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  Trostlos
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   Bluna
schrieb am 24.05.2004 16:50
Hallo Ihr Lieben,

was hat Euch geholfen den Schmerz über den Abschied vom eigenen Kind zu überwinden?
Bin nach erfolgloser IFV im Januar total deprimiert. Eine Erkältung schließt sich an die nächste, sie schlagen auf die Gelenke, nehme deshalb starke Schmerzmittel. Verkrieche mich ins Bett, oder renne ziellos durch die Gegend. Habe totale Wut auf mich, das ich so lange mit der Behandlung gewartete habe. Wußte schon mit 24 Jahren , dass ich mit einem halben Polyzistischen Eierstock kaum eine Change habe. Und die ist jetzt unbezahlbar. Hatte immer Angst vor der Wahrheit. Bin jetzt schon 43, hätte nie gedacht, dass man sich damit wie 90 fühlt.

Ich versinke im Sumpf vor Selbstmittleid, verkneife mir das Heulen. Mein Mann ist tapfer, versucht mich zu trösten. Will ihn nicht mit runterziehen. Puh, habe mich lange nicht getraut das hier aufzuschreiben.

Wie habt Ihr das alles überwunden?
Danke für Eure Anteilnahme und Ratschläge.

Liebe Grüße von Bluna


  Re: Trostlos
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   joschi
schrieb am 24.05.2004 21:11
Liebe Bluna,

eigentlich fühle ich mich gar nicht "berechtigt" was zu Dir zu schreiben, denn ich habe gerade erst mit der KIWU-Behandlung begonnen. Ich bin auch erst 30 Jahre alt. Aber egal. Dein Posting ist mir so nahe gegangen.
Ich habe selber viel darüber nachgedacht wie es ist wenn es nicht klappt, denn eine Garantie gibt es ja leider nicht.
Das Komische ist, irgendwie läuft im Leben jahrelang alles so glatt und auf einmal läuft gar nichts mehr. Bei mir war´s so: wir hatte einen riesen Streß mit unserem Umbau, dann habe ich meinen Job verloren und dann klappte es mit dem Kind nicht.
Man hatte sein Leben ursprünglich anders geplant aber alles kommt anders. Ich hatte dann eine schwere Gürtelrose und die hat mich echt zum Nachdenken gezwungen was MIR eigentlich noch wichtig ist im Leben außer einem Kind. Ich habe gemerkt, daß man dieses Kind nicht erzwingen kann und trotzdem versuchen muß sein Leben zu genießen.
Mir gelingt das auch leider viel zu selten.
Ich denke, Du brauchst Zeit um das alles zu verdauen.
Vieleicht ist es Dir ja möglich ein paar Tage mit Deinem Schatz (oder alleine) zu verreisen.
Mach ´Dir eine Liste mit all den Dingen die Du gerne machst. Versuch trotzdem das Positive im Leben zu sehen und mach Dir keine Vorwürfe, daß Du erst so spät angefangen hast Dich intensiv um Nachwuchs zu bemühen. Man macht im Augenblick immer das was gerade gut für einen ist.
Du denkst sicher: die hat gut reden....
Nee, ich denke, wenn es sich bei mir abzeichnet, daß es auch nicht klappt werde ich auch erstmal in ein tiefes Loch fallen.
Aber das, was ich da oben so geschrieben habe hilft mir in schlechten Phasen immer. Ich brauche dann immer ganz viel Zeit für mich. Versuch Dir was Gutes zu tun.
Meine Mutter sagt immer: alles im Leben hat einen Sinn.
Ich sehe den Sinn zwar auch nicht unbedingt, wenn wir keine Kinder bekommen können, aber normalerweise stimme ich ihr zu.
Laß Dir am besten die Wanne voll laufen, nimm Dir ein Glas Rotwein und ein schönes Buch.
Ich denke, daß man mit der Zeit immer besser damit umgehen kann, aber laß Dir Zeit.
Ich hoffe, daß ich Dich nicht zugequatscht habe.

