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  im Alter ohne Kinder alleine?
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   Sonnenlicht
schrieb am 25.04.2005 16:09
Hallo auch Betroffene,

nach 3 Insem.3ICIS eine ELSchw. war es auch für mich Zeit vor zwei Jahren mit 38J. von meinem Kinderwunsch Abschied zu nehmen.
Mir ist es anfänglich elendlich schwer gefallen und ich habe auch heute noch Phasen wo ich wieder mehr nachdenken muss.
Nun werde ich nächste Woche 40zig und mich plagen nun schon seit ein paar Monaten folgende Gedanken: Was wird aus mir werden, wenn ich einmal alt bin? ich habe weder Geschwister noch Verwandte und wer weiss ob ich dann noch meinen Mann habe.
Mit Kindern ist man wenigstens nicht ganz so alleine denke ich, zumindest im Normalfall.
Natürlich ist mir der Schwachsinn und Egoismus dieses Gedankens schon bewusst aber er kommt doch immer wieder bei mir hoch so sehr ich ihn auch verdrängen mag. Ich werde niemals wenigstens die Chance auf Enkel haben die durch meine Wohnung tollen.
Wer hat ähnliche Gedanken bzw. eine "Überwindungsstrategie"?
Freue mich über jede Antwort.
Liebe Grüsse
Sonnenschein


  Re: im Alter ohne Kinder alleine?
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   ChristianeH.
schrieb am 25.04.2005 18:44
Hallo Sonnenschein!
Ich bin zwar erst 28 doch Deine Gedanken kann ich nachvollziehen.
Ich habe Geschwister und die haben Kinder doch werden die später interesse an ihrer alten Tante haben? Wohl eher nicht!
Meine "Strategie" ist den Gedanken wenn er aufkommt wieder zu verdrängen. Im verdrängen bin ich gut.
Anders weiß ich auch nicht damit umzugehen.
Es kann sein das diese Gedanken stärker werden wenn ich älter bin doch hoffe ich nicht.
Lieben Gruß auch wenn ich nicht helfen konnte
Chrissi


  Re: im Alter ohne Kinder alleine?
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   Fruehlingsmaus
schrieb am 25.04.2005 21:02
Hallo Sonnenschein!
Deine Gedanken sind weder schwachsinnig noch egoistisch, sondern völlig normal!!!!!!!
Seit der niederschmetternden Diagnose begleitet mich genau dieser Gedanke. Meine Mutter hat mich in Gesprächen getröstet, indem sie mir sagte, dass man sich auf Kinder nicht verlassen kann, die ziehen in die weite Welt und fragen womöglich nicht mal nach einem. Das ist zugegeben der Extremfall, aber durchaus möglich. Und wenn diese Kinder dann vielleicht keine Kinder bekommen wollen oder können, hat man auch keine Garantie für Enkelkinder.
Aber es kann auch anders sein. Mir fällt es extrem schwer, das Schicksal zu akzeptieren, aber wir können im Leben einfach nichts erzwingen. Meine Strategie ist folgende: nach Schicksalen zu schauen, die weit schlimmer sind, obwohl das meinen Schmerz nicht beseitigt. Ich denke an eine junge Frau, die in unserem Nachbarort nur 27jährig an Krebs gestorben ist, an ein Pärchen, das gestern in „ Nur die Liebe zählt“ (habe ich gestern „zufällig“ gesehen) schwere Zeiten durch die Krebserkrankung der Frau durchgemacht hat, und die froh ist, dass sie noch lebt, an die 24jährige, die gestern in Kassel von einem Amokfahrer überfahren wurde.
Was jetzt die Gedanken über das Alter betrifft, versuche ich ähnlich wie Chrissi das zu verdrängen.
Wer weiß, was dann ist. So viele alte Menschen leben in Altersheimen, von ihren eigenen Kindern dorthin gebracht, sorry, dass ich das jetzt so krass sage, weil sie zuviel auf dem Dampfer sind.
Die Enttäuschung dieser Menschen muss groß sein! Klar, deine Ängste habe ich auch, vielleicht sollten wir jedoch uns darüber Gedanken machen, wenn es soweit ist.
Liebe Grüße
Manuela


  Re: im Alter ohne Kinder alleine?
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   Angelina 1
schrieb am 25.04.2005 21:16
Hallo,
War gestern bei meiner Schwester die ich selten sehe, weil sie weit weg von uns wohnt.

