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  3-Jähriges Kind sehr schüchtern
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   Juli87
Status:
schrieb am 12.02.2020 22:45
Hallo zusammen,

ich bin am verzweifeln, meine Tochter ist 3 Jahre alt und extrem zurückhaltend.
Das Problem ist, dass sie dadurch extrem unzufrieden ist und ich ihr nicht so richtig helfen kann.
Sie ist zu Hause und auch in der vertrauten Umgebung so selbstbewusst, spricht sehr gut, ist witzig, clever und hat so viele tolle Eigenschaften und auch überhaupt keinen Grund zurückhaltend oder schüchtern zu sein.

Aber sobald wir uns mit Bekannten treffen, die wir nicht häufig sehen oder auf dem Spielplatz sind verstummt sie und ist nicht mehr sie selbst. Ganz schlimm ist es im Kindergarten, da findet sie keinen Anschluss. Spielt immer alleine oder beobachtet nur. Die Erzieherinnen binden sie immer wieder ein, aber das ist dann nur von kurzer Dauer. Die Kinder haben auch dadurch, dass sie so still ist, kein Interesse an ihr. Aus dem Grund, geht sie auch nicht gerne in den Kiga und auch nach dem Kiga entlädt sie sich erstmal. Ist total wütend und unausgeglichen und traurig.
Ich versuche das immer etwas auszugleichen und gehe mit ihr zum Spielplatz, schenke ihr Ich weiß nicht, wie ich ihr helfen soll.
Wir treffen uns regelmäßig mit anderen Müttern und Kindern aus dem Kindergarten, aber da kommt sie nicht aus sich raus und steht nur in der Ecke und beobachtet, die Kinder möchten sich auch nicht mehr mit ihr treffen, weil sie langweilig (Aussage eines Kindes)ist. Wir sind von Anfang an zur Krabbelgruppe, Spielgruppe und aktuell zum Tanzen gegangen. Aber es ist immer das gleiche.

Mein Mann und ich versuche ihr Mut zu zusprechen, üben mit ihr zu Hause spielerisch, aber es bringt leider nichts.

Hat jemand noch einen Ratschlag für mich?


  Re: 3-Jähriges Kind sehr schüchtern
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   Amiflosi
schrieb am 13.02.2020 08:22
Hallo,
als meine Tochter mit knapp drei Jahren in den Kindergarten kam, war sie witzig, wortgewandt, clever...
und so wunderte ich mich gar nicht, als sie mir nachmittags erzählte, was sie alles mit drei älteren Mädchen gespielt hatte, die sie bereits aus dem Kinderchor kannte.
Ich war so was von beruhigt, dass sie da so gut angekommen ist.
Nach einem halben Jahr hatten wir dann das erste Eltern- Entwicklungsgespräch. Die Erzieherin erzählt mir, dass es ihr nun gelingt, sich nicht immer in ihrer Nähe aufzuhalten. Sie sei zwar weiterhin sehr zurückhaltend und spiele nur mit ihrem Zwillingsbruder, aber es sei schon deutlicher zu sehen, dass sie angekommen ist.

Ich fiel aus allen Wolken...

Die Erzieherin lachte nur. Und erzählte mir , das sei der ganz typische Ablauf. Erst mal die Erzieherin überall hin verfolgen, dann aus der Ferne beobachten, dann neben den anderen spielen und irgendwann dabei sein.
Sie hat mir das alles nur erzählt, was die anderen Mädchen gemacht haben. Sie saß nur beobachtend daneben.

Ich habe es dann einfach mal weiter beobachtet. Und tatsächlich, irgendwann wurde es auch besser.

Meine Tochter hat da allerdings nicht drunter gelitten. Nach dem Kindergarten erst mal austoben und runterkommen mussten meine Beiden aber lange. Bist Du sicher, dass es wirklich da einen Zusammenhang gibt und es nicht nur das ganz typische "Runterkommen müssen" nach dem Kiga ist. Insbesondere für eher sensible Kinder ist das schon eine Herausforderung.

Ich glaube, ich würde das gar nicht weiter mit ihr thematisieren, sofern nichts von ihr aus kommt. Ich würde aber mich immer wieder mit anderen treffen, schauen, dass sie ihren Interessen entsprechend in Gruppen (Turnen, Tanzen, Chor … was auch immer) landet. Damit sie da viel Übungsfeld hat und die Chance hat, Mädchen kennenzulernen, mit denen sie sich wohlfühlt.

Möchtest Du wissen, wie es bei meiner Tochter weiterging? In der Grundschule hat sie auch erst Mal beobachtet. Wurde wegen ihres tollen Soziallverhaltens gelobt. War erst zurückhaltend, ist aber immer mehr aufgetaut.

