen da für sich - eine Ehe hat heutzutage einen anderen Stellenwert in der Gesellschaft ... und ein unerfüllter Kinderwunsch ist etwas mehr, als nur eine leichte Spannung! ... wenn Eure Beziehung diese Krise nicht überlebt hat - nunja - vielleicht kannst Du eines Tages zurückschauen und daran auch etwas positives entdecken ...

Warum Männer nicht darüber reden können? ... Männer sind ja bekanntlich nicht gerade sprudelnde Quellen, wenn es um die Mitteilung von Gefühlen geht ... und wenn sich Dein Ex auch Kinder gewünscht hat, dann wird er ganz bestimmt versucht haben, für sich selbst Antworten zu finden - erst wenn ein Mann für sich Antworten gefunden hat, kann er vielleicht darüber reden ... Frauen reden meist sofort ... und wenn diese Gegensätze aufeinander prallen ... zugegeben: meine Frau und ich meiden in letzter Zeit das Thema ein wenig - Anfangs haben wir sehr viel geredet - Heute wird das Thema zwischen uns ganz vorsichtig behandelt - ja sogar tabuisiert ... warum das so ist? Wenn wir anfangen darüber zu reden, fangen wir auch an, das Thema wieder in den Lebensmittelpunkt zu rücken ...

Und ja - die Umwelt kann durchaus ganz unterschiedlich reagieren. Es gibt nur ganz wenige Menschen, denen wir uns bisher mitgeteilt haben. Anfangs hatten wir beide ein unheimliches Mitteilungsbedürfnis, welchem wir aber auf Anraten unserer Therpeutin nicht statt gegeben haben - bisher weiss es aber nur der engste Familienkreis und ein paar (sehr entfernte) Bekannte (als Versuchszielgruppe) ... alle unsere Freunde wissen davon nichts - den Fettnäpchen ist damit natürlich Tür und Tor geöffnet - aber wir wollen nicht mit der Tür ins Haus fallen, sondern auf passende Momente warten und das eher vorsichtig angehen ... zumal der Großteil des Freundeskreises Kinder hat und damit für uns eine komplizierte "Zielgruppe" darstellt (das ist aber ein anderes Thema, über das sich ebenfalls vortrefflich und ausgiebigst philosophieren lässt)
Und wieder ja - man findet im direktem Umfeld Menschen, die wissen, was man durchmacht ... eines meiner "Lieblingskapitel" ... wir standen gerade ganz frisch vor unserem Problem (erste Ergebnisse von der Frauenärztin) - wir kommen gerade vom Bluttest - da offenbart uns meine Schwester freudestrahlend, dass sie schwanger sei ... unsere Gefühle in dieser Sekunde muss ich nicht näher beschreiben .... wir haben uns einen Wimpernschlag lang nicht gefreut - das hat meine Schwester sofort bemerkt ... und ein paar Stunden später (nachdem wir erst einmal fluchtartig die Szene verlassen haben) darüber geredet ... und da haben wir erfahren, dass meine Schwester sofort gewusst hat, dass es bei uns ein Problem gibt, weil sie selber seit zwei Jahren verzweifelt "probiert" hat und Patientin der KiWu-Praxis ist ... da hatten wir spontan jemanden, der genau weiß, was wir durchmachen ...
Sie hatte dann eine FG ... und dann haben wir parallel die KiWu-Praxis besucht ... irgendwann waren wir dann raus ... sie ist jetzt wieder schwanger - sieht gut aus ... aber emotional sind wir jetzt in der Hölle ... auf der anderen Strassenseite wird ein Kind aufwachsen, dass uns täglich an unser eigenes Schicksal erinnern wird ... wir haben noch keinen Plan, wie wir damit umgehen können ...


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  Re: Wo sind die Männer?
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   basti75
Status:
schrieb am 19.08.2012 03:30
Hallo Tomke,

da bin ich wirklich anders gestrikt ... ich war bei jeder Untersuchung, Besprechung und Behandlung dabei ... das liegt zum einen wohl daran, dass das wirklich unser gemeinsames "Projekt" war - zum anderen waren wir durch die Krebsthearpie meiner Frau schon in dieser Hinsicht "vorbelastet" - Begleitung zu Ärzten ist seit dem Pflichtprogramm ...

