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  Was wenn nur einer wünscht?
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   Frauke_Aretz
schrieb am 02.05.2004 15:23
Hallo

ich bin ganz neu auf diese Seite gestossen, da ich mich wohl doch intensiv mit meinem Kinderwunsch auseinandersetzten muss, wenn ich meine Beziehung nicht gefährden will.

Mein Fall ist ein in diesem Forum scheins ungewöhnlicher Fall. Mein Mann war bereits verheiratet und hat zwei wunderbare Kinder. Die Kinder leben an den Wochenenden bei und (denn dann arbeitet die Mutter) und in der Woche bei der Mutter (denn dann arbeiten wir).

Da mein Mann zwei Kinder hat, hat er sich nach der Geburt seiner Tochter sterilisieren lassen. Wir haben das Glück das wir alle zusammen mittlerweile ein Verhältniss hergestellt haben in denen trotz Trennung die Kinder in beiden Haushalten glücklich leben können. In diesen Prozess war ich eng eingebunden, und habe mich auch stark selbst eingebracht.

Trotzdem schwelt seit langer Zeit der Wunsch in mir nach einem eigenen Kind. Auch wenn ich ein enges Verhältniss zu den Kindern meines Mannes habe, ist es doch etwas anderes und natürlich haben die Kinder ihre direkten Eltern.

Ich habe in meiner Partnerschaft davor bereits ein Kind verloren, was das Thema nicht gerade leichter zu behandeln macht.

Ich bin mir nicht recht im klaren, wo und wie ich vielleicht Gesprächspartner oder Anschluß finden kann. Ich habe erkannt, das der unerfüllte Kinderswunsch zu einer starken Belastung für mich und für meinen Partner geworden ist - aber was tue ich jetzt.

Sollte jemand eine Anregung geben können, wäre ich sehr dankbar.

Liebe Grüße
Frauke


  Re: Was wenn nur einer wünscht?
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   mariposa
schrieb am 02.05.2004 16:51
Hallo,
ganz reduziert ist dein ANliegen doch kein anderes als das der anderen Frauen, die Kinder wollen. Deine Situation ist nur anders. Was Du geschildert hast. lässt darauf schließen, dass Du ein ganz tolles Bild davon hast, wie Kinder leben sollen. Und ich schließe daraus, dass Du und Dein Mann miteinander reden könnt, ich hoffe das stimmt. Weil ich denke, dass ihr nur darüber, dass ihr miteinander redet zu einem Ergebnis kommen könnt. Ich denke sterilisierte Männer haben ja noch Spermien, die man irgendwie entnehmen könnte. (Bin nicht die Fachfrau hier für solche Sachen) Sodass eine Chance bestünde.
Will Dein Mann überhaupt nicht? Könnte Ihr drüber reden? Möchtes Du Dich lieber von diesem Kinderwunsch verabschieden? Wo liegt das Problem genau?
Viele liebe Grüße
mariposa


  Re: Was wenn nur einer wünscht?
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   Frauke_Aretz
schrieb am 02.05.2004 17:45
Hallo Mariposa,

vielen Dank für die promte Antwort.

Ja wir Beide können gut reden, und tuen das auch viel. Aber wir sind in einer Sackgasse.

Er hat zwei Kinder und eine gescheiterte Ehe hinter sich. Abgesehen von rein finanziellen Schwierigkeiten zwei Kinder und eine Ex-Ehefrau zu ernähren, die er nicht noch vergrößern möchte durch noch ein Kind und einer zumindest zeitweise auch in Ihren Verdiensten eingeschränkten Frau finanziern zu müssen; möchte er seine Kapazitäten seinen Kindern widmen, die durch eine Trennung schon einen ganz schönen Streifen miterleben mussten.

Welches Recht habe ich also anderes zu fordern?
Jeder von uns hat sicherlich das Recht sein eigenes Leben so gestalten zu wollen, wie er/sie es für richtig hält. Nur liegen meine Bedürfnisse eben ganz anders als seine.

