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  wie soll man denn bloß Abschied nehmen?
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   Katie
schrieb am 08.07.2004 12:22
Nach unserer Fehlgeburt letzen Sommer, haben wir unseren Kinderwunsch rein Kopfmäßig eigentlich abgeschlossen (vorher über 1,5 Jahre geübt)!

Wir haben uns allerdings noch nicht wieder für eine "richtige" Verhütung entschieden (ich will keine Pille er keine Kondome)- also wird mehr oder weniger halt nur "aufgepasst- ich wäre ja auchnicht böse, wenn Ein wie es so schön genannt wir "unfall " passieren würde!

Leider macht mich diese Situation wahnsinnig mein normaler Zyklus ist 38 Tage- und ab dem 32 Tag bin ich immer wie blockiert kann nichts machen hören nur immer in mich hinein- denke nur an das eine Bist Du vielleicht jetzt doch Schwanger???

Ich kann mich von diesem inneren Wunsch einfach nicht lösen- aber klappen tut es auch nicht- wie kann ich den Abschluß finden?

Wie kommt ihr von der Droge: Kinderwunsch weg???

LG Katie


  Re: wie soll man denn bloß Abschied nehmen?
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   Saskia
schrieb am 08.07.2004 13:25
Hallo Katie,

ich kann Dich nur zu gut verstehen.
Bei uns wuchs in dieser Situation der Gedanke der Adoption und als wir uns sicher waren, dass wir genau dieses Weg gehen wollen, ab da war der Gedanke an ein leibliches Kind vom Tisch. Und man hat dann halt versucht an DEN Tagen die Finger von einander zu lassen zwinker
Such Dir / Euch einen anderen Schwerpunkt. Hobbies, Reisen, versucht einfach die Zeit als Paar zu genießen, ohne Stress, lasst es Euch gutgehen.
Vielleicht tut sich ja beruflich ein neuer Weg auf, oder es gibt etwas, was Ihr bis jetzt wegen dem Kinderwunsch immer wieder verschoben habt..... dann jetzt!!!

liebe Grüße
Saskia mit Cristian Camilo (geb.02/03, Ado 09/03 in Kolumbien)


  Re: wie soll man denn bloß Abschied nehmen?
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   Steph von früher
schrieb am 08.07.2004 16:13
Hi,
mir ging es vor ca. 2 Jahren genauso wie dir...........
Ich kann mir deine Situation sehr gut vorstellen.
Man will endlich einen Schlussstrich ziehen, endlich nicht mehr nur noch diesen einen Gedanken und die Frage "Warum klappt es bei mir nicht?" im Kopf haben.
Aber willst du dich wirklich von dem Kinderwunsch verabschieden, oder nicht vielmehr von dem Druck, schwanger zu werden...?
Wie das bei mir dann so war, kannst du im Zyklusforum (11.6.) unter "Marianne hatte Recht!" lesen.

Alles Gute!
Steph


  Re: wie soll man denn bloß Abschied nehmen?
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   Muriel
schrieb am 12.07.2004 20:48
Liebe Katie, mir haben mehrere Therapeutinnen bestätigt, was ich im Innern irgendwann anfing zu spüren: Ein Abschied, ein kompletter Abschied von der Hoffnung, also von der Hoffnung schwanger zu werden, KANN ja erst beginnen mit der Menopause. Mit jeder Regelblutung ist ja doch die Enttäuschung da, bzw. der Hinweis: Du KÖNNTEST eigentlich noch schwanger werden. Denn für nichts anderes ist ja der Zyklus da. Ich meine hier die Hoffnung!
Gleichzeitig sind auch wir gezwungen gemäß den Jahren der kinder- und Schwangerschafts-losen Realität, den Befunden, meinem Alter, .. nicht mehr dran zu GLAUBEN, nicht mehr VON AUSZUGEHEN, uns SICHER SEIN dass nicht, dass wir je ein Kind haben werden und müssen uns eine andere Aufgabe, Sinn, suchen.
Daran allerdings scheitere ich. Jedenfalls seit 8 monaten nunmehr.
Die Aspekte, die für dich Kinder-haben, mit Kindern leben, bedeuten, auf andere Weise erfüllen. Wir müssen kapieren, dass nicht jeder das bekommt, was wir als so normal und natürlich empfinden. Leider haben wir die A...karte gezogen. für diesen Punkt. Von uns wird wesentlich mehr Kreativität in / mit der Lebensgestaltung verlangt..
Ich kann dir das nur so sagen. Eine Lösung, oder wie Du dahin kommst, kann ich leider auch nicht sagen..
Ich drücke Dich von Herzen, mit dem selben Gefühl.