Liebe Grüße

Joschi


  Re: Trostlos
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   Muriel
schrieb am 24.05.2004 21:23
Liebe Bluna - ach , wie ich dich verstehe!!!! Das will ich dir als erstes sagen.
Auch die Wut kenne ich gut, denn wir haben auch so spät mit den wirklich sinnvollen Behandlungen angefangen, obwohl ich 34 war, als die Ergebnisse klar waren und die Indikation da gleich ICSI hieß.. mit 39 fast ein halb, haben wir die erst angefangen!! Eben - und seit Jan ist das unbezahlbar...

Überwunden?? noch lange nicht! Ich habe viel geheult, allerdings auch immer wieder viel getrunken, habe einige Bücher, und das Forum hier- ganz wichtig!! heulend vor dem Bildschirm, und mitfühlende Frauen bei mir. Meinem mann wurde ich irgendwann unerträglich, habe auch versucht, meine Tränen rauszulassen,wenn er nicht da ist. Funktioniert so aber nicht gut.
ich habe versucht, das zutun, was ich normalerweise immer gern getan habe. Was mir normalerweise Kraftquelle ist. in meinem Fall Training - am liebsten 8 Std täglich (bin Tänzerin), und meine Freunde treffen. Einfach unter lieben Menschen sein, wo ich mich geborgen und geliebt fühle. In der Sonne sitzen (nunja, wenn sie mal warm genug da ist) Die Bücher sind mir auch sehr wertvolle hilfe. Wenn es Dich interessiert, schreib ich dir die Titel etc.
Vielleicht auch alles aufschreiben. Egal was. Die Wut, den Schmerz, alles.. einfach um es nicht 1000 fach im Herzen rumzuwälzen. ein bißchen auszulagern.
Ich habe auch einen - tja, - "liebes"Brief an meine Kinder geschrieben.
Ganz eines Tages werde ich ihn beerdigen. Wenn ich soweit bin. Wenn diese schlimme Sehnsucht und der schlimme Schmerz mal zur Ruhe gekommen sind. ein Ort für meine Trauer ist dann dies Grab.

Ich verstehe Dich... fühle auch immer wieder so...
Wir sind hier alle für Dich da!! von Herzen, Muriel


  Re: Trostlos
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   Catherine
Status:
schrieb am 24.05.2004 21:54
Liebe Bluna,

mach dir bitte keine Vorwürfe, daß ihr erst so spät angefangen habt. Ich habe mit 22 Jahren angefangen und bin seit 6 Jahren in der Kinderwunschmühle gefangen. Meine Ehe kennt nichts anderes und wenn wir bald aufgeben, weil wir nicht mehr können, dann fehlt uns ein gemeinsames Leben. Das müssen wir erst aufbauen und wieder zueinander finden. Ich kenne dich nicht gut genug, aber ich vermute, daß du zumindest außerhalb des Kinderwunsches fest im Leben sehst. Dafür darf ich dich beneiden.

Es gibt leider keine Garantie auf ein Kind, egal wann man sich für ein Kind entscheidet.

LG von Cat


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  Re: Trostlos
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   Loona
schrieb am 25.05.2004 15:22
Liebe Bluna,
ich kann Deinen Schmerz gut nachvollziehen, erlebe gerade ähnliches. Mein Mann und ich sind 42 jahre alt. Als wir uns vor 5 jahren kennenlernten, entschieden wir uns beide ganz schnell dafür, doch noch Kinder haben zu wollen, eine Familie zu werden. Uns beiden war dies zuvor nicht gelungen. Dann hat es zwei Jahre auf natürlichem Weg nicht geklappt, wir sind in Kinderwunschbehandlung gegangen auf Anraten einer Freundin. ICSI stellte sich als nicht machbar heraus, so dass wir HI versuchten. nach einer OP und 8 Zyklen mit HI wurde ich schwanger, verlor das Kind in der 10. Woche. Das war letzten Herbst. Errechneter Geburtstermin war der 04.Juni 2004 ....
Seit Januar sind es nun wieder 6 erfolglose Versuche. Wir werden noch einen oder zwei machen und dann aufgeben müssen wegen aussichtslos.
Ich weiß, dass ein Leben ohne Kinder nicht sinnlos ist, dass es auch schön sein kann, aber ich weiß nicht, wie ich die Trauer ertragen soll, die Trauer um das Kind, das wir verloren haben, das in mir gelebt hat, und all die Kinder, die wir nicht bekommen konnten, wie man damit alt werden können soll, derartig traurig zu sein. Werde ich mein Leben lang weinen, jeden Tag ???? Werde ich all die schönen Dinge als sinnlos erleben???? Werde ich meinen mann noch lieben können, der die Trauer nicht mehr teilt????
Vielleicht wird die Trauer eines TAge kleiner, so wie man über eine große enttäuschte Liebe hinweg kommt. Ich weiß es nicht, aber vielleicht.
Dir wünsche ich, dass es Dir gelingt. Vielleicht begegnet Dir ein kleines Wunder, das Dich glücklich macht.

