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  WDR/ FrauTV sucht
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  juju12
schrieb am 12.02.2004 14:53
Ich suche für die Sendung Frau TV im WDR , eine Frau, die über ihre Erfahrungen und Gedanken zum Thema Kinderwunsch/losigkeit und Abschied von diesem erzählen kann und möchte. Welche Phasen gab es in dieser Zeit, oder gibt es noch. Wie geht man in der Partnerschaft mit dem Thema um. Welche Perspektive gibt es.
Würde mich über Rückmeldungen sehr freuen.
J.Horn, HornTV@gmx.de




  Re: WDR/ FrauTV sucht
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  Birgit~
schrieb am 12.02.2004 23:37
Hallo Frau Horn,

auch wenn ich persönlich nicht berichten möchte , wünsche ich Ihnen Erfolg für Ihr Vorhaben.

Ich bitte Sie aber, in Ihrem Bericht nicht solche Psychomythen zur Kinderlosigkeit zu verwenden, die bestehende Vorurteile genüber Kiwu-paaren verstärken , Betroffene dadurch noch mehr und vor allem unnötig belastet werden.
Dies ist bereits in 2 WDR-Beiträgen zum Thema geschehen:

besonders enttäuschend war das bei der sonst so wissenschaflichen Sendung "Quarks" 4/02 - auch der "Hobbythek" -Beitrag 9/02 besprach das Thema unangemessen.

Der Psychologe Dieter Speck(WDR-produktion) der einem Paar hilfreich zur Seite stehen wollte, war anscheinend auch nicht sehr mit dem Thema vertraut - > Reaktionen hier im Forum
[www.wunschkinder.net]

Von Dr. T. Wischmann/ Uni Heidelberg gibt es mehrere repräsentative wissenschaftliche Studien zu Psyche u. Kinderlosigkeit die damals von den WDR-Redakteuren nicht berücksichtigt wurden – weil sie nicht ins Konzept passten ?

Kürzliche suchte jemand Tipps für eine Hausarbeit zum Thema, möglicherweise interessieren Sie die links, auch zu o.g. Studien ?

Psychomythen ( Kurzbericht ) im deutschen Ärzteblatt ->
[www.aerzteblatt.de]

Zitat


Artikel-links, welche die psychische Situation von Paaren in repromedizin. Behandlung beschreiben:

-> [www.med.uni-heidelberg.de]

Für die unten erwähnten 4 Faltblätter benötigst Du acrobat reader ( gibt’s kostenlos zum download im Internet)

Das International Consumer Symposium for Infertility (iCSi) Netzwerk www.icsi.ws
hat bisher eine Reihe von bisher 4 (Info)-Faltblättern in mehreren Sprachen erstellt.

Trotz der Beschränkung auf wenige Seiten und dadurch bedingte Notwendigkeit einer verkürzten Darstellung, halte ich diese Faltblätter für empfehlenswert, besonders das zum Thema “Leben ohne Kind“ :


Nr. 1 :Familienbildung mit medizinischer Unterstützung

„...viele Eltern sind sich unsicher, ob sie über die Zeugungsart ihres Kindes mit dem Kind und mit anderen Sprechen sollen. Dieses Faltblatt informiert Eltern, warum es hilfreich sein kann, darüber zu sprechen...“

- > [www.icsi.ws]



Nr.2 : Unfruchtbarkeit – ein Faltblatt für Freunde und Verwandte

„. ...dieses Faltblatt beschreibt einige der Gefühle und Tatsachen, die mit Unfruchtbarkeit einhergehen. Es erklärt medizinische Fakten, um Mythen zu widerlegen, beschreibt die typischen emotionalen Reaktionen und schildert Möglichkeiten, Betroffene zu unterstützen.“

- > [www.icsi.ws]
-


Nr.3 : Annäherung an ein Leben ohne Kind

„ .. Dieses Faltblatt bietet Ihnen einige Anregungen u. Strategien, die anderen geholfen haben, die mit einem Leben ohne Kinder einhergehenden Gefühle von Ohnmacht u. Verlust zu bewältigen.“