Muriel


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  Re: wie soll man denn bloß Abschied nehmen?
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   Spring
schrieb am 14.07.2004 10:17
Hallo
Ich kann dir, Muriel, nur Recht geben: Man kann sich gar nicht richtig von seinem Kinderwunsch verabschieden. Selbst wenn man glaubt es wäre so, glaubt, dass man gar kein Kind mehr will, ist das ein Trugschluss. So hart wie das sein mag: aber es wird einem den Rest seines Lebens begleiten.
Ich dachte auch, dass ich mich von meinem Kinderwunsch verabschiedet hätte. Nach ein paar Behandlungen habe ich festgestellt, daß das nicht der richtige Weg ist. Hormonbehandlung hier - Erniedrigung da ... Meine letzte Behandlung war letztes Jahr im Oktober und ich habe seitdem alles gemieden was mit Kindern zu tun hat. Ehrlich? Mich nerven manche Kinder regelrecht.
Nun, ich bin dieser Tage in ein richtiges Loch gefallen - habe mir mal so richtig vor Augen geführt was es heisst wirklich ohne Kind zu sein und zu bleiben. Alles eine reine Abwehrreation von mir ...
Ich habe es auch noch nicht geschafft das Loch zu füllen. Und ich dachte immer ich wäre so stark... Und eine andere Lebensplanung wird immer nur eine Zweitlösung bleiben.
Aber wer weiss denn schon ob wir es nicht auch schaffen so, ganz für uns, ganz einfach glücklich zu sein.
Ich wünsche euch alles Gute
Spring


  Re: wie soll man denn bloß Abschied nehmen?
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   mato
schrieb am 14.07.2004 15:39
hallo Muriel,

ich kann deine Aussage nur zustimmen, das mir A-....-Karte hat
mir sehr gut gefallen, stimmt voll, ich werde glaube ich erst ab
den Tag der Menopause sagen es geht nichts mehr, und dann
wird es bis zu meinem Lebensende mein stilles Leid sein, ( mal
mehr mal weniger) , ganz weg wird es bei mir niemals sein, das
weiss ich, hab es ja schon 23 Jahre so, hab schon alles versucht
anders zu denken u.s.w. mir gelingt es nicht und bei mir bleibt es
bis zum Ende so. Leider. Wie gesagt A......Karte gezogen.

Viele Grüsse

Mato


  Re: wie soll man denn bloß Abschied nehmen?
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   Sithania
schrieb am 30.07.2004 00:08
Liebe Katie,

Abschied nehmen heißt loslassen. Loslassen bedeutet, die Situation anzunehmen, zu akzeptieren und eben damit zu verabschieden.

Du hast noch nicht losgelassen, weil Du zwar vom Kopf her an Abschied denkst, in Deinem Herzen aber immer noch den Wunsch hast, schwanger zu werden.
Solange das Herz anders fühlt als der Kopf denkt, kannst Du nicht Abschied nehmen.

Du hast ja selber geschrieben "vom Kopf her haben wir uns verabschiedet". Was Dein Kopf sagt, steht nicht im Einklang damit, was Dein Herz sagt, Und Dein Herz sagt immer noch "Ich möchte ein Kind."

Wie läßt frau los? Wie nimmt frau Abschied von der "Droge Kinderwunsch" (Deine Formulierung!)?
Nicht einfach zu beantworten, da es leider kein Pauschalrezept gibt. Das ist eben ein sehr individueller Prozeß.

Ich habe ca. 10 Jahre gebraucht, bis ich an den Punkt kam, wo ich wirklich losließ.
Es gab Phasen, da war es vom Kopf her klar (so wie bei Dir jetzt), aber mein Herz hat eine andere Sprache gesprochen.
Das ist nicht wirklich loslassen und nicht wirklich Abschied nehmen. Wirklich Abschied von meinem Kinderwunsch habe ich erst genommen, als ich in der Lage war, die Situation zu akzeptieren und anzunehmen.
Das war ein langwieriger und schmerzhafter Prozeß. Meine Ehe ging dabei drauf, aber mir gings dann letztendlich besser.