Adoption - wir haben sehr ausgiebig zusammen mit einer Therapeutin und alleine über alle erdenklichen Szenarien nachgedacht. Wenn ich jetzt schreibe, dass etwas "kein Thema" ist, dann weil wir zu dem Entschluss gekommen sind, dass das so ist ... es ist nicht so, dass wir uns damit nicht auseinander gesetzt haben ... aber in der Tat haben wir den Gang zum Jugendamt noch in unserem "Pflichtprogramm" - mit der derzeitigen Grundhaltung, dass wir uns davon überzeugen, dass eine Adoption wirklich für uns nicht in Frage kommt - wenn es anders kommen sollte, ist das dann auch in Ordnung - nur die Initiative, da einen Termin zu machen, will momentan keiner von uns beiden übernehmen ... aber als Adoptiveltern sehen wir uns beide derzeit nicht - ich kann das schlecht beschreiben - es ist mehr so ein Gefühl ...


  Re: Wo sind die Männer?
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   hallihallo
schrieb am 20.08.2012 17:48
Hallo basti
naja, ich gehe schon davon aus dass ich irgendwann mal wieder einen Partner haben werde. Mit 40 Jahren, kann ich aber einfach einem zukünftigen Partner nicht die Hoffnung machen, dass wir mal Kinder haben werden. In singlebörsen muss man sich entscheiden, ob man seinen Kinderwunsch angibt oder nicht. Natürlich muss sich eh erst eine Beziehung/Liebe entwickeln aber es wird sozusagen vorsortiert. Auch ein Mann kann mit 46 Jahren immer noch angeben, dass er Kinder will. Und seine Dates entsprechend aussuchen. Was soll ich machen? Wenn ich Männer ohne Kinderwunsch date, kommt der ganze Schmerz wieder hoch, dass das jetzt auch wieder einer ist, der frauen keine Kinder machen will. Date ich einen mit Kinderwunsch, dann läuft er Gefahr, dass er von mir verarscht wird, weil ich zu alt bin. natürlich gibt es immer wieder Wunder und Überraschungen, aber fest damit rechnen kann man wohl nicht mehr.

Ja wenn ich eine Lehre aus meiner Beziehung ziehe, dann, dass wir Frauen uns vielleicht oft auch nur einbilden, dass wir ja die "Guten" im Konflikt sind, weil wir "reden" und der böse Partner "mauert". Dabei macht frau manchmal ihrem Partner nur die Hölle heiss oder quasselt endlos, aber ohne wirklich was konstruktives einzubringen. Es ist eine dünne Linie zwischen "reden" und "nörgeln". Dass viele Männer aber effektiv "mauern" scheint mir schon so zu sein und da fühlt man sich als Frau extrem verarscht. Es ist wie gegen eine Wand zu rennen, immer und immer wieder.


Ich habe also keine Ahnung ob mein Ex "für sich selber eine Antwort gesucht hat". Ich kann es nur annehmen. Und ich muss spekulieren, dass die Antwort die er fand, war, die Flucht zu ergreifen und mit dem Thema nix mehr zu tun haben zu wollen. Noch schlimmer kann man eine Frau kaum verarschen.


  Re: Wo sind die Männer?
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   Mayahibbel
Status:
schrieb am 23.08.2012 08:12
Hallo Basti,

schön, dass ein Mann sich mal zu Wort meldet hier, gute Frage, warum so wenig Geschlechtsgenossen von Dir hier schreiben....???
Mein Ehemann lag während unserer KIWU Zeit am liebsten stumm auf der Couch und brummelte vor sich hin. Und wenn wir mal miteinander geredet haben, dann eh nur über Medizin, Arzttermine, Babys, mögliche Schwangerschaft... Im Nachhinein betrachtet, war es eine ganz schöne Belastung für unsere Ehe. Im Bett lief so gut wie gar nichts, auch nicht gerade schön.
Da wir nur ganz ganz wenige Leute eingeweiht haben in unser Probelm, war mein Mann auch mit der einzige, mit dem ich reden konnte. Und das ihn das mindestens so sehr belastet hat wie mich, hat er mir auch nun erst im Nachhinein erzählt. Er war halt hilflos und überfordert.