Wir waren bei ihr im Garten als ein älterer Herr zu uns kam.
Er begrüsste uns und ich hab mich längere Zeit mit ihm unterhalten.

Er hat Kinder und Enkelkinder die sich nie um ihn und seine kranke Frau kümmern.
Die Familie lässt sich sehr selten blicken und wenn dann halten sie die Hand auf.

Dieser Herr erzählte mir, für ihn ist seine Familie meine Schwester u. ihre Familie(2Kinder).Er ist gerne bei ihnen und fühlt sich verstanden und angenommen.
Meine Schwester sagte er ist wie ein Opa zu den Kindern (leider haben sie keinen leiblichen mehr) und ein guter Freund.

Man kann sich auch im Alter nicht immer auf seine Kinder verlassen.
Ich wäre froh und dankbar wenn es mir dann so wie diesem Herrn gehen würde und sich eine "fremde" Familie sich Zeit für mich nehmen würde.
Aber etwas Zeit hab ich ja noch... zwinker

LG
Angelina




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  Re: im Alter ohne Kinder alleine?
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   anna-elena
schrieb am 25.04.2005 21:47
Hallo Sonnenlicht,

ich bin auch 38 (fast 39 Jahre alt) und lasse jetzt meinen Kinderwunsch los. Ich habe daher noch keine Bewältigungsstrategie und kann Dir nur mein tiefes Mitgefühl aussprechen. Ich verstehe Deine Ängste in Bezug auf das Alter, mir geht es auch so. Ich bin sehr traurig. Schreibe jetzt meine Geschichte auf, Du kannst sie in dem neuen Beitrag lesen.

Alles Liebe und viel Kraft wünscht Dir
Andrea.


  Re: im Alter ohne Kinder alleine?
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   LisaLi
schrieb am 26.04.2005 08:22
Liebe Sonnenschein,

auch ich werde in Kürze 40 und Deine Gedanken kenne ich nur zu gut. Denke auch immer, was wird aus mir, wenn ich mal alt und krank bin! Wer wird sich um mich kümmern, wer interessiert sich noch für mich, werde ich einsam in einem Altenheim "verkümmern"???

Wenn ich solche Gedanken habe, dann denke ich daran (was auch die anderen bereits geschrieben haben), dass Kinder keine Garantie dafür sind, dass man im Alter nicht alleine ist.
Andererseits ist es doch auch so, dass man ungern einem anderen Menschen zu Last fallen möchte, auch wenn es das eigene Kind ist.

Oft überlege ich mir auch, was es für Betreuungsformen geben könnte, wenn wir mal soweit sind. Vielleicht wäre eine Renten-WG denkbar, dass wäre dann evtl. eine Alternative zu einem Altenheim.

Das sind so meine Strategien, wenn ich mal wieder an die Einsamkeit im Alter denken muss.

Hoffe, dass ich Dir ein bisschen helfen konnte und wünsche Dir alles, alles Gute.

LG Lisa


  Re: im Alter ohne Kinder alleine?
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   Chris3
schrieb am 26.04.2005 10:27
Hallo Sonnenschein,

Deine Gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich bin vor kurzem auch 40 geworden und um diesen Termin herum und seit dem auch immer wieder kommen mir vermehrt ähnliche Gedanken in den Sinn ... - ob ich im "Alter" allein sein werde, wer sich um mich kümmern oder sorgen wird ... Auch ich habe übrigens keine Geschwister.
Wenn ich so denke, bemühe ich mich mir vor Augen zu führen, dass ich ja - so hoffe ich dann! - durchaus die Situation aktiv angehen kann, z. B. durch Freundschaften, Kontakten zu Menschen mit ähnlichen/bestimmten Interessen, die eine Gemeinschaft bilden ... so in die Richtung. Sich mit "dem Leben zu verbinden" erfordert vielleicht später mehr Initiative, wo es bei anderen - manchmal - durch die Kinder und Enkel herbeigelaufen kommt ...
Die eigenen Spielräume und Einflußmöglichkeiten jedoch mir vorzustellen kann beruhigen ... und wer weiß, vielleicht stecken ja darin Chancen, die sich anderen nicht eröffnen ...!? Wär`doch schön ....

Liebe Grüße - Christine


  Re: im Alter ohne Kinder alleine?
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   Sumpfkuh
schrieb am 26.04.2005 11:46
Hallo Sonnenschein,

ja, diese Gedanken habe ich auch ab und zu.

