Unsere Foren

Die Kinderwunsch-Seite
 
News rund um den Kinderwunsch
amicella Network    Wie wirksam ist das Drilling bei PCO-Syndrom? neues Thema
   Normale Schilddrüsenfunktion und Schilddrüsenantikörper: Sind Medikamente notwendig?
   Endometritis: Entzündung der Gebärmutter verhindert Schwangerschaft

  Wir hatten einen Traum
no avatar
   glenn
schrieb am 20.03.2004 16:50
sehr treurig

Wir hatten vor 2 Jahren insgesamt 5 x Icsi - alle erfolglos. Wir haben dann versucht auf dem Wege der Adoption uns den Wunsch vom Kind zu erfüllen.

Unser Glück begannn am 14.02.04. Es wurde ein kleiner Junge geboren.- Benjamin nannten wir Ihn. Er kam zu uns in Adoptionspflege. Benjamin war unser Prinz- mehr Liebe wir wir konnte Ihn niemand geben. Er war unser Sonnenschein, Freude und Glück.

Leider gab es einen Haken- das deutsche Gesetz kennt eine 8 Wöchige sRückgaberecht. Wie wenn man einen Kühlschrank kauft. Uns so geschah es. Man hat Ihn am Di wieder abgeholt. Wie ein Möbelstück.

Unsere Welt ist endgültig zerbrochen. Unsere Politiker können außer schlechten Gesetzen zur PID auch keine Gesetze zum Schutze der annehmende Eltern beschließen.

Ich wünsche allen hier im Forum viel Glück bei Ihrer Familienplanung und hoffe dass dies niemanden wiederfährt. es bringt einen um.

Grüße aus Thüringen


  Re: Wir hatten einen Traum
no avatar
   Loona
schrieb am 21.03.2004 10:42
Liebe Glenn,

es tut mir sehr leid, daß Euch das passiert ist. Es ist nicht nur Euch als Eltern gegenüber grausam, sondern auch für das Kind. Es hatte bei Euch doch einen Platz gefunden, an dem es zuhause war, wo es Liebe und Fürsorge bekam. Es ist eine Bindung zu Euch entstanden und das Kind wird sein Leben lang dieses Trennungstrauma mit sich herumtragen müssen. Warum Menschen so etwas tun, ist mir unbegreiflich. Es ist unmenschlich !!!
Ich wünsch Euch jedenfalls viel Kraft, das durchzustehen. Dem Kind wünsch ich das auch, es ist ja leider diesen Verrücktheiten völlig hilflos ausgeliefert.

Fassungslose Grüße,
Loona


  Re: Wir hatten einen Traum
no avatar
   Stella38
schrieb am 22.03.2004 17:38
Wer weiß zu was für "Eltern" der jetzt gekommen ist, nur wegen der heiligen Blutbande. Es ist unfassbar!




  Re: Wir hatten einen Traum
no avatar
   Christina3
schrieb am 22.03.2004 20:42
Liebe Glenn,

ich kann so gut nachfühlen, wie Euch jetzt zumute ist. Wir sind seit Sommer letzten Jahres Eltern einer kleinen Tochter, die über eine Auslandsado zu uns gekommen ist. Bis unser Schatz endlich bei uns war, hatten wir auch 2 mal die Situation, dass nach dem Kindervorschlag noch etwas dazwischen gekommen ist und selbst das tat schon sehr weh, obwohl wir die Kinder ja nur vom Foto her kannten.

Ich wünsche Euch viel Kraft, dass Ihr Eure Trauer überwindet und drücke Euch ganz fest die Daumen, dass Ihr eine zweite Chance bekommt, einem kleinen Menschen Eure Liebe zu schenken.

Liebe Grüße
Christina


  Werbung
  Re: Wir hatten einen Traum
no avatar
   Reina
schrieb am 23.03.2004 13:27
Hallo,

das tut mir sehr leid für euch. Ich kann nur nicht verstehen, wieso das Kind die 8-wöchige Frist nicht in einer Kurzzeitpflege verbracht hat und erst dann zu euch gekommen ist. Da ich selbst Mutter zweier Dauerpflegekinder bin , ist mir die Problematik nicht unbekannt.
Auch wenn euer Schmerz jetzt sehr groß ist und es für euch doch sehr ungerecht ausgegangen ist. ist das Kind doch zuerst Kind seiner Herkunftseltern.
Viele Grüße Reni


  Re: Wir hatten einen Traum
no avatar
   before.sunrise
schrieb am 24.03.2004 20:52
Liebe Glenn,
es tut wirklich weh, deinen Beitrag zu lesen - ich glaube dir, dass du verzweifelt bist und das es für euch furchtbar ist, Benjamin wieder herzugeben. Ich bin selbst Mutter und die Vorstellung, dass mir jemand mein Kind wegnimmt, ist entsetzlich.