Nun ist das Thema eigene Kinder für uns leider abgehakt. Nach 5 Embryonensfers, (2 IVF, 3 Kryo Versuche) durfte ich mit einer schweren Gebärmutterentzündung ins Krankenhaus. Mein Gynäkologe, nicht die KIWU Praxis, hat mir auch abgeraten weiterzumachen - meiner Gesundheit zu liebe. Und auch mein Mann hat mir quasi verboten, weiterzumachen. Ich sei ihm wichtiger als eine erzwungene Schwangerschaft, ob wir dann je ein gesundes Kind bekommen hätten, weiss man ja auch nicht. Eine Adoption möchten wir beide nicht.

Zur Zeit geht es uns aber endlich mal wieder richtig gut. wir geniessen unsere Partnerschaft. Sind beide glücklich, dass die ganze KIWU Zeit vorbei ist. ich brauch keine Hormontabletten, Spritzen etc... und mein Schatz nicht mehr zur Samenspende. Ist glaube ich auch nicht ganz so schön zwinker
Wir gehen abends in den Biergarten oder einfach raus in die Natur, ins Kino oder Theater, planen Reisen und sind richtig glücklich. Ich hoffe es bleibt so.

Nur habe ich immer noch Probleme mit schwangeren Frauen, jungen Müttern und kleinen Kindern. Ich könnte platzen vor Neid und die 'Bälger' die einen dann auch noch süüüss anlächeln, grrr....

Na ja eine Freundin von mir meinte (auch ungewollt kinderlos ) mit den Jahren gehts vorbei. Hoffentlich.

Ich wünsche Dir und Deiner Frau alles Gute. Haltet zusammen, das ist das Wichtigste.

LG Maya
.


  Re: Wo sind die Männer?
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   Schutzmann
Status:
schrieb am 29.08.2012 14:11
Hallo Basti!


Hier meldet sich dann doch noch mal jemand vom vermeintlich "starken" Geschlecht zu Wort.
Ganz ehrlich, auch mir ist schon aufgefallen, dass hier kaum Männer schreiben, auch wenn ich erst seit einem Jahr hier im Forum angemeldet bin.
Warum kann ich dir allerdings nicht beantworten.

Mal ganz kurz vorweg zum Verstehen zu unserer Situation: fast 5 Jahre KiWu, nach 3 FG und unzähligen Untersuchungen bei beiden dann irgendwann in die KiWu-Klinik. Dort wurde uns gleich wenig Hoffnung gemacht, bei meiner Frau sah es schon nicht gut aus, bei mir noch schlechter. Und die Kombination erst ließ eigentlich keine Hoffnung. Haben trotzdem drei Transfers durchgezogen und jetzt im Frühjahr war Schluß. Wir konnten einfach psychisch nicht mehr.

Tja, und jetzt kommst du hier und stellst genau die Fragen, die mir schon seit Monaten unter den Nägeln brennen!!!! zwinker Wo sind die Gleichgesinnten? Was gibt es für Perspektiven? Wo kann man Halt und Hoffnung finden?

Weißt du, es ist genau so, wie viele schreiben: Männer können einfach nicht über so etwas reden. Und ich scheine da (gefühlt jedenfalls) die Ausnahme zu sein. Und trotzdem haut das nicht hin, weil es niemand hören will! Bin derzeit sehr frustriert, keiner aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis erkundigt sich mal, wie es einem so geht. Und ich spreche hier nicht von dem Thema KiWu, sondern allgemein. Viele Freundschaften sind total oberflächlich und bestehen fast nur aus Stammtischgelaber! Schrecklich. Und die wenigen, die von unserem Problem wissen, denken sich jetzt wahrscheinlich: "Das Thema ist durch, also brauchen wir auch nicht mehr drüber reden!" Könnte durchdrehen!!!!!! Das scheint echt ein Männerproblem zu sein. Wenn ich meiner Frau davon erzähle schüttelt sie ungläubig den Kopf und sagt, dass ihre Freunde und "Wissenden" sich ständig bei ihr erkundigen. Irgendwas muss da also dran sein......

