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  Re: Re an sophie 30. und glenn
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   Catriona
schrieb am 31.03.2004 18:15
Liebe Claudi,

eine sehr gute Antwort. Dass Glenn ihr Baby wieder hergeben musste, ist sehr schlimm. Aber wie schon mehrfach gesagt wurde - die Situation der Herkunftsmutter ist auch sehr schlimm. Der Gesetzgeber hatte seine Gründe, diese Acht-Wochen-Frist einzuräumen; in dieser Zeit melden sich eben oft Verwandte und Freunde bei der Herkunftsmutter, um zu helfen und ihr die Kraft zu geben, es mit dem Baby zu versuchen. Ich habe etwas von "zweiter Chance für die Herkunftsmutter" gelesen - es kann auch eine zweite Chance für das Kind sein.

Es ist ein sehr schwieriges Gebiet. Ich habe auch etwas über Kritik an Behörden gelesen. Die ist sicher oft berechtigt. Ich selbst bin gerade erst in den Adoptionsprozess eingestiegen - und habe gerade einen guten Eindruck von den Sozialarbeiterinnen. Auch die gesetzlichen Bestimmungen sind nachvollziehbar.

Mein Mann und ich waren auch zunächst auf dem "Auslandstrip", schwenken aber langsam um. Wir haben gelernt, dass die Herkunftsfamilie für das Adoptivkind eminent wichtig ist, und die Chancen, im Inland noch Kontakte herstellen zu können, scheint mir doch größer als im Ausland.

Wir haben versucht, uns über vieles aus unserer Perspektive klarzuwerden. Aber in unserem Bewerberkurs haben wir viel über die Perspektiven des Kindes und der Herkunftsfamilie erfahren. Und die sind eben integraler Bestandteil einer Adoption. Auch wenn es das alles nicht leichter macht.

Herzlichst
Catriona



Beitrag geändert am : (Mi, 31.03. 18:18)


  bin selbst betroffen.....
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   sonja0701
schrieb am 31.03.2004 21:44
hallo!
ich selbst habe einen 5jährigen pflegesohn, der fast 5 jahre
bei uns lebt.
er lebt bei uns in adoptionspflege wird demnächst
das thema bei uns sein.
als wir diesen überaus süßen fratz bekamen waren wir die
glücklichsten menschen auf der welt. der kleine ist unser
absolutes wunschkind.
kaum ein halbes jahr später als wir ihn bekamen kam es
zu einer gerichtsverhandlung, sein leibl. vater wollte ihn zurück
haben.
ich bin in ein tiefes tiefes loch gefallen und hatte große angst
mein allerliebstes kind wieder abgeben zu müssen.
ich verstehe nicht und verstand auch nicht das es für seine leibl.
eltern überhaupt möglich ist das kind wieder zurückzuverlangen.
sie haben ihn und auch seine geschwister schwer misshandelt,
er war völlig unterernährt und dem tod näher als dem leben.

zum glück wurde entschieden das der kleine bei uns bleiben darf.

ich hoffe das bleibt auch so, denn zurück zu seinen leiblichen eltern......das wäre undenkbar, zumal er nur uns als mama und
papa kennt.
er kennt seine geschichte, aber er will davon nichts hören, ich denke er ist zu jung. will er aber später seine "richtige" mama und
papa (und seine "richtige" schwester) sehen, so werden wir ihm das nicht verwehren.

dieses kind ist mittlerweile ein richtiger lausejunge geworden,
gesundheitlich hat er hin und wieder einmal probleme, aber
das haben wir auch gut im griff.

wir haben mittlerweile noch einen leibl. sohn (9monate), und
wir lieben beide kinder und machen keinerlei unterschied.

ich wünsche dir (glenn) und deinem mann, das ihr nocheinmal
eine chance bekommt ein baby zu adoptieren.

wir haben es nicht bereut , und wir können deine wut und die
trauer über den verlust mehr als sehr gut verstehen.

lg
sonja


  Re: Genau aus diesem Grund...
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   Sithania
schrieb am 01.04.2004 03:05
"Wenn es um Steuern geht, kennt auch niemand eine zweite Chance (oder kann ich meine Steuern zahlen wann und wie ich will?). Aber eine Mutter kann sich gegen ein Kind entscheiden und dann - ach wie ist das doch schön!!! - sich wieder für das Kind entscheiden. "

Sorry, aber diesen Satz finde ich UNMÖGLICH!

Ich denke, daß es einer Mutter bestimmt nicht leicht fällt, ihr Kind herzugeben und es sollte auch ihr Recht sein, daß rückgängig zu machen!
Und schön ist das bestimmt nicht, sondern vielmehr SEELENQUALEN!

Sithania


  Re: Wir hatten einen Traum
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   Loona
schrieb am 04.04.2004 14:08
Liebe fania,
beim Lesen Deiner Zeilen ist mir bewußt geworden, wie sehr wir doch durch unsere eigene Geschichte in der Sicht dieser Dinge geprägt werden. Sicher ist es entsetzlich schwer für eine Mutter, ihr Kind wegzugeben, und sicher ist das auch schwer für das Kind, und sicher kann der Moment kommen, in dem die Mutter das bereut. Das kann ich einerseits verstehen, andererseits aber trotzdem nicht billigen, weil ich davon überzeugt bin, ganz tief überzeugt sogar, daß die ersten Lebensmonate nach der Geburt eines Kindes die wichtigste Zeit sind, in der es Vertrauen in die Welt an sich, in seinen eigenen Körper und in seine Beziehungspersonen aufbauen kann. Durch eine so frühe Trennung von den Bezugspersonen kann die Entwicklung empfindlich gestört werden. Die Beeinträchtigung wird das Kind begleiten, auch wenn sie durch günstige weitere Lebensumstände gemildert werden kann. Ich plädiere deshalb dringend für eine frühzeitige Beratung und Unterstützung schwangerer Frauen, damit sie auf der Grundlage aller zur Verfügung stehender Informationen die richtige Entscheidung treffen können, egal ob sie dann das Kind behalten oder nicht (den umgekehrten Fall gibt es ja auch, der ist auch schlimm (Mutter behält das Kind und kommt dann nicht klar). Gerade ein so kleines Kind erlebt doch einen Bezugspersonenwechsel wie ein Erdbeben. Das kann doch überhaupt nicht verstehen, was da mit ihm passiert. Es geht nicht nur um Essen und Schlafen und Windeln wechseln, sondern es geht um eine tiefe gegenseitige Liebe zwischen dem Kind und seinen Eltern. Das ist es doch, was wir "Bindung" nennen.
Ich hoffe, ich konnte meine Position deutlich machen, ohne Dich zu kränken!
Herzliche Grüße,
Loona




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