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  Sichere Bindung (an die Mutter) und Zwillinge
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  blabla2
Status:
schrieb am 05.05.2017 17:10
Ich mach mir hier Sorgen. Meine Zwillis sind fast 7 Monate alt und ich habe Hilfe. Ohne würde ich es nicht schaffen, da ich noch eine große Tochter habe (6) und mein Mann ständig beruflich unterwegs ist.

Nun ist es so, dass das Mädchen, die Zartere von den Beiden, sehr extrovertiert ist und es mir leicht gefallen ist, eine Bindung zu ihr aufzubauen (trotz Intensivstation, Flaschenfütterung usw.) Zudem ist sie sehr laut und sehr fordernd (schreit schlimmer als eine Sirene), schläft wenig.

Der Junge war immer bei mir, wird noch 2x am Tag gestillt, aber er ruht in sich selbst, schläft mehr und ist recht still. Er hat auch viel später als das Mädchen gelächelt und ist nicht so gut darin, Kontakt aufrecht zu erhalten, er schaut öfters mal weg. Ich merke nun, dass er mich nach Abwesenheiten nicht (mehr) so richtig anlächelt. Heute bin ich aus allen Wolken gefallen, weil er nach meiner Rückkehr, nach der Begrüßung, die er nicht wirklich erwidert hat, die Ärmchen nach der Schwiegermama ausgestreckt hat und zu ihr zurück wollte.

Ich muss hier dringend zurückrudern und versuchen, eine bessere Bindung zu ihm aufzubauen. Das Problem ist, dass ich ihn wegen seiner Schlafphasen seltenst alleine habe und seine Schwester sehr viel fordernder ist. Bei mir schreien ständig beide aus irgend einem Grund. Ich muss sie wickeln, er schreit so lange oder umgekehrt. Immer ist etwas.

Die Schwiegermama ist immer mit dem Opa da und jeder nimmt ein Kind, sie tragen sie herum. Das ist Luxus pur und ich bin sehr dankbar dafür. Aber ich kann das allein mit zweien nicht leisten und bekomme die Quittung dafür. Meistens kommt er zu kurz.

Kennt sich jemand aus mit Zwillingen und Bindung? Wie ist eure Bindung zu den Kindern? Wie macht ihr das, damit einer nicht zu kurz kommt?


  Re: Sichere Bindung (an die Mutter) und Zwillinge
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  berlink
Status:
schrieb am 06.05.2017 00:53
liebe blabla,

sicher kann keiner in die Zukunft blicken, ich denke aber, du solltest diese Momentaufnahme nicht als grund nehmen, dir sorgen zu machen. zudem: gibt es wirklich alternativen zur hilfe der Schwiegereltern (das waren die mit dem Pudding? smile).
es gibt wohl wenig Untersuchungen zu dem Thema Zwillinge und Bindung, versch. Bezugspersonen.

[digibib.hs-nb.de]
das Ehepaar grossmann (Regensburg) hat sich in D mit Bindung beschäftigt und viele Studien usw. betreut

[www.amazon.de]

vielleicht sieht man an wirklich gleichaltrig und unter den gleichen Bedingungen aufwachsenden Kindern, sprich also bei Mehrlingen, besonders die unterschiede in der kontaktgestaltung? keine Ahnung, ich habe keine vergleiche. ich berichte mal von uns:
meine tochter war früher die lautere, quietschend, unruhiger, trank hastig, brauchte nachts länger, bis sie durchschlief, Rückversicherungen nachts häufiger... beobachette viel, war etwas "schwieriger" zu händeln. sie kann sich heute weniger gut allein beschäftigen, benötigt tagsüber also mehr Aufmerksamkeit, möchte spielbegleitung usw. sie ist weniger kuschelnd, übernachtet auch schon mal bei Oma und opa oder Freundin. sie sucht aufmerksamkeit über kontakt. unruhiger ist wie nach wie vor.
der junge ruhte mehr in sich, trank besser, schlief besser, lachte eher, extrovertierter. er kann sich sehr gut allein becshäftigen, landet dafür abends oder nachts viel häufiger in meinem bett und bleibt am WE auch eher bei mir zum CD hören morgens im bett als die Madame. er holt sich die Aufmerksamkeit eher durch kuscheln.
bei meiner scwhester sieht man auch die unterschiede im spielverhalten, explorationsverhalten und wer kuscheliger ist. da ist der junge auch der, der häufiger die mama zum kuscheln braucht, das Mädchen ist bei papa auch gut oder bei Oma/opa.
ich hatte im 1. jahr wenig exclusivzeit mit den kindern. das wurde besser. dennoch: ein "kampf" wer mit welchem Elternteil (bei uns der weniger verfügbare papa) was machen kann, der blieb bisher. keiner will zu kurz kommen. das beobachte ich gerade auch bei den kleinen Zwillingen wieder. was der eine hat, will der andere auch. wir haben regeln, dass wirklich jeder zeit/spiel usw. mit jede, verbringen kann. wenn das kind es will, natürlich.