- > [www.icsi.ws]


Nr.4 : Mehrlingschwangerschaft und Reproduktionsmedizin

„..Dieses Faltblatt beschreibt die medizinischen Fakten und erläutert die emotionale und pragmatische Bedeutung, wenn man sich um mehr als ein Baby gleichzeitig kümmern muss.“

- > [www.icsi.ws]

Ein Posting einer Frau zum „“ Warum? “in einem anderem Kinderwunschforum ( August 2001) hat mich sehr beeindruckt - in fast allen Punkten sehe ich das sehr ähnlich...

 [www.klein-putz.de]

Zusätzlich zur Trauer über die ungewollte Kinderlosigkeit kommen häufig noch seltsame, unsensible Reaktionen der Umwelt ( Freunde u. Verwandte, Kollegen..),
Beispiele ? - > [www.wunschkinder.net]
politische Entscheidungen : Unfruchtbarkeit wird nicht als Krankheit anerkannt ,eine Übernahme der Krankenkassenbehandlungskosten wäre ab Jan. 2004 fast zu 100 % gestrichen worden, durch in D viel strengere Gesetze als im europ. Ausland sind die Erfolgsraten geringer - die Belastung für die Paare höher ( dadurch mehr Versuche nötig), Kinderlosen soll die Rente um 50 % gekürzt werden
Künstliche Befruchtung wird in bioethischen Diskussionen oft kritisch bewertet, auch die Kirchen lehnen sie ab .
Häufig bestehen falsche Annahmen und Bewertungen aufgrund v. Unkenntnis über biologische Zusammenhänge, auch Wünsche nach Designerbabies und Menschenselektion werden unterstellt. ( z.B. in der Debatte von Aktion Mensch : www.1000fragen.de)



Viele Grüsse,

Birgit



Beitrag geändert am : (Fr, 13.02. 08:56)


  Re: WDR/ FrauTV sucht
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  Avril
schrieb am 13.02.2004 22:27
Nach meiner Beobachtung wird die Thematik in den Medien, vor allem im TV, stets sehr einseitig und auch sehr oberflächlich dargestellt, entweder nur negativ-warnend oder auch zu positiv-verharmlosend. Letzteres kommt nämlich auch vor.

Zum Beispiel letzten Sommer in einem ZDF-Beitrag für die tägliche Vormittags-Gesundheitssendung, wo ein Ehepaar vorgestellt wurde, dass vier Kinder mit IVF bekommen hat. Und dieses Paar war bereits ein halbes Jahr zuvor Gast gewesen bei "Fliege". Die Berichterstattung und Selbstdarstellung war jedesmal derart positiv-werbend, dass ich mich wirklich gefragt habe, ob da nicht eine Arztpraxis im Hintergrund die Fäden zieht und diese Familie als Werbeträger an Redaktionen vermittelt...

Auch die Familie Valeria und Ulrich Stockey mit Sohn Felix aus Münster, die zu den ersten Paaren in der Bundesrepublik gehören, die ihren Sohn mit Fremdsperma bekommen haben (in der Praxis von Thomas Katzorke in Essen, der sowieso stets in den diversen Medien ist), ist mir bis jetzt schon dreimal in den Medien begegnet, nämlich in einem Feature im Deutschlandfunk, in einem großen Interview in der Zeit und noch letzten Sonntag in der Reportage "Ich bin ein Kind von der Samenbank", die um 17.30 Uhr in der ARD lief.

Und merkwürdig genug: im TV-Bericht wurde die Abstammung des Sohnes von einem Fremdspender als völlig problemlos hingestellt, während im Zeit-Interview dieselbe Familie erzählte, dass der unbekannte Erzeuger stets Gesprächsthema gewesen wäre, was auch das Verhältnis zwischen Sohn und Vater mitgeprägt hätte... letztere Darstellung erschien mir zumindest glaubwürdiger. Der Zeit-Artikel war insgesamt viel differenzierter und ehrlicher als der sehr oberflächliche TV-Bericht. Was wohl auch dem Medium geschuldet ist.