Rein medizinisch hätten wir wahrscheinlich ganz gute Chancen. Sterilisationen lassen sich rückgängig machen, und Spermien sind lange erhalten und können entnommen werden. Ich war bereits schwanger also auch hier sind zunächst keine Bedenken zu erwarten. Aber all das ist nicht Kern des Problems.

Die verschiedene Grundhaltung gegenüber einem weiteren Kind ist des Pudels Kern, und auch die Schwierigkeit wo wir nicht weiter kommen.

Nein ich möchte mich eigentlich nicht von meinem Kinderwunsch verabschieden, aber ich möchte auch nicht das die Frage nach einem Kind unsere Beziehung bestimmt, denn die Frage nach Kindern sollte nicht Grundstein einer Beziehung sein. Aber was tun mit einem Bedürfniss was nicht erfüllt werden will/kann. Wie findet man seinen Weg damit?

Eine etwas ratlose Frauke


  Re: Was wenn nur einer wünscht?
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   Schwiizerin
schrieb am 02.05.2004 21:47
Hallo Frauke

Ja, auch ich habe mit meinen 37 Jahren ein ähnliches Problem.

Mein Mann und ich sind zwar seit 15 Jahren glücklich zusammen und auch seit 6 Jahren verheiratet. Wir haben eine tolle Idee und können viel miteinander unternehmen.

Ich wusste bereits mit 22 Jahren, dass er keine Kinder möchte. Natürlich habe ich immer gehofft, dass sich diese Situation irgendwann mal ändern wird. Leider ist dies bis heute nicht eingetroffen und natürlich, beginnt meine biologische Uhr immer mehr zu ticken.... Trotzdem wollte ich ihn heiraten, denn eine so schöne Beziehung hätte ich niemals aufgeben können.

Jetzt, seit 2 Jahren, wird mein Kinderwunsch immer grösser, umso mehr ich leider auch keine Geschwister habe. Bei mir ist vor allem auch die Angst auf das Alter da, irgendwann mal alleine zu sein, vielleicht noch im schlimmsten Fall mit einer Krankheit. Diese Gedanken machen mich sehr traurig. Natürlich darf man Kinder nicht als Altersvorsorge ansehen, aber ich denke, wenn man mit sich selber ehrlich ist, geht es wohl noch vielen ähnlich wie mir.

Mein Mann möchte keine Kinder, weil wir uns dann nicht mehr so viel leisten können, wie all die letzten Jahre und er eben auch nicht allzu sehr belastbar ist. Er hat vor allem auch Mühe mit Babys und möchte lieber, wenn überhaupt, ein bereits 4-jähriges Kind, das nicht mehr so viel weint, etc. Ja, ja, das gibt es alles, obwohl er ein ganz lieber und fürsorglicher Papa wäre.

Ja, er hofft jetzt einfach, dass er mich die nächsten 4 Jahre irgendwie über "die Runden bringt" und dann dieses Thema endgültig vom Tisch ist. Bei mir ist Hoffnung, Trauer und alles vermischt und manchmal habe ich grosse Mühe diesen Kinderwunsch auf der Seite zu lassen.

Ich wünsche dir alles Gute, aber du siehst, es gibt viele Menschen, die von diesem Thema betroffen sind.

Gruss, Yvi


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  Re: Was wenn nur einer wünscht?
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   Lolly
schrieb am 02.05.2004 21:48
Hallo Frauke,

es ist schon recht schwierig, Dir etwas zu raten. Positiv ist schon mal, dass Ihr reden könnt.
Aus dem was Du schreibst entnehme ich, dass Du sehr viel für diese Beziehung und auch für seine/Eure Familie getan hast. Sicherlich ist das nicht immer leicht, und ich finde es bewundernswert. Du hast Dein Leben der Situation angepasst und sicherlich auch Deine eigenen Bedürfnisse etwas zurückgestellt. Meinst Du, Deinem Mann ist bewusst, dass Du wirklich eigene Bedürfnisse hast? Ich meine, wenn man in so einer Situation ist wie Du, wird vieles schnell mal als selbstverständlich angesehen, gerade wenn man so viel zusammen durchgeboxt hat.
Vielleicht solltest Du Dich nochmal in Ruhe mit Deinem Mann hinsetzen und versuchen, mehr über Dich selbst zu reden.

