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  ein Zwilling mehr lieb als den anderen
avatar  bado8978
Status:
schrieb am 11.08.2017 16:47
Hallo ihr Lieben ,

wir haben 2 Mädchen, M&V, sie sind 9 Monate alt und bei 35+5 geboren.
Nun kurz zur Vorgeschichte:

In der 5./6. SSW sagten uns die Ärzte, dass der Embryo von V wohl absterben würde, da er sich nicht weiter entwickelt habe, aber bei weiteren Kontrollen erwies sich diese Tatsache nicht.
Nach der Geburt der beiden wurde bei V ein Speiseröhrenproblem festgestellt, woraufhin sie am 2. LT operiert werden musste. M hingegen ging es gut und wir konnten nach einigen Tagen regulär aus dem KH entlassen werden und in das Kh fahren, in dem V lag.

V lag 2 Monate auf der ITS mit allen möglichen Komplikationen nach einer Operation. Blutvergiftung, Langzeit Beatmung usw.

Auch als V dann zu Hause war, war es nicht einfach und wir holten uns zur Unterstützung ein Au Pair.

V ist nun vollkommen gesund aber sehr aktiv, schläft schlechter als M (vorallem nachts). M ist ruhig, geduldig und genügsam. V isst keinen Brei, höchstens mal ein paar Brocken Brot, die sie sich selbst vom Tisch nehmen will (sie will keine Fremdbestimmung). Wieviel dann natürlich im Bauch ankommt, nachdem sie selbst isst, könnt ihr euch natürlich vorstellen. M hingegen isst normal Brei und ist auch so mehr oder weniger unkompliziert. Sie sitzt im Kiwa und lässt sich rum schieben, macht im Auto keinen Terz, im Gegenteil zu V. Ich kann das Haus nicht verlassen, da V nicht im Auto fährt und es im Kiwa auch viiiiieeeeeel zu langweilig ist. Da wir auf dem Dorf wohnen, bin ich quasi "gefangen im goldenen Käfig".

Wenn V nachts mal wieder gefühlt 10000 mal aufwacht bin ich richtig böse, schreie sie an, wünsche mir und sage ihr (!), dass ich mir wünsche , dass sie als Embryo gestorben wäre (als sie sich anscheinlich nicht weiter entwickelte, ist wahrscheinlich auch ihre Erkrankung entstanden). Ich stelle mir vor, wie sehr ich M lieben und genießen könnte wenn V nicht wäre. Auch unser Au Pair spielt meist mit M, da V so anstrengend ist, sofort los heult, wenn ihr was nicht passt oder sie nicht die Aufmerksamkeit bekommt, die sie will. Ich hasse mich dafür, sollte ich doch froh sein, (nun) 2 gesunde Kinder zu haben.

Trotz, dass ich sehr oft , sehr gemein zu V bin, ist sie voll auf mich fixiert, keiner kann sie so gut und effizient beruhigen wie ich, keiner (Auch mein Mann nicht) kann sie so gut füttern und schlafen legen, wie ich.

Aber dennoch liebe ich sie irgendwie nicht so, wie ich M liebe und insgeheim darunter leide, dass ich so wenig mit M zu tun habe, da ich mich meist um V kümmern muss. Ich bin so eine schlechte Mutter aber irgendwie kann ich meine Gefühle nicht abstellen. Abends, wenn beide schlafen, DANN liebe ich auch V und würde sie gern knuddeln. Auch Tagsüber lache ich V an aber in meinem Herzen lache ich nicht mit ihr, nur ganz selten mal, obwohl sie , wenn sie lacht und brabbelt, es sehr süß klingt. Mittlerweile bin ich auch sehr abgehärtet was ihr Geheule angeht und habe Angst, dass irgendwann mal was ganz schlimmes passiert, weil V WIRKLICH ein Problem hat und ich nur wieder denke "Ach, die heult nur,weil ihr langweilig ist" (leider hatten wir die Situation schon).

Kennt das jemand von euch? Wenn ja, wurde das mit der Zeit besser oder blieb euer "schwarzes Schaf" immer das "schwarze Schaf"?

Ich hoffe, dass es jetzt kein Shit Storm regnet aber ich kann einfach nichts für meine Gefühle.


  Re: ein Zwilling mehr lieb als den anderen
no avatar
  Hamamelis71*
schrieb am 11.08.2017 23:11
Schläfst du nachts bei Deinen Kindern? Mein Sohn war zwar relativ unkompliziert, aber die totale Klette .er brauchte oft sehr viel Nähe und nachts haben wir alle besser geschlafen, wenn ich bei ihm geschlafen habe.

Wart ihr wegen der Unzufriedenheit mal beim Osteopathen mit der Tochter?

Ich habe nur ein Kind, aber manches, was Du schreibst, erinnert mich an Freundinnen, die die Geschwisterkinder sehr schnell nach den Erstgeborenen bekommen haben. Ein Kind total pflegeleicht und das andere Kind das totale Gegenteil. Und dann sind die ersten Jahre sehr anstrengend, für mich war die Müdigkeit und der Schlafentzug wie Folter, dabei hat mein Sohn relativ früh gut geschlafen. Trotzdem fand ich diese Müdigkeit furchtbar.

Meine Freundinnen sind sich sehr wohl darüber bewusst, dass Geschwister unterschiedlich sein können, aber trotzdem stresst sie ein Kind ganz anders als das pflegeleichtere Geschwisterkind. Aber trotzdem gibt es im Laufe der Jahre andere positive tolle Eigenschaften, die das schwierigere Kind entwickelt. Meine Freundinnen lieben ihre Kinder, aber jedes doch irgendwie anders und auf eine eigene Art.