Doch: Unter anderem auch dieses Forum hat mich gelehrt: Wir "Kinderlosen" sind nicht allein. Im Alter ist man heute immer fitter. Meine Großeltern sind über 90 und noch fit. Sie treffen sich viel mit Freunden, reisen umher und bilden sich weiter. Das wird in unserer Generation wahrscheinlich noch stärker.
Also:"Alten-WG gründen, Freundeskreis mit anderen Nicht-Eltern suchen!"

Oder Alternative: Es gibt hier so Initiativen von Leih-Omas und Leih-Opas. Meine Nachbarin ist so eine Leih-Oma. Die Kinder die sie betreut haben keine Großeltern mehr, und so übernimmt sie die Rolle der Oma. Die Kinder lieben sie und sie fühlt sich sichtlich wohl als Oma.
Also: "Leih-Kinder oder Leih-Enkel suchen!"

Und ganz hart: Wir müssen lernen zu akzeptieren, dass es ist wie es ist. Machen wir das Beste daraus!

Liebe Grüße,




  Re: im Alter ohne Kinder alleine?
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   Blüte
schrieb am 26.04.2005 21:47
Hallo,

die anderen haben schon ganz viel von dem gesagt, was mich in diesem Zusammenhang bewegt.

Einerseits gibt es keine Garantie, dass die eigenen Kinder (, die wir ja nun mal nicht haben), im Alter nach uns sehen.
Und andererseits würde ich eine richtige "Betreuung" durch meine (potentiellen) Kinder nicht wollen. Ich bin auf dem Land groß geworden und habe viele Frauen gesehen, die die Großeltern gepflegt haben, das grenzt mitunter an eine Zumutung. Altersverwirrte Menschen usw. können nur unter größten Opfern der Angehörigen zu Hause gepflegt werden und ganz ehrlich, es ist mir eine unangenehme Vorstellung, mich so meinen Kindern zuzumuten.

Noch bin ich nur "Teil-Mitglied" dieses Forums, denn wir haben "nur" vom Wunsch nach einem leiblichen Kind Abschied genommen und sind nun dabei, uns um ein Adoptivkind zu bewerben. Insofern habe ich vielleicht doch noch das Glück, ein Kind beim Aufwachsen begleiten zu dürfen.

Doch egal, ob ich im Alter ein "Kind" habe oder nicht, ich wünsche mir für meinen Mann und mich eine Seniorenwohnung, so wie sie bei uns zur Zeit entstehen.
Eine kleine Wohneinheit, altersgerecht gebaut, zentral gelegen und doch ruhig. Dort kann man ganz selbstbestimmt leben und wenn man "nachlässt" auch Dienste in Anspruch nehmen, z.B. im Gemeinschaftsraum essen, Wäsche abgeben und irgendwann kann man dort auch gepflegt werden.
Diese Wohnung möchte ich "noch fit" beziehen und dann in Ruhe alt werden und meiner Familie , (wenn ich sie denn haben werde), nicht zur Last fallen, einfach, weil diese ihr eigenes Leben hat und haben soll.

Besuche, Teilnahme am gemeinsamen Leben usw. sind natürlich etwas ganz anderes!
Und, auch wenn man keine Kinder hat, kann man durch gute Freunde im Alter Liebe und Aufmerksamkeit bekommen, durch gleichaltrige UND jüngere.
Mein Mann hatte eine "Tante", die vor zwei Jahren mit 89 Jahren gestorben ist, "rechtlich" keine Verwandte, sondern eine Freundin seiner Eltern. Für ihn ist und war sie seine geliebte "Oma", obwohl sie nie so genannt werden wollte, Mittelpunkt der Familie, umsorgt im Alter, jeden Sonntag, alle Feiertage da, jeden Tag wurde telefoniert. Auch sie war kinderlos, eigentlich, aber sie sagte immer: "Ihr (mein Mann und seine Geschwister) seid meine Kinder." Und das war auch so.

Was ich mit diesem endlos langen Beitrag sagen wollte: Überwindungsstrategien wird es so wohl nicht geben für diese Gedanken, aber wenn du dir Gedanken über das Alter machst, dann überlege, wie du leben möchtest. Und kümmere dich jetzt um gute Freundschaften mit gleichaltrigen und jüngeren, denn echte Freundschaften halten tatsächlich für's Leben.