... nur mal so als Idee!

Übrigens war mein Onkel auch sterilisiert und ist heute Vater von 2 gesunden Kindern. Die Sterilisation wurde wieder rückgängig gemacht.

Gruss


  Re: Was wenn nur einer wünscht?
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   Sara_Sunshine
schrieb am 03.05.2004 09:02
Hallo Frauke!!!


Du hast vielleicht mein Posting gelesen und wenn nicht hier eine kurze Zusammenfassung: Ich hab bereits 4 Kinder (!!) und gehöre darum vielleicht hier wirklich nicht hin...Ich war beireits einmal verh. und als ich diese Ehe beendete, waren schon 3 Kiddis da....Dann lernte ich meinen jetzigen Mann kennen und schon nach 2 Wochen, also beim 2. Mal wurde ich wieder schwanger....Auf den ersten Schock hin freute ich mich dann trotzdem darauf...Das ist jetzt über 3 Jahre her...aus einer Beziehung, die als völliges Cahos inmitten einer Scheidung begann, wurde eine immer liebevollere und intimere....Und daraus entstand mein Wunsch, oder sagen wir da kam der Traum den ich immer hatt, einmal ein Kind mit einem Partner zu bekommen in einer Umgebung der Liebe und wo alles stimmt, wieder in mir hoch....Obwohl es das einzige leibliche Kind meines Mannes ist, sagt er natürlich, dass er keines mehr möchte...Und auch wenn das hier für die meisten nicht nachvollziehbar scheint...so ist es für mich doch ziemlich arg das zu verkraften...Jetzt da ich nach all den Jahren wirklich in einer solchen Beziehung lebe, wie ich sie mir mein Ganzes Leben lang gewünscht habe, muss ich den dazugehörigen Traum abhacken...


VOn dieserSeite her kann ich Dich sehr gut verstehen...Ich hab das mit dem Kinderkriegen zwar schon alles erlebt...doch es war eigetnlich nie so wie es sein sollte...Es waren nie 2 Menschen die sich das sehnlichst gewünscht hätten....so wie es sein solte...ich hab mir immer erträumt, gemeinsam mit meinem Mann ein Baby zu bekommen, GEMEINSAM...d.h. auch die Schwangerschaft geminsam zu erleben und auch die Geburt und natürlich auch wenn das Baby da ist....Davon muss ich mich jetzt verabschieden..und ich weiss dass das sehr schwer ist und gar nicht leicht...

Veruch doch mit Ihm zu reden, und erzähl ihm vielleicht auch was DIr all diese Frauen geschrieben haben...Sag ihm wie wichtig es für Dich ist und was das ganze in Dir auslöst...Wenn ich eines gelernt habe dann ist es dass man alles aussprechen muss da es einen sonst auffrisst!!! Ich weiss wie nagend dieser Wunsch sein kann und wie zermürbend es sein kann....Du musst das alles aussprechen können vor ihm und er muss genau wissen wie es in Dir aussieht, vielleicht und ich hoffe es sehr für Dich, lenkt er ein!!!

Ich wünsche Dir dass Dein Wunsch in Erfüllung geht, allles liebe und Gute für Euch Beide!!