Und so ist die einzige, die mich wirklich versteht, meine Frau! Und das ist toll. Wir haben die kompletten Jahre alles gemeinsam durchgemacht. Zu jedem Termin in der KiWu-Klinik habe ich sie begleitet, und wenn es nur zum Blut abnehmen war. Es war UNSER Projekt! Ich habe das als selbstverständlich betrachtet, weil ich auf diese Weise meinen Teil zu allem beitragen konnte.

Tja, und jetzt sind wir ein paar mal bei einer Familienberatung gewesen. Haben aber festgestellt, dass die uns auch nicht helfen können. Es gibt nun mal keinen "roten Faden" um zurück in die "Spur" zu finden, Hoffnung zu schöpfen und neue Ziele zu entdecken. Das ist leider genau unser Problem derzeit. Wir haben immer alles erreicht, was wir wollten und jetzt das. Heirat, super Jobs, Eigenheim....nur die Familie klappte nicht. Und jetzt stehen wir hier und wissen nicht, wie es weitergehen soll, da wir beide sehr zielstrebige Menschen sind.

In jedem Fall haben wir beschlossen, dass wir uns anderweitig "Beratung" und Hilfe holen wollen und müssen. Sind derzeit auf der Suche nach Gleichgesinnten, die genau wie wir mit dem Thema abgeschlossen haben. Und die uns vielleicht Möglichkeiten aufzeigen, trotzdem glücklich zu werden.

Klingt also nicht sehr viel anders als bei dir, vermute ich mal!?!


Grüße von Enno


  Re: Wo sind die Männer?
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   Knopfauge
schrieb am 24.10.2012 13:42
Gelöscht


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.11.12 11:45 von Knopfauge.


  Re: Wo sind die Männer?
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   gelöschter User
schrieb am 17.01.2013 10:29
Hallo Basti,

Ich finde es super, dass Du Dich so für das Thema Kinderwunsch engagierst. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist es jedoch nicht. Mein Mann (41) und ich (fast 36) versuchen seit >4 Jahren ein Kind zu bekommen. Nach einer frühen Fehlgeburt vor 3 Jahren und einer erfolglosen Insemination vor 1Jahr ist das Thema für meinen Mann quasi abgeschlossen. ER findet weitere Hormonbehandlungen zu belastend für mich, ICSI und ähnliches kommen für ihn überhaupt nicht in Frage. Alles, was über Insemination hinausgeht sei zu unnatürlich. Und zu dieser gehört nunmal eine Hormonbehandlung, die er jetzt auch ablehnt. Ok, wir tun natürlich weiterhin nichts gegen eine natürliche Empfängnis, hat auch 1x (fast) geklappt, die Chance, dass es nochmal zu einer Schwangerschaft kommt und diese auch "bleibt" ist jedoch verschwindend gering. Mir geht es mit dem Gedanken, kinderlos zu bleiben auch nicht wirklich schlecht. Manchmal habe ich natürlich traurige Phasen, bei schwangeren Freundinnen/Kolleginnen muss ich mich schon zusammenreißen. Andererseits haben wir auch ein tolles, zweisames Leben. Wir reisen sehr gern, fahren beide Motorrad, können Sonntags einfach mal im Bett bleiben, wenn uns danach ist, haben ein Haus und müssen uns mit dem Doppelverdienereinkommen trotzdem nicht einschränken. Erleichternd kommt hinzu, dass wir zufällig mit einigen Paaren befreundet sind, die sich entweder bewusst gegen Kinder entschieden haben oder deren Kinder schon älter und aus dem Haus sind.

Ich musste mich sozusagen zwischen meinem Mann und dem Kinderwunsch entscheiden. Das war aber nie eine Frage für mich. Für den Menschen an meiner Seite habe ich mich schließlich schon vor einigen Jahren entschieden, nicht für eine reinen Erzeuger. Zwingen, überreden o. Ä. kann und will ich ihn auch nicht. Leider gibt es keine Kompromisse, nur Hop oder Top. Ich kann mit ihm normalerweise über alles reden. Nur bei diesem Thema reagiert er sofort genervt. Diskussion beendet. Er und schreiben im Kiwu-Forum? Er weiß nicht mal, dass ich hier immer mal reinschaue oder auch mal meinen Senf dazu gebe. Für mich hat das Thema genauso erledigt zu sein. Es geht halt nicht und gut. Mittlerweile argumentiert er auch damit, dass er mit 41 nun auch zu alt für Kinder sei. Ich werde nächsten Monat 36. Noch finde ich mich/uns nicht zu alt. Noch vermisse ich aber auch nicht wirklich etwas in meinem Leben. Ich habe aber Angst vor dem Zeitpunkt, wenn ich zu alt bin. Werde ich ihm dann Vorwürfe machen? Ich hoffe nicht.