Alles Gute und herzliche Grüße,
Loona


  Re: Trostlos
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   Biber
schrieb am 26.05.2004 13:33
Liebe Bluna

Es gibt fast für jedes Problem eine Lösung. Hast Du einmal an Eizellspende gedacht. Unter www.eizellspende.de findest Du alle Infos.

Liebe Grüsse

Biber


  Re: Trostlos
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   mariposa
schrieb am 26.05.2004 15:59
Hallo Bluna,
ich weiß nun seit ca. 10 jahren, dass wir keine Kinder bekommen, bin jetzt 40. Mir hat geholfen, dass wir von Anfang mit anderen drüber geredet haben.
Ich hatte eine gute Freundin, die das gleiche Problem ein Jahr früher hatte und wir haben dann einige Jahre immer wieder drüber geredet. Sie hat jetzt drei Kinder, aber zuvor haben wir uns verabschiedet. Ich habe das Ganze wie einen Todesfall betrachtet. Ich habe meinen Traum verloren, meinen lebensplan, aber ich hab weitergelebt., und ich hatte noch meinen Mann und meine Familie und meine Freunde und dann hab ich viele neue Sachen ausprobiert.
Meine Freundin und ich haben auch immer wieder, mit sehr viel Galgenhumor, die Sichtweisen verändert und uns erzählt welche Vorteile ein leben ohne Kinder auch haben kann. (Es hat sie tatsächlich).
Tja, und dann hab ich immer mehr Frauen kennengelernt, die ohne Kinder ganz gut leben können, das tut mir gut.
Such Dir Leute mit denen Du reden kannst, auch mal Witze drüber machen kannst, weinen kannst. Das hilft gut.
Lass Dir zeit, Trauer braucht zeit, aber hab den Mut Dich zu verabschieden.
Viele Grüße
Mariposa


  Re: Danke
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   Bluna
schrieb am 26.05.2004 16:04
Hallo liebe Joschi, Muriel, Cat, Loona und Biber,

tausend Dank für Eure Antworten, es hat mir so gut getan Eure lieben und tröstenden Worte zu lesen. Ich hatte gar nicht damit gerechnet, das jemand so schnell etwas schreibt. Als ich Eure Erlebnisse und Euren Kummer gelesen hatte, fühlte ich mich nicht so allein und konnte erstmals richtig lange Weinen. War eine kleine Erlösung. Heute habe ich wie eine Irre die Küche geschrubbt, etwas was ich sonst gerne verschiebe... Ich hab einmal gelesen, das aufräumen auch nach innen wirkt. Naja die Wirkung lässt noch auf sich warten... Jedenfalls war ich abgelenkt. Mir etwas gutes zu tun fällt mir noch schwer, bin noch zu böse auf mich. Vielleicht höre ich mir gleich noch ein altes trauriges Lieblingslied von Melanie an, es heißt Saddest Thing und handelt vom Abschied nehmen.

Liebe Muriel ich würde mich freuen wenn Du mir die Buchtitel nennen könntest, die Dir geholfen haben. Danke sehr!

Ich wünsche Euch Allen zwischen Entäuschung und Hoffnung ein kleines Wunder.

laßt Euch umarmen, herzliche Grüße von Bluna


  Danke
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   Bluna
schrieb am 26.05.2004 16:33
Hallo Mariposa,

habe gerade meinen neuen Text fertig, da lese ich Deine Antwort.
Habe mit keinem darüber geredet, ein paar Andeutungen sind mir wohl über die Lippen gekommen. Bei meiner besten Freundin. Habe mich nicht getraut. Da ich wußte, das meine Change klein war, jemals Kinder zu bekommen, habe ich immer so getan, als wenn ich keine wollte. Irgentwann habe ich es selbst geglaubt. Wem sollte ich das erzählen?
Wie hast Du es verkraftet, dass Deine Freundin dreifaches Glück hatte? Ja, es gibt immer auch viele Gründe dagegen, die habe ich mir bis jetzt immer vorgeredet. Leider nicht mit schwarzen Humor, gute Idee, liegt auf meiner Linie. Aber jetzt noch nicht, tut noch zu weh.

