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  meine freundin trennt sich von mir
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   Tim123
schrieb am 18.04.2004 22:49
Hallo an alle,
ich bin neu hier, wollte hier einfach mal nur mein Schicksal mitteilen und fragen, ob hier jemand ein ähnliches erleben mußte.
Angefangen hat es November letzten Jahres. Durch eine normale Untersuchung beim Urologen wurde herausgefunden,dass ich keine Kinder zeugen kann. Ich leide unter einer Azoospermie, d.h. in meinem Ejakulat wurden keine Spermien gefunden. Das war natürlich erstmal ein riesiger Schock für mich und meine Freundin. Im laufe der Zeit gab es immer mehr Stresssituationen, wir stritten häufig, und meine Freundin war nicht mehr in der Lage ihre Freizeit zu gestalten, weil sie regelrecht gelähmt war. Ich beschloß eine Hodenbiopsie durchzuführen, in erster Linie für mich, um Sicherheit zu erlangen, ob ich überhaupt nie Kinder zeugen kann, oder vieleicht doch.
Meine Freundin war von Anfang an sehr skeptisch künstlicher Befruchtung gegenüber, weil es entgegen ihrer ethischen Vorstellung ist. Sie sagt, es sei nunmal Schicksal und sozusagen wie in der Natur: das schwächste Tier überlebt nicht. Ich hoffe ihr versteht,wie sie es meint.
Ich habe trotzdem diese Biopsie durchgeführt, und es wurden Spermien gefunden, die für eine ICSI-Behandlung reichen würden.Ich war natürlich sehr froh. Meine Freundin freute sich aber auch,nicht nur für mich.
3 Wochen später hat sie sich nun von mir getrennt, weil sie der Meinung ist, dass sie mit mir nie Kinder haben kann, und dieser Wunsch elementarer Bestandteil ihres Lebens ist. Ich bin mir der Schwierigkeiten einer ICSI-Behandlung bewußt. Aber ich kann nicht verstehen und akzeptieren, dass sie einfach so geht und alles wegwirft. Sie hat nicht mal einen Arzt mit mir zusammen besucht, um sich die Vor-und Nachteile einer ICSI-Behandlung anzuhören. Versteht mich jetzt nicht falsch, meine Freundin war nicht herzlos, sie war einfach mit dieser Situation überfordert.
Gibt es jemanden, der etwas ähnliches erlebt hat, oder weiß, ob es eine Möglichkeit für Hilfe gibt? Vielleicht sowas wie eine Gruppe?
Vielen Dank für eure Antworten Im voraus,

der todtraurige Tim


  Re: meine freundin trennt sich von mir
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   Sternengucker
schrieb am 19.04.2004 09:42
Hallo Tim,

es tut mir sehr leid, was Dir passiert ist. Es ist schon schlimm genug, eine solche Diagnose zu verpacken, wenn dann noch der Verlust der Partnerschaft dazu kommt, kann ich mir gut vorstellen, dass man in ein sehr tiefes Loch fällt.

Ich weiß nicht, wie lange ihr zwei zusammen ward und wie die Beziehung sonst aussah....Ich sage das mal ganz vorsichtig, aber vielleicht brauchte sie einen Grund, die Beziehung zu beenden? Sollte der einzige Grund wirklich der Wunsch nach Kindern sein, so ist es sehr sehr schade, dass sie diesen Weg nicht mit Dir gehen möchte. Sicherlich hätte sie die meiste Last bei einer Behandlung zu tragen - aber wenn man sich wirklich liebt.......Ich kann auch verstehen, dass Deine Freundin sich überfordert fühlt, doch ich hoffe inständig, dass sie, wenn ein wenig Zeit verstrichen ist, wieder zu Dir zurückfindet. Lass ihr ein wenig Zeit, sprich über Deine Gefühle, mehr kannst Du nicht tun.

Bei uns bin ich diejenige, die keine Kinder bekommen kann. Ich kann also nachfühlen, wie Du Dich mit dieser Diagnose fühlst.

Immer, wenn ich eine Geschichte wie Deine höre, hoffe ich inständig, dass mein Mann so verständnisvoll und tröstend an meiner Seite bleibt und ich erinnere mich daran, wie wenig selbstverständlich das doch zu sein scheint. Ich kann Dir nur einen Partner wünschen, der alles im Leben mit Dir meistern will - und natürlich wünsche ich Dir, das "Sie" es ist.