Heute weiß ich: es sollte nicht sein. Heute bin ich glücklich ohne Kind. Und kann mein Leben genießen.
Doch bis es dazu kam, das hat gedauert.
Und wirklich losgelassen habe ich erst, als ich die Situation vom Herzen (und nicht nur vom Kopf her) akzeptiert und angenommen habe.

Auch wenn es keine wirklichen Pauschalrezepte gibt, hier ein paar Tipps: beschäftige Dich mit etwas, was nichts mit Deinem Kinderwunsch zu tun hat. Fang ein neues Hobby an und/oder tu etwas, was Du immer schon mal tun wolltest.
Das kann eine Abenteuerreise sein, die Du schon immer mal machen wolltest. Oder töpfern lernen. Ein Sprachkurs. Ein Tanzkurs. Was auch immer.

Hör auf, auf etwas zu warten, was vielleicht nie eintreffen wird.
Bring Abwechslung in Dein Leben. Schau Dich um was es noch so alles gibt, außer dem Dauerbrenner Kinderwunsch.

Ich habe mir z.B. einen neuen Job gesucht, der mir viel Spaß gemacht hat. Habe mir ein Keyboard gekauft (mein Wunschtraum war immer ein Klavier, da ich es mir nicht leisten konnte, mußte eben ein Keyboard her). Hab Sport gemacht. Bin öfters ausgegangen und hatte harmlose kleine Flirts (hat mein Selbstwertgefühl gestärkt und mich abgelenkt).
Ich habe eben alles mögliche versucht, um mein Leben so schön wie möglich zu machen und mir Wünsche erfüllt (wie z.B. das Keyboard).
Das hat mich auf andere Gedanken gebracht und mir gezeigt, daß das Leben viele Facetten hat und nicht nur aus einem unerfüllten Kinderwunsch besteht.
Und irgendwann - konnte es selbst kaum glauben, da ich unter meinem unerfüllten Kinderwunsch wirklich sehr gelitten habe - habe ich plötzlich gemerkt, daß das Leben auch ohne Kind sehr viel Spaß machen kann.

Es ist kein Allheilmittel, aber es hilft. Und auch wenn es abgedroschen klingt: die Zeit heilt wirklich alle Wunden. Und etwas Spannendes und Neues in Dein Leben zu bringen, was nichts mit dem Kinderwunsch zu tun hat, ist - meiner Erfahrung nach - ein sehr gutes Heilmittel.
Ich habe damit erfahren, daß das Leben ohne Kind ebenso lebenswert und schön sein kann.

Übrigens: Heute hat mir meine Schwester gesagt, daß sie schwanger ist. Und was soll ich Dir sagen, ich habe mich wirklich für sie gefreut, ohne Stich, ohne Schmerz, ohne diese Wahnsinnstraurigkeit.

Ich wünsche Dir alles Gute!

Liebe Grüße, Sithania


  Re: wie soll man denn bloß Abschied nehmen?
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   Sithania
schrieb am 30.07.2004 01:11
Hallo Mato,

über Deine Antwort mußte ich mich etwas aufregen (sorry).

Zu schreiben "Ich werde erst ab dem Tag meiner Menopause die Hoffnung aufgeben und dann werde ich mein Leben lang still leiden", finde ich extrem pessimistisch und für eine ohnehin Verzweifelte wenig aufbauend (ein paar nette Worte des Trostes und der Aufmunterung hätten Katie sicherlich besser getan).
Ferner bedeutet Deine Einstellung für uns kinderlose Frauen ja wohl, daß unser Leben nicht lebens-und liebenswert ist. Denn wer möchte sich schon bis zur Menopause quälen und anschließend bis zum Tod still leiden?
Ich jedenfalls nicht und ich halte diese Einstellung für total übertrieben (da kann ich mich ja eigentlich gleich umbringen, oder?).

Dein Leiden in allen Ehren und wenn Du so leben willst, ist das Deine Sache. Das dann aber auch noch an eine Verzweifelte weiterzugeben, die gerade nach Möglichkeiten sucht ein kinderloses GLÜCKLICHES Leben zu führen (jaaa, sowas soll`s auch gebengrins), finde ich ehrlich gesagt total daneben.

Das Leben ist lebenswert - auch ohne Kind!!! Das Leben kann so spannend und schön sein. Es kommt immer darauf an, was frau (oder mann) daraus macht!

Es gab ein Leben VOR dem Kinderwunsch und es gibt auch ein Leben DANACH. Und das muß ganz sicher nicht "stilles Leiden" sein.