Ich wünsche euch ganz viel Kraft um über diesen Verlust hinweg zu kommen.

Erlaube mir trotzdem ein ABER! Du schreibst
Zitat

Unsere Politiker können außer schlechten Gesetzen zur PID auch keine Gesetze zum Schutze der annehmende Eltern beschließen.
und an dieser Stelle möche dir widersprechen.

Wie sollte ein solches Gesetz denn aussehen? Vor der Reformierung des Adoptionsrechtes WURDEN die annehmenden Eltern geschützt, in dem die Adoptivkinder bis zur endgültigen Freigabe in Heimen aufbewahrt wurden. Ich selbst habe vier Monate in einem Kinderheim verbracht - und glaube mir: die Zeit reicht aus, um einem Menschen jedes Urvertrauen zu nehmen.

Heutzutage ist das nun zum Glück anders - für dich ist das tragisch und unmenschlich. Für die Kinder, die so vor dem Aufenthalt in einem Säuglingsheim bewahrt werden, ist es dagegen menschlich.

Übrigens tat mir (als Addoptierte) auch dein Vergleich mit dem Kühlschrank ein bisschen weh. Ehrlich gesagt hatte ich viel mehr das Gefühl, wie eine Ware behandelt worden zu sein... Auslieferung erst nach Abwicklung sämtlicher Formalitäten...


Verstehst du, was ich meine?
Noch einmal: Ich wünsche dir ganz, ganz viel Kraft und Lebensmut -trotz dieser furchtbaren Erfahrung!

Barbara


  noch ein PS für Glenn
no avatar
   before.sunrise
schrieb am 25.03.2004 08:44
Liebe Glenn,
nach dem ich gestern Abend den Computer ausgeschaltet hatte, war ich mir plötzlich unsicher, ob es richtig war, diesen Beitrag zu schreiben.
Darum möchte ich einfach noch mal betonen, dass ich mit diesem Beitrag nicht in eine Diskussion über das Adoptionsrecht einsteigen wollte...

Ich denke, du hast im Moment genug mit der augenblicklichen Situation zu tun und brauchst Unterstützung und keine Menschen, die anfangen mit dir zu diskutieren. Es tut mir darum Leid, wenn ich dir mein Beitrag weh getan haben sollte!

Vielleicht noch eine kurze Erklärung für alle anderen: Es war mir wichtig diesen Beitrag zu schreiben, weil ich oft denke, dass die Sicht des Kindes (und der abgebenden Eltern) im sicher sehr schmerzhaften und anstrengenden Adoptionsprozess leicht verloren geht.

Darum tat mir auch der Satz einer Antwort
Zitat

Wer weiß zu was für "Eltern" der jetzt gekommen ist, nur wegen der heiligen Blutbande.
ganz schön weh...

Ich kann den persönlichen Kummer, die Wut, die Verzweiflung nachvollziehen. Trotzdem denke ich, dass man dabei fair bleiben muss. Warum "Eltern" in Anführungszeichen? Warum sofort unterstellen, dass abgebende Eltern verantwortungslos sind? (Jedenfalls lese ich das aus diesem Satz heraus.)

Meine leibliche Mutter (die ich einmal kennengelernt hab) wollte mich nach sechs Wochen auch angeblich zurückhaben, aber man hat ihr vorgelogen, ich sei bereits in einer Arztfamilie untergebracht und es sei unmenschlich mich da wieder herauszuholen. Zu dieser Zeit war ich noch im Kinderheim... Und auch meine Adoption war alles andere als glücklich.

Was wäre besser also gewesen? Wer will das entscheiden?
Ich weiß es auch nicht, aber ich glaube, dass es wichtig ist ALLE Seiten zu sehen.