Herzlichen Dank für Deinen Brief, herzliche Grüße Bluna


  Re: Danke
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   mariposa
schrieb am 27.05.2004 08:18
Liebe Bluna,
ich habe es insofern gut verkraftet, dass meine Freundin drei Kinder hat, weil sie massiv nachgeholfen hat, mit Fremdbefruchtung. Das war ein Weg, den ich mit meinem Mann nicht gehen wollte. Außerdem kann ich immer noch mit ihr reden, denn sie hat nicht vergessen, wie es ist, keine Kinder bekommen zu können.
Mit anderen darüber reden hat zwei Seiten, einerseits kann es erleichtern, andererseits sind andere Leute manchmal auch sehr gehemmt, einen anzusprechen. Ich bin immer wieder verwundert, was für ein großes Tabuthema Kinderlosigkeit ist. Außenstehende wissen doch gar nichts von den Gründen. Es gibt auch Menschen, die ganz bewusst keine Kinder wollen.( In der heutigen politischen Diskussion wird das ja vielen kinderlosen Ehepaaren unterstellt.) Keine Kinder zu haben ist mit einem Makel behaftet, denn eine "richtige" Frau will doch nichts anderes als Mutter sein, oder? Ja Ja Ja, gerne wäre ich Mutter, ich hätte sogar fünf Bälger genommen, aber es geht nicht, basta. Am Anfang hab ich mir dann immer gesagt "Du gehörst zu den "Guten"", die ja eigentlich gerne wollen aber so gestraft sind und nicht können. Inzwischen brauch ich das nicht mehr, lass es nur manchmal noch raus, wenn mir einer zu mitleidig kommt.
Jetzt bin ich ganz schön ins Palavern gedommen, will Dich nicht totreden, aber Dich ermutigen zu reden (musst es ja nicht jedem auf die Nase binden, aber es gibt sicherlich Leute wo Du was sagen kannst).
Hab MUt, es geht weiter. Ich denk an Dich
Gruß Mariposa


  Reden ist gar nicht so schlimm
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   joschi
schrieb am 28.05.2004 15:38
Hallo Ihr Lieben,

ich bin zwar nicht dabei Abschied zu nehmen denn ich habe gerade mit der Kiwu-Behandlung angefangen.
Aber das mit dem Totschweigen, mit Niemandem drüber reden ist auch mir wohl bekannt. Kinderlosigkeit ist wirklich ein Tabuthema. Mein Mann und ich haben seit fast 4 Jahren Kiwu und es hat nicht geklappt. Alle um uns herum wurden irgendwie schwanger nur ich nicht. Da wir noch recht jung waren (jetzt sind wir beide 30) haben wir immer nur gesagt: "Kinder ? Ja später mal..."
Es hat mich einfach gernervt, daß mich jeder gefragt hat:"und, wann ist es denn bei euch mal soweit...." Am liebsten wäre ich jedesmal in Tränen ausgebrochen.
Als wir dann vor ca. 2 Monaten beschlossen haben den Kiwu "aktiv" anzugehen haben wir beschlossen uns zu "outen" (ja, ich komme mir manchmal echt so vor...)
Wir erzählen es jetzt einfach wenn uns wieder jemand so blöd fragt wann es denn bei uns endlich mal so weit ist. Ich sage auch ganz offen wenn ich einfach keine Lust mehr habe über dieses Thema zu sprechen. Aber ich habe festgestellt, daß es mich sogar manchmal befreit z.B. mit meiner Mutter über dieses Thema zu sprechen. Auch unsere Freunde machen uns eher Mut und ich weiß es ist ernst gemeint. Es ist erstaunlich wie viele Paare die gleichen Probleme haben !!!
Ich denke mitlerweile, meine bzw. unsere ungewollte Kinderlosigkeit ist ein Teil von uns, ein Teil unserer Geschichte.