Meine Schwester und ich waren immer sehr unterschiedlich, optisch und vom Wesen her. Meine Mutter und meine Schwester hatten eine sehr enge Bindung, fast Seelenverwandte. Ich bin eher nüchtern, nicht so kuschelig und nicht so fröhlich gewesen, wie meine Schwester. Wir hattentotal unterschiedliche Rollen. Meine Mutter und ich verstehen uns gut, aber trotzdem hatte sie zu meiner Schwester eine wesentlich engere besondere Bindung. (Meine Schwester ist leider vor einigen Jahren an einer schweren Krankheit gestorben ).

Hast du denn eine Idee, was du tun kannst, wenn du auf sie wütend wirst? Kannst du rausgehen? Kannst du es runterschlucken? Ist die Wut vielleicht eher Enttäuschung, dass du nicht zwei perfekte pflegeleichte Töchter hast? Oder hast du aufgrund der Erschöpfung ein schlechtes Gewissen, dass sich in Wut äußert? Manchmal hat man ja ein schlechtes Gewissen und ist unzufrieden mit sich selber, weil man eben nicht alles perfekt erledigen kann und ist müde und dadurch überfordert.

Ich habe immer geschlafen, wenn mein Kind geschlafen hat (ging ja gut, weil er Einzelkind ist), so war ich ausgeruhter und entspannter. Den Haushalt habe ich dann mal vernachlässigt, es kamen dann auch wieder andere Zeiten.

Irgendwann können Deine Töchter mehr und du wirst andere tolle Dinge an ihnen entdecken. Geh raus, wenn Du Deine Tochter gerade mal nicht ertragen kannst. Versuch ihr doch dann einfach mal was nettes zu sagen , um nichts böses zu sagen. Ich glaube, dass Du Dich evtl selber unter Druck setzt durch den Willen zum Perfektionismus.

Ich bewundere Deine Offenheit!

Alles Gute!

P.S.: ich hoffe, es ist in Ordnung, dass ich hier ausnahmsweise mal was schreibe, obwohl ich keine Zwillingsmutter bin. Aber ich finde, dass man Dein Problem allgemein auf Geschwister zutrifft. Mein Sohn hatte auch einen Zwilling und manchmal denk ich, was wäre gewesen, wenn der Zwilling ganz anders als mein Sohn gewesen wäre bzw auf eine andere Art anstrengend? Die Anhänglichkeit meines Sohnes fand ich oft auch anstrengend, zumal ich nicht so ein Kuscheltyp bin. Ich glaube, er hat das gemerkt und fordert es auf diese Weise ein. Keine Ahnung.


  Re: ein Zwilling mehr lieb als den anderen
avatar  bado8978
Status:
schrieb am 12.08.2017 10:13
Zitat
Hamamelis71*
Schläfst du nachts bei Deinen Kindern? Mein Sohn war zwar relativ unkompliziert, aber die totale Klette .er brauchte oft sehr viel Nähe und nachts haben wir alle besser geschlafen, wenn ich bei ihm geschlafen habe..

Sie schläft allein in ihrem Zimmer ein, nachts hole ich sie mir dann aber meist in unser / mein Schlafzimmer. Bringt aber auch nichts. Auch habe ich sie schon mal die ganze Nacht in ihrem Bett in unserem Schlafzimmer schlafen lassen, machte aber keinen Unterschied. Der einzige Unterschied war, dass ich noch schlechter schlief, weil ich mich kaum getraut habe einen Huster oder Pups zu lassen, in der Angst, sie könne dabei geweckt werden. Ich trinke auch schon kaum noch was, damit ich nichts nachts aufs Klo muss und sie damit vllt wecke. Wenn sie abends um sieben ins Bett geht und wir die Toilette nutzen, wo die Rohre durch ihr Zimmer gehen, spülen wir nicht, damit sie nicht wach wird. Oder wir laufen extra eine Etage, damit wir dort die Toilette nutzen können, wo die Rohre eben nicht in ihr Zimmer gehen (wenn man nach einem größeren Geschäft spülen MUSS)


Heute Nacht schliefen meine Eltern mit ihr und sie kam nur 2x nachts zum Trinken und hat sogar bis sieben geschlafen. Diese Stink-atze, wenn sie das mal bei mir machen würde. Aber wahrscheinlich ist sie ja so weil sie merkt wie gestresst ich bin. Aber weil sie eben so ist, bin ich so gestresst. Ein Teufelskreis.
Zitat
Hamamelis71*
Wart ihr wegen der Unzufriedenheit mal beim Osteopathen mit der Tochter?

Nein, weil wir davon nicht halten, in meinen Augen Scharlatane. Aus meiner beruflichen Erfahrung machen sie mehr Schaden als Nutzen.


Zitat
Hamamelis71*
Hast du denn eine Idee, was du tun kannst, wenn du auf sie wütend wirst? Kannst du rausgehen? Kannst du es runterschlucken? Ist die Wut vielleicht eher Enttäuschung, dass du nicht zwei perfekte pflegeleichte Töchter hast? Oder hast du aufgrund der Erschöpfung ein schlechtes Gewissen, dass sich in Wut äußert? Manchmal hat man ja ein schlechtes Gewissen und ist unzufrieden mit sich selber, weil man eben nicht alles perfekt erledigen kann und ist müde und dadurch überfordert.

ich weiß, dass ich so genervt und wütend bin, vor allem wenn ich übermüdet bin. Dann kann ich ganz schlecht an mich halten. Wenn ich so wütend auf sie bin, könnte ich raus gehen und eine Zigarette rauchen (das habe ich auch übrigens angefangen seit V zu Hause ist, obwohl ich immer strikter Nichtraucher war) aber nachts 2 Uhr könnte das sehr unangenehm werden. Ich bin manchmal auch so sauer auf mich, dass ich sie nicht weg machen lassen habe, als sie ohnehin noch ein "unbekannter Embryo" war. Und manchmal bin ich sauer auf mich, wenn ich so viele Sachen falsch mache. Zb denke ich nachts " Die kann doch keinen Hunger haben, die hat doch erst getrunken." Nach 30 Min hin - und her entschließe ich mich dann doch ihr eine Flasche anzubieten und dann trinkt sie doch und schläft dann vllt auch wieder ein.