Liebe Grüße an alle
Barbara




  Genau aus diesem Grund...
no avatar
   Sophie30
schrieb am 29.03.2004 08:07
... haben wir uns schon jetzt für eine Auslandsadoption entschieden. Es ist einfach unfassbar, wie die deutschen Behörden mit diesem Thema umgehen. Wenn es um Steuern geht, kennt auch niemand eine zweite Chance (oder kann ich meine Steuern zahlen wann und wie ich will?). Aber eine Mutter kann sich gegen ein Kind entscheiden und dann - ach wie ist das doch schön!!! - sich wieder für das Kind entscheiden.

Immerhin kann sie es ja später noch auf dem Müll werfen und einen auf "unzurechnungsfähig" mimen...!!!

Sorry, für den Sarkasmus - aber da geht mir die "Hutschnur hoch"

Es tut mir so leid für Euch und ich hoffe sehr, dass ihr doch noch ein kleines Würmchen bekommt (vielleicht über das Ausland???)...




  Re: Genau aus diesem Grund...
no avatar
   before.sunrise
schrieb am 29.03.2004 15:18
Liebe Sophie30,
ich verstehe zwar, dass du gefrustet bist, aber fühle mich von deinem Sarkismus unnötig angegriffen. Vor allem aber schockt mich dein Vergleich:

Zitat

Wenn es um Steuern geht, kennt auch niemand eine zweite Chance (oder kann ich meine Steuern zahlen wann und wie ich will?).

Du redest hier von Menschen! Von Kindern und von Müttern, die in einer Notlage sind! Was soll dann ein solcher Vergleich?

Ich nehme an, dass du dich mit den Gefühlen und Problemen von abgebenden Müttern niemals wirklich beschäftigt hast und das finde ich ganz schön traurig.

Auch die Unterstellung, dass diese Mütter ihre Kinder dann sowieso nur auf den Müll werfen, finde ich unglaublich. Damit sprichst du abgebenden Müttern jede Menschlichkeit und jede Verantwortung ab - ohne sie zu kennen, ohne zu wissen, warum sie sich zunächst für eine Adoptionsfreigabe entschieden haben.

Mit welchem Recht???


  Re an sophie 30. und glenn
no avatar
   Claudi
schrieb am 29.03.2004 20:31
Hallo,
jetzt mische ich mich doch noch ein. Wenn die 8-Wochen-Frist der einzige Grund ist, sich für eine Auslandsado zu entscheiden, ich weiß nicht?? Ich habe Bekannte, die vor 1 Jahr den Kindervorschlag bekamen, jetzt hat sich dort das Gesetz geändert. Sie haben keine Ahnung ob und wann sie die Kinder holen können. Eine Adoption ist immer ein Abenteuer. Man wird darauf vorbereitet in den Seminaren und auch Geprächen beim JA.
Es ist zuerst das Ziel, daß die Kinder in ihrer Herkunftsfamilie aufwachsen können. Viele Mütter sind vor und während der Geburt überfordert und sollen so durch die 8 Wochen Bedenkzeit die Möglichkeit haben sich doch für ihr Kind zu entscheiden. Meine Meinung ist, daß das JA einschätzen muß, wie stark die Mutter in ihrer Entscheidung ist. Es gibt ja immerhin auch die Möglichkeit das Baby in Bereitschaftspflege zu geben. Unseren Sohn lernten wir erst mit 3,5 Wochen kennen. Die leibl. Mutter wollte sich nach 2 Wochen nochmals melden. Erst als noch eine Wocher vergangen war, wurden wir informiert. Unser 2. Kind das anonym geboren wurde, sollte zuerst in Bereitschaftspflege. Da der Arzt, Krankenschwestern und Seelsorger mit ziemlicher Sicherheit sagen konnten, daß die Mutter in ihrem Entschluß gefestigt schien, bekamen wir sie gleich um ihr noch ein Trennungstrauma zu ersparen. Bei beiden Kindern wurden wir auf die 8 Wochen hingewiesen, wir mußten es sogar unterschreiben, die Kinder wieder zurückzubringen falls der Fall eintritt.
Es ist wirklich schlimm Glenn, ich weiß nicht wie ich es verkraftet hätte. Jetzt auf die Behörden zu schimpfen ist auch nicht gerecht, da man es ja vorher weiß. Und... da muß ich Barbara voll zustimmen, verurteilt die Herkunftsmütter nicht. Sie gehören euer ganzes Leben lang zu eurem Kind. Ihr adoptiert die ganze Herkunft eures Kindes mit. Es gebührt ihnen Hochachtung und Wertschätzung, daß sie 9 Monate ein Kind ausgetragen haben um es dann weggeben zu müssen - aus Liebe zum Kind.
Gruß, Claudi


  eine andere sicht der dinge
no avatar
   fania nicht eingeloggt
schrieb am 30.03.2004 10:34
hallo glenn,

vorab möchte ich dir ganz viel trost aussprechen und dir und deinem mann viel kraft wünschen, den verlust eures kindes zu verarbeiten. es tut mir sehr leid, dass ihr diese schmerzvolle erfahrung machen musstet.

