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  Kein 2. Kind-Gedanken und Gefühle (lang)
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   Knaddel
schrieb am 17.09.2008 21:33
Hallo Ihr Lieben,
habe das Bedürfnis, ein paar Gedanken loszuwerden.
Für uns ist heute Schluss mit dem 2. Kind, habe heute nachmittag das Negativ erfahren.
Nach dem ersten Kind bin ich zuversichtlich in die 2. Runde gegangen, auch die 2 FG haben mich nicht völlig umgehauen, da ich in meinem Alter einfach auch damit rechnen musste. Da die letzten Versuche immer negativ waren, hat sich meine Einstellung innerlich einfach gewandelt und die Belastung (psychisch, physich und organisatorisch) ist subjektiv immer grösser geworden. Ich will nicht mehr im Konjunktiv leben (wenn ich noch mal schwanger werde, dann...) sondern ich bin irgendwo froh, dass jetzt eine Entscheidung da ist. Es wird nicht einfach, die Babysachen irgendwann endgültig wegzugeben, aber so will ich auch nicht weitermachen. Das ist die eine Seite.
Gleichzeitig verspüre ich Wut in mir, dass ich jetzt fasr zwei Jahre lang einen solchen Aufwand betrieben habe für nichts und wieder nichts. Ich bin frustriert, weil ich mir sogar teilweise selbst die "Schuld" gebe, da ich nach Ausbildung ein langes Studium durchgezogen habe und dann auch in dem Beruf gearbeitet habe und abgesehen davon, dass ich meinen Mann erst relativ spät kennengelernt habe, ich einfach zu spät dran war mit Kinderkriegen. Ich glaube, z. T. ist das der Preis, den ich letzlich zahlen muss, denn ein paar Jahre früher wäre es vielleicht noch mal gegangen.
Es bleibt ein Gefühl der Ungerechtigkeit, irgendwie. Und der Ohnmacht, nicht alles im Griff zu haben. Und der Gedanke, von anderen als Karrierezicke abgetan zu werden, die das eine Kind dann aber auch noch wollte (aber bloss nicht mehr), dabei habe ich schon vor dem Kind diesen Beruf aufgegeben und noch mal was Neues gemacht, weil ich was familienfreundlicheres wollte.
Ich kann heute abend mit meinem Mann nicht darüber reden, sondern muss mich etwas abgrenzen, deshalb habe ich Euch mal vollgeschwallt. Vielleicht findet sich ja jemand hier ein Stück wieder. Ich musste mal Struktur in meine Gedanken und >Gefühle bringen. Vielen Dank fürs Lesen.
Euch allen die Kraft, die Ihr braucht, um am Ende gut mit dem Thema klarzukommen.


  Re: Kein 2. Kind-Gedanken und Gefühle (lang)
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   sibu
schrieb am 08.10.2008 23:23
Hallo Knaddel,

auch ich muss Abschied nehmen von dem Wunsch eines 2. Kindes. Deine Gefühle und Deine Sorgen verstehe ich genau.
Gerade heute bin ich total verzweifelt. Ich weiß nicht wie ich es schaffen soll mit diesem Schicksal zu leben.
Unsere Große ist mittlerweile 3 1/2 Jahre. Wir versuchen nun seit über einem Jahr erneut schwanger zu werden. Beim ersten mal war das auch überhaupt kein Problem. Schon nach dem 3. Zyklus hat es geklappt.
So sind wir auch dieses mal mit großen Plänen (wir wollten unbedingt den Geburtstermin im Sommer) ans Werk. Leider hat es nie auch nur ansatzweise geklappt. Ich habe dann angefangen eine Temperaturkurve zu schreiben. Da war alles super. Auch der FA sah keine Ursachen. Also habe ich meinen Mann zum Urologen geschickt. Und da die schreckliche Nachricht. keine Spermien vorhanden. Bei den Blutuntersuchungen wurde dann festgestellt, dass die Hoden kein Testosteron produzieren und daher auch keine Spermien.
Der Arzt hält es sogar für fast ausgeschlossen, dass er vor 4 Jahren ein Kind gezeugt hat.
Aber gerade diese Tatsache gibt mir immer wieder Hoffnung und jeden Monat muss ich erkennen, dass es nicht so ist. Die nächsten Wochen können wir nun ein zweites Spermiogramm machen lassen, obwohl der Arzt keine Aussicht auf Veränderung gegeben hat.
Zum Trotz oder zur Bewältigung (so genau weiß ich das selber nicht) habe ich nun begonnen die Kinderkleider wegzugeben und zu verkaufen. Aber es hilft nichts, im gegenteil seither bin ich noch betrübter. Obwohl die Vernunft sagt, dass wir glücklich sein sollten mit einem Kind und ich mich auch sehr anstrenge "vernünftig" zu denken schaffe ich es kaum positiv zu denken und mutig der Zukunft entgegenzublicken.
Auch beruflich will ich wieder mehr arbeiten und da habe ich genau wie du auch die Angst, dass andere denken ich sei Karrieregeil.
Mit meinem Mann traue ich mich nicht darüber zu reden. Meine Enttäuschung und meine Trauer darüber verheimliche ich vor ihm, da ich ihm keine Schuld geben will und ihm kein schlechtes Gewissen machen will, andererseits aber fresse ich so die ganzen Gefühle in mich rein. Ich merke nun fast wöchentlich wie unsere Beziehung darunter leidet. Gerade heute hatten wir wieder eine Meinungsverschiedenheit und ich raste bei jeder Kleinigkeit aus.
Ich weiß ich nicht mehr weiter.
Ich komme damit einfach nicht zurecht.
Ich hoffe andere kommen besser mit diesem Schicksalsschlag zurecht.
VG sibu