Zitat
Hamamelis71*
Ich habe immer geschlafen, wenn mein Kind geschlafen hat (ging ja gut, weil er Einzelkind ist), so war ich ausgeruhter und entspannter. Den Haushalt habe ich dann mal vernachlässigt, es kamen dann auch wieder andere Zeiten.

Ich schlafe auch meist wenn die Kinder schlafen aber dennoch kann ich dann abends nicht einschlafen weil ich denke "Ach, 22 Uhr musst du sowieso wieder aufstehen zum Füttern, da lohnt es sich ja nicht 21 Uhr einzuschlafen". Dann füttere ich 22 Uhr beide und bis ich dann im Bett liege ist es auch schon halb elf. Tagsüber gehe ich auch lieber mit M schlafen, da M länger schläft. Und wenn ich mit V schlafe und sie nur 1h-1,5h schläft, dann tut es richtig weh, wenn man dann wieder aufgeweckt wird und vllt gerade in den Tiefschlaf gefallen ist. Aber mit M kann ich kaum schlafen, da M meist vom Au Pair betreut wird und V&M so unterschiedlich schlafen, dass ich M manchmal den ganzen Vormittag nicht sehe, weil M schläft wenn V wach und umgekehrt (dann schlafe ich doch aber meist oder liege zumindest im Bett und Ruhe).
Zitat
Hamamelis71*
Versuch ihr doch dann einfach mal was nettes zu sagen , um nichts böses zu sagen. Ich glaube, dass Du Dich evtl selber unter Druck setzt durch den Willen zum Perfektionismus.

Ich sage ihr ja auch was nettes , dass sie irgendwas gerade toll gemacht hat aber eigentlich kotzt sie mich nur noch an. Selbst jetzt, wo meine Eltern da sind, habe ich mich gleich ins Schlafzimmer zurück gezogen weil sie wieder wach ist und ich das Geheule und das "die arme V hat vllt dies oder dies" von meinem Mann nicht ertragen kann. Auch beim gemeinsamen Frühstück habe ich mich gleich auf die ganz andere Seite des Tisches gesetzt, weit weg von V.
Ich sagte nur zu meinem Vater: "Ich sitze hier, weg von den Kindern". Mein Papa, den ich sehr, sehr mag, sagte: "Aber die wollen dich"


Zitat
Hamamelis71*

P.S.: ich hoffe, es ist in Ordnung, dass ich hier ausnahmsweise mal was schreibe, obwohl ich keine Zwillingsmutter bin. Aber ich finde, dass man Dein Problem allgemein auf Geschwister zutrifft. Mein Sohn hatte auch einen Zwilling und manchmal denk ich, was wäre gewesen, wenn der Zwilling ganz anders als mein Sohn gewesen wäre bzw auf eine andere Art anstrengend? Die Anhänglichkeit meines Sohnes fand ich oft auch anstrengend, zumal ich nicht so ein Kuscheltyp bin. Ich glaube, er hat das gemerkt und fordert es auf diese Weise ein. Keine Ahnung.

Ich bin für alle Tips und kritischen Hinterfragungen dankbar, egal, ob von Twins Mamas oder von Einlingen. Das ist völlig egal.

V kuschelt überhaupt nicht, weil sie so aktiv ist. So gesehen ist sie wie ich. Sie ist insgesamt mein "Minimi", vllt verstehen wir uns deshalb nicht so gut, weil 2 gleiche Geister aufeinander treffen. Ich hasse auch kuscheln, bei mir gibt's mal ein flüchtiges Küsschen und mal 2 Sek in den Arm nehmen, alles andere ist Zeitverschwendung in meinen Augen. V ist auch so. M genießt es auch mal zu kuscheln. Und das genieße ich auch (wenn ich denn mal die Möglichkeit dazu habe).


  Re: ein Zwilling mehr lieb als den anderen
no avatar
  Hamamelis71*
schrieb am 12.08.2017 16:15
Nur mal kurz noch was zum Osteopathen. Ich bin selber davon nie überzeugt gewesen. Mittlerweile kenne ich mehrere extrem unruhige unzufriedene Kinder, die nach der Osteopathen-Behandlung plötzlich ganz anders waren. Und die meisten Eltern waren auch nicht davon überzeugt, aber irgendwas ist es gewesen.

Ich hatte mal ziemlich schlimme Verspannungen und dadurch extremen Schwindel, ich war dann bei der Physiotherapie u. a. zur Massage. Einmal meinte die PT, dass sie heute mit mir mal was anderes ruhigeres machen möchte. Plötzlich kribbelte es bei mir im Knie und sonstwo und ich habe erstaunt die Augen aufgemacht. Sie meinte dann, dass sie bei mir mal etwas Osteopathie versuchen wollte und da sie geahnt hat, dass ich davon nichts halte, hat sie es einfach mal ohne Vorankündigung versucht. Ich war sehr überrascht.

Ich meinte mit dem "was nettes sagen", genau in dem Moment, wenn Du von ihr extrem genervt bist und eigentlich meckern möchtest. Das hilft mir mittlerweile.