meine zwillinge und noch viel, mehr die meiner schwester wachsen zusammen mit den Großeltern auf. kamen bei mir meine mutter bzw. auch mein vater noch wochenweise damals in meine alte Wahlheimat bzw. ich fuhr zu meinen Eltern mit den kindern, so sind meine Eltern täglich bei meiner schwester, da sie zusammen in einem haus (jeder eine hälfte) wohnen. gerade heute sind sie zusammen mehrere tage weg gefahren. und wir waren gerade in den ferien mit meinen Eltern zusammen im Urlaub. alle 4 Kinder haben dadurch einen guten kontakt zu Oma und opa, das tat bisher uns Eltern und der beziehung zu den kindern keinen abbruch. gar keinen.
ich sehe es als sehr großen Luxus und Vorteil an, dass die Kinder so eng mit den Großeltern aufwachsen dürfen. so sind meine schwester und ich, so ist mein vater und auch meine mutter aufgewachsen. ich wurde sogar einige Monate im 1. Lebensjahr hauptsächlich von meiner Oma betreut, da meine Eltern beruflich woanders lebten und meine mutter nur 2/Woche kam. ich habe zu meiner Oma für mich lebenslang (sie starb vor einigen Wochen) eine enge Bindung gehabt, genauso wie zu meiner mutter ich eine enge Bindung habe. meine mutter ist meine erste Adresse, wenn ich fragen habe zu den kindern usw.. sie übernachtet 1/Woche bei usn und wir sehen uns mehrfach/Woche. an den anderen tagen telefonieren wir. immer, seit die Kinder da sind wirklich tgl.

ich würde mir nicht so große sorgen machen. du hast zudem nicht nur die Zwillingen, sondern auch noch das große Kind. du kannst nur das geben, was du schaffen kannst. die Kinder haben vielleicht nicht 100 Prozent mama, wie ein einling. aber sie haben Geschwister, Großeltern, die sich kümmern und die sie gern haben. das finde ich einen guten "ersatz" und ich für mich viel mehr wert.
viel grüße!


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.05.17 08:23 von berlink.


  Re: Sichere Bindung (an die Mutter) und Zwillinge
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  Murmel08
Status:
schrieb am 14.05.2017 22:09
Zugegeben das war bei mir am Anfang auch ein sehr großes Thema. Man ist förmlich zerrissen um allen Bedürfnissen gerecht zu werden. Allerdings habe ich irgendwann festgestellt, dass es vor allem ein Problem für mich ist, nicht aber für die Kinder. Meine Erwartungshaltung, "Wunsch"- Vorstellung sowie meine Unerfahrenheit mit Kinder hat mich durch eine harte Schule geführt.

Innige Momente welche die Bindung fördern können noch so winzig sein, aber so voller Liebe. Ein Kind spürt diese Liebe und wenn Du ihn noch 2 mal täglich stillst bekommt er diese sicherlich auch. Warum er in diesem Moment zur Schwiegermutter wollte kann viele Gründe haben. Er weiß das er dort verwöhnt wird, er sich Deiner sicher ist und daher zur Schwiegermutter kann die er vielleicht nicht ganz so oft hat, er einfach in dem Moment lieber bei ihr war was aber gar nichts bedeuten muss. Ich würde da nicht zu viel reininterpretieren. Ich bin mir sicher Dein Kind weiß das Du es liebst.

Unsere Mittlere ist auch so, sie steckt ganz oft zurück aber sie kommt damit gut zurecht. Ihr reichen genau diese innigen Momente die ich mir für sie nehme. Während es der anderen Schwester nie genug sein kann und es letztlich immer noch zu wenig ist. Trotzdem haben beide eine innige Bindung zu mir wenn auch auf ganz unterschiedliche Art.

Wichtig ist für mich, für sie da zu ein wenn sie mchr wirklich brauchen und nicht wenn ich denke das ich es jetzt müsste, um sie zu verwöhnen oder um es für alle einfach gerecht zu machten. Die Bedürfnisse sind von Mensch zu Mensch so unterschiedlich und was für den einen genau das richtige ist, ist für den andren vielleicht das falsche. Schwer finde ich jedoch herauszufinden was für den jeweiligen das richtige ist aber darin bekommt man mit der Zeit Übung, man lernt seine Kinder schließlich erst mit der Zeit immer besser kennen.

Liebe Grüße,
Murmel




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