  Re: Kein 2. Kind-Gedanken und Gefühle (lang)
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   mrsmurphy
schrieb am 10.10.2008 11:23
Hallo Knaddel und Sibu,

ich kann euch so gut verstehen.

Unser Sohn ist fast 2 1/2 und wir versuchen seit eineinhalb Jahren, ein zweites Kind zu "produzieren", die letzten Monate mit medizinischer Unterstützung (Hormonbehandlung). Aber außer einer sehr frühen Fehlgeburt ist bislang nichts passiert und ich habe auch keine Lust mehr auf das Gerenne in die Arztpraxis.

Ich bin ebenfalls schon über 40 und habe meinen Mann sehr spät kennen gelernt. Jetzt denke ich die ganze Zeit, warum ich nicht schon eher angefangen habe mit dem Kinderkriegen. Aber auf der anderen Seite hätte ich mit Sicherkeit gar kein Kind, wenn es meinen Mann nicht gäbe, denn er war der erste, bei dem ich überhaupt einen Kinderwunsch entwickelt habe. Also sollte ich doch eigentlich froh und dankbar sein und das bin ich auch, aber es fehlt eben etwas.

In den letzten Monaten haben mir diverse Freundinnen eröffnet, dass sie das zweite Kind erwarten. Wenn ich durch die Stadt gehe, sehe ich laute Mütter mit Kleinkindern und Kinderwagen mit Säugling. Das tut weh.
Aber ich will auch nicht mehr warten, sondern mir sagen: "Wir sind auch so glücklich".
Und so habe ich angefangen, die Sachen unseres Sohnes an einen Kleiderladen für Bedürftige zu spenden und einzelne Teile im Internet zu verkaufen. Ende des Jahres wollen wir dann sein Zimmer umbauen, Wickeltisch raus etc. Das ist dann auch das äußerlich sichtbare Zeichen, dass wir abgeschlossen haben mit dem Wunsch nach einem zweiten Kind.
Vielleicht geht es dann besser.

Alles Gute für euch
mrsmurphy


  Re: Kein 2. Kind-Gedanken und Gefühle (lang)
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   schremmi
schrieb am 04.11.2008 19:25
andrea,
mir geht es genau wie dir. lange studiert, mann erst mit 30 kennen gelernt. danach erstmal die zweisamkeit genossen und irgendwann mal an kinder gedacht... da war ich schon 35... mir hat auch nie jemand gesagt, dass es ab 35 unter umständen schwieriger werden könnte mit dem kinder-kriegen... dann bin ich recht flott schwanger geworden... alles gut gelaufen... 2 jahre später erneuter kinderwunsch, allerdings fg in der 8.ssw... seither will es einfach nicht mehr klappen. wir üben zwar erst 7 zyklen, aber es frustriert mich... und angst hab ich auch davor, die sachen unterm dach wegzuräumen... das wird hart.... aber wir versuchen es noch ein jahr, mindestens... einfach so... bin jetzt gerade 40 geworden, werte mittelmäßig... will die hoffnung nicht aufgeben! aber es stimmt: man sollte sich überlegen, wie es auch ohne 2.kind weitergeht. und es kann weitergehen, das weiß ich. auch glücklich!
grüße und alles gute!




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