Für meinen Sohn war es das Beste, dass er mit mir in einem Zimmer und oft auch in einem Bett schlafen konnte. Sein Freund hat z. B. im Elternbett nie schlafen können. Mein Sohn hatte immer großen Hunger, da habe ich immer erstmal eine Flasche probiert (er hatte einen ungefähren Trinkrhythmus), wenn er gemeckert hat. Allerdings war er immer relativ schnell zufrieden, wenn er satt genug war und in meiner Nähe/auf meinem Arm war (war auch oft nervig, wenn ich lieber mal was anderes gemacht hätte). Irgendwann wurde er älter und ich konnte ihn mal ablegen oder er konnte sich dann auch schon mal alleine mit irgendwas beschäftigen, obwohl er als Baby eigentlich am liebsten den ganzen Tag auf dem Arm gewesen ist.

Aber wenn sie Dir so ähnlich ist, haben Deine Eltern vielleicht einen Rat? Deswegen ist das vielleicht auch für Deine Eltern einfacher, weil sie es einfach schon gewohnt sind.

Nur so kann es bei Euch nicht weitergehen, daher würde ich mir vielleicht irgendwo professionellen Rat (Physiotherapie, Kinderarzt, Psychologe o. ä.) holen, sonst funktionierst Du irgendwann gar nicht mehr...

LG


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  Re: ein Zwilling mehr lieb als den anderen
avatar  Klippe
schrieb am 13.08.2017 09:24
Hallo,
ich möchte ganz allgemein antworten und dir Mut machen, dass du eigentlich ganz normal menschlich reagierst. Ich habe mir im 1. Lebensjahr der Kinder ständig Gedanken über meine Gefühle ihnen gegenüber gemacht. Meine Erfahrung war, dass ich wechselnde Favoriten hatte und mich deswegen schlecht fühlte. Im Rückblick kann ich sagen, dass das Thema bei uns schon lange vom Tisch ist. Jedes Kind ist anders und man liebt es quasi anders, das ist normal und trotzdem hat man jedes für sich ganz besonders gern.
Deine Reaktion, V schlimme Dinge zu sagen, schreibe ich deinem Schlafmangel und der allgemeinen Überforderung mit kleinen Mehrlingen zu. Immerhin reflektierst du ja hier selbst, dass das nicht okayfür dich ist. Du bist auch nur ein Mensch. Das darfst du nicht vergessen... Ich wünsche dir die Kraft, positiv auf V zuzugehen und der Zeit die Chance zu geben, euch anzunähern, ohne dass du Theater spielen musst. Ich bin sicher, sie wird sich im Laufe ihrer Kindheit noch weiter wandeln und verändern und dir Facetten zeigen, die sie dir näherbringen.


  Re: ein Zwilling mehr lieb als den anderen
no avatar
  LittleDancer
schrieb am 13.08.2017 10:00
Ich kann dich gut verstehen. Ich habe zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter. Mein Sohn ist älter. Er war von Geburt an schwierig, nichts hat richtig geklappt, stillen nicht, Beikost nicht, dann hat er nichts selbständig gemacht, viele Dinge nicht angefasst, nicht mit Kindern gespielt und quasi auf mir gewohnt. Als er 3,5 Jahre alt war würde meine Tochter geboren. Und mit ihr war alles soooo einfach, harmonisch, ein fröhliches anschmiegsames Kind. Irgendwann sind mir die Probleme mit meinem Sohn über den Kopf gewachsen, er war mir soooooo anstrengend, meine Tochter dagegen eine Zuckermaus. Ich hatte mitunter ähnliche Gedanken wie du. Ich habe ihn dann im SPZ untersuchen lassen und es stellte sich raus dass er eine Wahrnehmungsstörung hat und außerdem ausgeprägte autistische Züge gepaart mit einer hohen Intelligenz weshalb er außerhalb von zu Hause nicht soooo auffällig war. Er kann sich anpassen, aber zu Hause bei mir zeigt er dann sein "wahres ich". Seit ich das weiß, dass er nichts dafür kann, dass er es schafft trotz seiner Probleme nach außen so gut zu funktionieren, kann ich viel besser damit umgehen. Ich sehe ihn jetzt mit ganz anderen Augen und meine Aggressionen sind vollständig weg. Mein Sohn ist auch viel entspannter seit er merkt dass ich ihn so nehme wie er ist und nicht von ihm erwarte zu Hause 109% zu funktionieren.
Was ich dir damit sagen will: vielleicht fällt es dir leichter V zu verstehen wenn du dir vergegenwärtigst dass sie durch den schweren Start ins Leben und den langen Krankenhausaufenthalt verbunden mit Schmerzen traumatisierte ist und einfach nicht so ausgeglichen und fröhlich sein KANN wie M. Dass V nichts dafür kann und gerade wegen diesen Erfahrungen besonders viel Nähe und Aufmerksamkeit braucht.
Es ist gut dass ihr ein au pari habt. Du solltest das nicht alles alleine bewältigen müssen. Vielleicht können die anderen Familienmitglieder ja auch versuchen V positiver zu sehen und ihr weinen als Reaktion auf ihre Problematik sehen und dann versuchen dem mehr Verständnis entgegen zu bringen.
Ich hoffe ihr findet einen Weg für euch. Alles Gute!


  EEH Therapie
avatar  bado8978
Status:
schrieb am 13.08.2017 22:08
Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für die netten Worte (bin ich zt gar nicht mehr gewohnt, siehe meine Thread im Kiwu Forum zum Thema : "Appell an die Vernunft")
Am We ist sehr viel passiert, von dem ich euch gern berichten will: Während meine Eltern wieder bei den Kids waren, hatte meine SchwiMu bei einer alten (ihr bekannten) Hebamme einen Termin für uns organisiert. Diese Hebamme hat sich auf Familienberatung spezialisiert. Wir sprachen fast 3h mit ihr und es war die erste außenstehende Person, die uns verstand.