liebe glenn, ich verstehe, dass du aus deinem schmerz heraus urteilst und kein veständnis für die entscheidung hast, aber ich denke, dass nach einiger zeit auch du, den entschluss der mutter nachvollziehen kannst.

was claudia geschrieben hat, kann ich ganz genau so unterschreiben.

bei einer pflegschaft, selbst bei einer adoption muss man damit rechnen, dass das kind innerhalb der ersten 8 wochen zu den leiblichen eltern zurückkommen darf. nicht immer sind es "rabeneltern", sondern oft sind sie überfordert mit der situation, bekommen vielleicht oft druck von außen (von ihren eltern, die mit der "schande" nicht leben möchten, oder vielleicht auch ihr eigenes leben führen und sich nicht auch noch um enkelkinder kümmern möchten).
wieso sollen die annehmenden eltern in diesem fall geschützt werden, alles was in einer pflegschaft und in einer adoption durchgeführt wird, muss ZUM WOHLE DES KINDES sein. der idealfall ist doch, dass ein kind in seiner herkunftsfamilie aufwächst, solange natürlich gewährleistet wird, dass das kind dort liebe, geborgenheit erfährt und auch sonst versorgt wird.

irgendjemand fragte, warum die kinder denn nicht während der ersten 8 wochen in eine kurzzeitpflege kommen. eine sozialarbeiterin vom jugendamt erklärte das folgendermaßen: meistens werden die abgegebenen kinder nicht mehr innerhalb der 8 wochen rückgeführt, den pflege- oder ado-eltern würden dann bedauerlicherweise 8 wochen in der entwicklung des kindes fehlen, das wolle sie eigentlich nicht. ich persönlich finde diese haltung für bedenklich, solange es sich um einen säugling handelt, für den die bindung in den ersten wochen seines lebens meines erachtens eine untergeordnete rolle spielt (viele kinder sind ja wochenlang in brutkästen im krankenhaus und haben später trotzdem eine normale eltern-kind-beziehung).
in eurem fall wäre es wirklich viel besser gewesen, man hätte euer pflegekind in eine kurzzeitpflege gegeben und euch vor einer eventuellen trennung bewahrt.

loona schrieb von "trennungstrauma". das kind ist ein säugling. gerade mal einen monat alt, da ist doch eine trennung durchaus zu verkraften. wir reden von einem baby, das 4 wochen bei euch geschlafen und gegessen hat, das zwar bestimmte reize und auch eure zuneigung aufgenommen hat, aber einen wechsel ganz ganz sicher verkraften wird. bei der trennung von der mutter, in deren bauch es 9 monate heranwuchs, hattet ihr doch auch keine bedenken, oder?
ich weiß, dass sich das von mir sehr hart anhört, aber ich glaube, dass ich es beurteilen kann, da ich die ersten 3 monate meines lebens ebenfalls im heim war und erst danach von meinen adoptiveltern mitgenommen werden durfte. ich habe kein trennungstrauma, kann mich natürlich nicht mehr an die ersten monate meines lebens erinnern.
aber:
niemals wurde von meiner leiblichen mutter schlecht geredet bei uns zuhause. ich war ihr nicht eine sekunde lang böse, dass sie mich frei gegeben hat.

man sollte schon verständnis für die situation der herkunftsmütter aufbringen, vor allem dann wenn sich eine mutter nach ein paar wochen FÜR ihr kind entscheidet. sie hat darüber nachgedacht und ihr wurde plötzlich bewusst, dass sie ohne das kind nicht leben möchte und kann. sie möchte vielleicht ihren fehler wieder gutmachen, ihre entscheidung rückgängig machen. vielleicht hat sie hilfe angeboten bekommen, wie sie ihr leben MIT KIND führen kann.
übrigens haben die leiblichen väter heute auch mehr rechte als früher und müssen, wenn sie bekannt sind, ebenfalls ihre zustimmung zur freigabe geben!

