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  Niedriger AMH-Wert - Verweigerung Kostenübernahme
avatar    Sama
Status:
schrieb am 02.11.2011 18:52
Hallo,

wir haben bereits einen Sohn, mit dem wir durch ICSI (3. Versuch) vor drei Jahren schwanger wurden. Die Kosten sind damals von der PKV meines Mannes als alleinigen Verursacher getragen worden (schlechtes Spermiogramm). Ich bin in der GKV.

Nun haben wir wieder einen Antrag für das Geschwisterkind eingereicht. Was ich nicht gesehen hatte, war, dass die Klinik den AMH-Wert getestet hat. Hier liege ich bei 0,54. Ich bin 35 Jahre alt.

Nun lehnt die PKV mangels Erfolgsaussichten (weil der AMH-Wert unter 1 liegt) die Übernahme der Kosten ab.

Was können wir noch tun?

Danke und viele Grüße


  Re: Niedriger AMH-Wert - Verweigerung Kostenübernahme
avatar    Danielle
schrieb am 03.11.2011 08:18
Hallo Sama,

das ist eine der derzeit beliebten Maschen bei den privaten Versicherern. Zwar ist der AMH-Wert ein Indiz für eine eingeschränkte ovarielle Reserve - das heißt aber nicht, dass die Erfolgsaussichten automatisch unter 15% liegen - es gibt genug Frauen, die trotzdem eine Mehrzahl an Eizellen mit solchen Werten stimulieren können. Außerdem ist der Wert nicht statisch - beim nächsten Mal kann er ganz anders aussehen.

Was sagt Deine Klinik zu den Erfolgsaussichten? Lass sie Dir bescheinigen, reiche das Schreiben ein und verweise auf das Urteil 12 O 7136/07 des LG München:

Zitat
LG München
(1) maßgeblich ist das aktuelle IVF-Register zum Zeitpunkt der jeweiligen Behandlung; (2): der sogenannte AMH-Wert (Anti-Müller-Hormon-Wert) ist in diesem Zusammenhang ein guter aber kein absoluter Indikator! Als Marker für die ovarielle Reserve der Frau habe der AMH-Wert nach derzeitigem medizinischen Forschungsstand (lediglich) eine relative Aussagekraft, so das Gericht nach Befragung eines sterilitätsmedizinischen Gutachters. Dieser hatte festgestellt, dass die Forschung derzeit (Behandlung Ende 2006) noch im Fluss ist; auch seien aus der Praxis insbesondere bei Mutationsträgern Fälle mit einem Schwangerschaftseintritt bei AMH-Werten von (z.T. deutlich) unter 1,0 ng/ml („low“ und „non-sesponse“ Situationen) bekannt.

Im Zweifel: Ab zum Anwalt - Eure Chancen stehen gut. Viel Erfolg!


  Re: Niedriger AMH-Wert - Verweigerung Kostenübernahme
avatar    Sama
Status:
schrieb am 03.11.2011 15:45
Hallo Danielle,

danke für Deine Antwort. Meine Klinik hat auch nur mit dem Kopf geschüttelt. Insbesondere, da wohl auch bei mir die "ovarielle Zählung" (oder so ähnlich) vorgenommen wurde und meine Erfolgsaussichten bei 30-35% liegen. Naja, mal sehen. Ich ärger mich nur, dass de AMH-Wert überhaupt bekannt gegeben wurde. Denn m.E. hätte es in meinem Alter und mit der Vorgeschichte meines Mannes wohl gar keinen Grund gegeben, dass die PKV nachgefragt hätte.

Also neben dem ganzen Stress sowieso total unnötig........

Viele Grüße
Sama


  Re: Niedriger AMH-Wert - Verweigerung Kostenübernahme
no avatar
   RA von Langsdorff
schrieb am 09.11.2011 10:24
Hallo Sama,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Der AMH-Wert wird in letzter Zeit immer häufiger von den PKVen angeführt, um die Kostenübernahme mangels Erfolgsaussichten abzulehnen. Jedoch ist der AMH-Wert nur einer von vielen Faktoren, die bei der Ermittlung der individuellen Erfolgsaussichten herangezogen werden können. Er alleine spiegelt jedoch nicht die Erfolgsaussichten wieder, so dass Sie bei medizinisch bescheinigten Erfolgsaussichten von über 15 % trotzdem einen Kostenübernahme erreichen können.

Ich wünsche Ihnen dafür viel Glück!

  Signatur   Udo von Langsdorff

Fachanwalt für Medizinrecht
www.lw-recht.de
Tel.: 030/505659570
E- Mail: udo.langsdorff@medizinrecht.de


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