Sie schlug uns für V eine sg EEH Therapie vor. EEH = emotionale erste Hilfe. Dies ist vorallem für traumatisierte Kinder. (Google weiß mehr, wer mehr wissen möchte). Das Problem ist nämlich auch: wir müssen V helfen um uns (als Eltern) zu helfen und um M zu helfen, denn M steht immer hinten an. Wenn V weint, rennen alle zu V und M sitzt auf der Spieldecke "und guckt dumm". V mag auch M und "rennt" auch zu M aber M mag V nicht. Ja - warum nur? M war 2 Monate "Einzelkind", dann kam V und saugte alle Aufmerksamkeit von Mama und Papa auf sich - M darf sich "lediglich" mit dem Au Pair vergnügen und das wollen wir nun auch nicht. Wir wollen, dass beide Kinder unsere Aufmerksamkeit bekommen (natürlich schwankt das immer mal aber nicht so krass wie es jetzt ist).

Kennt jemand diese Therapie genauer? Da ich aus der klassischen Schulmed. komme, stehe ich diesen therapeutischen Aspekten eher skeptisch gegenüber (siehe Osteopathie) aber die Hebamme zeigte uns ein Video von Therapien mit Babys...... da blieb selbst mir der Mund offen.

Mittlerweile würde ich alles dafür tun, damit es zu Hause wieder harmonisch wird und wir unsere Kinder auch genießen können. Sie stellte uns nämlich auch die Frage: Könnt ihr eure Kinder denn noch genießen? Unsere Antwort synchron : " Nein, wir hoffen immer schon morgens, dann bald abends ist und der Tag vorüber und retten uns so von Tag zu Tag". Ich habe seit der Geburt (9.11.) die schönen Tage für mich gezählt. Also Tage, an denen ich abends zu Bett ging und dachte "Heute war echt toll, ich freue mich auf Morgen": Bis jetzt zähle ich ganze 28 Tage. Das ist echt übel.

Es muss also was passieren, denn V kann ja nichts für ihr Handeln und Tun aber wir müssen jetzt was tun, sonst zerbricht unsere Familie, bevor sie richtig begonnen hat.

Morgen, ab 15 Uhr, soll ich bei der EEH Therapeutin anrufen um das Vorgehen zu besprechen. Ich habe so viele Fragen und bin gespannt auf die Antworten.

Falls ihr Erfahrungen habt: Immer her damit.


  Re: EEH Therapie
no avatar
  Hamamelis71*
schrieb am 14.08.2017 16:47
Das hört sich doch gut an! Probier es aus, auch wenn Du nicht daran glaubst. Ich habe bei Osteopathie meine Meinung sehr geändert. Der Mann meiner Freundin fand das auch immer doof, bis sie mit ihrem Sohn (Schreikind) dann doch mal beim Osteopathen waren... Und jetzt empfiehlt er es sogar weiter. Manchmal muss man einfach mal verschiedene Sachen ausprobieren.

Für meinen Sohn hatte ich übrigens die Baby Björn Wippe geschenkt bekommen. Er hat es geliebt, darin zu wippen aus eigenem Antrieb. Ich habe die Wippe dann in der Nachbarschaft immer weiter verliehen und es wurden auch unzufriedene Babys darin ruhiger. Das fiel mir gestern Abend noch ein.

Berichte aber auf jeden Fall mal über EEH. Hört sich interessant an.


  Re: EEH Therapie
avatar  bado8978
Status:
schrieb am 14.08.2017 17:13
Zitat
Hamamelis71*


Für meinen Sohn hatte ich übrigens die Baby Björn Wippe geschenkt bekommen. Er hat es geliebt, darin zu wippen aus eigenem Antrieb. Ich habe die Wippe dann in der Nachbarschaft immer weiter verliehen und es wurden auch unzufriedene Babys darin ruhiger. Das fiel mir gestern Abend noch ein.

Hallöchen,
Baby Björn wippe haben wir auch. Die ist horror für V, denn sie will nicht fest geschnallt werden, was sie ja irgendwie muss, sonst fällt sie ja raus. Diese wippe war 1-2 mal im Einsatz und steht seit jeher im Keller


  Re: EEH Therapie
no avatar
  luna2
Status:
schrieb am 17.08.2017 09:04
Ich finde das mit der EEH-Therapie auch gut, da die auch immer die Gesamtfamiliensituation mit einbezieht und sehr auf das Thema Bindung eingeht, was ich ganz wichtig finde.

Übrigens, das Gefühl, mich nur von Tag zu Tag zu retten, mir nur zu wünschen dass die Kinder schlafen und nichts mehr genießen zu können, kenne ich auch, das ging mir etwa das komplette erste Jahr mit den zwillingen so- und das ohne besondere Probleme...

Ich finde auch noch mal wichtig, dass du auch auf deine eigene psychische Situation schaust. Vielleicht wird V auch einfach trotz aller Hilfen ein "anstrengendes Kind" bleiben. Das gibt es irgendwie in jeder Mehrkindfamilie....ich weiss aber ,dass ich mein "anstrengenes Kind" (was bei uns übrigens auch der konstitionell schwächere Zwilling ist, mit ähnlichen "Macken" wie du beschreibst) immer dann schlecht ertrage, wenn es mir psychisch selbst schlecht geht. ich kann mir vorstellen ,dass nicht nur V ein Trauma von dieser schweren ersten Zeit habt, sondern auch du/ihr als Eltern. Vielleicht ist es wichtig, auch einfach darüber traurig und wütend sein zu können.

Rückblickend empfinde ich mein "anstrengendes Kind", auf das ich auch in der ersten Zeit einfach auch nur wütend war, weil sie nie, nie, nie etwas einfach machen konnte, auch als Spiegel meiner eigenen miesen Gefühle während und nach der Zwillingsschwangerschaft, die ich einfach gerne verdrängen und weghaben wollte. Sie hat sie statt dessen einfach herausgebrüllt....