liebe glenn, wie gesagt, du tust mir schrecklich leid, aber ich bin auch sehr verwirrt und überrascht, wie schlecht vorbereitet ihr auf diese situation wurdet! bei einer adoption wird man monatelang, manchmal jahrelang auf die eventuell eintretenden schwierigkeiten vorbereitet. es ist eben nicht, wie du sagst, ein kühlschrank, ein möbelstück, das beim "neuen besitzer" bleibt, sobald er es "erworben" hat. sondern es ist ein kind, das von 2 leuten gezeugt wurde, die seine leiblichen eltern sind, das von einer mutter auf die welt gebracht wurde, das es 9 monate lang im bauch und sicher durchaus gefühle hatte.

es ist gut so, dass es dieses gesetz gibt. ist es dir nicht auch schon passiert, dass du etwas gesagt oder getan hast, dass du gerne rückgängig gemacht hättest? es waren sicher belanglose dinge, die nicht sooo schlimm waren, aber ein kind abzugeben und diese entscheidung nicht mehr rückgängig machen zu können, das ist GRAUSAM!!! für mutter und kind!!

mein mann und ich sind momentan ebenfalls im adoptionsprozess einer auslandsadoption und werden vielleicht noch dieses jahr 2 kinder vermittelt bekommen, wenn alles gut geht.
die kinder sind schon älter und im heim. würde es eine möglichkeit geben, die kinder bei ihrer familie aufwachsen zu lassen, wäre das der idealfall auch wenn wir sie dann nicht vermittelt bekämen. für die kinder ist es sicher am besten in der herkunftsfamilie (vorausgesetzt sie können dort normal und liebevoll aufwachsen).

liebe glenn, dir und deinem mann wünsche ich nochmals ganz viel kraft und zuversicht. auch wenn es schwer fällt, denk an den kleinen jungen, der nun das glück hat, in seiner herkunftsfamilie, bei seiner leiblichen mutter aufwachsen zu dürfen.
vielleicht werdet ihr bald ein kind bekommen, das dann bei euch für immer bleiben wird.

liebe grüße
von fania
(inkognito adoptiert und ado-bewerber)


  Re: Wir hatten einen Traum
no avatar
   fania nicht eingeloggt
schrieb am 30.03.2004 10:48
hallo loona,

ich habe es auch an glenn geschrieben, möchte dir aber auch noch mal explizit antworten:
die entscheidung, den kleinen jungen der mutter zurück zu geben, ist alles andere als grausam!
natürlich ist es in diesem moment schmerzhaft für die pflegeeltern. sie lieben ihn, haben alles für ihn getan, wollten ihn aufwachsen sehen. sie haben aber eines vergessen: sie waren NUR die pflegeeltern.
das kind ist eben kein "kühlschrank", den man nach erwerb nicht mehr zurückgeben muss, man hat keinen "kaufvertrag", sondern hat eben durchaus eingewilligt, dass das kind in den ersten 8 wochen zu den leiblichen eltern zurück könne.

versetze dich doch in die lage der mutter bzw. des vaters:

erst ist die panik da, es nicht zu schaffen. nicht zu wissen, wie es weiter geht. schnell wird der entschluss gefasst, das kind frei zu geben (vielleicht auch unter druck der eltern, der behörden, der sozialarbeiter (da gibt es auch unterschiedl. ansichten)).
nach 4 wochen fällt dir auf, dass du dein kind, das du 9 monate in deinem bauch heranwachsen spürtest, dir unermesslich fehlt.
wäre das nicht grausam, wenn eine mutter die entscheidung innerhalb der ersten 8 wochen NICHT rückgängig machen dürfte???

8 wochen sind doch im vergleich zu einem leben nicht lang!
und ein 4 wochen alter säugling erlebt sicher in dem moment kein trennungstrauma, sonst wäre das trennungstrauma nach 9 monaten im mutterbauch ja noch größer!

es ist ganz ganz schlimm für die pflegeeltern und tut sicher furchtbar weh, doch die herkunftseltern haben auch gefühle. nicht alle haben ihre kinder misshandelt, gehasst, weggeworfen. die mutter des kleinen benjamin hat ihn ausgetragen! sie hat ihn in einer klinik auf die welt gebracht, hat ihn freigegeben.
sie hat also verantwortung gezeigt für das kleine baby, für IHR baby. da muss man ihr doch zugestehen, dass sie eine solch schwerwiegende entscheidung innerhalb der ersten 8 wochen rückgängig machen kann, oder?