Alles Liebe

joschi


  Re: Trostlos
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   sushi
schrieb am 02.06.2004 17:51
Hallo Bluna,
ich bin jetzt 31 jahre alt und wir wünschen uns bereits seit über 7 Jahren ein Baby. Wir haben 3 Inseminationen, 1 IVF, 1 1/2 ICSI's hinter uns und sind noch immer zu zweit. Uns hat dieses ganze Theater eneger zusammen geschweißt, aber wie Dir eine Frau hier im Forum geschrieben hat, kann es auch verherend sein für eine Beziehung. Die Trauer haben wir nicht verarbeitet und diese Trauer werden wir wohl auch niemals wirklich verarbeiten. Wir hätten es noch ein/zwei mal gewagt wenn die Kasse zahlen würde, aber so haben wir nicht den Mut dazu.
Ich würde eher sagen wir haben uns mit der Situation abgefunden und suchen für uns einen anderen Weg ein Kind auf seinem Lebensweg begleiten zu dürfen. Wir denken immer mehr über eine Pflegschaft oder Adoption nach. Du ahnst ja nicht wie händeringend Jugendämter Langzeitpflegestellen suchen. Dort kommen meist Kinder hin die um die 2-3 Jahre alt sind und aus schlechten familiären Umständen kommen. Ältere Kinder kommen meist schon in betreute Heime.
Ich denke mir das es so viele Kinder auf der Welt gibt die ein Zuhause brauchen, da ist dem Kind und mir geholfen. Man darf nur nicht den Fehler begehen und etwas von den Kindern "erwarten". Sie haben meist schon schlimme Dinge erfahren müssen - da heißt es viel Gedult und Liebe aufzubringen.
Ich wünsche Dir viel Kraft für Deinen weiteren Weg.
Sushi


  Re: Trostlos
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   Sardi
schrieb am 04.06.2004 18:55
Liebe Bluna,
ich habe bisher noch nie etwas in diesem Forum geschrieben, fühle mich von Deiner e-mail aber sehr angesprochen, kann dich gut verstehen und deshalb möchte ich Dir gerne schreiben.
Ich bin 39 Jahre alt und seit 13 Jahren ungewollt kinderlos. Keiner weiss, woran es liegt. Obwohl ich mich nun schon seit so langer Zeit mit diesem Thema auseinandersetze, ist dieser Schmerz und diese Trauer, wovon auch Du schreibst, immer noch sehr groß. Auch ich sitze oft heulend da und frage mich immer wieder, wie ich mit meiner Situation "befreiter leben " kann, ob und wann ich innerlich wirklich loslassen kann.
Weil ich mit meiner Situation nicht so locker umgehen kann, empfinde ich mich oft als schwierig. Vor allem im großen Familienkreis, wenn meine Geschwister stolz mit ihren Kindern kommen, meine Eltern glücklich über ihre Familie und ihre Enkel sind, da sitze ich oft in einem Eck und fühle meine Trauer und möchte am liebsten in einem Loch verschwinden.
Ich kann Deine Wut und Deinen Frust gut verstehen, ich habe keine Ratschläge, reihe mich hiermit bei den Personen ein, die Dir einfach ihr Mitgefühl und ihr Verständnis zeigen wollen.
Alles Gute für Dich
Bille


  Re: Trostlos
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   Claudine(39)
schrieb am 22.06.2004 23:43
Liebe Bille!
Dein Beitrag hat mich sehr berŸhrt. Du bist so traurig Ð ich wei§ ganz genau, was Du meinst.
Ich rate Dir, therapeutische Hilfe aufzusuchen, oder eine Selbsthilfegruppe, wenn Du nicht bald selber Land siehst.
Es geht darum, herauszufinden, warum Du Dir ein Kind wŸnschst und was es fŸr Dich bedeutet. Es darf nicht sein, da§ Du jedesmal beim Anblick kleiner Kinder in TrŠnen ausbrichst.
Es gibt zwei Wege, um mit seelischem Schmerz umzugehen:
Entweder man verbittert, oder man šffnet sein Herz.
Geh`den zweiten!

Lieben Gru§ - Claudine(39)




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