Lass den Kopf nicht hängen, sicher wird alles wieder gut.

Sternengucker


  Re: meine freundin trennt sich von mir
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   Julia&J
schrieb am 19.04.2004 11:58
hallo tim

auch von mir zunächst ein trostwort: es tut mir s. leid, was dir widerfahren ist.
mein mann und ich hatten vor einigen jahren dieselbe diagnose erhalten müssen, da waren wir bereits verheiratet und die partnerschaft bestand seit langer zeit. natürlich ist das hart und es gehen einem 1000 gedanken durch den kopf, ABER ernsthaft war das für mich kein grund mich zu trennen, erstens sind wir zum glück n. im tierreich und zweitens haben wir doch einen verstand und gefühle und es lassen sich immer wege suchen und finden (icsi/tese, heterologe insemination, adoption).
vielleicht hat deine freundin einen grund gesucht und gefunden, vielleicht ist sie auch nur überfordert und besinnt sich noch eines besseren.
verliere nicht den lebensmut! eine gruppe kenne ich leider nicht, es gibt aber im forum ein unterforum: heterologe insemination, da sind bestimmt einige paare, bei denen die diagnose azoospermie lautet.

viel glück!!!




  Re: meine freundin trennt sich von mir
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   mai
schrieb am 19.04.2004 19:44
Hallo Tim, bei uns besteht seit 3 Jahren Kiwu und es scheint nicht ohne Behandlung zu klappen ob mit weiß man ja nicht vorher. Bei uns ist es , daß mein Mann eine Behandlung wehemend ablehnt ,auch nicht mit zum Arzt kommt. Ich habe darunter sehr gelitten und auch an Trennung gedacht. Leider bin ich schon 42 und könnte wahrscheinlich den Kiwu nicht erfüllen. Leider hat mein Mann für mich kein Mitlleid und kann mich bezüglich des kiwu nicht verstehen, deswegen dachte er auch schon an Trennung da er dieses jammern und leiden als Angriff gegen sich sieht. Da wir uns sonst sehr gut verstehen müssen wir dieses Thema außen vor halten bzw evt nochmal Paartherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Du siehst es gibt Paartnerschaften, da entwickelt sich der Kiwu zu etwas destruktivem. Ichhoffe Du schöpfst wieder Mut Grüße mai


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  Re: meine freundin trennt sich von mir
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   gelöschter User
schrieb am 21.04.2004 19:52
.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.11.07 17:14 von kantine.


  Re: meine freundin trennt sich von mir
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   Catriona
schrieb am 23.04.2004 16:46
Lieber Tim,

habe ein paar Tage über Dein Posting nachgedacht. In meiner Ehe bin ich es, die "schuld" an unserer ungewollten Kinderlosigkeit ist. Ja, und auch ich hatte Angst, dass mich mein Partner verlässt, denn für ihn sind Kinder auch ein elementarer Bestandteil seines Lebens. Ein bisschen hab' ich die Angst immer noch, aber ich glaube inzwischen, dass unsere Beziehung gefestigt genug ist, um diese Krise zu überstehen und gemeinsam einen Ausweg (Adoption) zu finden.

Ich weiß nun nicht, wie alt Deine Freundin ist. Ja, vielleicht war sie wirklich überfordert - und nach einer gewissen Zeit noch einmal darauf ansprechbar? Wenn nicht... tendiere ich zu sagen, dass die Liebe vielleicht nicht stark genug war. Es müssten gar nicht Probleme bei der Zeugungsfähigkeit sein, es könnte auch ein schwerer Unfall, eine Krankheit, ein anderer Mann sein. Ich denke mir nur, dass es Männer besonders verletzt, wenn sie von einer Frau aus dem Grund der eingeschränkten Zeugungsfähigkeit verlassen werden. Denn zeugungsunfähig bist Du ja nicht. In meinem Bekanntenkreis hat man bei einem Mann durch eine OP zwei Spermien zutage gefördert - aus jedem ist ein kleiner Junge geworden.

Lieber Tim, es muss ein schwerer Schlag für Dich sein. Aber wer weiß - vielleicht ist es besser so. Vielleicht wäre sie sonst (später) aus einem anderen Anlass gegangen. Nun lass Dir den Mut nicht nehmen, Du weißt selbst, dass es mit Deiner Diagnose noch Möglichkeiten gibt. Und wenn Du mal im KiWu-Forum schaust, es gibt viele Frauen, die trotzdem zu ihren Männern halten - sogar, wenn das Problem schon beim Kennenlernen bekannt ist.

