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  frust
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  blue
schrieb am 06.02.2004 10:52
jetzt war ich mal längere zeit vom gemütszustand her einigermaßen normal und hab nur wenige schwangere und babys anderer auf den mond gewünscht und urplötzlich traf es mich wie ein blitz. seit einer woche bin ich total am boden zerstört.

schuld ist die nachricht, daß eine kollegin schwanger ist. leider seh ich sie mind. einmal am tag und wie das so im großraumbüro ist, entgehen mir natürlich auch nicht die ganzen gespräche über frauenarztbesuche, gymnastik usw. irgendwie bin ich froh, daß sich noch keine gelegenheit ergeben hat, daß wir miteinander quatschen müssen. bis juli ist sie noch da und ich glaube kaum, daß ich ihr solange aus dem weg gehen kann.

warum wirft mich das gerade jetzt aus der bahn? hängt das vielleicht auch mit meiner momentanen unzufriedenheit zusammen? mit meinem mann kann ich darüber gar nicht mehr reden. für ihn ist das kein thema mehr. es scheint, als habe er sich schon auf ein leben ohne kind eingestellt. mir fehlt da irgendwo noch die akzeptanz.


  Re: frust
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  Biene91
schrieb am 06.02.2004 15:53
HI Blue,

ich kann Dich sehr gut verstehen mir ist es genauso ergangen wie Dir. Anfang letzten Jahres waren meine beiden Stationsleitungen innerhalb einer Woche schwanger das hat mir nichts ausgemacht aber als meine Kollegin mir jetzt erzählte das sie schwanger ist zog mir auch das den Boden unter den Füßen weg. Ich denke das es mich diesmal so hart getroffen hat, weil ich im Oktober ein negativ erhalten hatte und es mein letzter Versuch war den ich gemacht habe. Ich fange jetzt an mich daran zu gewöhnen das sie schwanger ist. Letztens unterhielten sich die Kollegen darüber das war schon komisch bzw. es gab mir einen kleinen Stich. Aber es läßt sich nicht ändern ich werde jeden Tag mit ihr kofrontiert und es geht langsam.

LG Biene91


  Re: frust
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  Catriona
schrieb am 06.02.2004 16:13
Liebe Blue,

ich fürchte, dass uns das unser ganzes Leben nicht loslässt. Es wird sicher weniger schlimm und die Rückfälle kommen seltener, aber ich habe das Gefühl, dass wir mit der Kinderlosigkeit leben wie mit einer Art Krankheit. Das klingt jetzt etwas scharf - aber im Prinzip ist es so.

Es wird immer wieder Anlässe geben, die einen aus der Bahn werfen bzw. wenigstens schlucken lassen. Das können offensichtliche Anlässe sein (Deine Kollegin), aber auch weniger offensichtliche. Ich glaube, das ist normal - und wenn man akzeptiert, dass es so ist, kann man auch damit umgehen (hoffe ich jedenfalls).

Sicher kommen solche Tiefschläge eher, wenn man generell nicht gut drauf ist. Die Gründe dafür weißt Du am besten. So, wie Du schreibst, scheint es Dich ein wenig zu treffen, dass Dein Mann scheinbar (!) so gar kein Problem mehr mit der Kinderlosigkeit hat. Dem gilt es, auf den Grund zu gehen: Hat er wirklich kein Problem mehr? Mein Mann würde genauso reagieren - schon heute tut er häufig so, als gäbe es kein Problem, weil er meint, dass wenn er ständig das Problem sähe, es die Situation auch nicht verbessere. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen.

Sollten bei uns der laufende und noch ein weiterer IVF-Versuch fehlschlagen (wovon ich ausgehe), weiß ich, dass ich mit meinem Mann anders leben will als bisher. Nicht vorstellen kann ich mir, dass alles so weitergeht wie gehabt. Wenn wir kein eigenes Kind haben können, möchte ich eine andere Art von Familie - ob mit einem adoptierten Kind, Leben in einer WG, Aufnahme von ausländischen Austauschschülern... Diese Perspektive brauche ich. Und diese Lebensplanung geht nur mit meinem Mann. Ich hoffe, er zieht mit...

Damit ist natürlich auch die Hoffnung verbunden, mit dieser neuen Lebensperspektive die Heilung der Kinderlosigkeits-Wunde zu befördern. Dass eine Narbe bleibt, davon gehe ich aus. Aber viele Menschen leben mit vielerlei Narben, dann kann ich das auch.

Ich weiß nun nicht, wie Ihr Euch Euer weiteres Leben vorstellt. Ob Ihr überhaupt schon darüber gesprochen habt. Jedenfalls gilt: So lange Du noch ein Problem hast, "darfst" Du auch mit Deinem Mann darüber sprechen. Ich weiß, wie schwer das ist; denke vor allem immer, merkt er nicht, dass ich noch ein Problem habe, und warum spricht ER es nicht mal an? Das hatten wir schon an anderer Stelle, im Dialog mit Welpe. Die meisten Männer sind (leider) so...

Liebe Blue, jetzt muss ich noch schnell etwas arbeiten. Ich wünsch' Dir alles Gute!

Catriona


  frust
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  lenaa
schrieb am 10.02.2004 10:32
liebe blue,

ich fürchte ich kann mir ganz gut vorstellen wie du dich fühlst. soclhe freudigen nachrichten sind für mich noch immer ein anlass für bittere trauer. gestern habe ich meinen neugeborenen neffen das erste mal besucht. die schwangerschaft meiner schwägerin hab ich noch so einigermassen überstanden, aber gestern war es dann wieder ein besonders schwerer gang für mich. natürlich reden alle in der familie jetzt wieder wochenlang nur noch übr süsse kleine händchen und wem der kleine nun ähnlich sieht und ich werde wieder daneben stehen und vielleicht hin und wieder einen mitleidigen blick bekommen. und es wird wohl noch lange so weeiter gehen bis alle verwandten und freundinnen ihre kinder haben.
meinem mann fühle ich mich aber wenigsten näher als je zuvor. er hatte anfänglich riesige probleme über seine gefühle bezüglich unserer situation zu sprechen, so dass ich mich oft sehr alleine mit meinen gefühlen fühlte. als wir uns einmal darüber heftig stritten teilte er mir mit wie sehr auch er leide, aber dass er immer das dachte, er müsse stark sein um mich nicht noch weiter runterzuziehen.
wir sprechen nun über alternativen zu dem eigenen kind, wollen uns aber noch ein wenig zeit nehemn um uns sicher sein zu können was wir uns vorstellen können.

ich wünsche dir noch alles gute und viel stärke

lena




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