Ich musste mich dann auch noch mal um mich kümmern, bin noch mal zur Therapie gegangen, da ging es dann viel darum, die Situation und auch meine Gefühle einfach anzunehmen und emotional aktzeptierend/gut zu mir selbst und den Kindern zu sein....seitdem bin ich irgendwie weniger wütend auf sie, wenn sie mal wieder zickt....

lg und alles Gute.


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 17.08.17 09:57 von luna2.


  Re: EEH Therapie
no avatar
  PrinzessinHexe
schrieb am 17.08.2017 09:51
Hallo,

ich habe kein Kind, wir versuchen es gerade. Das nur vorweg.

Ich finde die Therapie eine tolle Idee!
Beim lesen deiner Text hatte ich einige Momente, die ich dir gern mitteilen möchte:

Du schreibst V will keine Fremdbestimmung? Mein Gedanke war: Natürlich nicht, sie war Monate im Krankenhaus mit 0 Selbstbestimmung. Hat ja nicht mal verstanden was da mit ihr passiert.

Du schreibst das ihr immer "langweilig" ist, ich habe eher die Vermutung das sie wissen muss das jemand da ist. Die erste Zeit ihres Lebens hatte sie durch die Erkrankung vermutlich weniger Nähe als sie gebraucht hätte, war vermutlich auch mal mehr allein als gut war.

Du sagst sie will nicht in der Wiege festgemacht werden, sie wurde vermutlich während der Beatmung und nach den OPs fixiert?

Ich habe den Eindruck ihr habt ein traumatisiertes Kind und ja die sind anstrengend und anders. Eben weil es ihnen nicht "gut" geht.
Ich finde toll, dass ihr da jetzt einschreitet.

Warum muss nun ich meinen Senf dazugeben?
Weil ich mit 11 Wochen, 2 Wochen im Krankenhaus war und davon 8 Tage fixiert wegen Magensonde. Und ich habe Traumatisierungen erlitten, an deren Folgen ich immer noch zu knabbern habe. Das liegt aber auch an nachfolgenden nicht-behandeln und weiteren Traumata in der Kindheit.
Auch ich habe massive Verlassensängste(als Kind äußerte sich das auch in "sobald sie Langeweile hat fängt sie an zu brüllen/Blödsinn zu machen"). Verstopfte Nasen machen mich wahnsinnig(Magensonde durch die Nase). Auch ich will und muss immer alles selbst machen. Wobei das alles vor mehr als 30 Jahren war und damals sicher nochmal anders als heute.

Was ich da interpretiere muss nicht sein. Aber kann. Und wenn ihr ein traumatisiertes Baby habt, müsst ihr ihm helfen! Sie kann nichts dafür und braucht euch um den Konflikt zu lösen.
Schön, dass ihr das tut.

Ich musste schon schlucken als du geschrieben hast "Ich wünschte sie wäre nicht da", aber ja wenn ich mal darüber nachdenke kann ich auch das verstehen. V ist nicht einfach und verbraucht euch einfach, wenn ihr V helfen könnt, wird es der ganzen Familie helfen. Und dann irgendwann kannst du sie auch lieben. Das muss man nämlich wirklich nicht sofort und immer zwinker

Ich wünsche euch viel Kraft und alles Gute!


  Re: EEH Therapie
no avatar
  estrelle82
Status:
schrieb am 19.08.2017 01:04
PrinzessinHexe hat es ganz treffend beschrieben finde ich! Nicht nur euch als Eltern muss geholfen werden, sondern vor allem dem kleinen Kind. Ehrlich gesagt musste ich ganz schön schlucken als ich deine Zeilen gelesen habe - das ist schon hart. Und unsagbar traurig...eure Kinder sind noch so klein, klar das sie noch viel Nähe brauchen. Und grade wenn man so viele Wochen alleine als Säugling im Krankenhaus verbracht hat ist doch soviel Nähe zu den Eltern verloren gegangen. Mein Sohn war ein Frühchen und obwohler nur 10 Tage auf der ITS war merkt man es ihm heute noch an. Immer bei Mama, immer eine Rückversicherung nicht alleine zu sein, muss bei uns schlafen (hat auch die ersten 4 Monate auf mir geschlafen) etc. Wir haben auch Emotionale erste Hilfe gemacht, das hat uns beiden geholfen. Natürlich kenne ich auch die Momente in denen man nicht mehr kann und will, alles nervt und man nur noch schlafen möchte. Aber wenn es so ist, das du dein kleines hilfloses Kind anschreist, ihm sagst es wäre besser gestorben, dann muss dringend was passieren, dann das geht ja weit über das normale Maß an Genervtheit, Hormonchaos und Schlafmangel hinaus.
Vielleicht ist es ja auch eine Option die Kleinen ein paar Std am Tag in die Krippe zu geben? Dann könntest du ein wenig Schlaf nachholen, deine Gedanken sammeln und vielleicht wieder ein bisschen Freude an deinem Kind finden, das wünsche ich dir und deinen Mäusen.
Zitat
PrinzessinHexe
Hallo,

ich habe kein Kind, wir versuchen es gerade. Das nur vorweg.

Ich finde die Therapie eine tolle Idee!
Beim lesen deiner Text hatte ich einige Momente, die ich dir gern mitteilen möchte:

Du schreibst V will keine Fremdbestimmung? Mein Gedanke war: Natürlich nicht, sie war Monate im Krankenhaus mit 0 Selbstbestimmung. Hat ja nicht mal verstanden was da mit ihr passiert.

Du schreibst das ihr immer "langweilig" ist, ich habe eher die Vermutung das sie wissen muss das jemand da ist. Die erste Zeit ihres Lebens hatte sie durch die Erkrankung vermutlich weniger Nähe als sie gebraucht hätte, war vermutlich auch mal mehr allein als gut war.