Ich denke, dass das Thema "Kinderwunsch und künstliche Befruchtung" so viele Facetten hat, dass es wirklich schwierig ist, gleichermaßen ehrlich und auch unvoreingenommen + objektiv darüber zu berichten.

Für Ihren Bericht wünsche ich Ihnen also eine gute Hand und Sensibilität!

Avril


  Re: WDR/ FrauTV sucht
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  Birgit~
schrieb am 14.02.2004 13:59
So trägt die mediale Verbeitung solcher längst widerlegter Studien ( Hölzle ) und Mythen sogar zur Meinungsbildung von politischen Entscheidungsträgern bei ( die unbhängig davon, ihrer Verpflichtung nicht entbunden sind, sich umfassend - z.B. mit Hilfe wissenschaftl. Mitarbeiter – zu informieren, um politische Fehlentscheidungen aus Unkenntnis zu vermeiden )
Das Statements einer wichtigen Entscheidungsträgerin in der Gesundheitspoltik sind dafür exemplarisch:


Birgit Bender, “ Gesundheitsexpertin“ beteiligt an Entscheidungen zur Gesundheitsreform (MdB, Grüne, Juristin, kinderlos) im Chat (12.06.03) zur Gesundheitsreform:

Zitat

Biggi-Bender-MdB: GurkaBS: Häufig wird auch nichtkörperlich bedingte Kinderlosigkeit durch IVF behandelt. Im übrigen sehe ich kein Recht auf ein biologisch eigenes Kind, das durch die Solidargemeinschaft finanziert werden müßte.

Biggi-Bender-MdB: Nina: Die IVF-Behandlung hat niedrige Erfolgsraten und ist mit hohem Risiko für die betroffenen Frauen verbunden.

Quelle: [www.gruene-fraktion.de]


Zitat aus einer Antwort an eine ungewollt Kinderloses Paar aus dem Klein-putz-forum in der die Juristin B. Bender eine Psychotherapie als die bessere Behandlungsalternative vorschlägt:
Zitat:
Zitat

... Jedoch verhindert die Konzentration auf die medizinische Behandlung ungewollter Kinderlosigkeit die Suche nach alternativen Lösungen. So liegen Untersuchungen vor, wonach bei einer viermonatigen psychologischen Kurzberatung zur Bewältigung der unfreiwilligen Kinderlosigkeit eine Schwangerschaftsrate von 15,8% erzielt wurde und damit erfolgreicher als eine sechsmonatige invasive IVF-Behandlung (14,6%) war. Ebenso geraten andere Möglichkeiten, wie Adoption oder Pflegschaft aus dem Blick.

Wie Sie sehen, gibt es gute und wichtige Gründe für die Entscheidung,
die Methoden der künstlichen Befruchtung nicht mehr durch die
Solidargemeinschaft zu finanzieren.

[www.klein-putz.de]

LG Birgit



Beitrag geändert am : (Sa, 14.02. 14:00)


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  Re: WDR/ FrauTV sucht
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  faniafania
schrieb am 17.02.2004 11:02
hallo birgit und avril,

eure postings finde ich hervorragend!

das deutlichste zeichen, dass immer nur sensationen und nicht umfassende berichterstattungen gewünscht sind, ist doch, dass sich die leute, die hier im forum um hilfe für ihre "arbeit" bitten, sich danach nie wieder melden.

das war bei "paulinsche", die am 31.1.2004 um hilfe bei ihrer facharbeit bat so und nun auch in diesem fall. es kommen überhaupt keine reaktionen mehr.

umso bemerkenswerter finde ich, dass du birgit, dich immer noch nicht abschrecken hast lassen und erneut die umfangreiche information hier hereingestellt hast. wirklich toll!!! und vielleicht liest das ja jemand, der es dann auch tatsächlich richtig versteht und braucht!
ich hab mir schon einige seiten der links angeschaut und an betroffene weitergeleitet.