Sara


  Re: Was wenn nur einer wünscht?
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   mai
schrieb am 03.05.2004 10:47
Ich kenne die Situation. Leider hat sich mein Kiwu nicht erfüllen können und mein Partner will keine IVF so muß ich mich mit der Situation abfinden. Das würde ich wahrscheinlich nicht tun wenn ich noch jung wäre. Leider bin ich schon 42 da würde mir ein anderer Partner auch nichts nützen. Liebe Grüße mai


  Re: Was wenn nur einer wünscht?
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   Frauke_Aretz
schrieb am 03.05.2004 18:13
Vielen Dank für all Eure Gedanken und Anregungen.

In der Tat habe ich gestern nochmal den Faden aufgegriffen und mit René über das Thema gesprochen. Es ist schwer weiterhin über das gleiche Thema immer wieder zu sprechen, wo scheinbar derzeit keine Lösung in Sicht ist.

Aber ich habe auch erkannt, dass es wichtig ist, ihn mit auf diesen Weg zu nehmen, da er sonst den Anschluß an meine Situation verpasst und auch viele meiner Reaktionen und meine Gefühle nicht mehr verstehen kann.

...also heißt es weiter reden und sehen welche Überraschungen und vielleicht auch Lösungsansätze dieses Leben mit sich bringt.

Vielen Dank für Eure aufmunternden Wort, ich werde Sie mir zu Herzen nehmen und schauen was sich daraus machen lässt.

Liebe Grüße
Frauke


  Re: Was wenn nur einer wünscht?
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   Kenya
schrieb am 06.08.2004 23:16
Hallo Frauke,

bin heute auf Deinen Eintrag aufmerksam geworden, denn ich bin in GENAU der gleichen Situation wie Du. Ich dachte echt, dass ich der absolute Einzelfall bin, bzw. mein Mann. Ich kann bis heute nicht wirklich verstehen, warum ein 2-facher Vater nicht auch noch ein 3. Kind will - zumal mit einer neuen Frau zu der er viel besser paßt, wo die Liebe da ist etc. Mein Mann ist sehr früh, mit 19 das erste Mal Vater geworden und hat dann kurz nacheinander 2 Kinder bekommen, die sind heute 18 und fast 20 Jahre alt..... holla - also erwachsen´und könnten ihn theoretisch zum Opa machen. Da seine Ex-Frau nie arbeiten gegangen ist u. er halt auch noch jung musste er vier "Mäuler" stopfen u. das ging nur mit viel Arbeit u. Nebenjobs, folglich hat er nicht viel von seinen Kindern gehabt. Irgendwie ist dann auch alles schief gegangen u. dann hat er mich kennen gelernt, da waren die Kinder 10 u. 11 Jahre alt. Ich hatte nie Bock eine Art Ersatzmama zu sein u. das war auch gut so, denn die beiden haben mich auch total akzeptiert, da die Ehe ja auch nicht wg. mir gescheitert ist. Naja - er wollte von Anfang an keine Kinder mit mir, zumal er sich hat sterilisieren lassen, als er noch verheiratet war. Mir zuliebe hat er ein paar Jahre später eine Refertilisierung machen lassen (also Samenleiter wieder unter'm Mikroskop zusammengenäht) - aber nicht weil er seine Meinung geändert hätte, sondern weil er dachte mich sonst zu verlieren. Die OP war erfolgreich, aber die Qualität der Spermien hundsmiserabel. Naja dann folgte wieder ein paar Jahre später die KiWu Behandlung, auch wieder nur für mich. Jetzt hat er die Nase voll und macht nicht mehr weiter, weil er sagt, dass er schon viel mehr gemacht hat als er jemals vor hatte. Kann ich auch verstehen, aber der Kinderwunsch läßt sich halt nicht so einfach abstreifen und die Liebe für ihn ist so groß und er gehört so fest zu mir, dass ich mir ein Leben ohne ihn auch nciht vorstellen kann. Wie sagte eine von uns, irgendwie hat jeder sein Päckchen zu tragen. Versuche Deinen Weg zu finden, es hängt halt auch von so vielen Faktoren ab um eine gute und richtige Entscheidung zu treffen. Liebe Grüße von Kenya




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