Du sagst sie will nicht in der Wiege festgemacht werden, sie wurde vermutlich während der Beatmung und nach den OPs fixiert?

Ich habe den Eindruck ihr habt ein traumatisiertes Kind und ja die sind anstrengend und anders. Eben weil es ihnen nicht "gut" geht.
Ich finde toll, dass ihr da jetzt einschreitet.

Warum muss nun ich meinen Senf dazugeben?
Weil ich mit 11 Wochen, 2 Wochen im Krankenhaus war und davon 8 Tage fixiert wegen Magensonde. Und ich habe Traumatisierungen erlitten, an deren Folgen ich immer noch zu knabbern habe. Das liegt aber auch an nachfolgenden nicht-behandeln und weiteren Traumata in der Kindheit.
Auch ich habe massive Verlassensängste(als Kind äußerte sich das auch in "sobald sie Langeweile hat fängt sie an zu brüllen/Blödsinn zu machen"). Verstopfte Nasen machen mich wahnsinnig(Magensonde durch die Nase). Auch ich will und muss immer alles selbst machen. Wobei das alles vor mehr als 30 Jahren war und damals sicher nochmal anders als heute.

Was ich da interpretiere muss nicht sein. Aber kann. Und wenn ihr ein traumatisiertes Baby habt, müsst ihr ihm helfen! Sie kann nichts dafür und braucht euch um den Konflikt zu lösen.
Schön, dass ihr das tut.

Ich musste schon schlucken als du geschrieben hast "Ich wünschte sie wäre nicht da", aber ja wenn ich mal darüber nachdenke kann ich auch das verstehen. V ist nicht einfach und verbraucht euch einfach, wenn ihr V helfen könnt, wird es der ganzen Familie helfen. Und dann irgendwann kannst du sie auch lieben. Das muss man nämlich wirklich nicht sofort und immer zwinker

Ich wünsche euch viel Kraft und alles Gute!



  Re: EEH Therapie
no avatar
  Murmel08
Status:
schrieb am 19.08.2017 10:15
Das was ich auf den ersten Blick lese hört sich gut an. Im "schlimmsten" Fall ist es wie vorher und aus meiner Sicht daher ein Versuch wert. Ich lese viel aus Deinen Zeilen und erkenne mich darin, und wie es mir die ersten Jahre mit den Kindern ging.

Es gibt diese Hilfe, nehmt sie an und falls es nicht Euer Weg ist habt ihr es versucht und vielleicht findet ihr dadurch einen anderen.

Heute ist man immerhin soweit und gesteht den Kindern die traumatisierung durch die KH Zeit zu. Vor 8 Jahren hieß es, die Probleme mit denen wir zu kämpfen hatten, hätten nichts damit zu tun!

Ich bin damals durch Zufall auf einen ganz neue kanadische Studie gestoßen in der genau diese Theman (schlechte Schläfer, extreme Verlustängste, schlechter Esser, kurz: schwieriges Baby/Kleinkind) durchaus auf eine traumatisierung hinweisen. In Deutschland hat man diese aber nicht anerkannt, sei nicht representative etc. Mein Bauchgefühl hat sich aber mit der Studie gedeckt und ich konnte von diesem Moment an besser mit der Situation umgehen. Ich hatte nicht mehr länger das Gefühl mit uns/mir stimmt etwas nicht oder wir machen es falsch. Die permanente Überlastung, Schlafentzung in Komination mit Frühgeburt ist ein Coktail der hinterlasst tiefe Spuren und man entdeckt Seiten an einem selbst die einen erschrecken.

Sei nicht so hart mit Dir selbst. Du tust was Du kannst und gewisse Dinge brauchen Zeit zum heilen (auch wenn sie letztlich Narben hinterlassen).

Liebe Grüße,
Murmel


  Re: EEH Therapie
no avatar
  BeaOb
Status:
schrieb am 19.08.2017 20:15
Liebe Bado!

Ich habe Deinen Beitrag jetzt etwas verfolgt. Erst mal finde ich es toll das du für deine kleine Familie diese Therapie machen möchtest und hoffe sehr das sie dir helfen wird.
Zum anderen kann ich dir sagen das Mehrlingsmama es immer etwas schwieriger haben. Ich sprech da aus eigner Erfahrung, denn ich bin Mama von Zwillingen. Auch ich wurde in den letzten 19 Monaten hofft in den Wahnsinn getrieben. Erst war die Sorge um die beiden schaffen sie es ohne Spätfolgen ihr Früchen da sein hinter sich zu lassen. Dann war einer der beiden immer aktiv, er konnte einfach keine Ruhe bekommen, er war kein Schreikind aber er wollte einfach nur 24 Std wach bleiben und am besten immer eng bei mir. In dieser Zeit hat der andere 24 Std nur geschlafen. Dann nach 3 Monaten zu Hause fing er an Koliken zu bekommen und er war das Kind was vor schmerzen nicht schlafen konnte. Nun hatten sie die Rollen getauscht, was den Schlaf an ging. Und er war viel schlimmer denn er schrie beim weinen und das hat mich oft zornig gemacht, weil es halt in der Nacht war. Dann bekam er Zähne und bekam er noch mit der spastischen Bronchitis Probleme. In diesen Zeiten habe ich meine Kinder nicht wirklich genossen und es war sehr anstrengend, auch ich hab meine Kinder angeschrien und Dinge gesagt die ich bereue. Aber es wird besser um so älter sie werden. Oder besser gesagt es wird nicht besser, sondern anders. Und auch ich hab gedacht ich liebe das andere Kind mehr als das andere. Es war ein hartes erstes Jahr und das obwohl ich ganz viel Hilfe hatte, aber halt nicht Nachts und so manche Nacht wurde zum Tag und Tagsüber konnte ich mich nicht eben hin legen, denn sie schliefen ja auch noch unterschiedlich. Nun schlafen sie in der Regel durch und ich bin ein anderer Mensch, ich liebe meine Jungs sehr jeden wie er ist, denn jeder ist invituell.
Ich hoffe für Dich das die harte Zeit schnell vorbei ist und du anfängst auch V genießen zu können. Denn sie hat mit Sicherheit auch ihre positiven Seiten, aber sie muss erst einmal so akzeptiert werden wie sie ist. Sie will dich ja nicht ärgern, sondern versucht sich auf ihre Weise bei ihren Eltern geliebt zu fühlen. Auch wenn du sie an streitst oder andere Dinge machen würdest sie liebt dich.
Das sollte dir vielleicht in Zukunft helfen, deine beiden so zu lieben wie sie sind, jede auf ihre eigene Art.
Ich wünsche dir viel Glück für die Zukunft .