die sozialarbeiter allerdings sollten darüber nachdenken, ob es nicht doch besser ist, kurzzeitpflege zu wählen und erst nach den ersten 8 wochen, die kinder zu pflege-/adoeltern zu vermitteln.

niemand darf vergessen, dass die herkunftseltern IMMER zum leben des kindes gehören werden. sie spielen dein ganzes leben lang eine nicht unwichtige rolle. das kann ich dir aus eigener erfahrung sagen. meine ado-eltern sind zwar meine "richtigen" eltern, aber die leibl. eltern werden nie vergessen sein. sie gehören zu mir und meiner geschichte, wie jeder kleine muskel in meinem körper.

liebe grüße von fania


  @Sophie 30
no avatar
   fania nicht eingeloggt
schrieb am 30.03.2004 11:07
hallo sophie,

ich kann nur before sunrise voll zustimmen:

hier geht es um menschen! und das wohl des kindes!

die leibl. mutter hat doch verantwortung gezeigt. sie hat das kind eben nicht weggeworfen, sondern geschaut, dass es gut versorgt ist. dann wurde ihr bewusst, dass sie ihr kind vermisst. sie hat vielleicht eine chance gesehen, ihr kind nun doch selbst aufzuziehen. da muss ich ihr doch diese chance geben!

ihr adoptiert auch aus dem ausland wie wir? ich kann dir wirklich nur nahelegen, mehr verständnis für die abgebenden eltern aufzubringen. eurem kind wird es sicher sehr weh tun, wenn ihr schlecht von den leibl. eltern redet, denn es ist und bleibt ein teil von ihnen. es bringt seine herkunftsgeschichte mit und es wird GANZ SICHER sich irgendwann für seine herkunft interessieren.

keine angst, ihr werdet die nummer 1 für euer kind bleiben, allerdings nur, wenn ihr es mit haut und haar und mit all seinen "mitbringseln" annehmen und lieben werdet.

meine leibl. eltern, obwohl ich keinen kontakt mehr zu ihnen habe, werden immer zu mir gehören und ich finde das selbstverständlich, dass meine eltern (adoeltern) damit umgehen und es akzeptieren müssen.

adoptieren wir kinder aus dem ausland, adoptieren wir das land, die traditionen, die geschichte, die herkunft und die herkunftsfamilie unserer kinder mit. wir müssen ihnen vermitteln, dass sie stolz darauf sein können und dürfen.

alles gute
wünscht dir fania


  Re: Wir hatten einen Traum
no avatar
   luckysummer69n.e.
schrieb am 30.03.2004 15:38
liebe glenn

erst heute las ich deine nachricht und kann dir nur mein tiefstes mitgefühl aussprechen und sagen wenn uns dass passiert wäre, ich diesen satz genauso gesagt hätte: es bringt einen um...ich weine mir dir und hoffe dass ihr noch eine 2-te chance bekommt.
mehr kann ich dazu n. sagen.
viel kraft es durchzustehen wünscht dir
ls


  Re: Wir hatten einen Traum
no avatar
   Stella38
schrieb am 31.03.2004 17:33
@Barbara: ich habe den Satz mit den "Eltern" geschrieben, weil ich es mal miterlebt habe, wie ein Kind aus der Pflegefamilie wieder zu prügelnden, trinkenden, vernachlässigenden, aber halt leiblichen Eltern, zurückgegeben wurde, nachdem es sich bei der Notpflegemama grad mal ein wenig erholen durfte.






Zum Antworten klicken Sie bitte auf" "Beitrag antworten" oder "Beitrag zitieren" unter dem gewünschten Beitrag auf den Sie antworten möchten.



Bitte beachten Sie: In unseren Foren können nur allgemeine Informationen zum Inhalt der Fragen gegeben werden. Ferndiagnosen sind nicht möglich. Die Antworten sind unverbindlich und können aufgrund der räumlichen Distanz keine Beratung für den Einzelfall darstellen. Bitte wenden Sie sich dazu an die Ärztin oder den Arzt Ihres Vertrauens.

Starflower
Home | Theorie | Zentren| Bücher| Links | Forum | News | Impressum | Datenschutz

© wunschkinder.de 1998-2020