Es gibt so viele tolle Sachen, die Du tun kannst, liebe Mato. Es gibt so viele Kinder auf dieser Welt, die zwar geboren wurden, aber total unglücklich sind. Mißbrauchte, gequälte, geschlagene, hungernde Kinder.
Wie wäre es, wenn Du Deinen unerfüllten Kinderwunsch auf diese Wesen richtest, anstatt Dich darauf einzustellen, daß Dein Leben bis zum letzten Atemzug aus Leid bestehen wird?!
Also ehrlich, das ist ja schon nahezu die totale Selbstaufgabe!
Fühlst Du Dich so wenig wertvoll, daß Dein Leben nur Sinn macht, wenn Du ein Kind bekommst?

Hör auf zu leiden. Hör auf damit, Dich selbst zu bedauern und Deine Wunden zu lecken.
Es gibt so viele Kinder auf dieser Welt, die sich nach Liebe sehnen und unserer Zuneigung und Hilfe bedürfen.
Schau Dich um in der Welt und finde Deinen Platz.
Die Welt geht nicht unter, "nur" weil Du kein Kind kriegst - aber die Welt würde sehr viel schöner sein, wenn jemand wie Du diese unerfüllte Liebe auf Kinder richten würde, die zwar nicht aus Deinem Bauch geschlüpft sind, aber auf dieser Welt leben und sich nach Liebe sehnen! Und davon gibt es eine Menge Kinder!!!

Ehrlich, so eine lebensverneinende Einstellung macht mich rasend. Als ob es nur ein Leben mit einem leiblichen Kind oder keines geben würde.

Ich weiß, wieviel Schmerz es bedeutet, kein Kind zu kriegen. Aber es ist nicht in Ordnung, sein Leben deshalb wegzuschmeißen.
Und: das Leben ist auch ohne Kind verdammt schön und spannend und lebenswert.
Ich jedenfalls möchte es nicht missen.

Und es gibt auch eine Menge Vorteile gegenüber denen, die Kinder haben: Ich kann an meinen freien Tagen solange schlafen wie ich will. Ich kann mir meine Zeit frei einteilen und habe Freiheiten, von denen manch gestreßte(r) Mutter/Vater nur träumt.
Ein Kind zu haben bedeutet eben nicht nur großes Glück, sondern auch eine Menge Verzicht (als vielfache Tante und Babysitterin weiß ich, wovon ich rede).
Schon mal darüber nachgedacht?

Sein Schicksal annehmen, das Positive darin zu sehen und das Beste daraus zu machen; das bedeutet für mich Lebenskunst. Nicht immer gestaltet sich unser Leben nach unseren Wünschen, nicht immer kriegen wir was wir wollen und nicht immer ist das was wir uns wünschen im Sinne des großen Ganzen.
Doch eines ist sicher: Unser Leben ist immer lebens-und liebenswert, denn jede noch so unerfreulich scheinende Situation hat eine Lektion, die uns weiterbringen kann, wenn wir in der Lage sind, die Kehrseite der Medaille zu sehen.
Während Dein Glas halb leer ist, ist meines halb voll, auch wenn wir beide die gleiche Menge im Glas haben.Es liegt eben immer im Auge des Betrachters.

Laß doch einmal Deinen Schmerz los und schau, was das Leben für positive Überraschungen für Dich bereithält (und ich bin mir sicher, es gibt eine Menge Gutes und Schönes in Deinem Leben, wenn Du nur einmal richtig hinschauen würdest!). Loslassen ist Unabhängigkeit und Freiheit. Loslassen ist die (erlernbare) Fähigkeit, alles ein wenig gelassener und lockerer zu sehen. Dadurch kannst Du eine Menge gewinnen. Erst wer gelernt hat loszulassen, erlebt die höchste Freiheit.

Als ich meinen Kinderwunsch endlich akzeptiert und losgelassen habe, hat sich vor mir eine Fülle von Möglichkeiten aufgetan. So viele Dinge die ich gar nicht gesehen habe, weil ich in meinem Schmerz und meiner Fixierung gefangen war.

Heute kann ich sagen, das Leben ist schön. Trotz (oder gerade wegen?) meiner Kinderlosigkeit.
Wie tief mein Schmerz und wie groß meine Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung auch waren, ich hab mich selbst nie aufgegeben!

Das solltest Du auch nicht tun, liebe Mato. Steh auf und fang an zu leben.

Lebenshungrige Grüße, Sithania




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