LG Comma


  Re: Wo sind die Männer?
no avatar
   ck610
Status:
schrieb am 12.01.2014 16:51
Hallo liebe LeidensgenossInnen,

die Frage wo sich die Männer verstecken finde ich gerecht. Stelle ich mir die Frage auch ab und zu. Kinder zeugen ist doch nun mal eine Mann und Frau Sache.

Meine Frau war bei einer Voruntersuchung zur Künstlichen Befruchtung einmal alleine in der Klinik. Sie war danach sehr aufgeregt, verstand kein Wort. Darauf hin bin ich jedes Mal mit in die Klinik. Vier Ohren hören einfach mehr wie nur zwei. Warum soll eine Frau alles alleine machen. Es gehört einfach für mich dazu den Weg mit ihr zu gehen. Mehr kann ich als Mann einfach nicht tun. Auch einfach mal die Schulter oder wie ich gerne sage als Mülleimer zu dienen. Leider kann ich mir die viele Spritzen nicht selber geben.

Es kommt auch auf die Klinik darauf an. Bei unserer ersten, wurden wir immer ein wenig schief angeschaut wenn ich als Mann dabei war. Bei unserer letzten wurde ganz klar gesagt es ist gut wenn der Mann dabei ist. Da durfte ich sogar mit zum Transfer.

Bei unserem letzten Versuch haben wir eine beratende Ärztin ins Boot gehohlt. Sie hat immer uns beide zum Abschlussgespräch herein gehohlt. Sie hat auch mich immer gefragt, wie geht es ihnen. Das letzte Mal, meine Frau begann gerade die Blutung und wir waren im Versuch. Es brach einfach aus mir heraus, beschießen, so ein Leben wünscht man seinem grössten Feind nicht. Mann muss wissen, ich und meine Frau wohnen nicht zusammen. Sie hat noch ihre Studentenwohnung. Da hat sie in die Klinik nicht weit und kann notfalls auch mal alleine was Abklären. Wir Männer habe also auch Gefühle. Ich vermisse auch meine Frau unter der Woche und am Wochenende muss sie dann arbeiten. Einfach blöde. Meine Frau meinte dann einfach, willst Du nicht nach einer jüngeren Frau suchen wo es besser funktioniert. Ich meinte nur, zum Kinder bekommen ist es nicht getan. Ich will ein Kind mit einem Partner wo ich sicher sein kann das ich mit ihm das Kind auch groß ziehen kann. Da ist sie einfach der richtige Partner dazu. Ich will mit ihr mein Leben gestalten. Da ist sie doch nicht schuld.

Ich fragte mal bei einem Stammtisch nach ob ich als Mann auch mal kommen könnte. Die Antwort war einfach, da sind nur wir Frauen. Es ist einfach etwas Intimes. Kann ich ja auch verstehen. Aber sie haben dann die nächten auf alle zwei Treffen mit Männer organisiert. Fand ich Toll. Leider sind die Frauen jetzt alle schwanger und den Stammtisch gibt es nicht mehr.

Ich frage mich oft, alle anderen bekommen es auf die Reihe und organisieren Frauentreffs mit Babys, Mutter-Kind-Turnen. Wir Kinderlose bringen da nichts auf die Reihe. Ok wir jammern hier im Forum anonym herum. Aber das wir mal uns einem schönen Abend Gemeinsam machen oder Reale Freundschaften sich bilden. Fehlgeschlagen. Also bleibt nichts anderes übrig heulend in den Keller zu sitzen. Sind ja ausgegrenzt von der Welt.

Entschuldigung das ich jetzt Euch als Mülleimer genommen habe.

Grüßle Claus




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