Nun hat der Wechsel zur weiterführenden Schule stattgefunden und da hat sie mir erzählt, dass sie nun alles richtig gemacht habe. In der Grundschule sei sie schnell die Lieblingsschülerin der Lehrerin gewesen, weil sie so lieb war. Im Gymnasium sei gleich viel lauter gewesen, damit man sie richtig kennenlernt. pfeifen und sie nicht auf Dauer brav sein muss.
Bin mal gespannt, was da noch auf uns zukommt. Ich wars nicht

Was ich damit sagen will, lass ihr Zeit und hab Vertrauen, dass sich das entwickelt. Und ähnlich wie beim "Entwicklungsstottern" glaube ich, dass man bei schüchternen Kindern das gar nicht viel thematisieren sollte, weil man sonst den Blick des Kindes so sehr auf dieses Thema lenkt und es dadurch erst das Gefühl bekommt, dass das ein Problem ist.
Weißt Du, was ich meine?


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 15.02.20 13:49 von Amiflosi.


  Re: 3-Jähriges Kind sehr schüchtern
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   Impala-34
Status:
schrieb am 13.02.2020 20:18
Und wenn Du mal ein Kind (mit Mutter) zum Spielen zu Euch also in die sichere Umgebung einlädst? Dabei das Spiel anleitest?
Das wird wahrscheinlich am ehesten funktionieren, dass sie Kontakt bekommt und sich sicherer fühlt.

LG Impala


  Re: 3-Jähriges Kind sehr schüchtern
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   Solani2
Status:
schrieb am 14.02.2020 11:09
Ich würde sie nicht drängen und das auch nicht großartig thematisieren. Schüchternheit ist keine Krankheit, leider wird das heute oft fast so gesehen. Impalas Vorschlag finde ich gut. Hat sie eine gute Freundin oder einen guten Freund (kann auch etwas älter sein), zum Eis brechen? Damit das Kind aus der Kiga Gruppe sieht, dass sie ein interessanter Spielpartner sein kann.
Ich persönlich finde ja die großen Gruppen ab 3 auch etwas einschüchternd (obwohl ich als Kind angeblich damit keine Schwierigkeiten hatte). Es gibt wirklich nur ganz ganz wenige Dreijährige, für die das anfangs gar kein Problem ist. Und wenn man dann den "Fuß" nicht richtig reinbekommt, dann ist es echt blöd. Was sagen denn die BetreuerInnen?


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  Re: 3-Jähriges Kind sehr schüchtern
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   xX-Spirit-Xx
Status:
schrieb am 14.02.2020 11:57
Hast du dich schonmal mit dem Thema Hochsensibilität befasst? Das Verhalten klingt sehr danach. Meine Beiden sind es auch.


  Re: 3-Jähriges Kind sehr schüchtern
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   Milest
Status:
schrieb am 02.04.2020 19:18
Google bitte mal

"Selektiver Mutismus"

Falls da Dinge auf euch zutreffen, dann kannst du dich gerne per PN melden

Lg


  Re: 3-Jähriges Kind sehr schüchtern
avatar    lesenatter
schrieb am 17.06.2020 21:15
Hallo,
mein Sohn ist 5, bald 6 und ganz ähnlich schüchtern. Mit 3 gegenüber allen unbekannten Erwachsenen und Kindern. Das mit den Erwachsenen ist seither viel besser geworden, mit Kindern hat er nach wie vor viel Probleme, obwohl er in einem kleinen Kita mit insgesamt 25 Kindern ist, spielt er nie mit. Nur wenn es eine sehr kleine Gruppe von 4-5 Kindern ist oder ein Kind bei uns zu Hause ist. Aber auch das ist erst im letzen Jahr gekommen, davor ging nichts ohne mein Beisein.
Deswegen haben wir uns auch zu einer Rückstellung entschieden und lassen ihn noch ein Jahr länger im Kiga.
Seit September kommt 1x pro Woche eine Heilpädagogin in den Kiga. sie arbeitet vor allem am Selbstbewusstsein.
Wir haben auch viel versucht, doch letztlich hat vor allem das älter werden etwas geholfen.
Mein Sohn ist zweisprachig und hat erst mit knapp 3 das (verständliche) Reden angefangen, ich denke, das hatte auch etwas damit zu tun. Er ist immer schon ein Beobachter gewesen, bekommt unheimlich viel mit, das beschäftigt ihn viel.
Ich verstehe dich sehr gut, man leidet da so sehr mit, aber meiner Meinung nach gilt auch hier der Satz, dass das Gras nicht schneller wächst, wenn man dran zieht - gib der Sache Zeit, ladt immer mal wieder ein Kind mit ähnlich ruhigen Charakter zu euch ein. Mein Sohn wusste mit 3 auch oft gar nicht, wie das Spielen mit Kindern geht.
lg




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