Viele liebe Grüße,

Blüte




  Re: im Alter ohne Kinder alleine?
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   jonni
schrieb am 27.04.2005 09:37
hallo sonnenlicht
ich kann deine gedanken sehr gut nachvollziehen,auch ich hab hin und wieder solch ein gefühl,aber weisst du,so wie viele betroffene schon geschrieben haben,kinder sind keine garantie ,und auch keine altersbeschäftigung,ich glaub es hat mit der einsamkeit und dem fehlenden geborgenheitsgefühl zu tun,wenn man alt ist,und es ist keine family da.....ich träume ab und zu,wenn mich diese dinge plagen von einem bauernhof am land am rande der stadt,in dem lauter wohnungen eingebaut sind,und rüstige alte ehepaare oder aleeinstehende mmenschen leben zusammen und wir sind dabei,und da spielen wir karten,kochen gemeinsam,quatschen über alte zeiten,und es ist gut so....absolut kitschig und so,aber es hilft mir, so zu träumen.......
lg jonni


  Re: im Alter ohne Kinder alleine?
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   Sonnenlicht
schrieb am 27.04.2005 20:08
Hallo Ihr Lieben,

zunächst mal vielen Dank für Eure Antworten, dass ging ja wirklich
schnell.
Es tut gut zu wissen das es doch einige unter Euch gibt, die meine
Gedanken nachvollziehen können. Ich dachte schon ich bin nicht ganz normal mit meiner "Alleine im Altersangst".
Eure Ideen und Bewältigungsvorschläge fand ich von jedem Einzelnen von Euch super. Ihr habt mir mal einen anderen Blickwinkel gezeigt wie man mit diesem Thema umgehen kann.
Ich habe mir alle Antworten ausgedruckt und werde sie sobald mich wieder diese Gedanken plagen zur Hand nehmen um darin zu lesen.
Ganz toll fand ich die Idee mit der AltenWG das wäre doch mal eine echte Alternative. Zum Glück sind wir Kinderlosen gerade so um die 40zig ja auch Geburten starke Jahrgänge d.h. es wird viele "Alte"
geben und einige ohne Kinder.
Also nochmal vielen Dank an Alle und vielleicht sehen wir uns ja wirklich in so einer WG wieder.
Liebe Grüsse Sonnenschein


  Re: im Alter ohne Kinder alleine?
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   Jerrie
schrieb am 02.04.2015 00:03
Hallo Sonnenschein'
Ich weiß, das Datum ist schon zehn Jahre her und jetzt darauf zu antworten sehr unrealistisch und Quatsch, aber ich habe kein aktuelles Forum gefunden, dass auf meine Situation passt und wo ich vielleicht Hilfe bekommen könnte. Genau so ist meine Situation heute, ich bin jetzt 47, kinderlos, liiert mit einem gesch.Mann, der zwei erwachsene Töchter hat. Ich habe keine Familie und keine Geschwister. Zwar viele Freunde, teils kinderlos und teils mit Kinder, aber sie können eine Familie nicht ersetzen. Mein Vater und mein größter Halt ist vor fünf Jahren an Krebs gestorben. Seit dem fing ich an mir über mein weiteres Leben ohne Kinder Gedanken zu machen und die Vorstellung ohne Kinder alt zu werden verschlimmert sich je älter ich werde. Gerade zu den Feiertagen wie dieses We Ostern oder Weihnachten ist es ganz schlimm. Es vergeht kaum ein Moment an der ich nicht darüber nachdenken muss. Ich habe manchmal schon das Gefühl, dass ich verrückt werde. Ich habe einfach große Angst davor allein und einsam zu sterben, ich weiß, Kinder sind keine Garantie der Altersvorsorge aber keine zu haben verschlimmert den Gedanken. Auch ich werde nie Enkel haben.
Vielleicht liest jemand meine Zeilen und hat ein paar gute Ratschläge für mich. Würde mich freuen.
LG
Jerrie


  Re: im Alter ohne Kinder alleine?
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   anonym...
schrieb am 04.04.2015 21:48
Hallo, also ich finde die Idee mit den Leih-Kindern und Enkeln super.

Die bisherigen Antworten haben mich wirklich aufgebaut, wie gesagt, man muss selbst die Initiative ergreifen und Freundschaften pflegen bzw. vertiefen. Ich finde schon, dass Freunde eine Familie ersetzen können. Du schreibst du hast Freunde, erzähl ihnen von deinen Ängsten.

LG




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