Lieben Gruß

Bea


  Re: EEH Therapie
avatar  bado8978
Status:
schrieb am 01.09.2017 09:00
Guten Morgen an alle, die geantwortet haben.

Ich war jetzt länger nicht online, da in der Zwischenzeit viel passiert ist. Wie ihr vllt in meinem Beitrag in KiWu Forum gelesen habt, hatten bzw haben wir ein Au PAir.
In der Zwischenzeit stellte sich heraus, dass unser Au Pair schwerst depressiv ist / war und ihr die Situation mit den Twins völlig über den Kopf wuchs. Auch hatten wir als Erwachsene unsere Problemchen im zwischenmenschlichen Bereich, die alle einzeln nicht gravierend waren aber in der Summe waren wir einfach alle angenervt von der Situation zu Hause.
Es fand sich eine Lösung, dass unser Au Pair nun in einer befreundeten anderen Familie wohnt mit 2 Kindern (4 und 7 ), mein Mann 3 Wochen Urlaub nahm bzw noch hat und wir somit alle Abstand finden. Nach dem Urlaub meines Mannes sollte unser Au Pair wie eine Art Kindermädchen nur ins Haus kommen, wenn mein Mann nicht da ist. So war der Plan.

Und nun der Hammer:

Die beiden Zwillis sind wie ausgewechselt seit unser Au pair weg ist. Es macht richtig Spaß mit ihnen. Dinge, die zuvor nie möglich waren weil V " ja soooo anstrengend ist" sind nun ohne größere Probleme möglich.
Sie isst Brei, sie fährt im Kiwa (ok, es muss was los sein aber langweiliges Wohngebiet findet M auch doof), sie fährt Auto, sie isst Brei, sie beschäftigt sich sogar einige Minuten selbst auch wenn ich nicht im Raum bin.

Zuvor war es nicht möglich, dass wir kochen konnten, da "V so anstrengend war und immer Aufmerksamkeit braucht". Und nun? Mein Mann zaubert wie früher die leckersten Dinge auf den Tisch, wir essen alle zu Abend (manchmal sogar mit den Kids). Zuvor aßen wir in Etappen, da ja immer einer die Kinder bespaßen musste.
V hat natürlich noch einige Probleme, gerade was den Umgang mit Fremden angeht aber die EEH Therapeutin sieht es auch nicht so problematisch, will eher an anderen Punkten ansetzen, dass V insgesamt zufriedener wird.

Nun hat mein Mann noch nächste Woche Urlaub und dann will ich es allein ohne Au Pair schaffen, denn ich denke, dass unsere Famlilienkonstellation mit Au Pair und der Erkrankung unseres Au Aupairs mich und meine Familie fast kaputt gemacht hätten und das will ich nicht mehr.

Natürlich wird es auch, wenn ich mit den Kids allein bin, immer wieder stressig sein aber ich habe den Ehrgeiz es allein zu schaffen. Nächste Woche will ich mehr und mehr "Problemsituationen" allein lösen , mit meinem Mann im Backup, falls es nicht funktioniert und austesten, was für uns am Besten funktioniert. Eine Problemsituation sehe ich bspw im gemeinsamen Flasche füttern und hinlegen der beiden.
Gestern morgen versuchte ich M in der Trage auf dem Rücken zu haben, während ich V fütterte und ins Bett brachte. Das klappte leider nicht so gut, da M dann in der Trage motzig wurde und V beim Trinken immer ablenkte bzw beim Schlafen störte. Ich hatte das Gefühl, dass M auch ins Bett wollte, wo sie nun schon im abgedunkelten Raum war. Derzeit schlafen sie in getrennten Räumen und bisher haben wir immer die Einkind Strategie gefahren - sprich: ein Erwachsener bringt ein Kind ins Bett. Dies wird allerdings nicht immer möglich sein, wenn mein Mann wieder arbeitet. Deshalb habe ich jetzt beiden Betten in einem Zimmer und will versuchen, beide im Schlafzimmer auf unserem großen Bett gleichzeitig zu füttern und dann ab in ihre Betten im Kizi. Mal schauen ob das funktioniert. Ich will meine ersten Gehversuche morgens und beim Nachmittagsschlaf machen, da es hier noch einfacher ist sie schlafen zu legen als Abends.
Manche sagen auch, dass man ein Kind allein lassen soll und ggf weinen und motzen lassen soll, während man in Ruhe das andere Kind hinlegt, das stelle ich mir für mich sehr schwierig vor, da ich dann keine Ruhe habe, das eine Kind hinzulegen. Hat sonst noch jemand Tipps, was ich versuchen könnte? Unser normaler Ablauf ist: Kind kommt in Schlafi, dann im Arm gefüttert, dann ins Bett und noch ein bisschen Hand auflegen und ggf leise singen oder schschsch Geräusche machen.

Zur EEH Therapie kann ich also im Moment nicht viel sagen.




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