Alles Gute, Catriona


  Re: meine freundin trennt sich von mir
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   Matthias
schrieb am 26.04.2004 13:44
Hallo Tim,

traurige Sache. Zumindst in einer Sache teile ich dein Schicksal: Meine Spermien geben ebenfalls wenig Grund zur Hoffnung, und das ist noch vornehm ausgedrückt. Dass dir zudem auch noch die Freundin weggelaufen ist, macht's nicht einfacher. Kann ich mir vorstellen.

Ich kann Dir da auch leider keinen Trost anbieten, abgesehen von der Tatsache, dass mich das berührt. Sie hat sich entschieden. Mag sein, dass sie sich wieder anders entscheidet. Verlass ist darauf aber nicht. Was Du schreibst, liest sich so, als sei sie tatsächlich davongelaufen. Meiner Meinung nach nicht vor eurer möglicherweise kinderlosen Zukunft, sondern vor ihrer emotionalen Reaktion. Ihre nüchterne - darwinstisch geprägte - Äußerung (Survival of the fittest) lässt den Schluss zumindest zu.

Aber selbst wenn dem so ist, kannst Du leider nichts daran ändern, fürchte ich. Sie wird nun mal ihren Weg gehen, wohin auch immer er sie führen wird.

Zu deiner Frage: Ich kenne leider keine Gruppe, die sich spezifisch zu diesem Thema trifft. Aber ich habe eine klasse Mänergruppe anzubieten, die sich alle 14 Tage trifft. Beziehungsprobleme gibt's da mehr als geung zwinker, und mit mir ist auch das Thema Schwächel-Spermien vertreten. Wenn Du Interesse hast, melde dich bei mir.

Liebe Grüße

Matthias


  Re: meine freundin trennt sich von mir
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   Cassie
schrieb am 20.05.2004 21:57
Hallo Tim

ich bin mit meinem Partner trotz dieser Diagnose zusammengeblieben, aber ich weiß nicht, ob es auch für ihn die richtige Entscheidung gewesen ist.
Kinder bedeuten mir sehr viel und ich muß wegen ihm auf eigene Kinder verzichten.
Manchmal hasse ich ihn dafür und bin stinksauer.
Ich frage mich oft, warum ausgerechnet ich an einen geraten mußte, der mir kein Kind zeugen kann.
Mein Mann hat viele Federn gelassen und wäre besser mit einer Frau beraten gewesen, für die Kinder nicht so wichtig sind, oder die selbst schon Kinder hat.


  Re: meine freundin trennt sich von mir
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   lilliy37
schrieb am 15.06.2004 15:39
Lieber Tim,

ich wünschte, mein Mann wäre nur annähernd so weit wie Du. Für ihn war das Thema "Kinder" nach dem miserablen Spermiogramm erledigt. Er hat sowieso keinen Kinderwunsch und wie schön für ihn, dass sich das Thema sozusagen von selbst erledigt hat. Für mich ist es eine mittlere Katastrophe, da er jedwede Kinderwunschbehandlung (es kommt nur ICSI in Frage) - die ja zum größten Teil zu meiner körperlichen und seelischen Beeinträchtigung führen würde - ablehnt. Frage ich warum, sagt er, es ist ein "Bauchgefühl". Ich könnte schreien, wenn ich das höre.

Für deine Freundin habe ich kein Verständnis. Ein klärendes Gespräch und ein Besuch beim Arzt wären in meinen Augen das mindeste gewesen.

Ich habe und spiele noch mit dem Gedanken, meinen Mann zu verlassen, (Blöderweise sind wir erst seit einem Jahr verheiratet und ich wusste natürlich von dem Spermiogramm, allerdings habe ich mit einer Kinderwunschbehandlung gerechnet) aber nicht aus dem Grund, weil er zeugungsunfähig ist, das wäre ja lächerlich, sondern weil er sich vehement gegen eine Kinderwunschbehandlung sträubt. und mir damit auch jede Chance auf ein eigenes Kind nimmt.

Dir kann ich nur wünschen, dass Du eine verständnisvolle NEUE Partnerin findest, wovon ich ehrlich gesagt überzeugt bin mit der Du gemeinsame Kinder hast .

Alles Gute!




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