wir sind momentan mitten im adoptionsverfahren und ich kann euch sagen auch beim thema adoption gibt es unendlich viele halbweisheiten und unsinnige vorurteile, die von sendungen wie z.b. die des selbstverliebten fernsehpfarrers fliege bestens gepflegt werden. hauptsache die quote stimmt!!!
leider müssen wir dann im alltag mit den folgen dieser meinungsbildenden tv-sendungen zurecht kommen und das mühsame spiel der aufklärung immer wieder spielen.

liebe grüße und alles gute
von fania


  Re: WDR/ FrauTV sucht
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  Birgit~
schrieb am 17.02.2004 15:32
Hallo Fania,

auch Leute wie Hr. Fliege sind eben Bestandteil der neuen " Ökomene
hier steht in einer Art "Selbstauskunft" woher solche Statements kommen, das beste dabei ist, die Unterstützung solcher politischen Interessengruppen durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Ich hab ne Frage

Zitat

Zitat:
Was die Aufweichung des Embryonenschutzes aus frauenpolitischer Sicht bedeutet
Anmerkungen zur Rede von Bundesjustizministerin Zypries am 29.10.03
Hintergrundpapier


„Das Frauen Forum Fortpflanzungsmedizin hat sich stets bemüht, die Unterschiede zwischen dem Umgang mit dem Schwangerschaftsabbruch und der Embryonenforschung deutlich zu machen.
In den vergangenen Jahren hat sich eine eindrucksvolle Allianz von Frauen- und Behindertenorganisationen, weiten Teilen beider christlichen Kirchen, sozialpolitischen Verbänden bis hin zu eher wertkonservativen Gruppierungen gebildet, die berechtigte Sorgen vor einer szientistischen und allzu technikoptimistischen Sichtweise artikuliert.
.....
Aus den genannten Gründen halten wir als Frauenforum Fortpflanzungsmedizin eine „Liberalisierung“ des Embryonenschutzgesetzes aus frauenpolitischer Sicht für nicht vertretbar. Frauen dürfen nicht zu Rohstofflieferantinnen für die Interessen Dritter – sei es für die Forschung oder für die Erfüllung des Kinderwunsches anderer Paare – gemacht werden.“


ReproKult - Frauen Forum Fortpflanzungsmedizin ist ein interdisziplinärer Arbeitszusammenschluss
von Frauen aus Vereinen und Institutionen der Frauen-Gesundheitsarbeit (Gynäkologie, Geburtshilfe,
Hebammen u.a.), aus Bereichen psychosozialer Beratung, aus der Interessenvertretung behinderter
Frauen, aus Wissenschaft, Politik und Medien mit dem Ziel, frauen- und gesellschaftspolitische
Sichtweisen in die öffentliche Diskussion zur Gentechnik und Fortpflanzungsmedizin einzubringen.

Quelle: [www.reprokult.de]

wer noch mehr davon lesen mag - Überschriften allein sind schon klasse !!
- der scrolle ganz nach unten auf der Seite : [www.reprokult.de]

Es ist immer besonders toll, wenn feministische Frauen Frauen vor sich selbst schützen wollen ....

Liebe Fania, wünsche Dir trotz Behinderung durch unsere fürsorgenden,vordenkenden Mit ( oder Gut..)-Menschen daß Du Deinen Weg gehen kannst !!

Viele Grüsse, Birgit

P.S: wegen Paulinsche find ichs schon verständlich, ich denke daß es ihr möglicherweise etwas seltsam vorkommt, hier zu schreiben mit 18,19... bei Klein-putz hat auch ein Schüler um Hilfe wg. Eschgesetz gebeten und sich ganz lieb bedankt - gut , daß er uns gefragt hat und nicht ... nur bei 1000fragen.de nachgeschaut hat



Beitrag geändert am : (Di, 17.02. 15:38)




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